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Studie: Neue Bewertungsmethoden für Gemüseverunreinigung erforderlich

20. Januar 2016

Die traditionelle Methode für die Bewertung der Verunreinigungsniveaus von Gemüse belasteter Böden ist nicht so verlässlich, wie zuvor gedacht. Dies wurde in einer neuen Studie festgestellt. Eine neue Risikobewertungstechnik zeigte, dass die tägliche Aufnahme von Kadmium in Salat, der auf Böden nahe schwedischer Glasbetriebsgelände angebaut wurde, für ein Fünftel der Bevölkerung der Studie über der Sicherheitsgrenze lag. Das berichtete Science for Environment Policy (Wissenshaft für Umweltpolitik), ein Dienst der Europäischen Kommission.

Salat

Da selbst angebautes Gemüse und urbanes Gärtnern immer beliebter werden, ist es wichtig, die Risiken einzuschätzen, die mit dem Konsum dieses Gemüses verbunden sind. Allerdings schauen die üblichen Risikobewertungen oft nicht auf die Konzentrationen der Schadstoffe in dem standortspezifischen Gemüse, sondern nutzen nur die Bodenverunreinigung und einen Biokonzentrationsfaktor (BCF), um das Risiko einzuschätzen. Der BCF ist ein Wert, der vorhersagt, wie viel der Schadstoffe eine Pflanze aus dem Boden aufnehmen wird. Einige Wissenschaftler denken, die Verwendung des BCF ist ungenügend, um das Risiko eines bestimmten Standortes zu kalkulieren, und kann die Gebiete übersehen, die das höchste Risiko darstellen.

Die Forscher untersuchten diese Ungenauigkeiten, indem sie die tatsächlichen Konzentrationen von Kadmium und Blei im Boden und dem Gemüse testeten, das im Umkreis von 250 m bei 22 der am meisten verunreinigten Glasbetriebsgelände im südöstlichen Schweden angebaut wurde.

Fast die Hälfte der Bodenproben hatte Kontaminierungsniveaus oberhalb der Richtwerte der Schwedischen Umweltschutzbehörde.

Die Niveaus waren bei dem Großteil des Gemüses nicht so hoch und überschritten die Grenze nicht, die für Lebensmittel festgelegt ist. Allerdings lagen 19% der Salatproben über dem Sicherheitsstandard für die Kadmiumniveaus. Die Autoren stellten auch fest, dass 17% der weiblichen Bevölkerung in der untersuchten Gegend gefährdet sind, schädliche Mengen an Kadmium durch selbst angebautes Gemüse aufzunehmen.

Die Forscher sagen, ihre Ergebnisse zeigen, dass etwas gegen die Unsicherheit getan werden muss, die bei der Verwendung des allgemeinen BCF besteht, wenn die Gesundheitsrisiken der Aufnahme von Schadstoffen durch Gemüse bewertet werden. Sie schlagen vor, dass in Zukunft spezifische BCF für die Risikobewertung bevorzugt werden, um eine höhere Verlässlichkeit zu erreichen.
Quellen: Augustsson, A. L. M., Uddh-Söderberg, T. E., Hogmalm, K. J. & Filipsson, M. E. M. (2015). Metal uptake by homegrown vegetables – The relative importance in human health risk assessments at contaminated sites. Environmental Research, 138, 181-190. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.envres.2015.01.020

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Quelle: Science for Environment Policy

Veröffentlichungsdatum: 20.01.2016

Schlagwörter

Studie, Bewertungsmethoden, gemüse, Verunreinigung, erforderlich