Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Braeburn, Royal Gala, Jazz und Pink Lady standen an der Spitze des Sortiments

14. Juli 2016

Neuseeland und Chile bestimmten vor Südafrika die Szenerie. Erste südafrikanische Kanzi komplettierten zu hohen Preisen in Hamburg das Angebot. Die Verfügbarkeit schränkte sich zwar ein, dennoch genügte sie in der Regel, um das kontinuierliche Interesse zu stillen.

Foto © Baywa Jazz Apfelplantage, Bodensee
Foto © Baywa Jazz Apfelplantage, Bodensee

Die Notierungen verharrten häufig auf dem Level der 26. KW. In Hamburg kam es zu Verteuerungen, in München vergünstigten sich derweil Royal Gala. Die alterntige europäische Ware wurde ruhig aufgenommen und kostete oftmals so viel wie zuvor. Einheimische Elstar und Royal Gala verabschiedeten sich langsam, aber sicher aus der Vermarktung. Erste süddeutsche Lodi läuteten in Frankfurt die diesjährige Saison ein: Die lose aufgemachten Erzeugnisse handelte man zu 1,70 bis 1,80 € je kg.

Birnen
Südafrika prägte vor Chile das Geschäft. Packham`s Triumph, Abate Fetel und Forelle überwogen. Argentinische Importe hatten ähnlich ergänzenden Charakter wie niederländische und belgische Conference. Erste italienische Etrusca aus der diesjährigen Kampagne traten lose aufbereitet in Frankfurt in Erscheinung. Bei einer gebremsten Nachfrage und einer daran orientierter Versorgung veränderten sich die Bewertungen für gewöhnlich nicht wesentlich. Mengeninduziert stiegen in Hamburg und München die Kurse generell etwas an, was sich indes nicht negativ auf den Absatz auswirkte.

Tafeltrauben
Die europäische Saison gewann an Geschwindigkeit, was man an der ausgeweiteten Präsenz der Früchte ablesen konnte. Neben italienischen Victoria und Black Magic trafen vermehrt Sugraone und Summer Royal ein. Erste Michele Palieri rundeten das Sortiment ab. Aus Spanien stammten Sugraone, deren Wichtigkeit anwuchs. Erste französische Prima komplettierten in München das Angebot: Die kernlosen und dunklen Produkte waren erwartungsgemäß recht teuer. Am Freitag konnte hier auf griechische Sugraone zugegriffen werden, deren Bedeutung sich in den nächsten Wochen verstärken wird. Die ausgedehnte Verfügbarkeit europäischer Offerten verminderte die Unterbringungsmöglichkeiten der Konkurrenz. So verlangsamte sich der Verkauf der ägyptischen, marokkanischen und chilenischen Partien immens. Außerdem führten die vergrößerten Abladungen zu Vergünstigungen, da das Interesse zu schwach ausfiel. Vor allem für italienische Chargen mussten die Forderungen gesenkt werden, zum Teil erheblich.

Erdbeeren
Die fast monopolartig bereitgestellten inländischen Anlieferungen wurden von einigen niederländischen und polnischen ergänzt. Die Qualität hatte sich hinsichtlich Kondition und Geschmack zwar verbessert, trotzdem blieben exklusive Erzeugnisse häufig knapp. In Berlin, München und Hamburg zogen daraufhin die Notierungen an, was den Absatz aber nicht gravierend störte. In Frankfurt und Köln bröckelten die Bewertungen hingegen ab, da sowohl die Güte als auch die Nachfrage Wünsche offen ließen. Polnische Importe kosteten in München zu viel, sodass sie wenig Beachtung generierten. Frigoware trat inzwischen öfter in Erscheinung und stieß meist auf positiven Zuspruch, sodass sie schnell abgewickelt werden konnte.

Aprikosen
Frankreich, Spanien und die Türkei dominierten ziemlich gleichrangig vor Italien. Ungarische und griechische Chargen komplettierten. Das durch ein sonniges Wetter freundlichere Interesse konnte problemlos gestillt werden. Die Käufer waren insbesondere mit der Ausfärbung, der Fruchtfleischfestigkeit sowie den verfügbaren Kalibern zufrieden, sodass sich ein stetes Geschäft entwickelte. Dennoch tendierten die Kurse abwärts, da die Abladungen für den Bedarf zu umfangreich ausfielen. Türkische Sekerpare wurden für gewöhnlich flott vermarktet.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanien und Italien überwogen vor Frankreich. Griechenland hatte sich fast gänzlich aus dem Handel verabschiedet. Die Versorgung dehnte sich aus; die Nachfrage konnte mit ihr nicht Schritt halten. Selbst zum Wochenende hin generierten die Offerten nicht immer genügend Beachtung. Um Bestände zu vermeiden, wurden die Forderungen reduziert, was aber nicht zum gewünschten Erfolg führte. Einzig in Hamburg verteuerten sich wegen ihrer Güte exklusive französische Produkte. In Frankfurt musste man für italienische Erzeugnisse mehr als bislang zahlen. Hier trafen inzwischen italienische Platerinas ein, für die 1,70 bis 2,- € je kg aufgebracht werden sollten.

Kiwis
Neuseeländische Importe herrschten vor. Chilenische Anlieferungen rundeten das Sortiment ab und wurden mittlerweile öfter auch in 10-kg-Kartons angeboten. Italienische Partien gab es nur in sehr geringen Mengen, weshalb ihre Notierungen mancherorts leicht anstiegen. Summa summarum veränderten sich die Bewertungen bei einem unaufgeregten Geschäft nicht wesentlich. In München erhöhte man die Aufrufe für neuseeländische Ware aufgrund eines verbesserten Interesses.

Zitronen
Spanische und argentinische Abladungen wurden zu fast gleichen Teilen zugeführt. Südafrika ergänzte. Erste chilenische Offerten traten in Frankfurt und Hamburg in Erscheinung und reihten sich preislich vor den argentinischen ein. Die Nachfrage verlief ruhig. Die Kurse entwickelten sich recht unterschiedlich: In Berlin verteuerten sich spanische Erzeugnisse, in Frankfurt vergünstigten sie sich hingegen. In München kosteten argentinische und südafrikanische Früchte mehr als zuvor. Ansonsten verharrten die Forderungen auf bisherigem Niveau.

Bananen
Die Verfügbarkeit wurde hinreichend an die etwas eingeschränkteren Unterbringungsmöglichkeiten angepasst. Veränderungen bezüglich der Bewertungen waren selten: In München verbilligte sich das gesamte Sortiment leicht. In Köln senkte man die Aufrufe für kolumbianische Partien. Hier musste auch für bestimmte Zweitmarken weniger gezahlt werden.

Blumenkohl
Die monopolartigen Zuflüsse aus dem Inland wurden örtlich marginal durch Importe aus Polen und Belgien komplettiert. Die Zeit der Unterversorgung war vorbei. Allmählich wuchs die Bereitstellung wieder an. Parallel dazu bremsten die höheren Temperaturen den Bedarf. Die Notierungen konnten sich nicht auf dem Niveau der Vorwochen halten, bröckelten spätestens ab Dienstag sukzessive ab. In Hamburg bewegten sich entgegen des üblichen Trends die 8er-Abpackungen dabei oberhalb der 6er-, da sie begrenzt vorrätig waren.

Salat
Bei Eissalat herrschte Deutschland vor, bloß in Frankfurt und Köln überwogen niederländische Zugänge. Da kein Mengendruck vorlag, arbeitete man meistens mit stabilen Bewertungen. Zum Freitag fielen diese selten ab oder zogen vereinzelt an. Ausschlaggebend war die Frische der Angebote. Die Produktpalette von Kopfsalat aus Deutschland wurde durch belgische Partien aufgefüllt. Eine schnelle Räumung sowie hervorragende Qualitätsparameter bewirkten gemeinhin stufenweise ansteigende Forderungen. Dies galt insbesondere für die belgischen Abladungen, deren Entwicklung in Frankfurt letztlich jedoch von starken Schwankungen gekennzeichnet war. Rote Varietäten erzielten flott erfreulichen Zuspruch. Bunte Salate trafen nicht über die Maßen ein. In der Folge einer genügenden Abnahme blieben ihre Preise konstant oder veränderten sich nur leicht. Teurer Feldsalat verlor an Beachtung.

Gurken
Einheimische Anlieferungen von Schlangengurken bestimmten das Geschäft, niederländische ergänzten und belgische rundeten es ab. Die Verfügbarkeit war andauernd überschaubar. Die wärmere Witterung sicherte den bisherigen Bedarf, kurbelte ihn zum Teil offenkundig an. Früher oder später bewegten sich, zuweilen sukzessive, die Kurse nach oben. Lediglich in Frankfurt fuhren diese dabei regelrecht Achterbahn mit viel Auf und Ab, in enger Anbindung an die Intensität der Warenzuflüsse. Die Absatzzahlen konnten sich generell durch die höheren Aufrufe schon verringern, wurden aber für gewöhnlich davon nicht wesentlich beeinträchtigt. In Abhängigkeit vom Kaliber sollte das Stück zwischen 0,50 € und über 1,- € kosten. Minigurken kamen vorrangig aus Deutschland, weniger bedeutend aus den Niederlanden. Je nachdem wie knapp sie waren, tendierten ihre Notierungen gleich zu Beginn, singulär zum Abschluss der KW nach oben oder unten.

Tomaten
Erzeugnisse aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland prägten die Vermarktung von Rispentomaten und Runden Tomaten. Eine relativ üppige Bereitstellung begegnete angewachsenen Unterbringungsmöglichkeiten. Daraus ergaben sich Begrenzungen hinsichtlich der Versorgung. Je nachdem wie stark diese ausfielen, neigten die Händler zu marginalen bis augenscheinlichen Verteuerungen. Einzig in Köln verlief der Vertrieb völlig unaufgeregt zu kaum veränderten Kenngrößen. Fleischtomaten gingen aus Belgien und den Niederlanden zu. Da sie nicht immer genügend vorrätig waren, stiegen ihre Preise überwiegend an, blieben seltener zumindest stabil. Das Angebot von Kirschtomaten aus den Niederlanden, Italien, Deutschland und Belgien traf auf eine hinlängliche Nachfrage. Einerseits konnten die Forderungen beachtlich angehoben werden, andererseits wurden sie meistens bloß zurückhaltend modifiziert.

Gemüsepaprika
Die niederländischen Importe beherrschten andauernd den Verkauf. Die Türkei und Belgien ergänzten ihn. Punktuell traten beharrlich inländische Offerten auf. Marokko hatte Mitte der Woche die Kampagne abgeschlossen. Nach den witterungsinduzierten Engpässen weitete sich die Verfügbarkeit der Früchte aus der Beneluxregion inzwischen ansehnlich aus. Verschiedentlich verringerte sich zudem das Maß der Order. Die Kurse brachen bald ein und sackten merklich ab. Die roten Kultivare vermochten dem entgegen zunächst häufiger noch aufwärts zu tendieren, machten dann aber rasch dieselbe abschüssige Entwicklung durch. Nur in Berlin reichten die roten Varietäten nicht aus, um das Interesse zu stillen. Somit konnten dort in diesem Farbsektor die Aufrufe stufenweise nach oben gesetzt werden. Türkische Chargen wurden bedarfsorientiert abgeladen, was sie gemeinhin vor ungewöhnlichen Vergünstigungen schützte. Orange oder violette Sorten waren als Sonderformen knapp und ließen sich daher fortwährend entsprechend gut bezahlt umschlagen.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln kamen aus Spanien, lediglich in Berlin im kleinen Umfang aus Chile. Da sich die Geschäftsprozesse kaum verändert hatten, oszillierten die Preise in einer relativ schmalen Zone. Bloß manchmal verzeichnete man darüber hinaus marginale Abrutscher. Bei Haushaltsware überwogen kontinuierlich neuseeländische Zuflüsse. Einzig in München hatten die italienischen Partien ihnen den Rang abgelaufen. Hier konnte außerdem auf erhebliche österreichische Zufuhren zugegriffen werden. In Frankfurt beteiligte sich in minimalem Rahmen erneut die Türkei am Geschehen. Bei genügenden Unterbringungsmöglichkeiten blieben die Notierungen im Wesentlichen recht konstant. Die inländische Saison startete mit südhessischen Erzeugnissen. Kaliber 40 mm+ und 60 mm+ erzielten 20,- € je 25-kg-Sack.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Deutsche Himbeeren wurden in breiter Spanne von 0,80 bis 1,60 € üppig offeriert. Die Verpackung erfolgte in 125-g- 200-g- und den beliebten 250-g-Schalen. Das Angebotsvolumen bei Kulturheidelbeeren stieg zusehends an: Neben den dominierenden einheimischen Abladungen gab es spanische, portugiesische, kroatische und italienische. Sie vergünstigten sich auf 2,- bis 2,80 € je 250 g. Im Sektor Pflaumen wurden Juna, Herman und Ruth Gerstetter in 5-kg- oder 10-kg-Holzsteigen gerne gekauft, verbilligten sich aber mit anwachsender Verfügbarkeit. Die Erntemengen von Bobbybohnen, Stangenbohnen, Saubohnen und Wachsbohnen fielen reichlich aus. Trotz freundlicher Nachfrage war ein niedrigerer Ansatz der Bewertungen nötig, um Überhänge zu vermeiden. Mit Belgien, Spanien, Italien und dem Inland suchten doch einige Lieferländer Kunden für grüne Zucchini. Auch bei Auberginen brauchte es mit Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Türkei viele Herkünfte zur hinlänglichen Bedarfsdeckung. Da aus dem Inland nur begrenzt Früh-Wirsing eintraf, ergänzte Polen mit 6er-Aufmachungen. Das Interesse an Pfifferlingen war besonders an den beiden letzten Markttagen hervorragend. Die vergangenen Wetterkapriolen ließen die Aufrufe für schönen Dill und krause Petersilie in die Höhe schnellen. Bei französischen Artischocken kletterten die Einstände auf über 30,- € je 15er-Karton. Alternative helle und violette Typen aus dem Inland kosteten weniger.
Hamburg
Himbeeren überschwemmten den Platz. Die riesigen Zufuhren und die Empfindlichkeit der Früchte sorgte für massiv sinkende Notierungen. Am Freitag erholte sich das Geschäft allerdings wieder. Pflaumen vergrößerten ihre Präsenz und es wurden inzwischen Herman aus Ungarn und Süddeutschland bereitgestellt. Einheimische Ruth Gerstetter mussten sich den üblichen Preisen anpassen und die Kurse bröckelten ab. Insgesamt war der Handel mit Zwetgschen noch sehr vorsichtig. Ansehnliche gelbe Goccia D’Oro aus Italien starteten in ihre Saison.
Köln
Zur Wochenmitte wurden erste Zwetschgen der Sorte Ruth Gerstetter offeriert: Ausfärbung und Geschmack ließen einige Wünsche offen. Witterungsinduziert begrenzten sich die Unterbringungsmöglichkeiten für reichliche Wassermelonen. Bei Buschbohnen und Stangenbohnen war die Aufnahme nicht wie erhofft. Pfifferlinge aus Osteuropa wurden flott vermarktet. Recht erfreulich verlief der Verkauf von Topfkräutern aus dem Inland.
München
Erste bosnische Pflaumen, kleinfallende Katinka sowie ausgezeichnete Cacaks Schöne, starteten in die Kampagne. Süddeutschland stellte neben Ruth Gerstetter aromatische Juna bereit; um eine Leerung der Läger nicht zu gefährden, wurden die Forderungen trotz des positiven Interesses gesenkt. Das süddeutsche Angebot an Kulturheidelbeeren ergänzten erste Lieferungen aus der Region Lüneburg. Der sprunghafte Anstieg der inländischen Erntemengen sorgte bei Himbeeren kurzfristig zu deutlichen Verbilligungen. Für Wassermelonen aus dem Mittelmeerraum bestand temperaturbedingt eine ungebrochen gute Nachfrage. Bei nicht zu großen Abladungen blieben die Notierungen für Zucchini stabil. Buschbohnen und Stangenbohnen erweiterten ihre Präsenz; die Bewertungen gaben moderat nach. Knapper Spinat verteuerte sich merklich.
Berlin
Der Bedarf an ersten einheimischen Zwetschgen der Varietät Ruth Gerstetter war zu 2,20 bis 2,30 € je kg recht eingeschränkt. Auch aus Bosnien und Herzegowina kamen erste spärliche Partien, hier lag der Preis bei etwa 1,35 € je kg. Die Früchte konnten optisch aber noch nicht überzeugen. Aus Deutschland trafen Buschbohnen und Stangenbohnen ein. Sie kosteten erheblich weniger als die Konkurrenz aus den anderen Herkunftsländern.

 

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 27 / 16
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 14.07.2016

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin