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Spannende Diskussionen auf der Kartoffelherbstbörse 2016

26. September 2016

Am 21. August 2016 fand in Hamburg die 65. Internationale Kartoffel-Herbstbörse statt. Sie war mit rund 150 Besuchern wieder einmal sehr gut besucht. Mit Spannung nahmen die Teilnehmer die Bekanntgabe des vorläufigen Ernteergebnisses von Kartoffeln entgegen.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln
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Der Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbands, Thomas Herkenrath, präsentierte die Daten des Landwirtschaftsministeriums. Mit 10,2 Mio. t sollen für die Vermarktung 2016/17 rund 2 % weniger Kartoffeln zur Verfügung stehen als im Vorjahr. Dieses Ergebnis war dann auf dem Börsenparkett Gegenstand reger Diskussionen.

Erstmals war auch die Agrarmarkt Informations GmbH, AMI, als Sponsor und Aussteller auf der Kartoffelherbstbörse präsent. So konnten sich Interessierte nicht nur über das Informationsangebot und die Dienstleistungen der Agrarmarktexperten informieren, sondern auch in einen direkten Dialog treten und weitere Hintergrundinformationen erfahren.

Auf besonderes Interesse stieß dabei der Austausch zur Entwicklung der Anbaufläche, wie sie dem vorläufigen Endergebnis zugrunde liegt. Das Bundesministerium fußt seine Einschätzung weiterhin auf einem leichten Rückgang. Das vorläufige Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung wurde noch nicht korrigiert und das endgültige Ergebnis wird wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Seit langem sind aber aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegensätzliche Erkenntnisse zur amtlichen Statistik aus den Flächenanträgen für die Beihilfen aus Brüssel bekannt, wie die Experten der AMI den Gesprächspartnern in Erinnerung rufen konnten. Für Niedersachsen beispielsweise bedeutet das eine um 4.600 auf 111.300 ha ausgedehnte Anbaufläche. Die Börsengespräche mit Züchtern, Landwirten und Vermarktern bestätigen in der Regel den Flächenzuwachs in den genannten Regionen aus der Praxis und individuellen Anschauung. So könnte die Kartoffelernte 2016 am Ende doch noch größer sein als die des Vorjahres.

Bruttomenge nicht entscheidend

Zustimmung bei den Gesprächspartnern fand auch die Einschätzung der AMI, dass für die kommende Saison nicht die Bruttomenge an Kartoffeln entscheidend ist, sondern deren Qualität. Am Börsentermin waren bundesweit noch bei weitem nicht so viele Kartoffeln gerodet, wie in anderen Jahren. Die trockenen Böden verhindern eine qualitätsschonende Ernte. Lediglich im Hauptanbaugebiet Niedersachsen, wo die Böden leicht sind und Beregnung verbreitet ist, hatten die Erzeuger bereits einen umfangreichen Start geschafft. Anderenorts werden die Feldarbeiten immer weiter hinausgeschoben. Das hat für die Qualität Konsequenzen: Abgesehen davon, dass Wachstumsrisse viele Partien beeinträchtigen, führen Trockenheit, Sonneneinstrahlung und Verweildauer im Boden dazu, dass immer mehr Knollen grün werden. Schon alleine deshalb melden Erzeuger Absortierungen von bis zu 20 %. Hinzu kommt der Befall mit Drahtwurm, der Ende August noch gar kein Problem zu sein schien. Mittlerweile zeigen immer mehr Ladungen starken Befall, was durch die lange Verweildauer im Boden immer problematischer wird. Es wurde über weitere Qualitätsprobleme spekuliert, wozu Fäulnis und zu hohe Unterwassergewichte eher gezählt wurden als der Schorf.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 23.09.2016)

Veröffentlichungsdatum: 26.09.2016

Schlagwörter

Diskussionen, Kartoffelherbstbörse, Kartoffeln