Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Jonagold, Elstar und Braeburn: Deutschland beherrschte das Geschehen

14. April 2016

Aus Italien stammten vor allem Golden Delicious und Royal Gala. Frankreich rundete mit Clubvarietäten wie Pink Lady und Jazz ab. Niederländische Offerten ergänzten. Insgesamt reichte die Verfügbarkeit aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Diese zeigte sich ruhig, aber kontinuierlich.

Bildquelle: Shutterstock. Apfel
Bildquelle: Shutterstock.

Die Kurse bewegten sich kaum. Hier und da kosteten die europäischen Chargen mehr als zuvor, so erhöhte man beispielsweise in München die Bewertungen für inländische Elstar. Nachdem im Vorjahr chilenische Royal Gala schon in der 10. KW eintrafen, begann ihre diesjährige Saison erst in der abgelaufenen Woche. Die in 18-kg-Kartons zu je 100 Stück aufgemachten Früchte generierten für gewöhnlich wenig Beachtung, da die europäischen Produkte günstiger waren und ihre Güte zudem überzeugte.

Tafeltrauben
Obwohl sich die Anzahl der angebotenen Sorten aus Südafrika verringerte, stand noch immer eine breit aufgefächerte Warenpalette parat. Vorrangig wurden Crimson Seedless und Thompson Seedless abgeladen, nachgeordnet folgten etwa La Rochelle und Dan Ben Hannah. Thompson Seedless kamen verstärkt auch aus Chile und Indien, während Peru fast komplett von der Bildfläche verschwunden war und lediglich Red Globe beisteuerte. Generell verminderte sich das Interesse. Um dieses anzuregen, senkten die Händler mancherorts ihre Aufrufe, was indes nicht durchgängig zu einer freundlicheren Absatzsituation führte. So verbilligten sich südafrikanische Sunred Seedless und indische Thompson Seedless am meisten.

Erdbeeren
Die Versorgung wuchs kräftig an: Spanien, Italien und Griechenland stellten deutlich mehr Mengen als zuvor bereit. Die Unterbringungsmöglichkeiten hatten sich zwar verbessert, waren trotz des frühlingshaften Wetters aber zu eingeschränkt. Das zwang die Verkäufer, ihre Forderungen sukzessive und merklich zu reduzieren, wenn sie eine Räumung erreichen wollten. Die Preisspanne driftete aufgrund unterschiedlicher Qualitäten auseinander; selbst frische Partien zeigten ab und an schon Konditionsprobleme. Durch die immense Ausweitung der südeuropäischen Anlieferungen hatten es ergänzende teure niederländische und einheimische Früchte schwer, genügend Beachtung zu generieren. Zu Bewertungen von 3,80 bis 4,- € je 500-g-Schale waren die gewonnenen Marktanteile begrenzt. Auf einigen Plätzen wurden niederländische Produkte ab der Wochenmitte wegen der schwachen Nachfrage ausgelistet oder günstiger offeriert. Bloß spärlich vorzufindende türkische Chargen ließen in Frankfurt hinsichtlich ihrer Güte Wünsche offen und kosteten dort nur 1,- € je 500-g-Schale.

Kiwis
Italien dominierte, Griechenland und Frankreich komplettierten das Sortiment. Die Verfügbarkeit orientierte sich in der Regel am steten Interesse. Veränderungen bezüglich der Notierungen waren sehr selten, lediglich in München verbilligten sich zu kleine Erzeugnisse aus Italien.

Orangen
Im Segment der Blondorangen prägte Spanien mit Lane Late, Navelate und Salustiana das Geschehen. Marokkanische und ägyptische Valencia Late sowie marokkanische Washington Sanguine rundeten das Angebot ab. Lane Late aus Portugal trafen in München ein und wurden infolge ihrer ansprechenden Qualität freundlich beachtet. Die türkische Saison endete; es gab nur noch begrenzte Mengen von Washington Navel. Bei den Blutorangen, die man bloß spärlich ablud, beherrschte Italien mit Moro und Tarocco die Szenerie. Die Versorgung schränkte sich in beiden Bereichen ein. Parallel dazu verringerte sich aufgrund der frühlingshaften Witterung die Nachfrage, sodass sich die Bewertungen nicht viel bewegten.

Zitronen
Neben den überwiegenden spanischen Früchten konnte in Frankfurt und München auf griechische Partien zugegriffen werden. Diese waren etwas günstiger als die Konkurrenz und räumten flott. Auch der Verkauf der spanischen Chargen verlief befriedigend und zu unveränderten Kursen. Lediglich in München verteuerten sie sich leicht wegen verminderter Zufuhren.

Bananen
Bei einer auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmten Versorgung bewegten sich die Notierungen in den üblichen Spannen. Einzig in Köln verbilligten sich manche Zweitmarken. Drittmarken wurden in Frankfurt nur wenig beachtet.

Blumenkohl
Das Produktspektrum hatte sich kaum verändert. Die italienischen Anlieferungen herrschten vor, die französischen ergänzten. Allerdings startete Belgien mit 6er-Steigen zu 12,- € in die diesjährige Kampagne. Zudem trafen erste deutsche Abladungen, lediglich in 8er-Aufmachungen, in kleinem Umfang aus der Pfalz ein. Sie wurden zu ähnlichen Konditionen wie die Konkurrenz umgeschlagen. Die Verfügbarkeit hatte sich generell ausgedehnt. Parallel dazu verminderte sich häufig das Interesse. Die bisherigen Bewertungen waren dadurch nicht zu halten, brachen überwiegend und sukzessive ein.

Salat
Kopfsalat stammte in anwachsenden Mengen aus Belgien und Deutschland. Italien verlor dem Saisonzyklus entsprechend an Präsenz. Die reichlichen Zufuhren wurden genügend oder verstärkt geordert. Zum einen blieben damit die Forderungen stabil oder konnten angehoben werden. Zum anderen musste man sie senken, da die Zuflüsse verschiedentlich derart expandierten, dass sie sich schwerlich glatt unterbringen ließen. Neu vorrätige niederländische Offerten erzielten bloß 5,50 € je 16er-Kollo. Ausschließlich aus Spanien eingehender Eissalat wurde dank der verbesserten Witterung eigentlich relativ schnell abgesetzt. Da sich aber die Bereitstellung in einem größeren Rahmen augenscheinlich intensiviert hatte, rutschten die Kurse meistens ab. Außer in Berlin, wo sie in Folge einer andauernden Unterversorgung auf bis zu 10,- € je 10 Stück anzogen. Die Importe Bunter Salate aus Frankreich und Italien verringerten sich in einem vergleichbaren Maß wie sich die Erzeugung in Belgien und Deutschland ausweitete. Die Notierungen variierten somit höchstens unwesentlich. Belgischer Feldsalat kostete punktuell nur 3,50 € je kg, während für französischen bis zu 40 % mehr aufgewendet werden musste.

Gurken
Bei Schlangengurken hatten die Angebote aus dem Inland immens zugenommen. Zudem machte sich Belgien zusehends bemerkbar; es standen örtlich sämtliche Gewichtsklassen zur Verfügung. Niederländische Früchte waren pausenlos disponibel. Die Bedeutung spanischer Ware verminderte sich enorm; auf manchen Märkten fehlte diese schon völlig. Aufgrund der ausgedehnten Produktpalette gerieten die Preise progressiv unter Druck: Zu Beginn noch konstant, knickten sie ab Mittwoch, spätestens am Freitag erkennbar ein. Dem gegenüber bewegten sie sich in München und Berlin zum Wochenende hin aufwärts, da der Bedarf offensichtlich angestiegen war. Minigurken wurden in fast übereinstimmendem Umfang aus Deutschland und den Niederlanden abgeladen. Die Türkei ergänzte kontinuierlich in wenig veränderter Quantität. Die Partien erfreuten sich hinlänglicher Beachtung. Sie konnten sich dadurch häufiger marginal verteuern. Gelegentlich wurden sie jedoch niedriger aufgerufen als bisher, um die Verkaufszahlen zu forcieren.

Tomaten
Bei Rispentomaten und Runden Tomaten herrschte weiterhin Spanien vor. Die Importe aus den Niederlanden und Belgien wuchsen unterdessen zum Teil beträchtlich an. Durch die erhöhte Versorgung brachen die Kurse unvermeidbar ein. Infolge der Vergünstigungen bei mitteleuropäischen Offerten büßten die aus dem Süden Europas sukzessive an Zuspruch ein. Deutsche Anlieferungen intensivierten sich zwar, waren aber nicht auf allen Märkten zu finden. Die Zuflüsse aus Marokko verringerten sich. Kirschtomaten stammten fortlaufend überwiegend aus Italien. In diesen Sektor gewannen die Niederlande und natürlich Deutschland an Relevanz. Hier fielen die Notierungen ebenso wegen einer verdichteten Bereitstellung ab. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Fleischtomaten: Die Verbilligungen beruhten auf expandierenden Mengen aus Belgien.

Gemüsepaprika
Die Niederlande bauten ihre Dominanz aus. Belgien verstärkte den Versand marginal. Spanien verlor zusehends an Bedeutung. Einheimische Chargen vertrieb man lediglich punktuell, wenn auch in ausgedehntem Umfang. Marokkanische Partien waren in leicht vermindertem Maß einzig in München, Frankfurt und Hamburg vor Ort. Insgesamt reichten die zur Verfügung stehenden Angebote aus, um den Bedarf hinlänglich zu decken. Die Forderungen ließen sich daher nicht dauerhaft auf ihrem Niveau fixieren. Früher oder später mussten sie stufenweise, manchmal offensichtlich reduziert werden, da der Absatz sonst ins Stocken geraten wäre. Diesmal waren sogar die türkischen Erzeugnisse davon betroffen, die sich diesbezüglich für gewöhnlich wesentlichen Veränderungen verweigern konnten. Eine Ausnahme machte München. Dort etablierten sich aufgrund einer kontinuierlich überschaubaren Produktpalette meistens Verteuerungen.

Spargel
Das Geschäft war fest in der Hand der inländischen Anlieferungen. Griechenland verabschiedete sich nach und nach aus der Vermarktung. Spanien und die Niederlande rundeten das Sortiment ab. Gerade zu Beginn der Woche ging die Räumung bloß unbefriedigend vonstatten. Parallel dazu wuchs freilich die Versorgung sukzessive an. Man musste somit sensibel und kompromissfähig bei der Findung der Preise sein; Absenkungen waren an der Tagesordnung. Nur so konnten drängende Überhänge vermieden werden. Ab Donnerstag verbesserte sich der Zuspruch augenscheinlich. In den überwiegenden Fällen hatte dies jedoch kaum Einfluss auf die Kurse, da die Mengen fortwährend anstiegen. Ausschließlich in Frankfurt löste das angekündigte schöne Wetter einen regelrechten Run vorrangig auf die einheimischen und niederländischen weißen Kultivare aus. Die Bewertungen konnten daraufhin bei diesen kurzfristig angehoben werden. Selbst hohle Stangen, zumal sehr billig, vermochte man hier ohne Probleme flott abzusetzen.

Zwiebeln
Bei den Gemüsezwiebeln dehnten sich die chilenischen Importe merklich aus. Diese waren mittlerweile fast auf sämtlichen Plätzen verfügbar, fehlten lediglich in Köln gänzlich. Die qualitativ überzeugenden Produkte wurden für gewöhnlich problemlos untergebracht. Spanische Offerten dominierten kontinuierlich, mussten aufgrund der Konkurrenzsituation indes mancherorts etwas günstiger abgegeben werden. Im Segment der Haushaltsware beherrschte Neuseeland das Geschehen. Australien und Deutschland sowie Österreich und die Niederlande komplettierten. Bei einer auf die Nachfrage abgestimmten Bereitstellung veränderten sich die Notierungen nicht wesentlich. Die Güte der einheimischen Partien ließ ab und an zu wünschen übrig, was sich aber nicht durchschlagend auf die Forderungen auswirkte.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Die mitteleuropäische Beerensaison startete mit niederländischen Himbeeren in 150-g-Schalen zu 2,80 bis 3,- €. Brombeeren kosteten 2,50 bis 3,- € je 125 g. Reichliche spanische und marokkanische Heidelbeeren wurden zu Sonderpreisen angeboten. Argentinien sendete erste entgrünte Satsumas in der Größe 1x zu 12,- € je 10-kg-Karton. Die Zufuhren von inländischem Rhabarber wuchsen an, woraufhin die Kurse auf 2,- bis 2,50 € je kg sanken. Für belgische, italienische und niederländische Auberginen musste sukzessive mehr gezahlt werden. Artischocken wurden von den Kunden gemieden. Zucchini verbilligte sich infolge zu starker Abladungen. Den Bedarf an Lauchzwiebeln und Radieschen deckten überwiegend einheimische Chargen. Bei Chinakohl und Wirsing sah die Sache anders aus, hier mussten südeuropäische Lieferanten helfen. Das Interesse an Bärlauch war ungebrochen, die 1-kg-Kiste wurde mit ca. 8,- € bewertet.
München
Erste spanische weiße Nektarinen trafen ein. Mengenbedingt vergünstigten sich spanische Himbeeren; ergänzende und teurere Früchte kamen aus Marokko. Brombeeren stammten aus Spanien und Italien. Mit stabilen Forderungen wurden chilenische Johannisbeeren vermarktet. Die Nachfrage nach Radieschen und Rettichen stieg an, woraufhin man die Bereitstellung ausdehnte.
Berlin
Im Wochenverlauf nahm die Präsenz von spanischen Himbeeren weiter zu. Sie kosteten zwischen 1,70 und 1,80 € je 125-g-Schale. Auch Johannisbeeren aus den Niederlanden waren standweise verfügbar. Hier lag der Preis bei etwa 2,40 bis 2,50 € je 125-g-Schale. Für Kulturheidelbeeren aus Frankreich und Spanien mussten 1,50 € je 125 g gezahlt werden.
 

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 14 / 16
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 14.04.2016

Schlagwörter

Jonagold, Elstar, Braeburn, Deutschland, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin