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Protestaktion vor Welternährungstag: Alle 95 Minuten ein Fernsehturm aus weggeworfenen Bananen

14. Oktober 2016

Anlässlich des Welternährungstags und fast einer Milliarde hungernder Menschen thematisierte die Kampagne „Leere Tonne“ die Lebensmittelverschwendung am Beispiel der Bananen: Es braucht nur 95 Minuten, bis sämtliche Supermärkte in Deutschland so viele Bananen weggeworfen haben, dass sie ordentlich in Bananenkisten verpackt die Höhe des Berliner Fernsehturms erreichen würden.

Foto Abschluss Kampagne Leere Tonne
Foto Abschluss Kampagne Leere Tonne

Leonie Dorn von Aktion Agrar: „Die Bundesregierung konzentriert sich einseitig nur auf die Verbraucher. Aber der Handel setzt Erzeuger unter Druck, zu ganz besonders billigen Preisen zu produzieren und Lebensmittel als zu groß, zu klein oder zu krumm sofort weg zu werfen. Die Supermärkte schmeißen selbst relevante Mengen weg, immer bemüht, makellose Früchte im Regal zu haben. Ohne einen gesetzlichen Wegwerfstopp geht die Verschwendung immer weiter.“

Die Kampagne ließ sich von der französischen Diskussion um Lebensmittelverschwendung inspirieren und fordert ein Gesetz, wie es in Frankreich und im belgischen Wallonien bereits existiert. Es verpflichtet Supermärkte, nicht verkaufte Lebensmittel zu verschenken. Die Französin Louise Duhan ist in der Kampagne für Slow Food Youth aktiv und erklärt: „Das Gesetz hat in Frankreich eine große Zustimmung erlebt. Erst kürzlich zeigte uns eine Umfrage von Abgeordnetenwatch, dass auch in Deutschland die übergroße Mehrheit für einen Wegwerfstopp ist. Wir haben in unseren Aktionen mehr als 50.000 Unterschriften zusammen bekommen.“

Am Donnerstag übergab die Kampagne 50.235 Unterschriften an Dr. Klaus Heider, den Abteilungsleiter Ernährungspolitik im Bundesagrarministerium sowie an den Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup (SPD). Der Dokumentarfilmer Valentin Thurn, der die Kampagne tatkräftig unterstützt, sagte: „Bananen sind nach Brot das zweithäufigste Produkt in unseren Mülltonnen – weil bereits Früchte mit wenigen braunen Punkten in die Tonne geworfen werden. Das darf nicht sein“

Foto Abschluss Kampagne Leere Tonne
Foto Abschluss Kampagne Leere Tonne

Das Foodsharing-Netzwerk organisiert die Abholung nicht verkaufter Lebensmittel von kooperierenden Supermärkten. David Jans von Foodsharing: „Wir arbeiten bereits mit vielen Supermärkten zusammen. Aber solange die Kooperationen nur freiwillig sind, landen bei allen anderen Betrieben täglich erschreckende Mengen in den Containern. Diese Verschwendung darf nicht länger legal sein.“

Emilia Kappel von der BUNDjugend ergänzte: „So viele wertvolle Lebensmittel reisen einmal um die halbe Welt, um dann hier in der Tonne zu landen. Jede Banane wurde unter harten Bedingungen gepflegt und geerntet. Die Früchte reifen und reisen in Plastikfolien, der Transport frisst große Mengen an Energie und belastet das Klima. Wir brauchen eine ökologischere Landwirtschaft weltweit, faire Preise und ein Ende der Wegwerfkultur.“

Kampagne Leere Tonne Logo
 

www.leeretonne.de 
 

Veröffentlichungsdatum: 14.10.2016

Schlagwörter

Protestaktion, Welternährungstag, weggeworfen, Bananen, Einzelhandel