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Frühkartoffelmarkt war immer gut versorgt

23. August 2016

Im Mai wechselt das Kartoffelsortiment im Lebensmitteleinzelhandel von Lagerware auf Frühkartoffeln. Das war auch 2016 glatt möglich, wenn es auch häufiger den Anschein machte, Frühkartoffeln könnten knapp werden. Das wiederum hat zumindest für relativ hohe Preise gesorgt, die alleine aber nicht für auskömmliche Erlöse der Landwirte in Deutschland reichen.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln Supermarkt
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Die Vermarktung von Frühkartoffeln war während vieler Phasen davon geprägt, dass eine vorübergehende Verknappung eintreten könnte. Das fing schon mit den Lieferungen aus dem südöstlichen Mittelmeerraum an. Lagerkartoffeln aus Deutschland waren aus der kleinen Vorjahresernte früh geräumt und mussten durch Importe ersetzt werden. Eine große Nachfrage räumte diese schon Ende April sehr flott, so dass sie Anfang Mai zwar nicht aus den Geschäften verschwunden waren, Abpackbetriebe konnten sie aber kaum noch nachkaufen.

Südöstliche Mittelmeeranrainer räumten flott das Feld

Im Mai wird nach dem Verkauf von Frühkartoffeln aus Ägypten und Israel der Bedarf üblicherweise durch Vertragsware aus Spanien gedeckt. Auf der Iberischen Halbinsel hat nach Pflanzungen unter sehr günstigen Bedingungen ein kühles Frühjahr die Entwicklung der Bestände aber verzögert. Dramatisch wurde es dann aber um Pfingsten. Niederschläge von bis zu 200 mm in fünf Tagen brachten im Raum Sevilla sämtliche Vermarktungspläne durcheinander.

Verspätung im deutschen Anbau

Es dauerte bis Anfang April, bis in Deutschland die letzten frühen Sorten im Boden waren. Die anschließende Vegetationsperiode war sonnenarm und kühl. Das Rheinland war im frühen Segment besonders betroffen. Gegen Ende Mai und bis in den Juni hinein regnete es dann im Westen Deutschlands sehr viel. Abgesehen von einigen Gebieten am Niederrhein war vor allem die Pfalz betroffen. Auf überschwemmten Flächen gab es Totalausfälle. Ansonsten wurde die Reifeförderung stark verzögert, was die zu erwartenden Erntetermine zeitlich deutlich nach hinten verschob.

Frühkartoffeln aus Spanien wurden im Juni 2016 aufgrund des verspäteten hiesigen Angebotes rasant geräumt. Entsprechend flott war dann die Sortimentsumstellung auf Frühkartoffeln aus Deutschland in der ersten Julihälfte.

Qualitätserhaltung war große Herausforderung

Aufgrund der Nässe war die Saison 2016 auch hinsichtlich der Qualitätserhaltung eine große Herausforderung. Der Druck durch bakterielle und pilzliche Krankheitserreger war groß. Trotzdem haben es die Landwirte geschafft, den Markt mit Qualitäten zu versorgen. Es sind nur wenige Ladungen auf dem Vermarktungsweg komplett zusammengebrochen. Der Fachhandel hatte allerdings einen erhöhten Sortieraufwand, wobei es vor allem Abzüge durch zu viele grüne Knollen oder Kartoffeln mit Wachstumsrissen und Verwachsungen gab. Auch das hat die verfügbaren Mengen noch einmal reduziert.

Der Preis ist nicht alles

Trotz hoher Preise fiel die Frühkartoffelsaison 2016 aus Sicht der Erzeuger nicht unbedingt überragend aus. Die Erlöse wurden durch Ernteausfälle, etwas geringere Erträge und hohe Absortierungen genauso geschmälert, wie durch den größeren Aufwand, der für die Gesunderhaltung betrieben wurde. In der Pfalz haben die Erzeuger bereits ein Resümee ziehen können: Die verkaufte Menge reicht nicht an das Vorjahr heran, der Gesamtumsatz ist aber noch durchschnittlich. In Niedersachsen hatten die Landwirte in den traditionellen frühen Gebieten mit rasch zunehmender Konkurrenz aus den Folgeregionen zu kämpfen, weil sie so spät am Markt waren. Im Gegensatz zu früher blieben nicht nur die übergebietliche Versandmengen kleiner, sondern auch der Verkauf bis zum 10. August im eigenen Bundesland. Im Rheinland dürften die Landwirte mit der Direktvermarktung sehr zufrieden gewesen sein. Frühe Sorten waren aber bis Anfang August noch längst nicht geräumt und so wurden die letzten Partien verspätet relativ preisgünstig abgegeben.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 19.08.2016)

Veröffentlichungsdatum: 23.08.2016

Schlagwörter

Frühkartoffeln, Markt