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Studie EHI/BCG und Uni Eichstätt „Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH“

02. Mai 2016

Geringe Margen und ein zunehmender Wettbewerb im Lebensmittelhandel erfordern ein stetiges Streben nach effizienten Supply Chain Management-Konzepten. Trotz teilweise sehr hoher Investitionen in die Infrastruktur und Prozessverbesserungen  gelingt es nicht immer, die richtige Ware kostengünstig zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Ort zu bewegen. Doch wie managt der Lebensmittel-Handel die Logistik vom Lieferanten bis zum Regal? 

EHI Grafik

Aus der EHI-Studie “Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH” Quelle: EHI

Zur Beantwortung dieser Fragen führten im Herbst 2015 das EHI Retail Institute, The Boston Consulting Group sowie die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit Hilfe einer Online-Befragung gemeinsam eine Studie zum Supply Chain Management im LEH durch. Dabei wurden deutsche und internationale Händler mit Hilfe einer Online-Befragung zu Reifegraden, Kennzahlen und Entwicklungen hin zu einem integrierten Supply Chain Management befragt.

Niedrige Logistikkosten und hohe Warenverfügbarkeit – diesen Spagat des Supply-Chain-Managements meistern nur knapp zehn Prozent der befragten Lebensmittelhändler. Über die Hälfte der Händler erfüllt immerhin eine dieser Anforderungen gut, während knapp 40 Prozent in beiden Kriterien unterdurchschnittlich abschneiden. Aber wie kann man die Lieferkette verbessern? Was sind Kernkriterien für eine effiziente und durchgängige Supply-Chain-Strategie im Lebensmittelhandel? Antworten darauf gibt die aktuelle Studie von EHI, BCG sowie der KU Eichstätt-Ingolstadt „Ganzheitliches Supply-Chain-Management im LEH“. Die gesamten Ergebnisse werden am 13. April auf der LOG 2016 in Köln vorgestellt, die das EHI zusammen mit GS1 Germany und dem Markenverband durchführt.

Integrativer Ansatz lohnt sich

Aus Erfahrung entfallen ca. 70 Prozent der Verbesserungspotentiale auf Optimierungen aus einer gesamthaften Supply-Chain-Perspektive. Die durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Handelsunternehmen noch weit davon entfernt sind, diese Potentiale voll auszuschöpfen. Bisher lag der Fokus von Supply-Chain-Projekten vor allem auf der Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette, z.B. der Automatisierung im Zentrallager. Eine ganzheitliche Perspektive über alle einzelnen Stufen hinweg, z.B. mit Einbindung von Lieferanten oder den Anforderungen der Filialen, wurde nur in jedem vierten Projekt eingenommen (Abb. 2). Projekte mit dem Ziel einer ganzheitlichen Supply-Chain-Optimierung zahlen sich aber aus, denn Händler mit einem höheren Anteil von Projekten mit ganzheitlicher Perspektive erreichen einen höheren Reifegrad (Abb. 3). Ein hoher Reifegrad der Supply-Chain führt zu einer höheren Warenverfügbarkeit im Regal bei gleichzeitig niedrigeren Logistikkosten. Erfolgreiches Supply-Chain-Management erfordert deshalb einen ganzheitlichen, stufenübergreifenden Ansatz. Dieser berücksichtigt die Einbindung von Lieferanten, Logistik-Dienstleistern usw. genauso wie eine funktionsübergreifende Koordination des Supply-Chain-Managements mit den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Der Handlungsbedarf ist zumindest teilweise erkannt

Der Großteil der teilnehmenden Unternehmen scheint allerdings den Handlungsbedarf sowie das Optimierungspotential eines stärker durchgängigen Supply-Chain-Managements zumindest teilweise erkannt zu haben, und plant zukünftig eine Verschiebung des Optimierungsfokus von Supply-Chain-Projekten. So planen die teilnehmenden Unternehmen zukünftig drei Viertel aller Projekte mit integrativen Perspektiven, bei denen auch direkte Auswirkungen auf den Verbraucher mit betrachtet werden. Ansatzpunkte bieten sich dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Quelle: EHI

Veröffentlichungsdatum: 02.05.2016

Schlagwörter

Lebensmittelhandel, Lieferkette, Supply Chain-Management, Studie