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Studie: Lebenszyklus von Mandelplantagen - Mandelanbau fast CO2-neutral ist

30. August 2016

Bis zum Jahr 2050 werden wir 9 Milliarden Menschen auf unserem Planeten ernähren müssen, und Lebensmitteltechniker können bei dieser riesigen globalen Herausforderung eine entscheidende Rolle spielen.

Almond Board of California © young almond trees
© Almond Board of California

Aufgrund verschiedener Faktoren wächst zunehmend das Interesse daran, Umweltauswirkungen und ihre wirtschaftlichen Folgen besser verstehen zu können.

Verbraucher interessieren sich immer mehr für die Auswirkungen, die ihre Wahl an Lebensmitteln auf die Umwelt hat, während Hersteller und Händler aktiv die Stabilität ihrer Lieferketten gewährleisten möchten. Die Tagung „Sustainable Resource Management for the Food Industry“ (Nachhaltiges Ressourcenmanagement für die Lebensmittelindustrie) hat sich auf dem Weltkongress der International Union of Food Science and Technology in Dublin, Irland, am 22. August deshalb der aktuellen Bedeutung des LifeCycle-Assessments (LCA) gewidmet.

Dr. Sonja Brodt vom „Sustainable Agriculture Research & Education Program“ der University of California zeigt auf, wie LCA von der Lebensmittelindustrie und von politischen Entscheidungsträgern nicht nur in Kalifornien dazu genutzt wird, die ökologische Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion umfassend zu bewerten. Dazu führt sie verschiedene Nutzpflanzen als Fallstudien an, darunter auch kalifornische Mandeln.

Untersuchungen der University of California, Davis im Bereich LCA belegen, dass die Wiederverwendung von Nebenerzeugnissen der Mandelproduktion und -ernte für den Umwelteinfluss dieses Industriezweigs und für die weitere Reduzierung der CO2-Emissionen entscheidend ist. Die Untersuchungen, die zum Teil mit Geldern des Almond Board of California finanziert wurden, zeigen, dass Mandelbäume erhebliche Mengen an CO2 aufnehmen und speichern und dass die Mandelindustrie auf dem besten Weg ist, im Hinblick auf Treibhausgase CO2-neutral bzw. sogar CO2-negativ zu werden.

Die Studie wurde im „Journal of Industrial Ecology“i veröffentlicht und ist die umfassendste Studie, die Wissenschaftler der University of California, Davis im Bereich des Life-CycleAssessments von Lebensmitteln bislang durchgeführt haben. Sie führt eindrucksvoll vor Augen, wie komplex landwirtschaftliche Systeme sind und welche Chancen sich im Hinblick auf bedeutsame ökologische Vorteile in Zukunft bieten. Dazu bildet sie eine Mandelplantage über ihren kompletten Lebenszyklus von 25 Jahren ab – von der Vorbereitung des Bodens und dem Pflanzen der Bäume über deren Lebensdauer hinweg bis hin zu ihrer Entsorgung.

„Diese entscheidende Forschungsarbeit beweist einmal mehr, wie wichtig unser fortdauernder Einsatz für unabhängige Analysen von zukünftigen Anbaumethoden ist“, so Dr. Karen Lapsley, Chief Scientific Officer beim Almond Board of California. „Life-Cycle-Assessments bieten der Lebensmittelindustrie und politischen Entscheidungsträgern ein Werkzeug, mit dem sie die ökologische Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion umfassend bewerten können. Gerade in diesem Bereich sind fortwährende Forschungsarbeiten notwendig, da sich sowohl Umweltbedingungen als auch Vorschriften laufend ändern. Das Almond Board of California investiert mit Nachdruck in Programme, die dabei helfen, die Entwicklung innovativer Produktionslösungen voranzutreiben, die zur beständigen Verbesserung einer effizienten, nachhaltigen und ökologisch verantwortlichen Landwirtschaft führen. Das ist ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit, und auch die Erforschung von LCA-Modellen richtet ihr Augenmerk bereits verstärkt auf Nebenerzeugnisse und die Nutzung von Oberflächen- und Grundwasser.“

Dr. Sonja Brodt erklärt: „Sowohl die Produktion als auch die Lieferketten der meisten Lebensmittelprodukte sind langwierig und komplex und haben stark veränderliche Auswirkungen auf Umweltwelthygiene und natürliche Ressourcen. LCA-Ergebnisse sind äußerst nützlich für die Kommunikation von Produkten gegenüber Kunden und Konsumenten, für eine umweltfreundliche Beschaffung, für Entscheidungen hinsichtlich der Lieferkette und für die Identifizierung von Ansatzpunkten zur Verbesserung von Systemen allgemein. LCA ist der Goldstandard, wenn es darum geht, Umweltauswirkungen durch die Lebensmittelproduktion zu verstehen und neue Produkte mit geringeren Umweltauswirkungen zu entwickeln. Die kalifornische Mandelindustrie dient als wichtige Fallstudie, da sie das Potenzial einer nachhaltigen Lieferkette vorbildlich veranschaulicht.“

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Derzeitige Forschungsarbeiten des California Almond Sustainability Programs zeigen, dass 74 % der Mandelbauern das Schnittgut von ihren Plantagen (Holz, Rinde, Abfälle und andere Materialien) auch auf ihren Plantagen wiederverwenden: als Späne, für die Kompostierung oder die Energiegewinnung.

Die neue „Accelerated Innovation Management“-Initiative des Almond Boards legt einen besonderen Fokus auf die Untersuchung alternativer Nutzungsmöglichkeiten von Nebenerzeugnissen der Mandelproduktion, um die Mandelindustrie noch effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Mehr über die Innovationsführerschaft des Almond Board in den Bereichen Wassereffizienz, Abfallwiederverwertung, CO2-Reduktion, Bienengesundheit und mehr erfahren Sie im Blog. Weitere Infos über Mandeln erhalten Sie hier: www.Almonds.de.

 

Veröffentlichungsdatum: 30.08.2016

Schlagwörter

Studie, Lebenszyklus, Mandelplantagen, Mandel, Anbau, CO2-neutral