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Tomaten: Die Beneluxregion exportierte beträchtliche Mengen nach Deutschland

15. September 2016

Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in einem Marktbericht mitteilt, exportierte die Beneluxregion beträchtliche Mengen Tomaten nach Deutschland. Dazu trafen fast unvermindert die einheimischen Erzeugnisse ein. Die Nachfrage bewegte sich auf einem unaufgeregten Level. Es kam unweigerlich zu einer Überversorgung des Handels. 

Bildquelle: Shutterstock.com Tomaten
Bildquelle: Shutterstock.com

Vor allem bei Runden Tomaten und Rispentomaten brachen die Preise vermehrt ein, die der inländischen Offerten blieben dabei anfangs unangetastet, folgten bald aber dieser Entwicklung. 

Fleischtomaten hauptsächlich aus Belgien und nachrangig aus den Niederlanden verbilligten sich ebenso. Sie wurden zum Schluss ab durchschnittlichen 7,- € je 7-kg-Steige umgeschlagen. 

Kirschtomaten aus den Niederlanden, Italien und Belgien schlug man normalerweise zu unveränderlichen Aufrufen um, bloß zum Freitag hin mussten die Verkäufer sie ab und an reduzieren.

Birnen
Die Warendecke hatte sich kaum ausgeweitet, örtlich sogar marginal eingeschränkt. Italien dominierte mit Santa Maria, Abate Fetel und Williams Christ. Carmen verabschiedeten sich sukzessive aus dem Geschäft. Bei den einheimischen Chargen verminderten sich die von Clapps Liebling erkennbar, die von Williams Christ bloß minimal. Die Präsenz von Gute Luise dehnte sich etwas aus. Türkische Santa Maria trafen in fast unverändertem Umfang ein. Die Quantität von belgischen und niederländischen Conference hielt sich in einem überschaubaren Rahmen. Zum einen war die Versorgung derart gestaltet, dass sich kein Verkaufsdruck aufbaute. In den überwiegenden Fällen brauchten die Vertreiber daher ihre bisherigen Forderungen keineswegs zu modifizieren. Zum anderen wuchsen die Mengen hier und da doch so umfassend an, dass man leichte Vergünstigungen gewähren musste.

Tafeltrauben
Das Angebot setzte sich aus einer breiten Produktpalette mit einer Vielzahl von Varietäten aus Herkunftsländer wie Italien, der Türkei und Griechenland zusammen. Zudem beteiligte sich Frankreich in geringem Maß mit Alphonse Lavallée und Muscat d`Hambourg an der Vermarktung. Generell musste man in Sachen Bereitstellung behutsam vorgehen, da das Interesse nicht sonderlich ausgeprägt war. Kernlose Früchte, namentlich Sugraone oder Thompson Seedless, ließen sich in der Regel flott genug unterbringen. Das garantierte ihnen häufig stabile Notierungen. Rare Jack`s Salute aus Italien kosteten bis zu 3,30 € je kg. Türkische Sultana verteuerten sich punktuell wegen transportbedingt höherer Einstände. Offerten mit Kernen wie Victoria, Michele Palieri oder Italia waren nicht so beliebt und verbilligten sich verstärkt. Manchmal verzeichnete man bezüglich der Güte eine zunehmende Divergenz, die auseinanderstrebende Kursspannen bewirkte. Die strittige Lagerfähigkeit bescherte italienischen Midnight Beauty nur einen kurzen Auftritt. Die aggressive Werbung einiger Discounter beeinflusste zuweilen negativ den Handel am Platz.

Erdbeeren
Das Geschäft verlangsamte sich zusehends. Ungeachtet dessen brach der Ernteumfang infolge der anhaltenden sommerlichen Witterung nicht wesentlich ein. Die Anlieferungen fielen somit merklich reichlicher aus als zu dieser Zeit gewohnt. Die Nachfrage hingegen ermüdetet jedoch augenscheinlich. Eine Räumung gelang kaum, was den Verkaufsdruck steigerte. Bei hervorragender Qualität konnten die Forderungen oftmals angehoben werden. Bei den aufgrund ihrer kleineren Kalibern weniger favorisierten remontierenden Sorten musste man mit flexibleren Bewertungen arbeiten. Diese bewegten sich zwischen 1,- € je 500 g Standardware und 2,30 € je 500-g-Schale mit Spitzenerzeugnissen.

Pfirsiche und Nektarinen
Das Saisonende näherte sich erkennbar. Die Bereitstellung verringert sich, entsprach dabei dem rückläufigen Bedarf. Spanische Abladungen herrschten vor, italienische, französische und türkische ergänzten die Produktpalette. Das andauernde heiße Wetter bewirkte ein stetig freundliches Interesse, was in befriedigenden Absatzzahlen mündete. Die Kurslinie oszillierte gemeinhin auf bisheriger Höhe. Für Partien mit diversen Güteschwächen sackte sie natürlich ab. Die Stärke dieses Vorgangs hing vom Grad des Mangels ab. Französische Chargen verteuerten sich zuweilen wegen der knapperen Mengen, türkische sicherten sich ein beständiges Preisbild. Als Rarität galten die spanischen intensiv gelben Calanda-Pfirsiche mit der geschützten Ursprungsbezeichnung Melocotón de Calanda. Sie brachten in ihrer besonderen Aufmachung bis zu 13,- € je 5-kg-Steige.

Pflaumen
Dank der begrenzten inländischen Ernte baute sich auf den Märkten kein Druck auf. Die mittelspäten Varietäten wie Cacaks Fruchtbare oder Hanita hatten ihren Zenit überschritten. Die echten späten Früchte hingegen, wie Hauszwetschge, Fellenberg und Presenta, gewannen deutlich an Präsenz. Sehr spät reifende Elena mussten örtlich qualitätsbedingt an den Versender zurückgeschickt werden. Aufgrund eines überschaubaren Angebotes und einer kontinuierlich flotten Nachfrage verharrten die Forderungen für gewöhnlich auf einem stabilen Niveau, zogen verschiedentlich sogar an. Man erzielte z. B. bei einheimischen Hauszwetschgen maximal bis zu fast 17,- € je 10-kg-Steige, polnische wurden schon ab 12,- € je 10 kg umgeschlagen. Importe vom Balkan mussten die Händler teilweise unter Notiz abgeben. Susinen aus Südeuropa rief man meist unverändert auf. Türkische blaue Eierpflaumen platzierte man zu 3,- € je kg.

Kiwis
Neuseeländische Zufuhren herrschten vor. Ergänzende chilenische Anlieferungen näherten sich allmählich ihrem Abschluss. Die Bereitstellung orientierte sich gemeinhin am unaufgeregten Bedarf. Damit konnte man die Bewertungen auf einem relativ konstanten Level fixieren. Lediglich bei loser Ware mussten sie punktuell gesenkt werden. Chilenische Offerten wurden merklich günstiger vertrieben als ihre neuseeländische Konkurrenz. Das brachte auch kein Plus, da ihre organoleptischen Eigenschaften nicht immer zu überzeugen wussten. Die europäische Kampagne startete mit Abladungen von Greenlight aus Italien. Die harten, eher unreifen Produkte initiierten bloß ein schwaches Interesse.

Zitronen
Argentinische und südafrikanische Importe wurden komplettiert durch uruguayische und chilenische. Die Präsenz spanischer Früchte verstärkte sich nur unwesentlich. Die Situation hatte sich spürbar verändert. Zwar blieb das Angebot weiter überschaubar, doch die gefüllten Läger bauten aufgrund der beginnenden spanischen und nahen türkischen Saison erheblichen Druck auf, drohten letztendlich in Überhängen zu münden. Die Händler standen unter Zugzwang. Einzig probates Mittel, das Wirkung zu zeigen vermochte: Verbilligungen, durch das gesamte Sortiment, in deutlichem Umfang. Die Türkei sendete erste Meyer-Zitronen. Das sind keine echten Citrus limon, sondern eine Kreuzung aus Zitronen und Orangen oder Mandarinen mit wenig Säure, aber vielen Kernen.

Bananen
Wie in den Wochen zuvor kennzeichnete eine ruhige Nachfrage das Geschäft. Die Bereitstellung hielt man in einem übersichtlichen Rahmen, da allein wetterbedingt kaum ein besserer Zugriff zu erwarten war. Damit bildete sich eine gute Basis für kontinuierlich stabile Preise. Punktuell mussten die Verkäufer bei den Drittmarken unter Beeinflussung von Farbstufe und Menge bei ihren Aufrufen flexibler vorgehen.

Blumenkohl
Auf dem Markt gab es ausschließlich inländische Erzeugnisse. Die warme Witterung bewirkte eine reichliche Beschickung des Handels. Parallel dazu bremste sie das Interesse. Die Kurse sanken häufig schon zu Beginn der KW oder etwas später unweigerlich ab, verharrten dann aber auf dem gefundenen Niveau. Die 6er-Steige wurde ab 5,40 € vertrieben. Dem entgegen verteuerte sich örtlich der verwandte Romanesco aus den Niederlanden.

Salat
Die üppigen Zugänge von vorrangigem deutschem und komplettierendem niederländischem Eissalat begegneten nicht immer einer genügenden Nachfrage. Mit dem Ziel, die Verkaufschancen zu verbessern, reduzierte man für gewöhnlich die Preise. Lediglich in Frankfurt und München konnten sie einigermaßen stabil gehalten werden. Bei gleichbleibender Bereitstellung konkurrierte belgischer mit vorherrschendem inländischem Kopfsalat. Eine hinlängliche Abnahme sicherte, von diversen Schwankungen einmal abgesehen, für deutsche Partien meist wenig veränderte Bewertungen, für belgische tendierten diese jedoch hauptsächlich nach unten. Bunte Salate flossen aus einheimischen Kulturen zu. Aufgrund der beträchtlichen Versorgung mussten die Verkäufer ihre Forderungen auf niedriger Basis verankern, gelegentlich sogar wiederholt verringern. Vorwiegend wurden leichtere Kaliber zugeführt. Recht überschaubare Mengen von Endivien, das Geschäft prägend aus dem Inland abgeladen, vergünstigten sich vielfach, ohne die Umschlagsgeschwindigkeit dabei merklich zu erhöhen. Feldsalat aus Deutschland und Belgien wurde ebenso relativ billig veräußert. Bei der roten Variante griff man erfreulich flott zu.

Gurken
Das Gros des Angebotes stammte bei Schlangengurken aus dem Inland. Daneben lieferten kontinuierlich die Niederlanden und Belgien. Einzig in München waren griechische Produkte vorrätig. Verstärkt flossen kleinere Sortierungen zu. Die reichliche Verfügbarkeit passte nicht zum entschleunigten Interesse. Auf sämtlichen Plätzen sackte die Kurslinie weiter ab. Manchmal zeigten Minigurken einen ähnlichen Trend. Verschiedentlich konnten sie sich unterdessen vom Beginn bis zur Mitte der Woche aufgrund von befriedigender Abgabe verteuern. Die Warenpalette bestand in diesem Sektor dominierend aus einheimischen sowie aus niederländischen Chargen.

Gemüsepaprika
Kontinuierlich prägten die niederländischen Abladungen das Geschäft. Die Türkei und Polen ergänzten es. Spanische Zuführungen gewannen kaum an Bedeutung. Die belgischen und inländischen Produkte verloren an Wichtigkeit. Ungarn sendete roten Spitzpaprika. Wie gehabt zeigte sich der Verlauf der Kurse sehr uneinheitlich: die der roten und gelben Kultivare sanken häufig früher oder später ab, die der grünen stiegen an. Manchmal befanden sich die Notierungen auf einem recht stabilen Niveau. Zudem konnte man zum Freitag hin verstärkt höhere Bewertungen etablieren. Spanische und polnische Chargen stellten eine günstige Alternative zu den westeuropäischen und türkischen Zuflüssen dar. Gerade die spanischen Früchte entsprechen dabei oftmals einer Klasse II.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Das schöne sommerliche Wetter forcierte die Nachfrage nach Beerenobst. So konnten bei wohldosierten Zugängen Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren von den Bewertungen her zulegen. Deutsche Heidelbeeren waren inzwischen knapp verfügbar und man zahlte daher für diese bis zu 3,- € je 250-g-Schale, für Alternativen aus Rumänien, Polen und den Niederlanden fast genauso viel. Ab Montag gab es französische Quitten zu 28,- € je 13-kg-Steige, ab Mittwoch deutsche Ernte. Orangen, südafrikanische Valencia Late und argentinische Salustiana, verbuchten Kurszugewinne. Gute Geschäfte tätigte man mit italienischen und türkischen Kaktusfeigen. Gegenüber von grünen und gelben Zucchini konnten Auberginen höher aufgerufen werden. Herbstgemüse wie belgischer Rosenkohl und niederländische Schwarzwurzeln vernachlässigten die Kunden. Steinpilze interessierten. Bei den Pfifferlingen waren die imposanten Mengen trotz freundlicher Beachtung nicht zu räumen.
Hamburg
Brasilianische Melonen werden ab 37. KW erwartet. Frische Satsuma von der iberischen Halbinsel starteten mit dem Größencode 1xx zu 12,- € je 10-kg-Holzkiste.
Köln
Beerenobst war in abnehmendem Umfang vorrätig. Da die sommerliche Witterung durchaus Interesse generierte, zogen die Kurse je nach Warenart unterschiedlich an. Melonen flossen aus Spanien bloß eingeschränkt zu. Wassermelonen wurden noch reichlich aus Südeuropa und teilweise aus dem Iran zugeführt. Meist verzeichnete man einen recht kontinuierlichen Verkauf. Große einheimische Abladungen an Kohlrabi überforderten den Markt zum Wochenende hin und verloren an Wert. Violette Lauchzwiebeln kosteten ca. doppelt so viel wie die grünen Varianten und wurden daher eher etwas vernachlässigt. Die Palette an Kürbissen bestand aus deutschen Hokkaido- und Butternusskürbissen sowie aus französischen und spanischen Muskatkürbissen.
München
Aus dem Inland und Frankreich waren erste Quitten verfügbar, türkische Offerten werden erwartet. Die Saison von spanischen Galiamelonen, Cantaloupemelonen und Honigmelonen lief sichtlich aus, das Hauptangebot stellten Piel de Sapo. Auch die Kampagne von Kulturheidelbeeren neigte sich, früher als in den Vorjahren, ihrem Ende entgegen. Einige Produzenten waren aufgrund des Befalls von der Kirsch-Essig-Fliege nicht mehr lieferfähig. Nach wie vor wurden bei Orangen nur übersschaubare Mengen umgeschlagen, überwiegend die zur Saftgewinnung hervorragend geeigneten Valencia Late aus Südafrika und marginal aus Spanien. Auf die geringe Nachfrage für Navelorangen wurde mit dosierten Importen reagiert. Aus der Türkei und Spanien trafen erste Granatäpfel ein. Sie zeigten sich zwar in sehr ansprechender Optik, das Fruchtfleisch präsentierte sich aber relativ blass und fade. Die Notierungen üppiger Buschbohnen und Stangenbohnen stagnierten wie die von Kohlrabi, Lauch und Radieschen auf bisherigem Niveau.
 


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 36 / 16
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Veröffentlichungsdatum: 15.09.2016

Schlagwörter

Tomaten, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin