Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Die europäische Apfelkampagne startete voll durch

18. August 2016

Die Produkte aus Deutschland steigerten ihre Präsenz augenscheinlich. Delbarestivale waren hervorragend entwickelt, optimal ausgefärbt und aromatisch. Daneben flossen Arkcham, Collina und Galmac zu. Ganz frisch gelangten Gravensteiner und Sommerregent auf den Markt. Dies geht aus dem "Marktbeobachtung Obst und Gemuese KW 32/16" des Bundesanstalts für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

Aus Frankreich wurden hauptsächlich Primerouge und erste neue Royal Gala importiert, aus Italien Gravensteiner und ebenfalls Royal Gala. Die Kurse blieben meist stabil, neigten wegen der intensivierten Abladungen jedoch verschiedentlich zur Schwäche. Alte Vorjahresware rief zunehmend weniger Interesse hervor; kein Wunder bei den knackigen Alternativen. Dessen ungeachtet tätigte man die Geschäfte zu fast unveränderten Notierungen. 

Bei den Offerten aus Übersee waren neben den dominierenden Braeburn aus Neuseeland vor allem der Sektor der Clubsorten vertreten: insbesondere Jazz und Pink Lady. Zudem konnte kontinuierlich auf Royal Gala und Granny Smith zugegriffen werden. Aufgrund einer befriedigenden Umschlagsgeschwindigkeit mussten die Kunden für diese Chargen etwas mehr bezahlen als bisher; bloß selten gewährte man marginale Vergünstigungen.

Birnen
Der Verkauf war fest in der Hand europäischer Erzeugnisse. Santa Maria aus Italien und der Türkei herrschten vor; nachrangig wurden Dr. Jules Guyot aus Frankreich und Spanien geliefert. Die Mengen von Williams Christ dehnten sich kaum aus. Inländische Ernte machte sich durch Clapps Liebling sowie Morettini bemerkbar. Deutsche Williams Christ waren noch sehr hartreif und schmeckten grasig-grün. Die Zufuhren aus Übersee verloren erkennbar an Bedeutung, fehlten zum Schluss auf manchen Plätzen schon komplett. Auch wenn sich die Unterbringungsmöglichkeiten in einem begrenzten Rahmen hielten, so konnten die Bewertungen überwiegend auf einem relativ konstanten Level fixiert werden. Gelegentlich brach die Preislinie zum Wochenende hin minimal ein.

Tafeltrauben
Das Sortiment bestimmten italienische, spanische und griechische Importe: allen voran Victoria, Sugraone, rückläufig Black Magic und anwachsend Michele Palieri. Die Präsenz französischer Zugänge verstärkte sich marginal. Türkische Sultana drängten auf den Markt. Anfänglich erzielten sie bis zu 11,- € je 5-kg-Steige, später wurden sie örtlich ab 7,- € je 5 kg umgeschlagen. Das Geschäft war nicht durchweg als befriedigend einzustufen. Die Forderungen wurden meistens gesenkt, um das Maß der Order zu erhöhen. Großbeerige Chargen mit einheitlichem Aussehen konnten hingegen durchaus leichte Verteuerungen verbuchen, da sie kontinuierlich eine hinlängliche Nachgefrage generierten.

Erdbeeren
Dem Handel flossen vorrangig inländische Partien zu; polnische, belgische und italienische ergänzten in Kleinstmengen. Die Versorgung schränkte sich ein. Schlechte Witterung und Ferien hemmten die Kauflust. Bei einem vorwiegend unaufgeregten Bedarf verharrten die Kurse mehrheitlich auf einem stabilen Niveau. Häufiger war die Bereitstellung jedoch zu ungenügend, um das Interesse vollends stillen zu können. Die Preise tendierten in diesen Fällen klar erkennbar nach oben. Ihre Spanne fächerte sich dabei qualitätsinduziert immer weiter auf. Teils wurden die Kunden dadurch zunehmend verunsichert, was den Zugriff zusätzlich bremste, teils lockten die Offerten mit einer hervorragenden Güte und bewirkten so eine schnellere Räumung.

Aprikosen
Das Geschäft verlangsamte sich offensichtlich. Die Erzeugnisse aus Frankreich, der Türkei und Spanien erzielten zusehends weniger Beachtung. Hauptsächlich basierte dies auf der nachlassenden Kondition vieler Anlieferungen: trocken, mehlig, fader Geschmack. Das galt ebenso für inländische Bergeron. Die meisten Chargen stammten aus Kühlhäusern der Versender oder Vertreiber, frische Ernte war nur selten vorrätig. Parallel dazu trafen aber auch exklusive Produkte ein. Die Bewertungen drifteten daher auseinander. Für Standardware forderte man ab 10,- € je 5-kg-Steige, für Premium-Früchte bis zu 18,- € je 5 kg. Die Notierungen blieben dabei im Allgemeinen relativ unverändert oder sanken in enger Anbindung an die Verfügbarkeit leicht ab.

Pfirsiche und Nektarinen
Den Handel prägten die etwas verminderten Abladungen aus Spanien, Italien und Frankreich. Die Türkei komplettierte in angewachsenem Maß. Das spärliche inländische Angebot hatte sich marginal ausgeweitet. Generell lockten die Offerten zwar mit hervorragender Optik, doch zwischendrin bremsten Schalenfehler örtlich die Nachfrage immer wieder aus. Die Versorgung harmonierte für gewöhnlich mit der ferieninduziert unaufgeregten Order. Das sicherte vornehmlich konstante Kurse. Überhänge großer Kaliber aus Italien vergünstigten sich. Die Güte türkischer Importe divergierte von saftarm und instabil bis zu ausgezeichnet, was sich in einer breiten Preisspanne widerspiegelte. Weißfleischige Varietäten verloren an Wichtigkeit und wurden somit zu einem Randartikel.

Pflaumen
Die einheimischen Zuflüsse dehnten sich erkennbar aus. Cacaks Schöne herrschten mittlerweile mehr als eindeutig vor. Nachrangig gab es Bühler Frühzwetschge. Bosnische und serbische Stanley sowie ungarische Top kamen neu ins Geschäft. Außerdem konnte auf verschiedene Susinen aus südeuropäischem Anbau zugegriffen werden. Die Qualität vermochte zum einen durchaus zu überzeugen, zum anderen trafen einige Chargen mit zu weichem Fruchtfleisch ein, was das Interesse einschränkte. Konditions- und mengenbedingt brachen die bisherigen Bewertungen in der Regel sukzessive ein. Bei exzellenten organoleptischen Merkmalen konnten bis zu 6,- € je 5-kg-Steige erzielt werden. Je nach Farbe oder Geschmack wurden die Produkte aber auch schon ab 4,- € je 5 kg umgeschlagen.

Kiwis
Die dominierenden Anlieferungen aus Neuseeland fanden allein in Frankfurt, Hamburg und Köln Ergänzung durch Zufuhren aus Chile. Der Umfang der Bereitstellung orientierte sich für gewöhnlich weitgehend an dem des Bedarfs. Zudem verlief der Verkauf relativ stetig. In der Folge brauchten die Vertreiber ihre Forderungen bloß selten zu modifizieren.

Zitronen
Die den Absatz prägenden argentinischen Offerten wurden durch überschaubare Zuflüsse aus Spanien sowie durch Importe aus Südafrika, Uruguay und Chile komplettiert. Aufgrund der begrenzten Versorgung blieb die bis dato ansehnliche Preislinie ohne Schwierigkeiten für sämtliche Herkünfte bestehen. Einzig in Berlin verstärkten sich die Abladungen in einem Maße, dass die Händler marginale Vergünstigungen gewähren mussten.

Blumenkohl
Monopolartig zufließende inländische Offerten wurden durch belgische ergänzt. Das begrenzte Angebot reichte völlig aus, um die ruhige Nachfrage zu bedienen. Die Kurse bewegten sich meist in ihren bisherigen Spannen. Zuweilen fielen die Zufuhren zum Wochenende hin bei etwas intensiviertem Zugriff zu gering aus, woraus freilich keine Verteuerungen resultierten. Belgische Importe lockten mit hervorragender Güte, wofür die Kunden entsprechend mehr bezahlen mussten. Hauptsächlich waren 6er-Abpackungen am Geschäft beteiligt. Örtlich schadeten aggressive Aktionen diverser Ketten zusätzlich dem entschleunigten Vertrieb am Platz.

Salat
Neben beherrschendem niederländischem und deutschem Eissalat schlug man ausschließlich in Frankfurt 10er-Steigen aus Spanien und 8er- aus Belgien um. Bei einer kontinuierlichen Aufnahme blieben die Preise generell konstant. Punktuell sackten sie für die einheimischen Partien ab und für die niederländischen tendierten sie nach oben. Kopfsalat stammte vor allem aus dem Inland, nachrangig aus Belgien. Ein unaufgeregter Handel bewirkte gemeinhin recht stabile Bewertungen. Diese stiegen jedoch in München für einheimische Chargen sowie in Frankfurt für belgische um bis zu 2,- € je 12er-Kiste an; in Berlin hingegen neigten sie insgesamt zur Schwäche, da hier in einem über Bedarf liegenden Maß angeliefert wurde. Die Vermarktung von Bunten Salaten basierte auf deutscher Ernte. Wegen einer freundlichen Order verharrten die Forderungen vielfach auf unverändertem Niveau. Manchmal konnten diese bei schwerer Qualität sogar leicht angehoben werden. Feldsalat und Endivien waren zwar Randerscheinungen, wurden aber dessen ungeachtet mitunter relativ flott geräumt.

Gurken
Schlangengurken trafen dominierend aus dem Inland, ergänzend aus den Niederlanden und Belgien ein. Zudem schickte Frankreich eine überschaubare Ladung. Aufgrund des Kulturwechsels fiel die Versorgung nicht sehr üppig aus. Da man gleichzeitig einen zu schnellen Konditionsabbau bei den Offerten befürchtete, bewegte sich die Bereitstellung häufig sowieso in einem engen Rahmen. Trotz des eher ruhigen, zuweilen auch infolge des lebhafteren Verkaufes zogen die Notierungen hauptsächlich an. Das Angebot von Minigurken setzte sich zu drei Vierteln aus einheimischen und zu einem Viertel aus niederländischen Zufuhren zusammen. In Berlin gelangte außerdem eine Tonnage aus der Türkei in den Vertrieb. Das Interesse genügte für gewöhnlich, sodass die Kurse oftmals mehr oder weniger deutlich nach oben strebten.

Tomaten
Die Niederlande, Belgien und Deutschland lieferten das Gros der Produktpalette. Bei sämtlichen Warengruppen wirkte der Markt überreichlich ausgestattet. Die Abnahme hingegen verlief anfangs zu schleppend, verbesserte sich jedoch zum Wochenende hin. Die Preise erfreuten sich generell einer gewissen Stabilität. Sie schwankten freilich basierend auf den organoleptischen Eigenschaften der Früchte. Platzweise divergierend etablierten sich beginnend ab Donnerstag allmählich überwiegend Verteuerungen, was in Zusammenhang mit einem intensivierten Zugriff zu sehen ist.

Gemüsepaprika
Die hauptsächlich aus den Niederlanden eintreffenden Erzeugnisse wurden von belgischen und türkischen Abladungen ergänzt. Polnische, ungarische und spärliche deutsche Mengen rundeten das Angebot ab. Das bisherige Konzept der Kurse schien sich geradezu auf den Kopf zustellen. Bei den roten und insbesondere bei den gelben Varietäten stiegen die Notierungen überraschend und merklich an. Das bis dato hohe Level der grünen Kultivare brach parallel dazu offensichtlich ein. Türkische, ungarische und polnische Zuflüsse orientierten sich für gewöhnlich am Rahmen der Order, sodass die Händler in diesem Sektor ihre Aufrufe nicht wesentlich veränderten.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln wurden ausschließlich aus Spanien importiert. Die Verfügbarkeit überragte überwiegend das Maß der Verkaufsmöglichkeiten. Die Forderungen mussten in der Regel reduziert werden. Das Geschäft mit Haushaltsware bestimmten einheimische Produkte; in München kamen italienische und österreichische dazu. Die Bewertungen kleiner Kaliber konnten örtlich angehoben werden, die der großen verharrten auf niedrigem Niveau. Vielfach wurden die Chargen über Bedarf angeliefert, was die Vertreiber meisten zu Verbilligungen zwang.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Deutsche Galiamelonen und Charentaismelonen hatten einen exklusiven Geschmack und wurden zu 2,- bis 2,50 € je Stück schnell umgeschlagen. Da der Erntehöhepunkt bei den einheimischen Heidelbeeren überschritten war, zogen die Einstände sukzessive an. Der Markt blieb hinsichtlich Brombeeren und Himbeeren schwach versorgt. Ihre Kurse tendierten somit nach oben. Erbsen waren wegen Mehltaubefalls knapp und mit 4,- € je kg sehr teuer. Fruchtgemüse aus den Glashäusern Belgiens und der Niederlanden trafen durch Wechsel der Pflanzensätze überschaubar ein. Die Preise stiegen heftig an. So kosten Auberginen bis zu 12,- € je 5 kg und 14/16er-Zucchini bis 10,- € je ca. 4 kg. Deutsche Erzeugnisse blieben günstig: Zucchini sollten ab 3,50 € je 5 kg und Auberginen 6,50 bis 7,50 € je 5 kg einbringen. Derzeit waren auch die Mengen bei Rucola, Buschbohnen und Stangenbohnen eingeschränkt. Dafür erreichten wieder üppigere Abladungen an Petersilie und Dill den Platz. Pfifferlinge fanden rasche Aufnahme. Das Interesse für Steinpilze wuchs zusehends.
Hamburg
Im Wochenverlauf gaben die Forderungen bei türkischen Feigen nach. Durch das kalte Wetter konnte sich der Spitzkohl nur langsam entwickeln. Dadurch kam es zu einer Angebotsverringerung und die Bewertungen wurden deutlich angehoben.
Köln
Dem gesamten Sortiment von Beerenobst fehlte es zumindest zeitweise an Schwung. Die kühle nasse Witterung hemmte die Aufnahme spürbar. Genauso erging es dem Handel mit Melonen. Die überschaubaren Mengen von Stachelbeeren reduzierten sich allmählich. Mangels Nachfrage wurde Spinat billiger veräußert. Auch bei den Pfifferlingen gestaltete sich die Preisfindung, insbesondere zum Freitag hin, schwierig, weil der Absatz merklich hinter den Erwartungen zurückblieb.
München
Aus Chile trafen erste Quitten ein; die Ware zeigte sich recht kleinfallend. Kulturheidelbeeren und Himbeeren aus süddeutscher Erzeugung standen in weiter rückläufigem, aber für das nachlassende Interesse in immer noch mehr als ausreichendem Umfang zur Verfügung. Die knappe Versorgung mit Ananas fixierte die Notierungen auf dem hohen Niveau der Vorwoche. Wassermelonen wurden ferienbedingt weniger gesucht, die Forderungen der Vortage bröckelten. Für Bohnen erzielte man überwiegend stabile Bewertungen. Grüne Zucchini aus Deutschland waren andauernd üppig vorrätig und wurden zu leicht festeren Kursen offeriert; weiße Früchte aus der Türkei ergänzten kontinuierlich das Angebot. Genügende Zufuhren an Pfifferlingen schlug man günstig um. Steinpilze verteuerten sich marginal.
Berlin
Die Mengen an einheimischem Spinat nahmen am Markt sukzessive zu. Preislich lagen sie bei etwa 1,60 bis 2,- € je kg. Die Zuflüsse von Mangold wuchsen an. Er war schon für 1,30 bis 1,60 € je kg erhältlich.
 


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 32 / 16
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 18.08.2016

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin