Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Nadorcott und Clemenvilla hatten Vermarktung fest im Griff

11. Februar 2016

Spanische Mandarinen, allen voran Nadorcott und Clemenvilla, hatten die Vermarktung fest im Griff. Das Sortiment ergänzten israelische Orri in verschiedenen Marken und Aufbereitungen, türkische Nadorcott und Nova sowie marokkanische Nour und italienische Tacle, die meist mit Blatt aufgemacht waren.

Mandarinen

Im Segment der Clementinen dominierten spanische Clemenules, die aber wie türkische Satsumas nur eine Nebenrolle spielten. Summa summarum schränkte sich die Verfügbarkeit ein, sie genügte trotzdem, um die kontinuierliche Nachfrage zu befriedigen. Oftmals konnte das Interesse mit den Zufuhren nicht Schritt halten, Bestände waren an der Tagesordnung, was die Händler häufig dazu zwang, die Forderungen zu senken. In Frankfurt betraf dies insbesondere kleine Produkte, während größere hier mengeninduziert sogar etwas teurer wurden.

Äpfel
Deutschland beherrschte mit Elstar, Jonagold und Braeburn das Geschehen. Italien steuerte hauptsächlich Golden Delicious und Granny Smith bei. Aus Frankreich wurden speziell Pink Lady, Granny Smith und Jazz angeliefert. Die Niederlande beteiligten sich mit Jonagold und Cripps Pink am Geschäft. Häufig war ein steter Handelsverlauf an der Tagesordnung. Das Interesse konnte problemlos gestillt werden, sodass sich bezüglich der Kurse keine wesentlichen Veränderungen zeigten. Ab und an wurde die untere Preisgrenze etwas angehoben. In Frankfurt sollte man für gelegte Golden Delicious, Red Chief und Royal Gala aus Italien stolze 6,50 € je 4-kg-Karton zahlen, was bei den Kunden nur auf wenig Gegenliebe stieß. Niederländische Joya, französische Pink Lady und italienische Jazz konnten hier indes ohne Schwierigkeiten untergebracht werden.

Tafeltrauben
Südafrikanische Thompson Seedless, Flame Seedless und Prime Seedless prägten die Vermarktung. Aus Peru kamen unter anderem Red Globe, aus Namibia vor allem Flame Seedless. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus und genügte, um den Bedarf zu decken. Oftmals fiel die Nachfrage, die sich vorrangig auf kernlose Varietäten konzentrierte, sehr schwach aus. Wer Bestände vermeiden wollte, musste die Bereitstellung reduzieren. Doch selbst dann gelang eine Leerung der Läger nicht immer. Auch gesenkte Forderungen führten nicht durchgängig zu einer Räumung. Lediglich in Hamburg verteuerten sich manche Offerten, sofern ihre Qualität überzeugte. Mangelhafte Partien, wie sie in der Hansestadt in Erscheinung traten, mussten wie üblich mit Verbilligungen abgegeben werden.

Kiwis
Italienische Chargen dominierten vor griechischen und französischen. Summa summarum war ein ruhiges Interesse zu beobachten, was man mit Leichtigkeit stillte. Die Preise veränderten sich nur selten; in Köln wurden die der französischen Produkte etwas erhöht. In München setzte man die Bewertungen der italienischen Früchte herab; die Verkäufer wollten so den Zuspruch der Kunden gewinnen, die bis dato eher bei den günstigeren griechischen zugegriffen hatten.

Orangen
Spanien beherrschte das Geschehen. Vorrangig gab es Navelina, Salustiana und Navel. Neue Lane Late traten zu einem ungewöhnlich frühen Saisonzeitpunkt in Erscheinung. Griechische Navel, marokkanische Salustiana und türkische Washington Navel komplettierten. Erste Valencia Late aus Ägypten kosteten in Frankfurt lediglich 10,- bis 12,- € je 15-kg-Karton. Bei den Blutorangen wurden speziell italienische Moro und Tarocco abgeladen. Spanische Cara Cara und Sanguinelli rundeten das Angebot ab. Insgesamt orientierte sich die Versorgung an den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass sich die Notierungen nicht wesentlich bewegten. In Hamburg verbilligten sich italienische Moro, da sie hinsichtlich ihrer Qualität nicht durchgängig überzeugten. Auch in Köln mussten die Aufrufe für Partien aus Italien verringert werden.

Zitronen
Spanische Primofiori beherrschten das Geschäft; türkische Lamas rundeten das Angebot ab. Für gewöhnlich stimmte man die Bereitstellung auf den Bedarf ab, sodass sich die Notierungen nicht wesentlich veränderten. In Berlin bröckelten die Bewertungen sukzessive ab, da die Anlieferungen zu üppig ausfielen. In München zogen die Kurse im Wochenverlauf an, nachdem sie sich anfangs abgeschwächt hatten. In Frankfurt erhöhte man die untere Preisgrenze auf bis zu 20,- € je 100 Stück.

Bananen
In der Regel orientierte sich die Versorgung an den Unterbringungsmöglichkeiten. Dennoch konnten hier und da die Forderungen angehoben werden: In Frankfurt betraf dies die Zweit- und Drittmarken, in Hamburg lediglich die Zweitmarken und in München das komplette Sortiment.

Blumenkohl
Die italienischen Zufuhren beherrschten den Markt, die französischen ergänzten. Mittlerweile war die Verfügbarkeit nach Überwindung der Auswirkungen des kurzen Wintereinbruchs merklich angewachsen. Dem Handel fehlte es generell an Schwung. Eine völlige Räumung gelang nur schwerlich. Die hohen Bewertungen der Vorwoche waren meistens nicht zu halten. Für gewöhnlich sackten sie ab; manchmal indes blieben die der italienischen Offerten stabil. Zum Schluss kostete eine 6er-Steige 6,50 bis 7,50 €. Örtlich vorrätige spanische Produkte waren zu teuer; der Kunde ignorierte sie. Daher wurden die Zugänge gestoppt.

Salat
Alleinig aus Spanien zufließender Eissalat traf in üppigem, verschiedentlich zu reichlichem Umfang ein. Zudem wusste die Qualität nicht stets zu überzeugen. Die Kurse, eher selten konstant, bewegten sich vorrangig nach unten. Punktuell konnten sie zum Freitag etwas anziehen. Das Angebot an Kopfsalat gestaltete sich differenziert: mal überwogen belgische, mal italienische Importe. Französische Abladungen komplettierten, sporadisch rundeten niederländische das Geschehen ab. Bei wohlüberlegter Bereitstellung konnte man die Forderungen auf bisherigem Niveau belassen. Hin und wieder mussten sie jedoch gesenkt werden infolge ausgeprägten Konkurrenzkampfes zwischen den einzelnen Herkünften oder eines gedämpften Zugriffs. Lediglich in München befestigten sie sich. Den größten Sprung machten dabei die belgischen Abpackungen, die dadurch aber kaum an Beachtung einbüßten. Bunte Salate stammten hauptsächlich aus Italien und Frankreich. Belgien beteiligte sich mit Lollo Rosso. Bei einem ansprechenden Erscheinungsbild der Ware sowie bei angehobenen Einständen stiegen die Notierungen oftmals an, verharrten ansonsten auf einem unveränderten Level. Italienische Endivien erfreuten sich einer regen Abnahme. Neben Standardsteigen mit 12 Stück wurden verstärkt 8er- und 6er-Sortierungen gesichtet. Güteinduziert erzielten französische Chargen fast das Doppelte von italienischen. Feldsalat aus dem Inland und Belgien verbilligte sich aufgrund von Mängeln und zu langsamer Unterbringung.

Gurken
Bei Schlangengurken wurde der von Spanien beherrschte Markt durch Offerten aus Frankreich und den Niederlanden mit nur schrittweise anwachsender Präsenz ergänzt. Der Fährstreik hatte die Verfügbarkeit der griechischen Partien merklich eingeschränkt. Die Versorgung fiel generell zu knapp aus. Das Kontingent kleiner Kaliber dehnte sich zuweilen aus. Manchmal verringerten Aktionen des LEH die Zugänge am Platz. Die Preise kletterten trotz des nicht gerade lebhaften Interesses bis Freitag sukzessive aufwärts. Minigurken kamen maßgeblich aus den Niederlanden oder nicht immer in genügender Menge aus der Türkei. Spanien baute die Produktpalette in Hamburg und Frankfurt aus. Entgegen einer befriedigenden Nachfrage sackten die Bewertungen häufiger ab, weniger neigten sie zu einer gewissen Stabilität oder strebten nach oben.

Tomaten
Die dominierenden spanischen Runden Tomaten und Rispentomaten waren gelegentlich nicht von überzeugender Ausfärbung geprägt. Sie wurden ansteigend von Ware aus Belgien und den Niederlanden komplettiert. Auch Italien spielte eine Rolle. Die Bereitstellung reichte oft nicht aus, um den Bedarf hinlänglich zu decken. Nach seltenen Einbrüchen gewannen die Kurse nach und nach an Höhe. Das galt insbesondere für tagesfrische Anlieferungen. Kirschtomaten, hauptsächlich aus Italien und den Niederlanden, punkteten verstärkt mit verbesserten organoleptischen Eigenschaften. Sie verteuerten sich hin und wieder bei vielfach unveränderten Forderungen. Fleischtomaten flossen überwiegend aus Belgien oder Spanien zu. In der Regel generierten sie einen flotten Zugriff. Daher konnten die bisherigen Aufrufe zumeist etwas angehoben, mussten bloß sporadisch gesenkt werden.

Gemüsepaprika
Die Versorgung mit den vorherrschenden spanischen Importen fiel überschaubar aus. Dazu gab es übersichtliche Zufuhren aus dem östlichen Mittelmeerraum wie der Türkei und Griechenland sowie aus dem nördlichen Afrika. Wegen der begrenzten Verfügbarkeit bewegten sich die Bewertungen von roten und gelben Kultivaren grundsätzlich nach oben. Grüne Angebote trafen für gewöhnlich in größeren Mengen ein, weshalb sie vorrangig stabil notierten. Vor allem aber die türkischen Abladungen vergünstigten sich vermehrt. Flow-Packs mit Carliston und Dolma aus der Türkei kosteten in Frankfurt lediglich 0,75 € je 400-g-Beutel, während die mit Kapia in der Spitze bis zu 1,30 € je 400 g erzielten. Äußerst spärlich wurden gelbe und rote Früchte aus Italien offeriert.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln flossen ausschließlich aus Spanien zu. Die angespannte Geschäftssituation entschärfte sich etwas. Trotz fortlaufend eingeschränkter Zugänge schien das Preishoch überschritten: Es machten sich verstärkt leichte Verbilligungen bemerkbar. Zum Teil werden diese auch erst in der 6. KW erwartet. Anlieferungen aus Japan bauten die Produktpalette im gehobenen Qualitätssektor sporadisch in marginalem Umfang aus. Wie gebräuchlich wurde inländische Haushaltsware durch niederländische und einzig in München zudem durch österreichische Partien komplettiert. Die dosierte Bereitstellung harmonisierte vorwiegend hinlänglich mit den kontinuierlichen Verkaufsmöglichkeiten. Die Forderungen verharrten somit hauptsächlich auf einem konstanten Niveau.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Das Überangebot und die zögerliche Nachfrage bei Erdbeeren hatten niedrige Notierungen zur Folge. Ganz anders bei Ananas, es gab nur begrenzte Mengen und die Kurse kletterten einstandsbedingt auf 12,- bis 15,- € je Kiste mit 5 bis 7 Stück. Per Flug zugeführte Mango und Papaya räumten stetig und zu sehr festen Bewertungen. Chile erweiterte das Sortiment bei Aprikosen mit 3-kg-Kartons zu 43,- €. Pitahaya aus Asien und Südamerika wurden ab Donnerstag flott untergebracht. Grünkohl und Rosenkohl sowie Flower-Sprout bereicherten den ansonsten müden Gemüsehandel. Wieder neu am Markt waren italienische schwarze Trüffel zu 700,- € je kg sowie Steinpilze aus Übersee.
Hamburg
Im Wochenverlauf stiegen die Preise für Buschbohnen verschiedener Herkunft deutlich aufwärts.
München
Neben spanischen Erdbeeren trafen marokkanische ein; sie wurden in 250-g-Schälchen und vermehrt in 500-g-Schalen offeriert. Die Anlieferungen orientierten sich am Bedarf und die Forderungen konnten behauptet werden. Spanische, portugiesische und marokkanische Himbeeren präsentierten sich in Sachen Ausfärbung, Kaliber und Kondition überwiegend ansprechend, was die Aufrufe stabilisierte. Mexikanische Importe komplettierten. Angebotsinduziert verteuerten sich Ananas. Zucchini, Brokkoli und Auberginen kosteten so viel wie bislang. Kohlrabi aus Italien wurde durchweg recht umfangreich abgeladen.
Berlin
Die Zufuhren mit spanischen Erdbeeren nahmen im Wochenverlauf weiter zu, obwohl das Interesse hinter den Erwartungen zurückblieb. Preislich mussten daher immer wieder Zugeständnisse gemacht werden; die Kurse lagen zwischen 1,40 und 1,70 € je 500-g-Schale. Die Bedeutung von italienischen Artischocken wuchs an: Für die in Großkisten aufbereiteten Produkte zahlte man etwa 1,85 € je kg.
 

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 05 / 16
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Veröffentlichungsdatum: 11.02.2016

Schlagwörter

Mandarinen, Zitrus, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin