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Studie: 88 Mio. t Lebensmittel landen EU-weit jährlich im Müll

05. April 2016

In den 28 EU-Mitgliedstaaten werden jährlich etwa 88 Mio. t Lebensmittel im Wert von rund 143 Mrd. Euro verschwendet. Das ist das geschätzte Ergebnis des EU-Projekts "Fusions" zur Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen, an dem auch das Institut für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien beteiligt ist. Das berichtet das Agrarisches Informationszentrum, aiz.info.

Bildquelle: Shutterstock. Lebensmittelabfälle
Bildquelle: Shutterstock.

Private Haushalte verursachen demnach mit 47 Mio. t den größten Anteil von Lebensmittelabfällen in der EU, zusammen mit Gastronomie und Handel beträgt der Anteil 70% an den Nahrungsmittelverlusten. Die Sektoren Produktion und Verarbeitung tragen zu den restlichen 30% der Abfälle in der EU bei.

Etwa 173 kg Lebensmittelabfälle pro Person landen jährlich in der EU-28 entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Müll - das entspricht rund 20% der im Jahr 2011 produzierten EU-Nahrungsmittelmenge von 865 kg pro Kopf. Die Daten umfassen sowohl den essbaren als auch den nicht essbaren Anteil von Lebensmitteln (z.B. Orangenschalen).

Lückenhafte Datenlage

Die Wissenschafter weisen auf die relativ hohe Unsicherheit der Ergebnisse aufgrund der lückenhaften Datenlage hin. Zahlen in ausreichender Qualität würden nur für ein Viertel der EU-Mitgliedstaaten vorliegen, wodurch bei Schätzung des Abfallaufkommens für die gesamte EU eine signifikante Unsicherheit entsteht, die in der aktuellen Studie mit ± 14 Mio. t beziffert wird. Zur besseren Datenerfassung haben die Forscher deshalb auch ein Handbuch über die Quantifizierung von Lebensmittelabfällen entwickelt.

Die Reduktion der Verluste bei Nahrungsmitteln auf 50% in den Bereichen Haushalte und Handel ist Teil der UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, zusätzlich zur Verminderung entlang der Produktion und Lieferkette bis 2030.

Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 05.04.2016

Schlagwörter

Studie, Lebensmittel, EU, Müll