Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Bei Eissalat wurde das Monopol Spaniens gebrochen

11. Mai 2017

Die ersten inländischen 10er-Abpackungen trafen ein und sollten bis zu 8,50 € bringen. Natürlich blieben die Mengen zunächst sehr klein, waren für die spanischen Produkte kein potentieller Gegner. Wegen der überschaubaren Verfügbarkeit strebten die Kurse generell bei herausragenden Qualitäten für gewöhnlich nach oben. Bei Standardware schwankten sie unterdessen häufiger in enger Anbindung an deren Frische auf einer tieferen Ebene.

Bildquelle: Shutterstock.com Eissalat
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Bei Kopfsalat hatte Deutschland Belgien von der Spitzenposition geschoben. Die kühle Witterung war für einen glatten Verkauf nicht gerade zweckdienlich. Die Bereitstellung harmonierte aber überwiegend mit den Vertriebsmöglichkeiten. So vermochten sich die Notierungen bis zum Freitag hin oftmals sukzessive aufwärts zu bewegen. Bloß dort, wo zu zurückhaltend zugegriffen wurde, mussten sie gesenkt werden. Die belgischen Partien näherten sich bei diesen Entwicklungen schrittweise den einheimischen an. Die Geschäfte mit Bunten Salaten basierten inzwischen ausschließlich auf inländischen Zufuhren. Das Maß der Order entsprach nicht den Erwartungen. Mit etwas Geschick konnten die Preise auf ihrem bisherigen Niveau fixiert werden. Endivien aus Belgien kosteten teils mehr als in der Vorwoche, die aus Italien eher weniger. Deutschland startete mit 9er-Steigen zu 10,- € in die Kampagne. Einheimischer Friseé erzielte 1,- € je Stück. Der Umschlag von Feldsalat, vorrangig aus inländischem Anbau stammend, verlief in ruhigen Bahnen.

Äpfel
Langsam, aber sicher drängten die Importe aus Übersee an die Spitze des Angebotes: Allen voran Neuseeland mischte mit und stellte im ausgedehnten Maße Royal Gala und Cox Orange bereit. Chile beteiligte sich mit Royal Gala, Elstar und Granny Smith. Erste südafrikanische Braeburn traten in Frankfurt, Hamburg und München auf und gesellten sich zu den schon etablierten Golden Delicious gleicher Herkunft. Das Interesse an den Früchten der südlichen Hemisphäre war recht gedämpft, weshalb man örtlich versuchte, mittels Vergünstigungen die Abwicklung zu beschleunigen. Trotzdem befanden sich die europäischen Chargen im Fokus. Hier bestimmte Deutschland mit Elstar, Jonagold und Boskoop das Geschehen. Aus Italien kamen hauptsächlich Golden Delicious und Granny Smith. Frankreich schickte in reduziertem Umfang Granny Smith und Jazz. Belgische und niederländische Zufuhren ergänzten. Bei freundlichem Zuspruch bewegten sich die Kurse häufig in den Spannen der Vorwoche. Mancherorts kletterten die Bewertungen aufwärts, so etwa in Frankfurt für einheimische Elstar und Boskoop oder in Hamburg für italienische Royal Gala. Dies war der begrenzten Warenpalette geschuldet.

Birnen
Das Sortiment wurde von Südafrika, Chile und Argentinien geprägt. Die Kunden konnten speziell auf Packham`s Triumph, Abate Fetel und Forelle zugreifen. Argentinische Williams Christ, chilenische Flamingo und südafrikanische Gellert hatten abrundenden Charakter. Die Verfügbarkeit genügte, um den Bedarf mit Leichtigkeit zu decken. Meist spielte außer der Güte auch das Kaliber der Erzeugnisse eine entscheidende Rolle, was die Beliebtheit betraf, so standen in Hamburg und München eher große und in Frankfurt verstärkt kleine Produkte im Mittelpunkt. In der Regel gelang eine Leerung der Lä- ger. Bei einer kontinuierlichen Unterbringung veränderten sich die Notierungen selten. In Hamburg verbilligten sich Abate Fetel und Forelle aus Übersee aufgrund zu üppiger Abladungen. Italienische Abate Fetel sowie Conference aus den Niederlanden und Belgien verloren zunehmend an Bedeutung. Dennoch konnten die Händler ihre Aufrufe vereinzelt erhöhen.

Tafeltrauben
Südafrika und Chile dominierten mit Crimson Seedless und Thompson Seedless. Daneben gab es unter anderem südafrikanische Barlinka und La Rochelle sowie chilenische Alphonse Lavallée. Indische Thompson Seedless herrschten lediglich in Hamburg vor und traten sonst kaum in Erscheinung. In Frankfurt vergünstigten sie sich infolge einer schwachen Ausfärbung und zu kleiner Beeren. Kernlose und helle Früchte ließen sich bei einem steten Interesse, dass mancherorts ziemlich gering war, am besten verkaufen. Eine Räumung klappte nicht immer. Stimmte die Qualität, konnten die bisherigen Forderungen trotzdem aufrechterhalten werden. Bei Chargen mit Konditionsproblemen musste man derweil die Bewertungen selbstredend reduzieren.

Erdbeeren
Italienische Abladungen überwogen vor niederländischen und inländischen. Spanische Ware, deren Wichtigkeit sich merklich eingeschränkt hatte, präsentierte sich ab und an zu weich und wurde daher zu Tiefstpreisen gehandelt. Aufgrund des kalten Wetters stockte die Entwicklung der einheimischen Erzeugnisse, weshalb die Anlieferungen übersichtlich blieben. Aufrufe von 3,50 € je 500-g-Schale waren keine Seltenheit. Die Witterung wirkte sich auf die Nachfrage aus, die sich hier und da gedämpft zeigte. In Köln beschleunigte sich erst zum Wochenende hin die Unterbringung, was sich auch auf die Notierungen niederschlug. Italienische Partien hatten vereinzelt bereits bei der Ankunft organoleptische Schwierigkeiten, was den Absatz negativ beeinflusste. In Frankfurt verteuerten sie sich indes angebotsbedingt deutlich. Generell tendierten die Kurse bei einer mitunter zu ruhigen Vermarktung eher abwärts.

Zitronen
Es konnte ausschließlich auf spanische Partien zugegriffen werden: Neben etablierten Primofiori gab es Verna, die sich in Frankfurt leicht verteuerten. In Hamburg musste man für das gesamte Angebot etwas mehr als bislang zahlen. Auf den anderen Plätzen verharrten die Notierungen auf bisherigem Niveau. Die Unterbringung verlief stetig und die Verfügbarkeit harmonierte in der Regel mit dem Interesse, das sich ab und an recht gedämpft zeigte.

Bananen
Bei einer Bereitstellung, die sich an der kontinuierlichen und ruhigen Nachfrage orientierte, kam es bezüglich der Forderungen zu keinen wesentlichen Veränderungen. In Köln erhöhten die Verkäufer ihre Aufrufe für die Drittmarken und eine bestimmte Zweitmarke. In München wurden die Preise der Erstmarke hingegen gesenkt, um das Geschäft im Fluss zu halten.

Blumenkohl
Nach wie vor prägte Frankreich den Handel. Die deutschen Zugänge hatten sich marginal verdichtet, die italienischen verringert und die belgischen gewannen an Wichtigkeit. Punktuell tauchten spanische und niederländische Chargen auf. Trotz der Vielzahl der Herkünfte, die sich zuweilen abwechselten, zeichnete sich eine recht übersichtliche Versorgung ab. Das Interesse reichte in der Regel aus, um eine völlige Räumung zu gewährleisten. Die Bewertungen stiegen somit stufenartig an. Einheimische Offerten waren im Optimalfall ähnlich teuer wie die französischen Mitstreiter. Die 6er-Steigen oszillierten bei beiden Ursprüngen um die 14,- €.

Tomaten
Bei Rispentomaten und Runden Tomaten sprang einem die niederländische und belgische Dominanz förmlich ins Auge. Die deutschen Abladungen hatten sich nicht entscheidend ausgedehnt. Italien verlor an Bedeutung. Die ausgeweiteten Anlieferungen aus Mitteleuropa korrelierten nicht genügend mit der unaufgeregten Nachfrage. Der schwache Bedarfshandel war meistens durch reduzierte Forderungen gekennzeichnet. Von spanischen Angeboten, mittlerweile mit einer recht matten Güte, versuchte man sich durch Sonderkonditionen zu trennen. Die Preise deutscher Offerten gaben sich dank der übersichtlichen Erzeugung merklich stabiler als die der Konkurrenz. Fleischtomaten kamen fast nur noch aus Belgien. Örtlich ergänzten niederländische Importe. Die angestiegene Versorgung zwang in diesem Sektor gemeinhin zu Verbilligungen. Der Absatz von Kirschtomaten wurde im Wesentlichen mit italienischen und niederländischen Chargen getätigt. Aufgrund eines drängenden Sortimentsumfanges mussten die Vermarkter sie immer wieder niedriger aufrufen. Spezialitäten wie Eiertomaten oder Merinda waren lediglich für einen bestimmten Kundenkreis interessant.

Gemüsepaprika
Die Niederlande prägten die Geschäfte. Die Türkei verdichtete ihren Versand ein wenig. Spanien büßte an Wichtigkeit ein. Die Relevanz marokkanischer und belgischer Produkte war annähernd gleich. Deutsche Ware fand man hingegen sehr selten. Die Abnahme erfolgte für gewöhnlich auf einer ruhigen Basis. Die Kurse bewegten sich oftmals auf einem relativ konstanten Niveau. Modifikationen fußten hauptsächlich auf der divergierenden Frische. Manchmal mussten bei spanischen roten Kultivaren wegen mangelnden Ansehens Vergünstigungen bewilligt werden. Das galt häufiger auch für türkische Früchte, da ihre Bereitstellung die Unterbringungsmöglichkeiten hier und da überragte. Bei marokkanischen Zufuhren verhielt es sich ähnlich. Für knappe orange Varietäten aus Belgien sollte man 13,- € je 5-kg-Karton bezahlen.

Spargel
Die Vertriebssituation entsprach nicht den Erwartungen. Durch das kühle Wetter waren die Anbaubedingungen in Deutschland fern jeglichen Optimums. Die Mengen an weißen und violetten Stangen flossen bloß in übersichtlichem Umfang zu. Parallel dazu schien das Interesse nicht richtig in Gang zu kommen. Die Einstände kletterten ernteinduziert nach oben. Das bremste das Maß der Order zusätzlich. Es bildeten sich Überhänge. Verbilligungen wollte man nicht gewähren, wenn, dann nur unter hinlänglichem Verkaufsdruck. Mit dem heranrückenden Wochenende verbesserte sich wie gewohnt die Nachfrage. Die Preise tendierten postwendend aufwärts. Von merklich höheren Aufrufen distanzierte man sich aber, denn die Furcht, dadurch den Umschlag wieder zu schmälern, war einfach zu groß. Grüner Spargel wurde in kalten Lagen partiell durch Frost geschädigt. Und die niedrigen Temperaturen hemmten die Entwicklung. Es herrschte schnell eine Unterversorgung. Daher lohnten sich Anlieferungen aus Italien oder Spanien. Punktuell tauchten niederländische und peruanische Angebote auf. Die Notierungen zeigten ab und an einen gewissen Trend zur Stabilität, zogen früher oder spä- ter vermehrt an, im Extrem auf fast 6,- € je 500-g-Bund. Die Kunden entschieden sich generell vielfach für Erzeugnisse zweitklassiger Güte, da diese erkennbar weniger kosteten.

Zwiebeln
Die das Geschäft prägenden spanischen Gemüsezwiebeln wurden in Frankfurt und Hamburg durch chilenische Zufuhren komplettiert. Ihre Bewertungen verharrten gemeinhin auf einem relativ konstanten Level. Vereinzelt bewegten sie sich bei spanischen 25-kg-Säcken jedoch hinauf auf bis zu 12,50 €, da die Bereitstellung für die Unterbringungsmöglichkeiten zu klein ausfiel. Im Laufe der 19. KW sollen erste Spring aus Spanien eintreffen. Inländische Haushaltsware musste ihre Spitzenposition an neuseeländische abgeben. Zudem hatten sich örtlich australische Produkte fest etabliert. Außerdem konnten je nach Platz auf niederländische und österreichische Importe zugegriffen werden. Die Forderungen der Händler oszillierten in ziemlich engen Grenzen. Teilweise wurden sie zurückgenommen wegen abflauender Beachtung, da einerseits die Qualität der europäischen Abladungen schwächelte und andererseits die Chargen aus Übersee zu teuer waren.
 

Weitere Informationen
Frankfurt
Spanien lieferte umfangreiche Mengen an Süßkirschen in den Kalibern 24 bis 28/30 mm, sodass die Preise auf 7,- bis 10,- € je kg sanken. Auch die Präsenz von Pfirsichen und Nektarinen wuchs an und die Notierungen sackten ab. Erste Früchte aus der Türkei in der Größe B offerierte man ab Donnerstag zu 3,- € je kg. Türkische Aprikosen, Mogador, folgten am Freitag. Die Saison von spanischen kernlosen Wassermelonen wurde am Dienstag zu 1,30 bis 1,70 € je kg eröffnet. Die Nachfrage nach Saftorangen deckten marokkanische und ägyptische Partien. Die Bedeutung von Satsumas aus Uruguay intensivierte sich; Peru ergänzte. Eine bedarfsgerechte Versorgung war bei Zucchini zu beobachten; hier verstärkte sich besonders die Wichtigkeit der belgischen Erzeugnisse in 16er-Aufmachung. Auberginen blieben günstig und räumten flott. Zum Wochenschluss startete die einheimische Kampagne von Wirsing, Weißkohl und Spitzkohl. Spanien war wieder mit Stangenbohnen am Markt vertreten.
Hamburg
Frische Satsumas aus Südafrika weckten zu 20,- € je 10-kg-Holzkiste weder optisch noch geschmacklich Interesse. Wassermelonen aus Marokko kosteten 0,85 € je kg. Für französische Artischocken musste man 8,50 € je 5-kg-Holzkiste mit 44 Stück zahlen. Ab der 19. KW werden Zuckererbsen aus Simbabwe erwartet.
Köln
Die Versorgung mit Melonen fiel bei niedrigen Temperaturen zu kräftig aus. Nicht richtig in Schwung kam die Vermarktung von Rhabarber. Überschaubare Anlieferungen reichten aus und waren oftmals nur schwer unterzubringen. Das Geschäft mit Bärlauch verlief verhältnismäßig zufriedenstellend.
München
Die Kampagne von südeuropäischem Steinobst nahm an Fahrt auf: Neben spanischen Pfirsichen und Nektarinen standen schon erste griechische Partien bereit. Paraguayos und erste Süßkirschen aus Spanien wurden von italienischen Aprikosen ergänzt. Für Limetten aus Südamerika war infolge verstärkter Zuflüsse die Zeit der hohen Preise vorbei; die Gastronomie zog aber weiterhin genügend Ware ab. Kleinfruchtige Zitrusfrüchte beachtete man kaum noch. Mangos und Ananas vergünstigen sich trotz bedarfsgerechter Abladungen. Mit dem beginnenden Wechsel auf saisonale Artikel wie Erdbeeren und Steinobst flaute das Interesse an Orangen immer mehr ab. Eine Räumung der spanischen Lane Late sowie der italienischen Tarocco gelang erst, nachdem die Bewertungen reduziert wurden. Zucchini und Auberginen blieben billig. Brokkoli aus Spanien und Italien war wieder üppiger vorhanden und die Notierungen sanken. Rotkohl verteuerte sich deutlich. Kohlrabi stammte hauptsächlich aus Italien; einheimische Produkte rundeten das Angebot ab. Die Kurse von Petersilie und Dill aus Italien kletterten aufwärts. Erste krause Petersilie aus Niederbayern komplettierte das Sortiment bei den Kräutern.
Berlin
Erste gelbfleischige spanische Pfirsiche kosteten 3,60 bis 4,30 € je kg und Nektarinen gleicher Herkunft ca. 4,40 € je kg. Den Offerten fehlte die Genussreife und ihre Ausfärbung überzeugte ebenso wenig, daher generierten sie nur geringen Zuspruch. Für neue Aprikosen aus Spanien und Italien sollte man etwa 4,50 bis 5,- € je kg zahlen. Doch auch diese hatten organoleptische Schwächen. Ein steter Absatz von Orangen sorgte für unveränderte Forderungen bei den vorrangig spanischen Anlieferungen.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 17 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 11.05.2017

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin