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Europa erwartet kleinere Apfel- und Birnenernte

08. August 2016

Die Marktexperten erwarten für die europäische Apfel- und Birnensaison 2015/16 mehr Preisstabilität. Dafür sprechen die am 4. August auf dem Prognosfruit Kongress in Hamburg vorgestellten Ernteschätzungen.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfelanbau
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Europaweit hoffen die Produzenten nun auf ein annähernd kostendeckendes Preisniveau. Allerdings gibt es bei der Einschätzung der Marktentwicklung zahlreiche Unwägbarkeiten.

12 Mio. t EU-Äpfel

Mit rund 12 Mio. t fällt die diesjährige EU-Apfelernte um 320.000 t kleiner als in 2015 aus. Den Ausschlag geben ertragsdezimierende Nachtfröste in der letzten Aprilwoche in der Alpenregion und in den Balkanländern. Die österreichischen Vertreter auf dem Kongress klagen sogar über einen Ernteausfall von fast 90 %. Damit bieten sich für umliegende Anbauregionen zusätzliche Exportmöglichkeiten.

Ansonsten dürften die übrigen Produktionsländer mit den Ernteaussichten zufrieden sein. Ein bisher optimaler Witterungsverlauf lässt in puncto Stabilität, Zuckergehalt und Fruchtgröße gute Qualitäten erwarten. Dies war in der letzten Saison nicht immer der Fall und hat den Konsum sowie die Exporte in Länder außerhalb der EU eingeschränkt.

Die Apfelernte in Deutschland überschreitet wieder die Marke von 1 Mio. t und bietet damit eine ausreichende Angebotsbasis für den Inlandsmarkt. Der Konsument darf sich besonders in der Herbstphase wieder auf zahlreiche Aktionen im Einzelhandel freuen. Die Qualität der Ware ist insgesamt gut, dennoch gibt es einen Wehrmutstropfen. Die über weite Phasen extreme Witterung führte zum Teil zu massiven Hagelschäden, besonders betroffen ist die Niederelbe.

Unsichere Exportmärkte

Wie eingangs erwähnt, gibt es in der Einschätzung der Marktentwicklung zahlreiche Unwägbarkeiten. Mittlerweile exportiert die EU 550.000 t Äpfel in die arabischen Länder. Die instabile politische Lage in den Empfangsländern, dazu die knappen Devisen aus dem Handel mit Erdöl/Erdgas sowie dem rückläufigen Tourismus fördern die Nervosität im Markt. Kommt es hier zu Ausfällen würde dies den EU-Binnenmarkt stark belasten. Die Öffnung neuer Märkte in Asien ist immer wieder ein Diskussionsthema. Die Exporte steigen hier aber nur langsam an und stellen mit rund 50.000 t noch eine „Nische“ dar.

Einen unbestreitbar starken Markteinfluss übt das anhaltende russische Importembargo für EU-Obst und Gemüse aus. Betroffen ist besonders Polen, das in der Vergangenheit bis zu 800.000 t Äpfel in das östliche Nachbarland geliefert hat. Nun steigt die polnische Apfelproduktion auf über 4 Mio. t und es fehlen die entsprechenden Exportkanäle. Polen wird wieder gezwungen sein, die Ausgleichsmaßnahmen der EU betreffend „Russland-Embargo“ in Anspruch zu nehmen. Seit dem Herbst 2014 wurden mehr als 400.000 t polnische Äpfel über „Nichternte“ oder Verteilung an karitative Einrichtungen aus dem Markt genommen. Letzteres erscheint wenig sinnvoll, da dann die Einkäufe in den Läden ausgebremst werden.

Durch diese unsichere Situation in den Exportmärkten muss der rückläufige Apfelkonsum im EU-Binnenmarkt unbedingt gebremst werden. Dies ist nur über einen höheren Qualitätsstandard möglich, wobei die Clubsorten eine wichtige Rolle spielen. Pink Lady & Co besitzen in Deutschland schon einen Marktanteil von knapp 15% (Umsatz im Einzelhandel).

Entspannter Birnenmarkt

Deutlich entspannter blicken die Vermarkter und Produzenten in die kommende Birnensaison. Hier steht mit 2,2 Mio. t eine der kleinsten Birnenernten der letzten Jahre zur Verfügung. In vielen Regionen war es während der Blüte und in der Phase des Fruchtansatzes zu kühl und regenreich. Neben dem schwächeren Behang klagt u.a. Belgien über starke Hagelschäden. Nur die Niederlande verfügt über eine größere Erntemenge und dürfte damit vor einer sehr guten Saison stehen.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 04.08.2016)

Veröffentlichungsdatum: 08.08.2016

Schlagwörter

Europa, Apfel, Birnen, Ernte, Erwartung