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AMI Apfel-Analyse: Essen Sie Äpfel?

20. Januar 2017

Bei EU-Äpfeln dürfte sich die Überproduktion in den kommenden Jahren fortsetzen. Der Apfelkonsum in Europa geht zurück, zusätzlich wird die Apfelproduktion durch Zuschüsse aus Brüssel und aus nationalen Fonds in Osteuropa gepuscht. Verständlich, dass man nach neuen Sorten sucht und sich damit dem preisbelastenden Wettbewerb entziehen möchte. Newcomer werden nur noch als Clubsorten mit lizensierter Produktion/Vermarktung angeboten.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Aktuell gibt es hier ca. 60 neue Varietäten, die den Weg in den Markt suchen. Bevorzugt werden Sorten/Marken, die nicht nur im EU-Binnenmarkt zu platzieren sind, sondern möglichst auch die Märkte in Afrika und Asien öffnen.

Der Trend geht zu den Sorten mit intensiver Rotfärbung und in der Tendenz süßlichem Geschmack. Dies kann die Jonagold-Gruppe nicht bieten und wird zunehmend im Markt verdrängt. Bei den deutschen Neupflanzungen liegt der Anteil von Jonagold & Co schon unter 10 %. Eine besondere Bedeutung besitzt die Sorte Elstar, die bei den aktuellen Pflanzungen je nach Region noch einen Anteil von 20 % bis 40 % besitzt. Dies ist ein sehr hoher Wert, da insbesondere dem Norden wenig Alternativen zur Verfügung stehen. Die aktuell interessanten Neuheuten, überwiegend auf der Südhalbkugel gezüchtet, benötigen ein wärmeres Klima und eine relativ lange Vegetationszeit. Mit einem Marktanteil von 16 % ist Elstar beim deutschen Konsumenten weiterhin sehr beliebt, allerdings ist die Käuferschicht überaltert. 48 % der Elstar werden von haushaltsführenden Personen gekauft, die mindestens 65 Jahre alt sind. Im Jahre 1993 lag dieser Wert lediglich bei 25 %. Diese Zahlen passen natürlich zur demografischen Entwicklung in Deutschland, müssen aber auch als Signal für eine langfristige Sortimentsumstellung beachtet werden.

Der rückläufige Apfelkonsum in Deutschland ist nicht durch zusätzliche Preisanreize zu bremsen. Dies geht nur zu Lasten der Auszahlungspreise an die Produzenten, die sich ohnehin in einem existenzgefährdenden Bereich bewegen. Der Konsument wünscht in der Optik ansprechende und konditionsstarke Äpfel, die zusätzlich schmecken. Der Run auf Neuheiten (Clubsorten) ist unverkennbar, wobei Pink Lady, Kanzi & Co schon jetzt einem Marktanteil in Deutschland (Umsatz) von 14 % besitzen, Tendenz steigend. Besonders Pink Lady hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe im Apfelmarkt entwickelt, ist aber leider nicht in Deutschland produzierbar. Nun suchen die deutschen Produzenten ein Gegengewicht, um damit die Präsenz der Importware einzudämmen.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 18.01.2017)

Veröffentlichungsdatum: 20.01.2017

Schlagwörter

AMI, Apfel, Analyse, Essen, fruchthandel