Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Apfelimporte aus Übersee dehnten sich augenscheinlich aus

09. Juni 2016

Äpfel aus Übersee hatten den Handel fest im Griff: Allen voran neuseeländische Royal Gala, Braeburn und Jazz und nachrangig chilenische Royal Gala und Pink Lady prägten die Vermarktung. Auch aus Südafrika kamen hauptsächlich Royal Gala, komplettierend Braeburn und Golden Delicious.

Jazz Apfelplantage Bodensee.Foto © Baywa
Jazz Apfelplantage Bodensee.Foto © Baywa

Erste südafrikanische Cripps Pink in 18-kg-Abpackung trafen in Frankfurt und erste Pink Lady gleicher Herkunft in Hamburg ein. Chinesische Fuji ergänzten die Warenpalette. Da der Bedarf hinreichend gedeckt wurde, verharrten die Kurse oftmals auf bisherigem Niveau; nur hier und da bröckelten sie etwas ab. Europäische Offerten spielten eine immer kleinere Rolle: Einheimische Jonagold und Elstar sowie französische und italienische Golden Delicious und Granny Smith ließen bezüglich ihrer Güte keine Wünsche offen. Die Preise der 21. KW wurden daher häufig bestätigt.

Tafeltrauben
Von der Menge her dominierten die Partien aus der südlichen Hemisphäre, das Interesse richtete sich mittlerweile indes eher auf die europäischen Produkte aus. Chilenische Thompson Seedless und Crimson Seedless sowie südafrikanische Crimson Seedless und Barlinka herrschten zwar vor, verloren jedoch an Wichtigkeit. Die Bedeutung von Early Sweet aus Marokko und Ägypten und von ägyptischen Prime Seedless wuchs hingegen erheblich an. Die Verfügbarkeit von italienischen Black Magic und Victoria, die qualitativ überzeugten, nahm ebenso merklich zu. Vergünstigungen waren kaum zu vermeiden: Die Anlieferungen aus Übersee wurden infolge abschwächender Nachfrage und die übrigen Früchte aufgrund der erhöhten Versorgungslage billiger. Lediglich in München verteuerten sich manche Varietäten aus Chile und Südafrika, da sich die Zufuhren eingeschränkt hatten.

Erdbeeren
Die Präsenz inländischer Abladungen stieg kräftig an. Die Unterbringungsmöglichkeiten verschlechterten sich witterungsbedingt, sodass ein massiver Verkaufsdruck auf dem Sortiment lastete. Daher waren die Händler gezwungen, von ihren bisherigen Forderungen abzurücken und sie sukzessive zu verringern. Die ergiebigen Regenfälle hatten außerdem Auswirkungen auf die organoleptischen Eigenschaften der Offerten, die teilweise bereits mit konditionellen Mängeln am Platz eintrafen. In Frankfurt wurden manche Chargen schon ab ca. 0,70 € je 500-g-Schale abgesetzt, sofern die Güte nicht überzeugte. Andererseits kostete Topware hier zum Wochenende hin bis zu 1,40 € je 500 g. In Köln und München waren generell sehr weite Preisspannen zu beobachten. In Hamburg sollte man für geschmacklich lockende Angebote bis zu 2,- € je 500-g-Schale bezahlen. Italienische und niederländische Importe ergänzten. Eine große Rolle spielten sie aber nicht, genauso wie die spanischen und belgischen, die sporadisch auftauchten.

Aprikosen
Spanische Produkte prägten vor italienischen das Geschehen. Erste französische Früchte, California und Spring Blush, traten in Erscheinung und waren mit bis zu 20,- € je 5-kg-Packstück direkt am teuersten. Eine exklusive Qualität rechtfertigte die hohen Aufrufe. Griechenland rundete die Vermarktung ab. Türkische Chargen wurden in Hamburg zu 14,- bis 16,- € je 4,5 kg veräußert. Die wetterinduziert eingetrübte Nachfrage konnte mit der insgesamt immens zugenommenen Verfügbarkeit nicht Schritt halten, was zu einer negativen Kursentwicklung führte. Speziell spanische Partien vergünstigten sich deutlich.

Kirschen
Spanien und die Türkei dominierten vor Italien und Griechenland. In München trafen ab Mittwoch erste französische Offerten ein. Die Bereitstellung dehnte sich merklich aus. Die Unterbringungsmöglichkeiten hatten sich jedoch kaum verbessert: Dauerregen oder schwülwarme Witterung schwächten das Interesse ab. Bestände ließen sich in der Regel nur vermeiden, wenn man die Forderungen senkte. Insbesondere kleinfallende Erzeugnisse unter 28 mm verbilligten sich, während größere ihre bisherigen Notierungen ab und an behaupten konnten. Eine uneinheitliche Ausfärbung und Sortierung bremste mancherorts den Verkauf. In Hamburg stießen italienische Ferrovia bloß auf wenig Zuspruch. Spanische Burlat in 30 mm+ generierten hier indes eine rege Beachtung. In München wurden türkische Napoleon zügig umschlagen.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische Chargen überwogen vor italienischen. Marokko und die Türkei rundeten das Angebot mit geringen Mengen ab. Mittlerweile waren Produkte mit einem für die Kunden attraktiven Durchmesser verfügbar. Der Absatz verlief relativ kontinuierlich, meist etwas schleppend, allein in Hamburg flüssig. Der Bedarf konnte dank angewachsener Versorgung problemlos gedeckt werden. Um eine Räumung zu erreichen, wurden die Bewertungen oftmals reduziert. Neben schon etablierten spanischen Paraguayos fanden sich inzwischen auch weiße Platerinas ein, die in Hamburg 16,- € je 5-kg-Karton kosteten.

Kiwis
So langsam aber sicher biegt die europäische Saison auf ihre Zielgerade ein: Italienische, griechische und französische Früchte standen zwar genügend parat, mit einer Einschränkung der Warenpalette wird jedoch in den nächsten Wochen gerechnet. Neuseeländische Importe hatten das Geschehen fest im Griff, generierten preisbedingt indes nicht immer eine freundliche Beachtung. Hinsichtlich der Notierungen waren keine wesentlichen Veränderungen auszumachen.

Zitronen
Spanien dominierte vor Südafrika, Argentinien, Griechenland und der Türkei. Die Anlieferungen wuchsen insgesamt merklich an, sie reichten dennoch nur knapp aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Die bisherigen Forderungen wurden kaum modifiziert. Vielmehr waren stabile Bewertungen an der Tagesordnung. In Frankfurt verteuerten sich spanische Verna und südafrikanische Eureka sogar etwas.

Bananen
Ein steter, aber ereignisarmer Verkauf prägte die Woche. Die Bereitstellung wurde für gewöhnlich an das ruhige Interesse angepasst, sodass die Kurse in der Regel konstant blieben.

Blumenkohl
Die feuchtwarme Witterung bewirkte eine rasante Entwicklung der marktbeherrschenden einheimischen Kulturen. Somit gelangten zu große Mengen in den Handel. Da gleichzeitig der Konsum recht verhalten ausfiel, musste man sich sukzessive von den bisherigen Bewertungen verabschieden. Überhänge sollten dadurch reduziert oder gar vermieden werden. Zum Schluss erzielte die 6er-Steige bis zu 7,50 €. Die ansprechende Qualität der inländischen Offerten erschwerte die Unterbringung der rückläufigen französischen Chargen, die etwa 1,- € je Kollo weniger kosteten. Örtlich ergänzten österreichische Zugänge, die nur über Vergünstigungen eine flotte Aufnahme generierten.

Salat
Das milde Wetter bescherte hervorragende Wachstumsbedingungen für den einheimischen Anbau von Kopfsalat. Die Verfügbarkeit dehnte sich kontinuierlich aus. Zudem lieferte Belgien in einer ausgeweiteten Quantität. Da sich parallel dazu das Interesse intensiviert hatte, verharrten die Kurse vielfach auf einem konstanten Niveau. Dementgegen sackten sie, sofern die Bereitstellung zu immens war, häufiger aber auch ab. Eine ähnliche Situation verzeichnete man bei Eissalat. Verdichtete Zufuhren drängten vorwiegend aus Deutschland auf den Platz. Die Niederlande schickten vorerst überschaubare Partien, doch die zu Ende geglaubte spanische Kampagne flammte kurzfristig singulär noch einmal auf und belastete das Geschäft. Trotz eines verstärkten Bedarfs ließen sich nicht alle Abladungen schnell genug verkaufen. An räumungsbeschleunigenden Verbilligungen kam kaum jemand vorbei. Bunte Salate aus dem Inland flossen ebenso in enormen Umfang zu. Ihre geradezu monopolhafte Konkurrenzlosigkeit sicherte ihnen keineswegs stabile Notierungen. Eher brachen diese oftmals ungeachtet einer progressiven Order schrittweise ein. Feldsalat wurde, wenn er denn mit optimaler Güte zu punkten wusste, zuweilen unverändert aufgerufen.

Gurken
Bei Schlangengurken dominierten klar ersichtlich die deutschen Erzeugnisse in merklich aufgestocktem Rahmen. Die niederländischen Importe expandierten ebenfalls. Das Maß der belgischen Ergänzungen variierte unwesentlich. Zu Beginn der Woche prägte ein Unterversorgung den Vertrieb. Die Preise explodierten zum Teil, waren ansonsten auf einem relativ hohen Level fixiert. Spätestens ab Mittwoch verbreiterte sich die Produktpalette derart, dass die bis dato geltenden Forderungen nicht mehr gehalten werden konnten. Ziemlich rasant bröckelten sie bis zum Freitag ab. Das galt dann für sämtliche Herkünfte. Je nach Kaliber schlug man einheimische Angebote schon ab 5,- € je 12er-Steige um. Minigurken stammten vorrangig aus dem Inland und den Niederlanden. Sie wurden zu recht starren Bewertungen veräußert, die zum Schluss gelegentlich etwas abgesenkt werden mussten. Örtlich auftretende polnische Mengen zu 9,50 € je 4-kg-Abpackung fanden keinen hinlänglichen Zuspruch.

Tomaten
Die Verfügbarkeit von Rispentomaten und Runden Tomaten wuchs enorm an. Die vorherrschenden niederländischen und belgischen Abladungen hatten mit einer deutlich erstarkten Konkurrenz aus Deutschland zu kämpfen. Trotz eines erfreulichen Interesses sackten die Kurse in den Keller, verloren bei weich werdenden Überhängen nochmals an Niveau. Belgische Partien wurden ab 2,50 € je 5 kg abgesetzt. Spärliche polnische Ware komplettierte das Sortiment und punktete mit Schnittfestigkeit. Bei Fleischtomaten zeigte sich eine ähnliche Entwicklung. Ungeachtet einer meist befriedigenden Order mussten die Händler für die aus Belgien und den Niederlanden eingehenden Anlieferungen ihre bisherigen Aufrufe reduzieren; bloß vereinzelt konnten sie diese leicht anheben. Kirschtomaten aus den Niederlanden, Italien und vor allem aus Deutschland intensivierten ihre Präsenz. Ihre Notierungen blieben zwar vorwiegend stabil, neigten jedoch immer häufiger zur Schwäche. Sonderformen wie Honigtomaten aus den Niederlanden oder Marinda aus Italien vermochten sich jeglichen negativen Trends zu entziehen.

Gemüsepaprika
Die Niederlande dominierten die Produktpalette. Die Türkei, Belgien und örtlich Deutschland ergänzten sie. Die Versorgung mit roten und gelben Kultivaren dehnte sich aus. Infolge der eher unaufgeregten Nachfrage ließen sich die Erzeugnisse verhältnismäßig selten genügend zeitnah unterbringen. Unweigerlich etablierten sich Verbilligungen. Grüne Früchte trafen unterdessen in knapperem Umfang ein. Daher bewegten sich deren Bewertungen vermehrt nach oben. Türckische Chargen gelangten vorrangig bedarfsgerecht in den Vertrieb. Ihre Preise verharrten somit für gewöhnlich auf einem wenig veränderten Level.

Spargel
Auch wenn die Mengen, die der einheimische Anbau auf die Märkte lieferte, nicht gerade riesig waren, hatten sie sich doch wegen der milden Witterung verstärkt, gleichwohl die Ernte auf einigen Flächen bereits eingestellt wurde. Trotz der überschaubaren Sortimentspalette während der diesjährigen Saison zeigten die Kunden schon eine gewisse Sättigung. Es bildeten sich schnell Bestände. Selbst exklusive Angebote fanden nicht leicht eine aufnehmende Hand. Die Kurse rutschten zusehends merklich ab. Vor dem Wochenende verbesserte sich in der Regel die Abgabe. Zwar lösten sich die Überhänge nicht völlig auf, dennoch konnte man verschiedentlich marginale Verteuerungen durchsetzen. Der Verkauf von Offerten der Klasse II gestaltete sich parallel dazu extrem schwierig. Zufuhren aus dem Ausland erzielten generell kaum befriedigendes Interesse, flossen aus diesem Grund sehr übersichtlich aus den Niederlanden, Polen, Ungarn und Spanien zu.

Zwiebeln
Die Präsenz der insgesamt den Vertrieb dominierenden Gemüsezwiebeln aus Spanien war rückläufig. Zum Teil brach, je nach Platz, die Versorgung ohnehin ab. Dann agierten die chilenischen Importe in der tragenden Rolle; untermauert durch wenige Abladungen aus der Türkei und Ägypten. Die Notierungen blieben vielfach stabil, fielen lediglich bei den spanischen Chargen hin und wieder ab. Haushaltsware stammte vorrangig aus Neuseeland, bloß annähernd zu einem Viertel aus Australien. In diesem Sektor verzeichnete man überwiegend ein ruhiges Geschäft. Bei ausreichender Bedarfsdeckung waren Modifikationen der Bewertungen richtiggehend ausgeschlossen.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Die ab Mittwoch auf den Markt gelangten grünen Feigen aus Italien generierten zu 10,- bis 11,- € je 2 kg eine freundliche Beachtung. Für die ersten am Donnerstag eintreffenden einheimischen Heidelbeeren wollte man bis zu 4,- € je 250-g-Schale. Neben deutlich ausgedehnten Zufuhren an Pflaumen der Sorte Red Beaut aus Spanien lieferte Italien gelbgrüne Susinen. Aus Südafrika kamen Sharon zu 5,- € je 2-kg-Karton. Bei Orangen fanden rare Delta Seedless und Navel Powell aus Spanien Unterstützung durch Navel aus Südafrika. Gerne gekauft wurden günstige Valencia Late aus Ägypten. Erste deutsche Erbsen konnten qualitativ nicht überzeugen. Die sehr kurzen Schoten bot man dementsprechend für 2,- € je kg an, während merklich bessere Offerten aus Italien 3,50 € je kg kosteten.
Hamburg
Feigen aus Italien feierten ihre Premiere zu 15,- € je 3,7-kg-Steige. Pflaumen aus Spanien, Red Beaut, begannen zu 16,- € je 5-kg-Karton. Der immense Nachschub schwächte die Kurse bei Limetten aus Brasilien ab. Mangos aus Mexiko werden in Kürze erwartet. Für ansehnliche Buschbohnen aus Polen zahlte man bis zu 27,- € je 6 kg.
Köln
Mengenbedingt bröckelten die Preise für Wassermelonen ab. Ananas vergünstigten sich ebenso etwas. Rheinischer Rhabarber wurde überwiegend zu 0,90 bis 0,95 € je kg angeboten. Inländischer Kohlrabi in 20er- bis 25er-Sortierung fand einigermaßen stetige Beachtung. Lauch blieb knapp und teuer.
München
Das erwachende Interesse an Pfifferlingen führte zu ansteigenden Anlieferungen aus dem Balkan. Die Notierungen verharrten auf bisherigem Niveau, nur für Bestandsware mussten leichte Verbilligungen hingenommen werden. Verstärkte Abladungen von Petersilie und Dill aus den einheimischen Anbauregionen verdrängten die italienischen Produkte.
Berlin
Die Präsenz von deutschen Himbeeren dehnte sich aus. Der Preis blieb aber bei 2,50 € je 125-g-Schale, da die Früchte freundlich nachgefragt wurden. Ergänzend waren noch Mengen aus den Niederlanden zu etwa 2,20 € sowie aus Spanien zu ca. 2,10 € je 125 g erhältlich. Erste kleine inländische Brombeeren kosteten maximal 1,90 € je 125-g-Schale. Für günstigere niederländische Offerten zahlte man bis zu 1,80 € je 125 g.
 


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 22 / 16
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Veröffentlichungsdatum: 09.06.2016

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin