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Fairtrade-Bio-Bananenkooperativen in Peru sind von schweren Regenfällen betroffen

12. April 2017

Die schwersten Regenfälle seit 34 Jahren verursachen seit sieben Wochen große Schäden. Das Produzentennetzwerk CLAC berichtet vor Ort und koordiniert die dringend benötigte Soforthilfe. 


Fotoquelle: TransFair e.V. Fairtrade-Bio-Bananenkooperativen in Peru 2017
Fotoquelle: TransFair e.V.


Grund für die schweren Regenfälle ist das Klimaphänomen „El Niño Costero“, welches sich durch hohe Temperaturen auszeichnet und aus nordwestlicher Richtung über den pazifischen Ozean in das Land strömt. Betroffen sind vor allem die nördlichen Regionen Perus: Tumbes, Piura, Lambayeque, La Libertad, Ancash und Lima.  In diesen Regionen sind die schwersten Regenfälle seit 34 Jahren zu verzeichnen. Das Ausmaß hat viele Experten überrascht, die zu Beginn des Jahres noch eine bedrohliche Trockenperiode prognostizierten. Im Laufe der letzten Wochen hat sich die Situation so dramatisch verändert, dass man von einer Wetterkatastrophe spricht, die El Niño von 1997 übertrifft.

GROSSE VERLUSTE FÜR MENSCH UND NATUR BEFÜRCHTET

Die Schäden für die Bananenbranche sind folgenreich: Über 1.000 Hektar Land sind vom Regen betroffen, 100 Hektar Anbauflächen sind komplett überflutet. Es werden große Ernteausfälle erwartet,  da das Wasser innerhalb von zwei bis drei Tagen abgepumpt werden müsste.

Die Flüsse Chira und Piura sind durch den anhaltenden Regen stark angestiegen. Viele Flächen sind durch ausuferndes Flusswasser erodiert und abgetragen. Mindestens 15 Prozent des Anbaugebietes stehen unter Wasser. Auf mindestens einem Drittel der Fläche kann nicht geerntet werden, da die Wege unpassierbar und die Packstationen nicht erreichbar sind. Hinzu kommt das vermehrte Auftreten von Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria, wodurch Arbeitskräfte ausfallen. Nicht nur regelmäßige Stromausfälle erschweren die Arbeit, auch die Bereitstellung von Gütern und die Versorgung mit sauberem Wasser sind aufgrund kaputter Straßen erschwert.

LogoMeteorologen kündigen eine Verschärfung der Regenstärke und -dauer in den nächsten Tagen an. Es wird erwartet, dass die Regenfälle bis Mitte April andauern. Die peruanische Regierung organisiert die Evakuierung der Bewohner, stellt Notunterkünfte und Zelte zur Verfügung und liefert Nahrungsmittel mit Booten. In Piura, der am stärksten betroffenen Region,  sind 35.000 Menschen betroffen, weitere 10.000 wurden evakuiert. Im Chira Valley sind 35 Fairtrade-Bananenkooperativen mit insgesamt 7.000 Kleinbauernfamilien von den Fluten betroffen.

FAIRTRADE ORGANISIERT HILFE VOR ORT

Das Fairtrade-Produzenten-Netzwerk CLAC vertritt Kleinbauernkooperativen in Lateinamerika und der Karibik. 1996 gegründet, organisiert CLAC die Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Produzentenorganisationen und kümmert sich auch um die politische Lobbyarbeit in Lateinamerika.

CLAC ruft zur Unterstützung der betroffenen Kleinbauernkooperativen auf. Die Hilfe für betroffene Kooperativen wird von der nationalen Fairtrade Organisation CNCJ in Peru organisiert:   Klicken Sie hier für mehr Informationen.

Quelle: TransFair e.V.

Veröffentlichungsdatum: 12.04.2017

Schlagwörter

Fairtrade, Bio, Bananenkooperativen, Peru, Regenfällen