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Neuer EU-Kommissionsbericht bestätigt Bedarf an umfassenden Änderungen an Supply Chain Initiative

09. Februar 2016

In Reaktion auf einen neuen am Freitag (29.01) von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht bedauerten Copa und Cogeca, dass die Kommission keine neue EU-Gesetzesregelung zur Bekämpfung unlauterer Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette vorschlägt, begrüßten allerdings, dass die Schwächen der Supply Chain Initiative anerkannt worden waren.

SupermarktBildquelle: Shutterstock.
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Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen sagte in Brüssel: „Wir haben gemeinsam mit den Abgeordneten des Europäischen Parlaments eine europäische Gesetzesregelung gefordert, um unlautere Handelspraktiken wirksam zu bekämpfen und eine faire und ausgewogenere Lebensmittelversorgungskette zu gewährleisten. Dies ist für uns eine Priorität. Wir drängen seit geraumer Zeit auf eine gesetzliche Regelung. In Kombination mit freiwilligen Vereinbarungen und ihrer Durchsetzung durch einen unabhängigen Dritten als Rückhalt würde dies eine Lösung darstellen, die für Landwirte, Verarbeiter, den Einzelhandel und Verbraucher gleichermaßen funktioniert.“
 
Er fuhr fort: „Auch wenn Copa und Cogeca 2011 den Prinzipien guter Praxis zugestimmt hatten, konnten wir uns der freiwilligen Supply Chain Initiative, auf die sich die Verarbeiter und Einzelhändler 2013 einigten, nicht anschließen, da sie weder in ausreichendem Maße anonyme Klagen und Sanktionen für schlechte Praktiken vorsieht noch über ein adäquates System für die unabhängige Durchsetzung verfügt. In diesem Bericht erkennt die Kommission die Schwächen der Supply Chain Initiative an und fordert, diese anzugehen. Das sind sehr gute Neuigkeiten. Wir begrüßen zudem die Angabe der Kommission, wonach die Supply Chain Initiative einer unabhängigen Stelle Untersuchungs- und Sanktionsbefugnisse erteilen sollte. Genau das haben Copa und Cogeca gefordert.“
 
„Die Tatsache, dass 20 Mitgliedstaaten über nationale Gesetzesregelungen in diesem Bereich verfügen bzw. dabei sind, sie einzuführen, zeigt, dass unlautere Handelspraktiken ein EU-weites Problem sind, das eine EU-weite Lösung erfordert.  Wir sind überzeugt, dass letzten Endes eine gesetzliche Regelung notwendig ist, um faire Ausgangsbedingungen zu schaffen und die Fragmentierung des EU-Marktes sowie Wettbewerbsverzerrungen – eine große Sorge für Landwirte und landwirtschaftliche Genossenschaften – zu minimieren. Wir freuen uns auf eine Diskussion der notwendigen Änderungen an der Supply Chain Initiative im Hochrangigen Forum für eine bessere Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette“, so Pesonen abschließend.
 

Veröffentlichungsdatum: 09.02.2016

Schlagwörter

EU-Kommissionsbericht, Bedarf, Änderungen, Supply Chain, Initiative, Einzelhandel