Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Bioland Baden-Württemberg: Erfolgreiche Vermarktungswege für Bio auf Wintertagung diskutiert

03. Februar 2017

Der Bio-Markt ist in Bewegung und weist weiterhin ein konstant zweistelliges Wachstum auf. Auch Bioland Baden-Württemberg blickt mit über 10 Prozent neuen Verbandsmitgliedern und einem Flächenzuwachs von fast 17 Prozent auf ein besonders umstellungsreiches Jahr 2016 zurück. Diese Dynamik erfordert von allen Marktteilnehmern, die eigenen Vermarktungsstrategien entsprechend weiterzuentwickeln und über neue, innovative Wege nachzudenken. 

Bildquelle: Shutterstock.com Bio
Bildquelle: Shutterstock.com

Als Verband mit starken Wurzeln in der klassischen Direktvermarktung und mit Handelskontakten im Naturkostfachhandel sowie im qualitätsorientierten Lebensmitteleinzelhandel nimmt Bioland innerhalb des Öko-Markts eine zentrale Rolle ein. Im Rahmen der derzeit unter dem Motto "Gemeinsam mehr Wert schaffen" in der Evangelischen Akademie Bad Boll stattfindenden Bioland-Wintertagung beleuchteten gestern verschiedene Marktakteure und -Experten die momentane Bio-Marktentwicklung. 

Eingangs legte Prof. Dr. Ulrich Hamm (Fachgebiet Agrar- und Lebensmittelmarketing) von der Universität Kassel-Witzenhausen aktuelle Herausforderungen und Trends im Öko-Markt dar. In seinem Impulsvortrag thematisierte er die wachsende Bedeutung und die steigenden Marktanteile des Lebensmitteleinzelhandels und der Discounter beim Umsatz mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Prof. Hamm zufolge wächst die verbraucherseitige Nachfrage nach Bio-Ware. In diesem Kontext sieht er Potenzial für die Erzeugung zusätzlicher Öko-Nahrungsmittel: "Es kann von einer steigenden Angebotslücke gesprochen werden, die von deutschen Landwirten nicht in ausreichendem Maß genutzt wird. Es herrscht ein hoher Bedarf an Öko-Lebensmitteln auf Verbraucherseite, den wir momentan mit deutscher Ware nicht decken." Viele der derzeit im Markt platzierten Produkte könnten laut Prof. Hamm im Inland erzeugt werden. Dabei werde der Preis von Öko-Ware als wesentliches Kaufhemmnis auf Verbraucherseite maßlos überschätzt, zumal konventionelle Premium-Marken oft deutlich teurer seien. Die vom Handel stets betonte Preissensibilität der Verbraucher sei bei Öko-Lebensmitteln in der Realität nicht gegeben. 

Prof. Hamm erkennt darüber hinaus einen Trend hin zu regionalen Bio-Produkten. "Es ist eine enorme Präferenz für Öko-Ware aus der Region festzustellen, da das Vertrauen der Verbraucher in die Kontrolle ausländischer Anbieter nicht so stark ausgeprägt ist", so der Agrarmarkt-Experte. 

Die wesentliche Überlegenheit des Biolandbaus gegenüber dem konventionellen Landbau liege vor allem im Bereich der biologischen Vielfalt. "Was Biodiversität anbelangt, haben wir die Grenzen dieses Planeten durch menschliche Eingriffe am weitesten überschritten und diese Entwicklung ist in weiten Bereichen unumkehrbar - darin sind sich naturwissenschaftliche Experten einig. Der Öko-Landbau hat hier gewaltige Vorteile, die er kommunikativ nicht ausspielt", appellierte Prof. Hamm an die Zuhörer. 

Um eine besondere Wertschätzung bei Verbrauchern für Bioland-Erzeugnisse zu fördern und so den Erfolg der Vermarktungsstrategien zu gewährleisten, seien gemeinsame Kommunikationsanstrengungen von Verband und Vertragspartnern, in die auch der Handel eingebunden werden müsse, dringend notwendig. Im Rahmen des daran anknüpfenden Podiumsgesprächs wurden die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Vertriebskanäle mit verschiedenen Branchenvertretern kontrovers diskutiert. 

Was tut Bioland bezüglich Vermarktung und Absatz in Anbetracht des Umstellungsbooms? Auch weiterhin investiert der Verband in den Ausbau der Partnerschaft zu Naturkosthändlern und dem Lebensmitteleinzelhandel. 

Internet: http://www.bioland-bw.de

Quelle: Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. Landesverband Baden-Württemberg

Veröffentlichungsdatum: 03.02.2017

Schlagwörter

Bioland, Baden-Württemberg, erfolgreich, Vermarktungswege, Bio, Wintertagung