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Europäische Kommission sucht nach Mehrheit bei Glyphosat

14. März 2016

Das Wiederzulassungsverfahren für Glyphosat hängt in der Schwebe, nachdem sich in dieser Woche dafür keine qualifizierte Mehrheit unter den EU-Mitgliedstaaten abzeichnete. Im Ständigen Ausschuss Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SC-PAFF) stimmten nur 17 von 28 EU-Mitgliedsländern für die Verlängerung des umstrittenen Herbizidwirkstoffs um weitere 15 Jahre. Frankreich, Italien und die Niederlande blieben bei ihrer Ablehnung. Sieben EU-Mitgliedstaaten, darunter Österreich, enthielten sich der Stimme und ein EU-Land gab keine Meinung ab. Schon feiern Gegner von Glyphosat einen Etappensieg.

Unkrautvernichtung
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Sollte sich am Abstimmungsverhalten nichts ändern, könnte die EU-Kommission rechtlich gesehen Glyphosat nach einem weiteren Votum in der Berufungsinstanz ohne Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten verlängern. Doch die Brüsseler Behörde hat im PAFF-Ausschuss angedroht, sie werde ihren Vorschlag zurückziehen, falls sich nicht weitere Befürworter bis zur nächsten Sitzung einfinden. Wegen der Kritik in der Öffentlichkeit an Glyphosat will die EU-Kommission die Entscheidung nicht mehr auf die eigene Kappe nehmen.

Am 30. Juni 2016 läuft die Zulassung von Glyphosat aus. Allerdings dürfen dann auch ohne Verlängerung noch die Bestände des Herbizids verkauft und genutzt werden. Die nächste Sitzung der Pflanzenschutzmittelexperten im PAFF-Ausschuss ist für den 17. und 18. Mai 2016 anberaumt, für die sich auch jederzeit ein früherer Termin einrichten lässt. 

Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 14.03.2016

Schlagwörter

EU, Glyphosat