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Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI, BCG und Uni Eichstätt

21. Juli 2016

Von jedem Euro Nettoumsatz entfallen im stationären Lebensmittelhandel knapp 10 Cent auf die Supply-Chain-Kosten. Händler müssen daher stetig nach neuen Wegen der Kostenoptimierung suchen. Der Schlüssel zur Kostensenkung liegt in einem stufenübergreifenden Ansatz des Supply Chain Managements. Das zeigt die aktuelle Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI, BCG und der KU Eichstätt-Ingolstadt. 

Struktur der Supply-Chain-Kosten im LEH (Bild © EHI)
Struktur der Supply-Chain-Kosten im LEH (Bild © EHI)

Noch schöpfen allerdings längst nicht alle Händler dieses Optimierungspotenzial voll aus, ein Großteil hat jedoch für die Zukunft erkannt, dass sich ein ganzheitlicher Ansatz auszahlt.

Vom Zentrallager ins Regal

Lebensmittelhändler kostet die eigene Logistik im Schnitt etwa 8,5 Prozent des Nettoumsatzes. Davon entfallen 2,9 Prozent auf die Lagerkosten, 1,4 Prozent auf die Transportkosten, 0,8 Prozent auf die Kosten für die Zentrallogistik und 3,4 Prozent auf die Filiallogistikkosten. Abschriften von Überbeständen und Warenverluste machen zusätzlich durchschnittlich etwa 1,6 Prozent vom Nettoumsatz der Händler aus. Somit entfällt im Lebensmittelhandel mit mehr als 10 Prozent des Nettoumsatzes ein erheblicher Anteil auf die Kosten, die durch die Supply-Chain-Planung beeinflusst werden können.

Der Schlüssel zum Erfolg bzw. zur Kostensenkung liegt in Supply-Chain-Projekten, die nicht nur die Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette berücksichtigen, sondern eine ganzheitliche Perspektive vom Regal bis zur Rampe des Lieferanten einnehmen. So hat die Analyse der Erfolgsfaktoren gezeigt, dass Händler, die einen solchen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, niedrigere Logistikkosten haben als diejenigen, die ihren Fokus auf die Optimierung einzelner Stufen der Lieferkette legen.

Am Beispiel der Filiallogistik wird die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes deutlich. Weil in der Filiallogistik kleinere Einheiten bewegt werden – z.B. Transportverpackungen statt Paletten –, ist diese Stufe der Supply Chain mit einem vergleichsweise hohen Aufwand und somit mit hohen Kosten verbunden. Die Filiale kann als Warenempfänger meist nur auf vorgegebene Konfigurationen der vorhergehenden Stufen, z.B. Liefermengen oder Art der Ladungsträger, reagieren.

Optimierungspotenzial erkannt

Das Potenzial eines stärker durchgängigen Supply Chain Managements haben bislang erst 24 Prozent der teilnehmenden Unternehmen vollständig genutzt. Dennoch scheinen etwa die Hälfte der befragten Händler den Nutzen erkannt zu haben, denn sie planen zukünftig Projekte mit integrativen Perspektiven, bei denen auch direkte Auswirkungen auf den Verbraucher berücksichtigt werden.

Datenbasis

Für die Studie „Supply Chain Management im Lebensmittelhandel“ von EHI, The Boston Consulting Group sowie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wurden 16 überwiegend deutsche Händler mit Hilfe einer Online-Befragung zu Reifegraden, Kennzahlen und Entwicklungen hin zu einem integrierten Supply Chain Management befragt. Die deutschen Unternehmen decken über 40 Prozent des Umsatzes der Top 10-Lebensmittelhändler ab. 87 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Lebensmittelhandel, bei den verbleibenden 13 Prozent handelt es sich um Drogeriemarktunternehmen.

www.ehi.org 

Quelle: EHI Retail Institute e. V.

Veröffentlichungsdatum: 21.07.2016

Schlagwörter

Studie, Supply Chain Management, LEH, EHI, BCG, Uni Eichstätt