Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

EU startet Innovations-Programm für den Lebensmittel-Sektor

30. November 2016

Es ist ein gewaltiges Wissenschafts- und Konjunkturprogramm für den Lebensmittel-Sektor. Die Ziele: Bildung, Forschung und 350 Startups für neue Technologien, gesunde Ernährung, weniger Lebensmittelabfälle und weniger Treibhausgas-Emissionen bei der Produktion.

Foto: Universität Hohenheim / Eric A. Lichtenscheidt
Foto: Universität Hohenheim / Eric A. Lichtenscheidt

Dazu haben sich europaweit 50 Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu einer sogenannten „Knowledge and Innovation Community“ (KIC) zusammengeschlossen. Das Europäische Institut für Technologie und Innovation (EIT) der EU finanziert die Innovationsgemeinschaft unter dem Namen „EIT Food“ 7 Jahre lang mit 400 Mio. Euro. Hinzu kommen weitere 1.200 Mio. Euro aus privaten Mitteln. Das Land Baden-Württemberg ist mit 4 von 9 deutschen KIC-Mitgliedern besonders stark vertreten. Prorektor Prof. Dr. Jochen Weiss von der Universität Hohenheim übernimmt die Position des Interim Directors of Education.

Verbundprojekt „EIT Food“ der EU soll Lebensmittel-Sektor kundenorientierter, ökologischer & wettbewerbsfähiger machen

„Als Deutschlands Nr. 1 in Agrarforschung und Food Science will sich die Universität künftig auch stärker im Bereich Innovation und Wissenstransfer engagieren“, begründet der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert die Teilnahme an der neuen EIT Food. Die Universität Hohenheim freue sich auf 10 Jahre intensive Entwicklung zusammen mit führenden Forschungseinrichtungen wie der University of Cambridge oder der ETH Zürich.

Innovationsschub für den größten produzierenden Sektor der EU

„Der Lebensmittelsektor ist mit 44 Millionen Beschäftigten der größte produzierende Sektor der EU“, erklärt Prorektor Prof. Dr. Jochen Weiss. „Was Innovationen betrifft, gibt es im Vergleich zu anderen Branchen jedoch erheblichen Nachholbedarf. Die Pharmaindustrie investiert zum Beispiel 10% ihres Gewinns in Forschung und Innovation. Im Lebensmittelbereich liegt diese Reinvestition gerade einmal bei 0,3%.“

Dabei stünden Europas Unternehmen in hartem Wettkampf mit der Konkurrenz aus Übersee. Eine Situation, die sich in den kommenden Jahren voraussichtlich noch dramatisch zuspitzen wird.

„Investoren haben die Agro-Food-Branche in den USA entdeckt und stellen heute etwa zehnmal so viel Venture Capital bereit wie noch vor 5 Jahren. Es ist daher mit einer Welle von amerikanischen Startups zu rechnen, die etablierte Unternehmen in Deutschland und Europa massiv unter Druck setzen werden“, so Weiss.

Grund für die Aufbruchsstimmung in Übersee seien globale Herausforderungen wie der Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung und die zunehmende Erkenntnis vom Wert einer gesunden Ernährung für immer mehr Menschen. „Innovationen, die an diesen Problemen ansetzen, können sich auch als ökonomisch sehr attraktiv erweisen.“

Ziel: Transformation des Sektors – mit ökonomischen, ökologischen und verbraucherorientierten Ziele

Vor diesem Hintergrund tritt „EIT-Food“ mit hohen Zielen an. Binnen 10 Jahren will der Verbund nicht weniger als eine Revolution erreichen, die sich vor allem auch ökologische und verbraucherorientierte Ziele steckt.

Lesen Sie mehr auf: biooekonomie.uni-hohenheim.de 

Quelle: Universität Hohenheim und Agrarforschung/Food Science

Veröffentlichungsdatum: 30.11.2016

Schlagwörter

EU, Innovation, Programm, Lebensmittel-Sektor