Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Äpfel: Das Inland bestimmte die Szenerie

06. Mai 2016

Allerdings schränkten sich die Anlieferungen ein. Jonagold, Elstar und Tenroy herrschten vor; Braeburn und Pinova folgten. Aus Italien stammten vorrangig Golden Delicious und Granny Smith, während aus Frankreich hauptsächlich Pink Lady kamen.

Bildquelle: Shutterstock. Apfel
Bildquelle: Shutterstock.

Die Qualität der einheimischen Produkte überzeugte durchaus, was bei begrenzter Versorgung stabile Kurse garantierte. Bei den Importen aus Übersee startete die Saison von Royal Gala mittlerweile voll durch: Die Präsenz von neuseeländischen Früchten wuchs massiv an und erste Abladungen aus Argentinien und Brasilien trafen ein. Chilenische Granny Smith, Royal Gala und Elstar, neuseeländische Cox Orange sowie südafrikanische Golden Delicious rundeten das Sortiment ab. Die Händler beharrten für gewöhnlich auf den bisherigen Preisen, obwohl die Abwicklung noch recht stockend war; die Kunden konzentrierten sich weiterhin kontinuierlich auf die europäischen Chargen.

Birnen
Südafrika prägte mit Packham`s Triumph und Forelle die Vermarktung, an der sich Chile unter anderem mit Flamingo beteiligte. Argentinien führte Abate Fetel und Packham`s Triumph zu und steuerte auch erste Red Bartlett bei. Die neuseeländische Kampagne begann mit Doyenne de Comice, die am Freitag in Frankfurt in Erscheinung traten. Williams Christ hatten sich fast komplett aus dem Geschäft verabschiedet. Aus Europa waren nur Conference aus den Niederlanden und Belgien sowie italienische Abate Fetel vorzufinden, die auf eine stete Beachtung stießen. Bei einer an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierten Verfügbarkeit veränderten sich die Notierungen generell nicht wesentlich. Offerten mit hohem Rotanteil in der Schale, wie Forelle und Flamingo, wurden trotz hoher Bewertungen gerne gekauft. In Hamburg sank das Interesse an südafrikanischen Packham`s Triumph aufgrund derer abschwächenden Kondition, was Verbilligungen nach sich zog.

Tafeltrauben
Thompson Seedless aus Chile und Indien verstärkten ihre Präsenz. Südafrikanische Importe verloren hingegen etwas an Bedeutung. Crimson Seedless, Barlinka und Dauphine waren hier auf dem vordersten Platz. Insgesamt hatte sich die Versorgung eingeschränkt und die Anzahl der angebotenen Varietäten verringert. Dennoch klappte es, die witterungsinduziert eher ruhige Nachfrage zu befriedigen. Die Kurse verharrten oftmals auf bisherigem Niveau. Eine breite Preisspanne war bei Thompson Seedless zu erkennen, die, in Abhängigkeit von Ausfärbung und Größe, zwischen 9,- und 14,- € je 4,5-kg-Karton kosteten. Eine uneinheitliche Güte tat ihr Übriges, selbst bei scheinbar exklusiven Partien mussten vereinzelt mangelhafte Beeren beanstandet werden.

Erdbeeren
Spanien und Italien dominierten vor den Niederlanden. Einheimische Abladungen komplettierten für gewöhnlich das Sortiment und waren nur in München in üppigeren Mengen verfügbar. Belgien, Griechenland und Ungarn rundeten ab. Die spanischen und italienischen Zufuhren begrenzten sich, was sich zunächst aber nicht auf die Bewertungen auswirkte, da sich auch das Interesse aufgrund des schlechten Wetters vermindert hatte. Erst ab Mittwoch verbesserten sich die Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die Händler die Forderungen erhöhen konnten. Dies war allerdings nicht immer von langer Dauer, so sanken beispielsweise in Frankfurt die Aufrufe zum Wochenende hin wieder ab. Produkte mit Pilzbefall, Druckstellen oder einer unzureichenden Kondition, wie sie in Hamburg ab und an in Erscheinung traten, mussten selbstredend unter Notiz abgegeben werden.

Kiwis
Italienische Anlieferungen überwogen vor griechischen und französischen. Erste chilenische Offerten trafen in 10-kg-Kartons in Frankfurt ein. Neuseeländische Gold-Kiwi eröffneten in Hamburg zu 20,- € je 5,6-kg-Kolli die Saison, was die französischen Erzeugnisse in der Hansestadt vergünstigte. Insgesamt wurde die Versorgung auf den Bedarf abgestimmt. Die Preise veränderten sich nicht wesentlich; lediglich in Frankfurt verbilligte sich italienische Ware.

Orangen
Wie zuvor prägten spanische Partien bei den Blondorangen und italienische Früchte bei den Blutorangen das Geschehen. Der Jahreszeit entsprechend war die Nachfrage sehr ruhig. Dennoch beharrten die Verkäufer auf ihren Forderungen. Bloß für qualitätsschwache Chargen bröckelten die Kurse ab. In München verteuerten sich indes spanische Lane Late ein wenig.

Zitronen
Bei einer eingeschränkten Verfügbarkeit zogen die Notierungen zum Teil recht stark an. Für erstmalig eingetroffene spanische Verna musste dabei mit 32,- bis 40,- € je 15-kg-Kiste am meisten gezahlt werden, gefolgt von Primofiori. Die hohen Aufrufe verminderten das Interesse augenscheinlich. Ergänzende Abladungen aus Marokko, Südafrika, Italien und der Türkei, allesamt neu im Geschäft dabei, spielten in der von Spanien beherrschten Vermarktung nur eine minimale Rolle.

Bananen
Die Bereitstellung wurde für gewöhnlich auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt. Hinsichtlich der Preise waren keine wesentlichen Veränderungen zu erkennen. Der eher schleppende Bedarf konnte in der Regel problemlos gedeckt werden.

Blumenkohl
Die beherrschenden französischen Abladungen blieben begrenzt, die Präsenz der italienischen hatte sich merklich verringert. Die inländischen Zufuhren wuchsen zwar an, reichten aber nicht, um die entstandenen Lücken zu schließen. Die Notierungen bewegten sich unisono nach oben, machten am Freitag häufig nochmals einen großen Sprung. Im Extremfall kosteten italienische Chargen bis zu 18,- €, französische sogar bis zu 20,- € je 6er-Abpackung. Das war nicht ohne Auswirkung auf die Nachfrage, die sich bei diesen Konditionen zuweilen entschleunigte.

Salat
Eissalat traf fortlaufend alleinig und in übersichtlichem Maß aus Spanien ein. Für ansprechende Qualität konnte daher ohne Probleme vorwiegend Verteuerungen etabliert werden. Lediglich in Berlin dehnten sich die Zugänge derart aus, dass die Händler Vergünstigungen gewähren mussten. Infolge der niedrigen Temperaturen floss einheimischer Kopfsalat nicht in enormen, jedoch ausgeweiteten Mengen zu. Die Güte vermochte nicht immer zu überzeugen: teils waren die Offerten zu leicht, teils die Herzen nicht fest genug. Die Bewertungen tendierten abwärts. Bloß bei sich sukzessive aufbauender Knappheit konnten sie angehoben werden. Bunte Salate gelangten vorrangig aus einheimischen Kulturen auf den Markt. Die meist optimalen Angebote erzielten für gewöhnlich konstante Kurse, die hin und wieder einen aufsteigenden Trend erkennen ließen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit von italienischen Endivien fingen die intensivierten Anlieferungen aus Belgien auf. Die inländische Kampagne startete in Hamburg. Feldsalat konnte ununterbrochen relativ rasch umgeschlagen werden.

Gurken
Deutsche Produkte prägten das Geschäft mit Schlangengurken, niederländische vervollständigten es im Verbund mit etwas unbedeutenderen belgischen Abladungen. Je nach Platz wurden die Forderungen der Vorwoche übernommen. In der Regel erfreute man sich einer flotten Räumung, die sich zusehends noch verbesserte. Das machte den Weg frei für anziehende Notierungen. Einzig in Berlin verharrten sie dauerhaft auf einem unveränderten Niveau. Selbst wenn die Versorgung mit größeren Kalibern anwuchs, bewirkte das in diesem Bereich keine Verbilligungen. Die Bereitstellung von einheimischen Minigurken verdichtete sich, glich sich der von den niederländischen an. Türkische Importe verloren beträchtlich an Wichtigkeit. Inländische Partien in 10-kg-Poolsteigen konnten örtlich schneller untergebracht werden als 4- oder 5-kg-Standardverpackungen. Die Niederlande schickten reguläre 32er-Kartons sowie Kolli zu 12 und 18 kg. Generell orientieren sich die Preise vielfach an einer stabilen Basis, neigten aber in München und Frankfurt verstärkt zur Schwäche.

Tomaten
Bei Rispentomaten und Runden Tomaten dominierten in leicht ausgeweitetem Umfang die Niederlande und Belgien. Spanien ergänzte mit rückläufigen Zuflüssen. Einheimische Zufuhren erfolgten kontinuierlich in einem überschaubaren Rahmen. Das Maß der Nachfrage ließ offensichtlich zu wünschen übrig. Die Kurse waren überwiegend auf ihrem bisherigem niedrigem Level fixiert oder sackten sogar ab, obwohl deren Spitze dessen ungeachtet für exklusive Offerten bei 14,50 € je 5-kg-Karton lag. Das Angebot von niederländischen Kirschtomaten rundeten italienische, deutsche und, marginal ansteigend, belgische Chargen ab. Deren Bewertungen blieben bei genügendem Zuspruch häufig konstant, wurden allerdings verschiedentlich abgesenkt, um das Verkaufstempo zu erhöhen. Spanische und niederländische Fleischtomaten komplettierten vorherrschende belgische. Trotz eines relativ stetigen Vertriebes mussten die Händler in diesem Sektor ihre Aufrufe ein wenig nach unten revidieren. Frankreich sendete als Spezialitäten zum Beispiel Coeur de Boeuf und Datteltomaten.

Gemüsepaprika
Die Niederlande prägten das Geschäft; dazu kamen die Abladungen aus der Türkei. Marokkanische Zugänge vergrößerten sich kurzfristig, deutsche schwächten sich ab. Die Preise entwickelten sich je nach Markt sehr divergent. Zum einen kletterten sie dank eines freundlichen Interesses sukzessive nach oben, zum anderen bewegten sie sich aufgrund nicht hinlänglich unterzubringender Anlieferungen abwärts. Auch innerhalb der einzelnen Farbgruppen waren die Modifikationen keinesfalls einheitlich, schwankten je nach Herkunft recht stark. Hauptsächlich marokkanische und türkische Früchte vergünstigten sich entgegen der punktuell spärlich auftretenden spanischen Importe.

Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln herrschte in München und Hamburg Chile vor, ansonsten Spanien. Kraft ihrer ansprechenden Qualität konnte man bei spanischen Zuflüssen aus Kühllagerung die Forderungen zumeist auf einer konstanten Ebene sichern. Der Anteil an Spring-Angeboten wuchs kontinuierlich an, wobei diese nicht immer genügend feste und kompakte Schalen aufwiesen. Die ausgedehnte Bereitstellung chilenischer Chargen bewirkte früher oder später für gewöhnlich marginale Verbilligungen. Infolge einer zusehends rückläufigen Verfügbarkeit notierte einheimische Haushaltsware vorrangig stabil. Bei den minimal expandierenden Zufuhren aus Übersee mussten die Händler manchmal ihre Aufrufe etwas niedriger ansetzen: in Hamburg bei australischen und in München bei neuseeländischen Produkten.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Premiere von Süßkirschen: Italien lieferte ab Freitag Früchte in 26 mm+ in 2-kg-Kartons zu 32,- bis 34,- €. Aprikosen, italienische Ninfa und spanische Valenciano, fanden trotz schwacher Ausfärbung ausreichend Käufer. Bei den Pfirsichen und Nektarinen mussten die Preise hingegen gesenkt werden, um Nachfrage zu generieren. Spanische Paraguayos in Kaliber C sollten um 6,- € je kg kosten. Kernlose Papayas aus Israel wurden zu 24,- € je 10er-Karton zum Wochenschluss gerne aufgenommen. Für traumhaft schmeckende spanische Mandarinen, Orri, bewilligte man 3,20 bis 3,60 € je kg. Durch das ungemütliche Wetter reduzierten sich die Erntemengen von Rhabarber und die Kurse erholten sich leicht. Erste belgische grüne Zucchini in 16-Stück-Verpackungen wurden ab 4,- € vermarktet. Für französische Artischocken bezahlte man 18,- bis 20,- € je 12er- oder 15er-Steige. Spanische Chargen mit kleinem Durchmesser waren schon zu 9,- € zu haben. Aus dem geschützten Anbau der Pfalz konnten am Freitag die ersten Kohlrabi zu 0,63 € je Stück offeriert werden.
Hamburg
Aprikosen in der Größe AA aus Spanien feierten zu 3,50 € je kg ihren Einstand. Italienische Süßkirschen, Bigarreau in 26 mm+, wurden zu 11,- € je kg abgesetzt. Wassermelonen vom spanischen Festland stießen zum Saisonstart auf freundlichen Zuspruch. Wegen einer Versorgungslücke verteuerte sich Kohlrabi aus Spanien, Italien und Deutschland.
Köln
Erste inländische Himbeeren und Brombeeren generierten eine verhaltene Nachfrage. Johannisbeeren blieben übersichtlich. Chilenische Früchte fanden zu 4,20 € je 150 g nur schwer Kunden. Neben gelben Nektarinen und Pfirsichen gab es inzwischen auch weiße. Präferiert wurden Varietäten ohne „Nase“, da diese weniger druckanfällig sind. Wassermelonen kamen aus Südeuropa und dem Iran. Zucchini stammten vermehrt aus Belgien, gelbe Erzeugnisse aus den Niederlanden. Kohlrabi hatten ihren Ursprung in Südeuropa, einheimische Zufuhren fehlten.
München
Erste angebotsinduziert sehr teure Kirschen aus Italien und Niederösterreich trafen ein. Die Preise für reichliche spanische Wassermelonen sanken witterungsbedingt ab. Die Präsenz von Pfirsichen und Nektarinen aus Spanien und Marokko wuchs langsam an; in geringen Mengen wurde bereits die Sortierung A offeriert. Frische Aprikosen aus Spanien und Italien stießen auf ein begrenztes Interesse. Erste Anlieferungen von italienischen Buschbohnen ließen sich nicht problemlos umschlagen, weil die Forderungen zu hoch waren und der Markt noch immer hinlänglich mit marokkanischer Ware versorgt schien. Bei Rhabarber machte sich die schwache Sonneneinstrahlung nachteilig in Ausfärbung und Entwicklung der Produkte bemerkbar.
Berlin
Im Wochenverlauf dehnten sich die Abladungen von spanischen Pfirsichen und Nektarinen aus. Die Nachfrage war aber weiterhin eingeschränkt. Die Zufuhren von Auberginen aus Spanien, den Niederlanden, der Türkei und Italien verstärkten sich, weshalb die Notierungen abbröckelten.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 17 / 16
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Veröffentlichungsdatum: 06.05.2016

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin, Apfel