Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Italien bestimmte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ das Geschehen

19. Januar 2017

Niederländische, belgische und einheimische Conference sowie inländische Alexander Lucas und türkische Santa Maria rundeten das Geschäft ab. Die Verfügbarkeit orientierte sich an den steten Unterbringungsmöglichkeiten, die sich ab und an recht begrenzt zeigten.

Bildquelle: Shutterstock.com Birnen
Bildquelle: Shutterstock.com

Die bisherigen Bewertungen blieben in der Regel unangetastet. In München stießen kleinere Kaliber nur auf eingeschränkten Zuspruch, sodass die Händler hier am ehesten Vergünstigungen gewährten. In Berlin waren vor allem Conference bei den Kunden beliebt, was auf dem niedrigen Preis von 0,80 bis 0,90 € je kg gründete. Die südafrikanische Saison steht in den Startlöchern, mit dem Eintreffen der ersten Importe wird in Kürze gerechnet.

Tafeltrauben
Mit zahlreichen Varietäten prägte Südafrika die Szenerie, unter anderem gab es Prime Seedless, Thompson Seedless, Black Gem und Dan Ben Hannah. Auf erste Victoria konnte man in Frankfurt zu 13,- bis 14,50 € je 4,5-kg-Kiste zugreifen. Aus Namibia stammten vorrangig Prime Seedless und Flame Seedless. Peru und Brasilien schickten speziell Crimson Seedless, nahmen insgesamt aber bloß eine minimale Rolle ein. Europäische Zufuhren waren fast gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Witterungsbedingt stockte der Absatz, was sich jedoch nicht generell auf die Notierungen auswirkte. Qualitätsschwache Produkte verbilligten sich. Hingegen wurden in München insbesondere die hellen und kernlosen Früchte aus Südafrika bei einem zufriedenstellenden Verkauf teurer. Dort wiesen die Beeren der ersten südafrikanischen Thompson Seedless einen zu geringen Durchmesser auf, weshalb sie seltener Nachfrage generierten.

Kiwis
Griechische und italienische Abladungen dominierten, während französische das Geschäft abrundeten. Neuseeland hatte sich inzwischen aus dem Handel verabschiedet. Die Versorgung war in der Regel genügend auf den ruhigen Bedarf abgestimmt, sodass die Kurse kaum variierten. Lediglich Chargen mit organoleptischen Mängeln, meist Erzeugnisse aus aufgelaufenen Beständen, musste man mit Vergünstigungen unterbringen. 

Orangen
Im Segment der Blondorangen überragten spanische Navelina von der Menge her alles. Washington Navel aus der Türkei generierten in Berlin bloß selten Interesse, konnten in München derweil trotz leichter Verteuerungen flott verkauft werden. Salustiana aus Marokko sowie Navelina aus Italien und Griechenland komplettierten die Vermarktung, räumten jedoch mitunter nur zögerlich. Ägyptische Valencia Late traten in München in Erscheinung, in Frankfurt ergänzten Baladi gleicher Herkunft das Geschehen. Insgesamt herrschte ein unaufgeregtes Treiben vor, indem sich die bisherigen Notierungen nicht wesentlich veränderten. Durch Regenfälle in den Anbaugebieten beeinträchtigte Partien wurden vernachlässigt und daher verbilligt umgeschlagen. Bei den Blutorangen gab es vorrangig italienische Moro und Tarocco, daneben waren auf einigen Plätzen spanische Cara Cara in 8-kg- und 13-kg-Kisten verfügbar. In Hamburg stiegen die Bewertungen für ansprechende Moro an, in Köln mussten die Forderungen für diese nachfrageinduziert indes gesenkt werden.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Präsenz von spanischen Clementinen, meist Clemenules, schränkte sich merklich ein. In der Regel blieben die Kurse konstant. Offerten mit puffiger Schale, wie sie in Frankfurt und Hamburg ab und an zu finden waren, mussten selbstredend vergünstigt untergebracht werden, was sich aber nicht bedeutend positiv auf den anschließenden Verkauf auswirkte. Marokkanische Nour litten mancherorts unter mangelnder Haltbarkeit, weshalb die Kunden kaum zugriffen. Italienische Chargen rundeten das Geschäft ab. Im Bereich der Mandarinen dominierte Spanien: Hauptsächlich wurden Clemenvilla und Nova zugeführt, die oftmals hinsichtlich ihres Geschmacks und ihrer Schälbarkeit überzeugten. In Hamburg trafen zudem erste Nadorcott ein, die 24,- € je 10-kg-Holzkiste kosteten. Generell bestätigten die Händler bei einem ruhigen Verlauf häufig die Aufrufe der Vorwoche. Dies galt auch für Orri und Minneola aus Israel, deren Bereitstellung erheblich anwuchs. Türkische Minneola stießen aufgrund ihres geringen Preises auf eine freundliche Beachtung. Satsumas aus der Türkei wurden in München abgeladen und spielten dort eine untergeordnete Rolle.

Zitronen
Spanische Primofiori prägten, spärliche türkische Interdonato komplettierten die Vermarktung. In Anbetracht einer bedarfsgerechten Versorgungssituation sahen sich die Verkäufer nicht veranlasst, die bisherigen Forderungen zu modifizieren. Italienische Partien mit Blatt hatten ergänzenden Charakter.

Bananen
Die bereitgestellten Mengen orientierten sich in der Regel an den Unterbringungsmöglichkeiten, die sich nach dem Ferienende punktuell durchaus verbesserten. Normalerweise veränderten sich die Notierungen nicht. Nur in München zogen sie an, da die angebotenen Früchte mehr Zuspruch generierten. In Frankfurt etablierte sich eine breite Bewertungsspanne für üppig vorrätige Drittmarken. Hier senkten die Händler den unteren Preis der Erstmarke auf 23,50 € je 18-kg-Karton.

Salat
Witterungsbedingt fehlte es an allen Ecken und Enden an Eissalat, der ausschließlich aus Spanien angeliefert wurde. Vereinzelte Händler waren sogar gezwungen, den Vertrieb einzustellen. Es traten verstärkt kleine Kaliber auf. Einwandfreie Qualität musste man suchen. Die Bewertungen zogen empfindlich an. Bei Kopfsalat sah es ähnlich aus. Die Mengen, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aus Belgien, Italien, den Niederlanden und Frankreich, reichten nicht aus, um den Bedarf zu decken. Zusätzlich war die deutsche Kampagne mittlerweile vorbei. Die Einstände bewegten sich unisono aufwärts. Auch an Bunten Salaten mangelte es beträchtlich. Italien konnte wegen Schnee und Eis nicht genügend versenden und Frankreich vermochte die Lücken nicht völlig zu füllen. Die Preise verharrten nur punktuell auf einem unveränderten Niveau, vermehrt explodierten sie regelrecht. Endivien aus Italien erging es entsprechend vergleichbar. Markttäglich rief man sie höher auf. Die Abladungen von Feldsalat waren äußerst spärlich: übersichtliche Importe aus Frankreich, verminderte aus Italien. Zudem schrumpften die deutschen Ernteerträge. Die Erzeugnisse verteuerten sich eindringlich.

Gurken
Die spanischen Produkte dominierten anhaltend erkennbar das Geschäft mit Schlangengurken; griechische rundeten es lediglich in München ab. Niederländische Unterglasware startete überschaubar in die Saison. Schwere Sortierungen blieben für gewöhnlich knapp, leichtere Früchte trafen üppiger ein. Das Angebot langte meist ohne Probleme, um die unaufgeregte Nachfrage zu stillen. Verschiedentlich drängte es überdies ein wenig. Manchmal konnte man die Forderungen auf einem stabilen Level fixieren. Gemeinhin mussten sie jedoch aufgrund angewachsener Verfügbarkeit reduziert werden. Das galt insbesondere für die spanischen Zufuhren. Für Partien in Aufmachungen zu 500 g+ oder 600 g+ hingegen sollte der Käufer tiefer in die Tasche greifen. Der Umschlag von Minigurken teilte sich zu zwei Dritteln auf türkische und zu einem Drittel auf niederländische Chargen auf. Die Notierungen stiegen zum Freitag hin vielfach stufenweise an. Hier und da mussten unterdessen in Verbindung mit intensivierter Versorgung oder stornierter Order Verbilligungen gewährt werden: zum einen andauernde, zum anderen bloß kurzfristige.

Tomaten
Das Gros der Abladungen stammte aus Spanien. Die Bedeutung mitteleuropäischer Anlieferungen riss nicht ab. Generell fielen die Zuflüsse unzureichend aus. Witterungsbedingte Anbau- und Transportschwierigkeiten verringerten die Bereitstellung. Ausfärbung, Schnittfestigkeit und Kondition der Ware ließen oftmals Wünsche offen. Der Bedarf konnte nicht genügend gedeckt werden. Vorrangig Rispentomaten, aber auch Runde Tomaten verzeichneten mindestens konstante, freilich vermehrt nach oben strebende Bewertungen, deren Spannen sich an der Qualität orientierend zusehends ausdehnten. Kirschtomaten, überwiegend aus Italien und Spanien zugehend, riefen die Händler in der Regel gleichermaßen höher auf. Türkische und marokkanische Erzeugnisse komplettierten in ausgeweitetem Umfang. Sie verteuerten sich häufig genauso wie die europäische Konkurrenz. Die angezogenen Preise entschleunigten zuweilen die sowieso schon nicht sehr lebhafte Aufnahme. Zudem belasteten punktuell Rückläufer aus dem LEH.

Gemüsepaprika
Spanische Offerten dominierten erkennbar. Türkische und marokkanische Zufuhren ergänzten kontinuierlich in nahezu unveränderter, manchmal marginal verdichteter Präsenz. Die Wetterlage in den meisten Ursprungsländern bewirkte zum Teil eskalierende Ernteverzögerungen. Lieferverpflichtungen in die Discountschiene schränkten die ohnehin überschaubare Verfügbarkeit spanischer Chargen auf den Märkten zusätzlich ein. Unter gewissen Schwankungen bewegten sich deren Notierungen für alle Farbgruppen beträchtlich nach oben. Rote Früchte kosteten örtlich bis zu 19,- € je 5-kg-Karton. Die grünen Kultivare waren hier und da um einiges weniger gefragt, so dass diese etwas günstiger blieben. Die türkischen und marokkanischen Produkte profitierten von der Gesamtentwicklung. Aus diesem Grund tendierten ihre Kurse ähnlich eindrucksvoll aufwärts. Infolge dieser Geschehnisse orderten die Kunden verschiedentlich nur die nötigsten Mengen.

Zwiebeln
Das Angebot an Gemüsezwiebeln stammte einzig aus spanischem Anbau. Die Importe flossen in einem Rahmen zu, der zum Maß des eher unaufgeregten, aber steten Interesses passte. Daher sahen die Händler keine Veranlassung, ihre Forderungen in irgendeiner Form zu modifizieren. Bei Haushaltsware komplettierten ausschließlich in München österreichische Abladungen die monopolartig eintreffenden Erzeugnisse aus dem Inland. In diesem Sektor harmonierte die Versorgung ebenso hinlänglich mit den vorrangig übersehbaren Unterbringungsmöglichkeiten. Somit wurden die bisherigen Aufrufe von den Vertreibern kaum moduliert. Lediglich in Berlin stiegen diese an, da dort der Umfang der Anlieferungen nicht ausreichte, um den Bedarf lückenlos zu decken.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Die Schlechtwetterlage in Südeuropa zeigte Spuren: Alle Gemüsearten aus Italien waren knapp und teuer, auch für spanische Chargen zogen im Sog dieser Ereignisse die Preise an. Beispielsweise kostete Wirsing 1,- bis 1,40 € je kg und Zucchini 18,- bis 22,- € je 5-kg-Kiste. Für Auberginen zahlte man zwischen 15,- und 20,- € je 5 kg. Die Bewertungen von Rucola wurden auf maximal 15,- € je 10er Bund und die von deutschem und belgischem Lauch auf 16,- bzw. 19,- € je 5-kg-Gebinde angehoben. Fenchel fand selbst zu 14,- € je 12er- und 14er-Kiste problemlos Abnehmer. Bei Grünkohl und Rosenkohl standen moderate Kurserhöhungen an. Günstig blieben einheimischer Kopfkohl und Chinakohl sowie Schwarzwurzeln und niederländischer Rhabarber. Die Notierungen von Petersilie stiegen auf 18,- bis 20,- € und von Dill auf 17,- bis 20,- € je 3 kg an.
Hamburg
Pfirsiche aus Chile erfüllten nicht die Qualitätserwartungen der Kunden und verbilligten sich. Infolge angewachsener Abladungen sanken die Forderungen für Avocados aus Israel und Spanien. Durch den Wintereinbruch in Südeuropa konnte der Bedarf an manchem Gemüse wie Fenchel, Spinat, Petersilie und Bundmöhren nicht gedeckt werden, weshalb die Aufrufe für diese heraufgesetzt wurden. Für Lauch aus mitteleuropäischen Regionen musste man im Vergleich zur Vorwoche das Doppelte zahlen.
Köln
Das Geschäft verlief kontinuierlich sehr träge. So interessierten spärliche und nicht täglich verfügbare Erdbeeren kaum. Auch Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren generierten bloß selten Beachtung. Das kleine Angebot an Melonen verteuerte sich sukzessive. Die Preise für übersichtliche Auberginen und Zucchini zogen bis Freitag deutlich an, wobei hier sämtliche Lieferländer betroffen waren. Knoblauch aus Argentinien ergänzte das spanische Sortiment, stieß aber nur auf wenig Zuspruch. Kräuter aus Italien, speziell Dill und Petersilie, standen bedingt durch den Kälteeinbruch in Italien vor allem am Freitag in geringeren Mengen bereit, was zu angestiegenen Notierungen führte.
München
Trotz überschaubarer Zuflüsse hatte es südafrikanisches Steinobst wegen schleppender Nachfrage recht schwer, flott untergebracht zu werden. Bei winterlichen Temperaturen wuchs der Bedarf an Ananas, Mangos und Limetten an. Spanische Erdbeeren zeigten sich inzwischen schlechter ausgereift und wurden nicht so schnell wie ägyptische verkauft. Aufgrund der kalten Witterung in Europa kletterten die Kurse von Radicchio, Fenchel, Kohlrabi, Radieschen und knappem Spinat aufwärts. Die Forderungen für belgischen Lauch verdoppelten sich im Vergleich zur ersten KW. Die Aufrufe für Kräuter, insbesondere für Petersilie und Dill, wurden kräftig angehoben.
Berlin
Vermehrt erhältliche spanische Kakis kosteten zwischen 1,10 und 1,40 € je kg. Auberginen aus Spanien und Italien verteuerten sich auf etwa 2,90 € je kg und Zucchini auf ca. 3,50 bis 4,- € je kg, da die Zufuhren nicht ausreichten, um das Interesse zu stillen. Auch türkische Importe folgten diesem Trend, jedoch nicht ganz so stark.
 


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 2 / 17
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 19.01.2017

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin