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Österreich: Gemüseernte bleibt unter Vorjahresergebnissen, Spezialisierung gewinnt

22. Dezember 2015

Erwartungsgemäß ist die Gemüseernte in Österreich aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse wesentlich geringer als in den Vorjahren ausgefallen. Hitze, Trockenheit und fehlendes Licht haben Spuren hinterlassen. Die Anbauflächen blieben hingegen stabil. Das Ernteergebnis in der Höhe von 560.000 Tonnen lag lt. dem aktuellen Erntebericht der Statistik Austria um 18,7 Prozent unter dem Vorjahr und um etwas mehr als 12 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.

Karotten

Vor allem die sehr schlecht ausgefallene Karotten- und Zwiebelernte (minus 37 bzw. minus 20 Prozent zum Vorjahr ) haben sehr wesentlichen zu dieser negativen Entwicklung beigetragen. Wobei Zwiebeln im Unterschied zu Karotten von den Produzenten im Anbau relativ stark forciert wurden. Im 5-jährigen Durchschnitt ist die Zwiebelanbaufläche in Österreich um 9,3 Prozent gestiegen. Der Karottenanbau verzeichnete hingegen Einbußen in der Höhe von 3,2 Prozent.

Für Fruchtgmüse ergab sich mit 147.700 Tonnen im Vorjahresvergleich ein leichter Ernterückgang (minus 4 Prozent) . Im langjährigen Durchschnitt konnte allerdings ein positives Ergebnis erzielt werden. Bei Fruchtgemüse bleiben Gurken und Tomaten die volumenstärkste Kultur. Vor allem gewinnt die Rispentomate weiter Marktanteile.

Wesentlich an Bedeutung hat Chinakohl verloren. Hier schrumpften die Anbauflächen im 5-jährigen Durchschnitt um 20,5 Prozent und im Vorjahresvergleich um 13,3 Prozent. Die Ernte lag bei 16.700 Tonnen und um 30,8 Prozent unter dem vorjährigen Volumen. Im langjährigen Druchschnitt gingen sogar 30,8 Prozent verloren.

Erhebliche Rückgänge verzeichneten auch die Salate. Bummerlsalat erbrachte eine Erntemenge von 17.885 Tonnen und Häuptelsalat von 11.140 Tonnen. Ein Minus von 13,3 bzw. 15,9 Prozent. Dazu hat neben Hitze und Trockenheit eine Reduktion der Anbauflächen beigetragen. Wobei vor allem seit 2012 der Salatanbau im Freiland kontinuierlich abnimmt. Zu Lasten von Salat aus geschütztem Anbau, wobei diese Erntemengen sehr deutlich unter dem Freilandanbau liegen. Ein Gewinner in diesem Segment ist die Endivie. Diese Salatkultur konnte auch 2015 als eine der wenigen Ausnahmen im Gemüseanbau sowohl in der Menge als auch in der Fläche deutlich zulegen.

Angesichts der sehr geringen Erntemengen ist es nicht verwunderlich, dass die Preise für viele Gemüsesorten und auch Kartoffeln deutlich angezogen haben. Im Oktober lagt das Preisniveau ernteabhängig durchwegs über den Vorjahreswerten. Greift man als Vergleichsbasis nur den Oktober heraus, wurden für Karotten und Zwiebel die höchsten Preise seit 1998 bezahlt.

Spezialitäten kompensierten Ernteverluste

Umsatzrückgänge im Lebensmittelhandel konnten über eine verstärkte Sortenspezialisierung im laufenden Jahr zumindest teilweise vermieden werden. Dazu gehören etwa Minigurken, Melanzani oder Ochsenherzen-Paradeiser. Ebenso gewinnt lt. der LGV-Erzeugerorganisation der Anbau von winterhartem Gemüse eine immer stärkere Bedeutung. Hier gelangen zum Beispiel mit gestecktem Vogerlsalat sehr erfreuliche Zuwachsraten.

Quelle: AMA-Marketing - Marktbericht Obst und Gemüse - November 2015

Veröffentlichungsdatum: 22.12.2015

Schlagwörter

AMA-Marktbericht, Obst, gemüse, Österreich, Gemüseernte, Vorjahresergebnissen, Spezialisierung