Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Die Situation bei Schlangengurken verschärfte sich

15. Dezember 2016

Das Angebot der monopolartig vorherrschenden spanischen Importe reichte bei weiten nicht aus, um das Maß der Order abzudecken. Zudem verringerten sich aufgrund eines ausgeprägten LKW- und Fährenstreiks örtlich die angelieferten griechischen Alternativen.

Bildquelle: Shutterstock.com Gurken
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Preise schnellten unisono nach oben, explodierten zuweilen geradezu. Im Extrem musste der Kunde bis zu 16,50 € je 12er-Abpackung bezahlen. Die ausgesprochen hohen Aufrufe der Händler bremsten einerseits deutlich den Zugriff, andererseits hatten sie keinerlei schmälernde Auswirkung auf den Absatz. Für niederländische und spanische Minigurken wurde gemeinhin mehr verlangt als in der Vorwoche. Die überwiegenden türkischen Erzeugnisse vergünstigten sich dem gegenüber eher bei unbeträchtlich verdichteter Präsenz. Vereinzelten Chargen von Landgurken erging es ähnlich.

Tafeltrauben
Die Importe aus Übersee verdrängten die italienischen und türkischen von der Spitze des Sortiments: Brasilien fuhr Thompson Seedless, Crimson Seedless und Sugraone auf, Peru zudem Red Globe. Die Präsenz der südafrikanischen Chargen dehnte sich immens aus; neben den schon in der Vorwoche anzutreffenden Prime Seedless standen mittlerweile Sunred Seedless, Starlight und Thompson Seedless bereit. Namibia schickte mit Flame Seedless, Prime Seedless, Early Sweet und Crimson Seedless einige Varietäten. Aufgrund der angewachsenen Abladungen konnten Verbilligungen generell selten vermieden werden. Die Zuflüsse aus Italien, Spanien, Frankreich und der Türkei ebbten zunehmend ab und kamen über einen abrundenden Charakter kaum hinaus. In diesem Segment blieben

Äpfel
Deutschland dominierte mit Elstar, Jonagold, Braeburn und Boskoop das Geschäft. Italien belegte mit Golden Delicious, Royal Gala und Granny Smith den zweiten Rang. Frankreich steuerte zur Warenpalette speziell Pink Lady und Granny Smith bei. Niederländische Abladungen rundeten sie ab. Kleine, rotbackige Offerten wie Red Delicious stießen in der Nikolauswoche auf freundliches Interesse. Generell war jedoch eine ruhige Vermarktung ohne nennenswerte Höhepunkte zu beobachten. Da die Versorgung anwuchs, konnten Bestände nicht immer vermieden werden. Die Notierungen blieben oftmals konstant; wenn sie sich veränderten, bröckelten sie eher ab anstatt aufwärts zu klettern. In Hamburg machte sich das Treffen der OSZE unmittelbar bemerkbar: Der Handel intensivierte sich deutlich. Infolge der ausgedehnten Zufuhren konnte man die Forderungen indes nicht anheben.

Birnen
Aus Italien stammten hauptsächlich Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ. Niederländische Vereinsdechantsbirnen gab es inzwischen auch im Kaliber 80/85 mm. Inländische Alexander Lucas und Conference ergänzten das Geschehen mit geringen Mengen; hier fiel der Zugriff mitunter gebremst aus. Spanische und belgische Anlieferungen komplettierten. Die Qualität überzeugte meist, dennoch geriet der Absatz etwas ins Stocken: In der Winterzeit befinden sich nun mal andere Obstarten im Kundenfokus. Die Kurse sanken häufig ab, was die Nachfrage aber nicht stimulierte.

Kiwis
Italienische Offerten herrschten vor. Günstige griechische, teurere französische sowie hochpreisige neuseeländische Anlieferungen komplettierten die Warenpalette. Insgesamt verstärkte sich die Verfügbarkeit. Da sich bei winterlicher Witterung aber auch die Unterbringungsmöglichkeiten verbesserten, veränderten sich die Notierungen in der Regel nicht wesentlich. In Hamburg reduzierten die Händler ihre Aufrufe für griechische Produkte, da deren Qualität nicht restlos überzeugte.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Bei Satsumas bestimmte die Türkei das Geschehen. Bei Clementinen dominierte augenscheinlich Spanien die Szenerie; Italien und Marokko kamen über eine ergänzende Bedeutung nicht hinaus. Generell wuchs in der Nikolauswoche die Nachfrage an. Die niedrigen Temperaturen beflügelten den Absatz ebenso. Allerdings hatte die Versorgung derart zugenommen, dass die Verkäufer von anziehenden Kursen bloß träumen konnten. Das Gegenteil war eher der Fall: Punktuell verbilligten sich insbesondere die spanischen Partien. Eine Räumung klappte trotzdem nicht durchgängig. In Hamburg verlief die Vermarktung flott, hier sanken die Bewertungen lediglich für Chargen mit organoleptischen Mängeln.

Zitronen
Spanien prägte das Geschäft; die Türkei rundete es mit wesentlich geringeren Mengen ab. Griechische Zuflüsse versiegten. Das Interesse konnte mit der kräftig verstärkten Verfügbarkeit nicht Schritt halten, speziell die Präsenz der spanischen Abladungen überstieg den Bedarf. Vergünstigungen sollten den Handel beschleunigen, was aber nicht immer gelang. Nur in Köln und München wurden die bisherigen Notierungen bei einer freundlichen Beachtung bestätigt.

Bananen
Bei einer an den Unterbringungsmöglichkeiten angepassten Versorgungslage veränderten sich die Bewertungen in der Regel nicht. Sehr selten gestattete man Verbilligungen, um die etwas begrenzte Nachfrage zu stimulieren.

Blumenkohl
Das Geschäft beherrschten die anwachsenden Zufuhren aus Italien. Auch die örtlich vorrätigen französischen Produkte verstärkten ihre Präsenz, während sich die der inländischen, bloß noch marktweise vertretenen weiter einschränkte. Insbesondere ansprechende Qualität wurde hinlänglich geordert, was zumindest dieser stabile Preise sicherte. Manchmal klagte man jedoch über einen zu schleppenden Verkauf. In Berlin überragten zudem die Zuflüsse die Warenausgänge, sodass Vergünstigungen nicht vermieden werden konnten.

Tomaten
Die übersichtlichen Zufuhren aus Spanien wurden bloß bedingt durch marginal verstärkte Zuflüsse aus Marokko und der Türkei ausgeglichen. Die Abladungen aus den Niederlanden und Belgien fielen kontinuierlich rückläufig aus. Italien spielte lediglich bei Kirschtomaten eine Rolle. Griechenland, Deutschland, Frankreich und Tunesien kamen über einen das Geschäft ergänzenden Charakter nicht hinaus. Wegen der begrenzten Versorgung stiegen die Kurse für die gesamte Warenpalette merklich an. Die Intensität dieses Aufwärtstrends wurde dabei durch das unaufgeregte Interesse auf einen einigermaßen überschaubaren Rahmen beschränkt. Punktuell waren die Unterbringungsmöglichkeiten auf solche Weise limitiert, dass sich unweigerlich Überhänge bildeten.

Gemüsepaprika
Die spanischen Importe dominierten den Handel. Oftmals ließen sich für das vollständige Sortiment stabile bis anziehende Notierungen verzeichnen. Dabei ergaben sich marktweise jedoch häufiger auch unterschiedliche Abweichungen bezüglich der einzelnen Farbgruppen, überwiegend initiiert durch deren Frische, Verfügbarkeit und Aufmachung. Insbesondere die roten und gelben Kultivare verbilligten sich. Bei den grünen und nur punktuell bei den roten Offerten vermochte man währenddessen vermehrt die Forderungen anzuheben, da der Bedarf in diesen Sektoren nicht hinlänglich gedeckt werden konnte. Türkische und marokkanische Anlieferungen beachteten die Kunden in der Regel genügend. Daher blieben deren Bewertungen für gewöhnlich frei von großen Veränderungen. Den spärlichen Produkten aus Italien in Form der eckig abgestumpften Varietäten mangelte es aufgrund von Hautfehlern an Qualität, weshalb sie als Klasse II umgeschlagen wurden.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln entstammten alleinig spanischen Anbaus. Die Bereitstellung orientierte sich gemeinhin an den Verkaufsmöglichkeiten. Die Kurse verharrten somit auf einem konstanten Niveau. Bloß örtlich tendierten sie nach oben, da die Mengen etwas zu knapp eintrafen, um das Interesse gänzlich zu stillen. Haushaltsware floss vorrangig aus Deutschland zu. In München komplettierten österreichische Erzeugnisse das Angebot und in Köln sporadisch niederländische Partien. Der Grad der Versorgung harmonierte durchweg mit dem Maß der Abnahme. In der Folge brauchten die Vertreiber ihre bisherigen Aufrufe kaum zu modifizieren.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Südafrikanische Pfirsiche und Nektarinen wurden nochmals billiger. Erdbeeren aus Ägypten, Marokko und Spanien generierten wenig Nachfrage und vergünstigten sich daher. Himbeeren stießen auf Beachtung, obwohl sie organoleptisch nicht gefielen. Riesige Avocados der Sorte Semil 34 aus der Dominikanischen Republik bereicherten mit einem Stückgewicht von über 700 g das Angebot. Die Notierungen für Mangos, Drachenfrucht und Sternfrucht sanken. Durch die regenbedingt eingeschränkten Abladungen zogen die Bewertungen von spanischen und italienischen Zucchini und Auberginen an. Für gelbe Zucchini aus dem belgischen Treibhaus forderte man bis zu 50,- € je 5-kg-Mehrwegsteige. Rosenkohl, Grünkohl, Rote Beete und Pastinaken wurden flott vermarktet. Neu war niederländischer Rhabarber zu 22,- € je 6-kg-Karton.
Hamburg
Süßkirschen aus Chile, Bing und Lapins, feierten in der Größe 30 mm+ ihre Premiere zu 78,- € je 2,5-kg-Karton. Erste marokkanische Erdbeeren überzeugten hinsichtlich Ausfärbung und Zuckergehalt und wurden zu 1,60 € je 250-g-Schale untergebracht. Frische saftige Grapefruits aus Florida in unterschiedlichen Kalibern kosteten ca. 24,- € je 16-kg-Verpackung. Infolge der kühlen Temperaturen verlief der Handel mit inländischem Grünkohl sehr schnell, wenn auch ohne Aufpreis. Nahezu konkurrenzlose Auberginen aus Spanien verteuerten sich sukzessive auf bis zu 19,- € je 5-kg-Packstück.
Köln
Aufgrund mangelnder Nachfrage und standweise hoher Forderungen entwickelte sich das Geschäft mit Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren schleppend. Die Präsenz von Rosenkohl und Grünkohl dehnte sich aus, allerdings hielt sich das Interesse in Grenzen. Kürbisse waren ein Ladenhüter. Dagegen griffen die Kunden bei Ingwer gut zu.
München
Die Adventszeit führte zu einem gestiegenen Bedarf an Kranzfeigen und Walnüssen. Italien und Spanien schickten bereits neue Erdbeeren und ergänzten den bis dahin von marokkanischen, ägyptischen und wenigen belgischen Offerten bestimmten Handel. Die Vermarktung von südafrikanischem und chilenischem Steinobst verlief zäh. Anlieferungen von Spinat aus Italien blieben eingeschränkt, was für Verteuerungen sorgte. Die knappen Mengen an Zucchini und besonders an Auberginen verursachten einen deutlichen Preissprung nach oben. Bei frostig-kalten Wetter gestaltete sich der Absatz von Lauch und Rosenkohl freundlich.
Berlin
Bei ausgeweiteten Abladungen lagen die Notierungen für südafrikanische Pfirsiche bei 9,- bis 13,- € je 2,5-kg-Karton und für Nektarinen gleicher Herkunft bei 10,- bis 15,- € je 2,5 kg. Auch die Importe von Kirschen aus Südamerika nahmen sukzessive zu. Sie kosteten etwa 15,- bis 18,- € je kg.

 

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 49 / 16
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 15.12.2016

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin