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Kirschen: Deutschland hatte das Geschäft augenscheinlich im Griff

28. Juli 2016

Die Türkei spielte noch eine größere Rolle, verabschiedete sich aber langsam aus der Vermarktung. Importe aus Griechenland, Spanien, Italien und aus dem Osten Europas ergänzten das Sortiment. Inländische Kordia, Regina, Haumüller und Oktavia wurden flott abgesetzt, sofern ihre Durchmesser mindestens 28 mm betrugen.

Bildquelle: Shutterstock.com Kirschen
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Zu weit gereifte Chargen belasteten die Unterbringung, dies war sowohl bei einheimischen als auch bei türkischen Anlieferungen zu beobachten. Letztere trafen ab und zu schon zu weich am Platz ein und mussten dann recht zügig unter Notiz abgewickelt werden. In Köln gelang eine Räumung bei einem schwachen Interesse kaum, aufgrund unterschiedlicher Güte etablierte sich hier zudem eine breite Kursspanne.

Birnen
Die europäische Kampagne gewann an Wichtigkeit: Erstmals traten italienische und französische Dr. Jules Guyot in Erscheinung. Auch spanische Dr. Jules Guyot, unter ihrem Synonym Limonera gehandelt, wurden mittlerweile in verschiedenen Aufmachungen offeriert. Santa Maria aus der Türkei und Italien ergänzten. Zudem konnte auf italienische Morettini und Carmen zugegriffen werden. Die Anlieferungen fielen noch recht klein aus, sodass sie summa summarum kaum eine Bedeutung hatten. Auch das Aroma und die Ausfärbung ließen mancherorts noch Wünsche offen, sodass die Nachfrage recht schwach war. Die Abladungen aus Übersee, Abate Fetel, Packham`s Triumph und Forelle aus Südafrika und Chile, bestimmten das Geschehen. Bei einer ruhigen Unterbringung bewegten sich die Kurse in der Regel nicht gravierend.

Tafeltrauben
Italien dominierte offensichtlich und stellte mit Victoria, Black Magic, Superior Seedless, Sugraone, Michele Palieri und Italia zahlreiche Varietäten bereit. Spanische Sugraone, Midnight und Superior Seedless spielten ebenso eine größere Rolle. Erste griechische Thompson Seedless trafen ein und generierten direkt Zuspruch. Auch Superior Seedless und Prime Seedless aus Griechenland überzeugten bezüglich ihrer Qualität. Die europäischen Chargen verdrängten die Konkurrenz: So verabschiedeten sich Chile und Ägypten komplett aus dem Geschäft, während Marokko noch sehr geringe Mengen von Sugraone zuführte. Das Interesse hatte sich infolge der sommerlichen Temperaturen verbessert, allein in Köln war eine recht leblose Vermarktung zu beobachten. Die Forderungen für die Partien aus Europa mussten angebotsbedingt meist etwas gesenkt werden, was die Abwicklung anschließend beschleunigte.

Erdbeeren
Neben den die Szenerie prägenden einheimischen Früchten konnte an einigen Plätzen auch auf niederländische und polnische Abladungen zugegriffen werden, die insgesamt aber nur ergänzenden Charakter hatten. Die Verfügbarkeit schränkte sich ein. Damit einhergehend reduzierte sich auch der Anteil an exklusiver Ware. Konditionell schwache Chargen belasteten immer wieder den Handel, was zum einen für sehr weite Preisspannen und zum anderen für fast tägliche Kursschwankungen sorgte. In Frankfurt und Hamburg stiegen die Notierungen im Wochenverlauf sukzessive an. In Köln wurden die Aufrufe erst zum Wochenende hin erhöht, nachdem das Interesse anfangs infolge der Ferien doch sehr überschaubar war. Hinsichtlich ihrer Güte problembehaftete Anlieferungen ließen sich generell nur mit merklichen Vergünstigungen an den Mann bringen.

Aprikosen
Die Bereitstellung begrenzte sich, allen voran die Präsenz türkischer, italienischer und spanischer Partien. Französische Zufuhren bestimmten mittlerweile das Geschehen. Deutschland, Griechenland, Österreich und Ungarn rundeten im kleinen Stil das Angebot ab. Überzeugte die Qualität, konnte an den bisherigen Forderungen durchaus festgehalten werden. Allerdings häuften sich die organoleptischen Mängel, wovon auch die französischen Offerten nicht komplett ausgeschlossen waren. Bestände konnten nicht immer vermieden werden. Einheimische Orange Red kosteten mit bis zu 4,50 € je kg verhältnismäßig viel, generierten aber trotzdem hinreichend Zuspruch. Auch türkische Sekerpare wurden für gewöhnlich flott verkauft.

Pfirsiche und Nektarinen
Italien und Spanien prägten das Geschäft, welches Frankreich abrundete. Nachdem türkische Zufuhren in den vergangenen zwei Wochen nicht verfügbar waren, gab es diese inzwischen wieder: Infolge ihrer einheitlichen Aufmachung und Kondition waren sie verhältnismäßig teuer. Griechische Produkte überzeugten hinsichtlich ihrer Qualität und wurden in Berlin zu 1,35 € je kg schnell verkauft. Erste einheimische, einlagig präsentierte Früchte mit Kaliber A kosteten in Frankfurt stolze 2,20 bis 2,30 € je kg. Insgesamt konnte die Nachfrage problemlos befriedigt werden, sodass meist an den bisherigen Bewertungen festgehalten wurde. Für mangelhafte Früchte, wie sie in Köln und Hamburg ab und an auftauchten, mussten die Aufrufe selbstredend reduziert werden.

Pflaumen
Die Versorgung wuchs merklich an, inzwischen waren sehr viele Länder im Sortiment vertreten: vorherrschend Bosnien, Deutschland und Mazedonien, nachfolgend Italien, Spanien und Ungarn und ergänzend Polen, Frankreich, Griechenland und Serbien. Auch die Güte der angebotenen Partien verbesserte sich stark. Speziell bosnische Cacaks Schöne sowie einheimische Katinka und Herman ließen dahingehend kaum Wünsche offen. Exklusive französische Golden Japan komplettierten in Hamburg zu 8,50 € je 5-kg-Packstück die Warenpalette. Das freundliche Interesse konnte in der Regel gestillt werden. Dennoch tendierten die Notierungen mehrheitlich abwärts, da die Bereitstellung zu üppig ausfiel. In Frankfurt lag die Preisspanne für einheimische Abladungen bei 13,- bis 16,- € je 10-kg-Holzsteige, abhängig von dem Durchmesser und der Ausfärbung der Offerten.

Kiwis
Neuseeländische Importe hatten das Geschehen fest im Griff. Chilenische Anlieferungen rundeten ebenso wie italienische ab, letztere trafen zum Saisonende nur noch in einem spärlichen Rahmen ein. Bei einem unaufgeregtem Geschäft und einer kontinuierlichen Nachfrage wurden die bisherigen Forderungen in der Regel bestätigt.

Zitronen
Die Zufuhren aus Übersee dominierten: Argentinische und südafrikanische Früchte waren präsenter als spanische. Produkte aus Uruguay und Chile komplettierten das Sortiment. Die Verfügbarkeit fiel wie in den Wochen zuvor recht knapp aus, sodass auch in der 29. KW die bisherigen hohen Bewertungen Bestand hatten. Hier und da zogen sie sogar noch etwas an. Chargen aus Argentinien und mancherorts auch aus Südafrika überzeugten ab und an hinsichtlich ihrer Ausfärbung nicht, was sich negativ auf ihre Kurse auswirkte.

Bananen
Das Interesse hatte sich abgeschwächt. Die Händler reagierten darauf mit einer verminderten Bereitstellung. Dadurch konnten sich die Notierungen häufig auf dem Niveau der Vorwoche etablieren. Lediglich in Frankfurt senkte man die Preise leicht, um den Absatz zu beleben.

Blumenkohl
Es gab fast ausschließlich inländische Abladungen; polnische, österreichische und belgische fristeten ein Schattendasein. Infolge mangelnder Konkurrenz und eingeschränkter Verfügbarkeit verteuerten sich die einheimischen Partien meist. Allerdings konnte beispielsweise in München die Qualität nicht immer überzeugen. In Berlin versuchten die Händler am Montag, die Aufrufe zu erhöhen, was die Kunden aber mit einer merklichen Zurückhaltung quittierten. Daraufhin wurden die Forderungen wieder reduziert. In Köln kam es bei einer zu begrenzten Nachfrage generell zu Verbilligungen.

Salat
Eissalat stammte aus Deutschland und den Niederlanden. Bei einem gesteigerten Interesse, das für gewöhnlich gestillt werden konnte, zogen die Notierungen oftmals an. In Frankfurt mussten umfangreiche Mengen in 12er-Aufmachung zu 3,- bis 3,50 € untergebracht werden, da die Kopfgewichte zu niedrig waren. Die Präsenz von deutschem Kopfsalat verkleinerte sich, die von belgischem blieb unverändert. Infolge einer freundlichen Beachtung kletterten die Kurse häufig aufwärts. Lediglich in Hamburg vergünstigten sich die Offerten infolge eines zu schwachen Geschäfts. In München blieben die Preise konstant. Feldsalat war in Frankfurt knapp und kostete daher bis zu 10,- € je kg. In Köln wurden die Bewertungen infolge eines verminderten Zuspruchs deutlich gesenkt. Bei Bunten Salaten griffen die Kunden in Frankfurt gerne und in Berlin eher wenig zu. Endivien waren knapp, dennoch konnte der Bedarf für gewöhnlich gedeckt werden.

Gurken
Deutschland dominierte vor Belgien und den Niederlanden. Infolge einer verstärkten Verfügbarkeit reduzierten die Händler auf breiter Front ihre Aufrufe, was die Nachfrage merklich belebte. Auch ab Mittwoch kam es immer wieder zu Verbilligungen. Für konditionell angeschlagene Produkte mussten die Forderungen recht kräftig verringert werden, wenn eine Räumung klappen sollte. Einzig in Köln gelang es nicht, durch die gewährten Vergünstigungen die Abwicklung anzukurbeln. Minigurken hatten ihren Ursprung in den Niederlanden, der Türkei und dem Inland. Bei einer freundlichen Vermarktungssituation musste für die Chargen in etwa so viel wie in der Vorwoche gezahlt werden.

Tomaten
Rispenware stammte hauptsächlich aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Einstandsbedingt bröckelten die Notierungen häufig ab, in Hamburg geschah dies aufgrund eines verminderten Interesses. Hier verteuerten sich zum Wochenende hin speziell die einheimischen Partien, die ansonsten, schön ausgefärbt und bissfest, das bisherige Preisniveau bestätigen konnten. Fleischtomaten aus Belgien und den Niederlanden generierten nur wenig Beachtung, sodass auch in diesem Segment die Bewertungen abwärts tendierten. In Berlin fiel die Versorgung etwas knapp aus. Kirschtomaten aus den Niederlanden, Italien und Deutschland stießen auf einen freundlicheren Zuspruch, was sich aber nicht wesentlich auf die Kurse auswirkte. Nur in Berlin zogen diese leicht an. In Köln und München verlief der Absatz generell ruhig und kontinuierlich.

Gemüsepaprika
Die Niederlande bestimmten mit großem Vorsprung vor der Türkei und Belgien das Geschehen. Ungarische Importe in spitzer Form rundeten das Sortiment ab. Eine ausgeweitete Verfügbarkeit führte grundlegend zu Verbilligungen, die mancherorts auch recht kräftig waren. Türkische Offerten konnten sich hiervon ab und an schützen, für diese stiegen die Forderungen hier und da sogar noch an. Insgesamt war die Nachfrage infolge der Ferien einfach zu schwach und konnte mit der Bereitstellung nicht Schritt halten. Immerhin kurbelten die Vergünstigungen zum Wochenende hin den Verkauf an.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln kamen vorrangig aus Spanien; chilenische ergänzten. Bei einer Versorgung, die sich für gewöhnlich an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierte, mussten die bisherigen Aufrufe nicht gravierend verändert werden. Im Sektor der Haushaltsware dehnte sich die Präsenz einheimischer Produkte merklich aus. Auch Chargen aus Österreich und Italien gewannen an Wichtigkeit, während neuseeländische und australische Partien an Bedeutung verloren. Die Notierungen tendierten oftmals etwas abwärts, was auf den verstärkten Anlieferungen basierte.


Weitere Informationen
Frankfurt
Wassermelonen, Galiamelonen und Honigmelonen wurden flott umgeschlagen. Himbeeren verteuerten sich dank ihrer stabiler Qualitäten, am Freitag schossen die Kurse bei sehr geringer Verfügbarkeit auf bis zu 3,- € je 250 g in die Höhe. Die Präsenz von Kulturheidelbeeren wuchs an und die Forderungen mussten gesenkt werden. Vermehrt im Angebot stand Portulak in 10er-Bunden. Zucchini und Auberginen räumten problemlos. Neben übersichtlichen handgepflückten Buschbohnen wurden verstärkt Partien aus maschineller Ernte bereitgestellt. Infolge der Hitze interessierten Steinpilze kaum, dafür generierten Pfifferlinge hinreichend Beachtung. Bei Dill und krauser Petersilie behielt man vorerst die Bewertungen von über 20,- € je 3-kg-Gebinde bei.
Hamburg
Bei den idealen Temperaturen verlief der Absatz von Melonen aus dem Mittelmeerraum sehr flott. Mengenbedingt konnten die Aufrufe aber nicht erhöht werden. Frische Orangen aus Südafrika kosteten 15,50 € je 15-kg-Verpackung mit 88 Stück. Deutscher Spinat verbilligte sich. Osteuropäische Pfifferlinge, deren Güte schwächelte, wurden günstiger.
München
Die zugenommenen Anlieferungen von inländischen und polnischen Kulturheidelbeeren und Himbeeren führten zu erneuten Verbilligungen. Bei Wassermelonen pendelten sich die Notierungen langsam ein. Limetten und Ananas erfreuten sich bei hochsommerlichen Temperaturen einer zufriedenstellenden Nachfrage. Die Abladungen von Chinakohl, Kohlrabi und Hybrid-Rettich aus Deutschland fielen nicht zu reichlich aus, so dass die Preise anstiegen, für sehr knappen Brokkoli auch deutlich. Die Saison für Buschbohnen und Stangenbohnen steuerte ihren Höhepunkt an. Möhren verbilligten sich mengenbedingt. Steinpilze und Pfifferlinge kamen vorrangig aus Rumänien, Russland und Polen; erste inländische Rotkappen ergänzten. Bei unverändert freundlichem Interesse blieben die Kurse konstant. Das Angebot an krauser Petersilie und Dill blieb begrenzt.
Berlin
Recht preiswert waren inländische Kulturheidelbeeren, zu 1,25 € je 250-g-Schale. Aus Italien kamen frische Feigen zu 3,- € je kg. Regelmäßig standen Pfifferlinge vor allem aus Weißrussland und Polen bereit. Die Forderungen lagen je nach Größe und Kondition bei 9,50 bis 13,- € je kg. Wenige polnische Steinpilze veräußerte man zu ungefähr 20,- € je kg. Bei Birkenpilzen verfügte man nur sehr geringe Mengen, für die man mindestens 7,- € je 1-kg-Korb zahlen musste. Austernseitlinge aus Polen wurden zu 4,- bis 6,- € je kg und Champignons gleicher Herkunft zu ca. 2,- € je kg untergebracht. Einheimische Produkte kosteten in der Regel 0,50 bis 0,75 € mehr.

 

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 29 / 16
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Veröffentlichungsdatum: 28.07.2016

Schlagwörter

Kirschen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin