Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Die südafrikanische Tafeltraubensaison hat angefangen

10. Dezember 2015

Wie erwartet startete die südafrikanische Saison. Prime Seedless kosteten in Frankfurt 20,- € je 4,5-kg-Karton und Early Sweet in Hamburg 13,- € je 4,5 kg. In der Hansestadt wurde allerdings der Geschmack des Öfteren bemängelt. Die südafrikanische Importe hatten indes nur einen geringen Anteil am Sortiment, das weiterhin von türkischen Sultana, italienischen Italia und brasilianischen Thompson Seedless angeführt wurde.

Trauben

Die Abladungen aus Peru und Brasilien wurden vermehrt in 8,2-kg-Gebinden angeboten. Auch die Wichtigkeit italienischer und griechischer Früchte schwächte sich ab. Insgesamt gelang es dennoch, das Interesse hinreichend zu stillen, sodass sich hinsichtlich der Notierungen nicht allzu viel tat. Überzeugte die Qualität, konnten die Preise mindestens stabil gehalten oder bisweilen sogar etwas erhöht werden.

Äpfel
Der Absatz gestaltete sich augenscheinlich holprig: Es war deutlich zu merken, dass in der Nikolauswoche andere Obstarten, allen voran Zitrusfrüchte, im Mittelpunkt der Kunden standen. Deutschland prägte mit etlichen Varietäten das Geschehen: Elstar, Braeburn, Jonagold und Boskoop befanden sich an der Spitze der Produktpalette. Italien und Frankreich schickten vorrangig gelegte Golden Delicious und Granny Smith. Niederländische Chargen ergänzten. Das schwache Interesse konnte trotz einer verringerten Bereitstellung mit Leichtigkeit gestillt werden. Die Preise veränderten sich daher in der Regel nicht gravierend. Hier und da versuchte man, die Aufrufe zu erhöhen, was bei einer begrenzten Order nicht wirklich gelang. In Köln veräußerte man italienische Pink Lady in 2-kg-Kartons, was aber auch nicht dazu beitrug, die Vermarktung zu beschleunigen.

Birnen
Italien bestimmte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ das Geschäft. Deutschland beteiligte sich speziell mit Alexander Lucas und Conference. Niederländische und belgische Conference komplettierten. Die Präsenz türkischer Santa Maria und Deveci schränkte sich augenscheinlich ein. Die Nachfrage war recht verhalten und konnte trotz verkleinerter Versorgung problemlos gedeckt werden. Die Kurse bewegten sich tendenziell eher abwärts, was mit den reduzierten Unterbringungsmöglichkeiten zusammenhing. Nur ab und an, etwa in Berlin, stiegen die Bewertungen an, da der Bedarf nicht vollends befriedigt werden konnte.

Kiwis
Aus Italien stammten zunehmend Hayward, die die griechischen Partien langsam aber sicher ablösten. In Frankfurt tauchten zur Wochenmitte spanische Produkte auf. Bei einer Versorgung, die die Nachfrage ohne Schwierigkeiten befriedigte, veränderten sich die Bewertungen nicht gravierend. Hier und da verbilligten sich italienische Chargen ein wenig. Die Präsenz italienischer Gold-Kiwi stieg an, während die von neuseeländischen Offerten schwand.

Orangen
Navelina dominierten und kamen aus Spanien, Italien und Griechenland. In Frankfurt erhöhte sich der Anteil von 10-kg-Gebinden; Abpackungen mit 15 kg verloren daher an Wichtigkeit. Erste Blutorangen aus Italien, Tarocco und Moro, trafen wie erwartet ein und gesellten sich zum Angebot. Die Ausfärbung ihres Fruchtfleisches ließ allerdings Wünsche offen. Summa summarum fiel das Interesse für die üppigen Anlieferungen zu schwach aus, sodass sich Bestände bildeten. Um diese abzubauen, mussten die Forderungen auf breiter Front gesenkt werden. Auch waren die Händler ab und an gezwungen, die Aufmachungen einheitlicher zu gestalten und konditionell eingeschränkte Früchte auszusortieren. Netzware entwickelte sich immer mehr zum Ladenhüter und generierte kaum Zuspruch. Importe aus Südafrika verabschiedeten sich mancherorts bereits aus der Vermarktung und spielten keine große Rolle mehr.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Clementinen kamen meist aus Spanien; marokkanische und italienische hatten nur komplettierenden Charakter. Satsumas hatten ihren Ursprung in der Türkei; italienische und spanische Offerten rundeten das Angebot ab. Die Verfügbarkeit hatte sich kaum verändert und genügte, um das stete Interesse zu stillen. Insbesondere ab Donnerstag weiteten sich die Unterbringungsmöglichkeiten stark aus, sodass eine Räumung ab und an gelang. Spezielle Aufmachungen wie 1,5- oder 2-kg-Pappkartons wurden in der Niko lauswoche zunehmend beachtet. Schwer zu schälende italienische sowie zu trockene marokkanische Produkte mussten in Frankfurt bemängelt werden. Generell wurde bei Produkten in Netzen nur verhalten zugegriffen. Die Notierungen veränderten sich generell nur marginal; in Berlin sanken sie etwas mehr, da hier die Versorgung zu üppig war.

Zitronen
Die Zufuhren von spanischen Primofiori bestimmten das Marktgeschehen. Türkische Enterdonato ergänzten. Zudem wurden wenige Partien aus Italien und Griechenland abgeladen. Das Volumen der Bereitstellung passte überwiegend zu der leicht verbesserten Nachfrage. Die Kurse zeigten in den meisten Fällen keine wesentlichen Veränderungen. Einzig in Berlin mussten die Forderungen marginal gesenkt werden, da hier zu große Mengen eintrafen, um eine glatte Räumung zu erreichen.

Bananen
Für gewöhnlich orientierte sich die Versorgung genügend am unaufgeregten Bedarf. Die Notierungen blieben vielfach auf einem stabilen Niveau. Dennoch kamen sie häufiger etwas in Bewegung. Während sich in München alle Marken verteuerten, galt dies in Köln lediglich für die Zweitmarke aus Costa Rica. In Berlin verbilligten sich die Drittmarken da sie zu üppig zuflossen. In Köln mussten die Preise der Erstmarke aus Kolumbien nach unten korrigiert werden.

Blumenkohl
Die inländischen Produkte näherten sich erkennbar ihrem Saisonende. Die Verfügbarkeit nahm ab, die Qualitätsunsicherheit zu. Das machte Platz für die Konkurrenz aus Frankreich, die das Geschäft mittlerweile beherrschte, sowie aus Italien und Belgien. Selbst mit spanischen Importen versuchte man Kunden zu gewinnen. Den schweren Köpfen mit schöner weißer Blume aus Frankreich gelang dies jedoch am besten. Diese verbuchten daher hin und wieder höhere Bewertungen. Die Aufrufe für die übrigen Offerten verharrten vermehrt auf einem konstanten Level oder sackten wie in Berlin infolge ausgedehnter, nicht mit dem Interesse harmonisierender Anlieferungen ab.

Salat
Bei Kopfsalat dominierte Belgien vor Frankreich, Italien und Deutschland. Während sich belgische Chargen mancherorts einstandsinduziert verteuerten, verharrten die Kurse der sonstigen Herkünfte auf stabilem Niveau. In Berlin ließen französische und italienische Partien hinsichtlich ihrer Güte Wünsche offen. Eissalat wurde ausschließlich aus Spanien zugeführt. Bei einer leicht eingeschränkten Bereitstellung blieben die Notierungen in der Regel unverändert. Uneinheitliche Kopfgewichte sorgten allerdings für Preisschwankungen. Die Saison der einheimischen Bunten Salate befand sich in der Endphase; Frankreich bestimmte vor Italien und Spanien das Geschehen. Bei Erzeugnissen mit Konditionsproblemen waren die Händler zu Vergünstigungen gezwungen, ansonsten verlief die Vermarktung recht ruhig. Feldsalat aus Belgien verbilligte sich, indes wurden die Forderungen bei inländischem nicht modifiziert. Endivien kamen aus Italien, komplettierend aus Deutschland und Frankreich. Die bisherigen Aufrufe wurden meist bestätigt.

Gurken
Bei Schlangengurken prägte Spanien vor Griechenland das Geschäft. Aus den Niederlanden trafen nur noch geringe Mengen ein. Das schwache aber stete Interesse konnte mühelos gestillt werden. Oftmals war die Verfügbarkeit zu üppig, sodass die Bewertungen gesenkt werden mussten. Hier und da belastete zusätzlich zu reife Ware die Unterbringung qualitativ ansprechender Produkte. Minigurken stammten aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden. Die Nachfrage konnte dank ausgeweiteter Anlieferungen befriedigt werden. Für türkische und spanische Offerten musste für gewöhnlich etwas mehr als bislang gezahlt werden. Niederländische Früchte kosteten dagegen weniger als zuvor.

Gemüsepaprika
Spanien dominierte augenscheinlich vor der Türkei das Geschehen. Griechenland ergänzte, während die Niederlande und Marokko nur abrundenden Charakter hatten. Der Bedarf wurde problemlos gedeckt.  Insgesamt war ein Handel ohne Höhepunkte zu beobachten. Der Verkauf verlief stetig und in der Regelbewegten sich die Kurse seitwärts. Hier und da kam es zu Verteuerungen, die aber nur marginal ausfielen.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln stammten ausschließlich aus Spanien. Ihre Verfügbarkeit hielt sich in einem überschaubaren Rahmen. Bei genügenden Unterbringungsmöglichkeiten verharrten die Bewertungen oftmals auf einem stabilen Niveau. Dabei zeigten sie wegen der begrenzten Mengen eine Tendenz nach oben. Als Alternative wurde häufiger besonders großfallende niederländische Haushaltsware angeboten. Für 70/80er-Sortierung sollte der Kunde bis zu 11,- € je 25 kg bezahlen. Den Hauptteil des Geschäftes mit Haushaltsware stellten die inländischen Abladungen, nur punktuell kamen die Komplettierungen aus den Niederlanden und aus Österreich zum Tragen. Die Forderungen waren keinen wesentlichen Veränderungen unterworfen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Erste ägyptische Erdbeeren in 250-g-Schalen trafen ein. Spanische Früchte waren in 8x250-g-Kartons und niederländische Treibhausofferten zu je 500 g aufgemacht. Grapefruits auf Florida waren mit 25,- bis 30,- € je 17-kg-Karton sehr teuer. Ab 11,- € konnten türkische Importe im 14-kg-Gebinde eingekauft werden. Die dominierenden türkischen Granatäpfel wurden inzwischen durch iranische ergänzt. Südafrikanische Pfirsiche und Nektarinen verbilligten sich. Flower-Sprout, eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl aus den Niederlanden, konnte lose zu 12,- € je 1,5 kg sehr schnell platziert werden. Knappe Auberginen wurden freundlich beachtet, sodass die Kurse stiegen. Bei Zucchini bröckelten die Notierungen hingegen ab. Steinpilze kamen zwischenzeitlich aus Südafrika und wenige Pfifferlinge aus Portugal. Beide sollten zwischen 25,- und 30,- € je kg kosten. Dill und Petersilie aus der italienischen Produktion konnten Preiserhöhungen von bis zu 20 % verbuchen.
Hamburg
Wegen eines eingeschränkten Zugriffs vergünstigten sich Ananas aus Übersee zum Wochenauftakt. Infolge einer Versorgungslücke kletterten die Bewertungen für Auberginen von der iberischen Halbinsel von 7,- € je 5-kg-Packstück am Montag auf 13,- € je 5 kg am Mittwoch.
Köln
Zur Wochenmitte traf eine kleinere Partie von Granatäpfeln aus dem Iran ein, diese wurden aber eher beachtet als gekauft. Bis zur Wochenmitte kosteten Erdbeeren noch bis zu 6,50 € je 500-g-Schale, anschließend nur noch ca. 4,- €. Für ein lebhaftes Geschäft fehlten bei Rosenkohl und Grünkohl die niedrigeren Temperaturen. Neue Lauchzwiebeln aus Italien und Ägypten und erster italienischer Kohlrabi wurden kontinuierlich vermarktet.
München
Das südafrikanische Angebot an Steinobst bestand aus regelmäßig einlaufenden Mengen an Pfirsichen und Nektarinen. Aus Chile stammten vorerst nur Süßkirschen, mit einer Erweiterung des Sortimentes wird nicht vor Ende des Monats gerechnet. Mexikanische Himbeeren sowie argentinische und chilenische Kulturheidelbeeren blieben teuer und wurden vom Facheinzelhandel und der gehobenen Gastronomie stetig geordert. Kakis und Mangos fanden Aufnahme in den Programmen des organisierten Lebensmitteleinzelhandels. Hohe Notierungen galten für Auberginen. Zucchini wurden mit stabilen Kursen auf angehobenem Niveau untergebracht. Rucola kam ausschließlich aus Italien. Die Preise für konkurrenzlosen italienischen Kohlrabi veränderten sich nicht. Bundmöhren standen nur noch aus Italien zur Verfügung.
Berlin
Südamerikanische Pfirsiche und Nektarinen verstärkten im Wochenverlauf ihre Präsenz. Geschmacklich konnten die Früchte nicht vollends überzeugen, daher blieb die Nachfrage begrenzt. Die Pfirsiche sollten 16,- bis 18,- € und die Nektarinen 17,- bis 19,- € je 2,5-kg-Karton kosten.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 49 / 15
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Veröffentlichungsdatum: 10.12.2015

Schlagwörter

Südafrika, Tafeltrauben, Saison, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin