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Polen: "Sanktionen als Staatsräson“ - reduzieren sogar Binnennachfrage

07. Juni 2016

Zwei Jahre nach der Einführung des russischen Lebensmittelembargos treten die polnischen Bauern für eine Lockerung der Russland-Sanktionen ein, wenn auch „hinter vorgehaltener Hand“, berichtet der Deutschlandfunk (DLF). Der polnische Apfelanbausektor hat durch das Embargo den wichtigsten Handelspartner verloren, wie das Online-Magazin Sputnik berichtet.

Apfel

„Die Äpfel bis jetzt aufzubewahren, über den ganzen Winter, bedeutet viel Aufwand. Sie werden nicht nur gekühlt, sondern lagern in speziellen Kammern mit wenig Sauerstoff. Der Apfel schläft dort, und das kostet viel Strom“, zitiert DLF Katarzyna Wisniewska, deren Familie seit Generationen den Apfelanbau betreibt.

Erwerben kann sie für das Obst fast nichts, denn ein Kilo kostet jetzt 45 Cent. Noch vor drei Jahren war es dreimal so viel.

Sicher seien die Sanktionen politisch notwendig, so Wisniewska weiter. Das sagen viele, denn das gelte in Polen als Staatsräson. Allerding können kleine Betriebe wie der von Katarzyna Wisniewska nicht mehr nach Russland liefen, andere Absatzmärkte seien jetzt schwer zu finden.

Anders als in Deutschland gibt es in Polen keine politische Kraft, die sich für die Abschaffung oder eine Lockerung der Sanktionen einsetzen würde. Stattdessen kauft der Staat die einheimischen Äpfel auf und verteilt sie an Schulen und andere öffentliche Institutionen, wodurch die Nachfrage auf dem Binnenmarkt nur sinkt.

Quelle/Copyright © Sputnik

Veröffentlichungsdatum: 07.06.2016

Schlagwörter

Polen, Russland, Sanktionen, Staatsräson, Binnennachfrage, Apfel