Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Spanische Zitronen beherrschten die Vermarktung

03. Dezember 2015

Türkische ergänzten mittlerweile auch in 5-kg- und 9-kg-Kartons. Griechische Chargen fand man in Frankfurt inzwischen in 15-kg-Gebinden. Die Verfügbarkeit genügte, um den steten Bedarf zu decken. Mancherorts belasteten Rückläufer aus dem LEH den Handel am Platz. Häufig schwächten sich die Kurse ab, da die Versorgung zu umfangreich war. Selbst bei qualitativ einwandfreien Produkten mussten die Bewertungen oftmals modifiziert werden.
 

BLW Zitronen KW 48/15

Äpfel
Deutsche Abladungen prägten wie bislang das Geschäft. Mit beherrschenden Elstar und Jonagold über stetig verkaufte Pinova und Cox Orange bis hin zu das Angebot abrundende Gloster und Idared waren viele Varietäten vertreten. Italien schickte vorrangig Golden Delicious, Royal Gala und Granny Smith, während Frankreich überwiegend Pink Lady und Granny Smith sendete. Die Versorgung schränkte sich zwar ein, die Nachfrage konnte aber dennoch problemlos befriedigt werden. Der Handel verlief ruhig, basierend auf den kurzzeitig gesunkenen Temperaturen zu Wochenbeginn. Inländische Früchte waren billiger als die französischen und italienischen. Da sie für gewöhnlich von ihrer Qualität her keine Wünsche offen ließen, generierten sie einen freundlichen Zuspruch. Vor den ersten Adventstagen besonders begehrte rotbackige Ware wie Red Chief und Red Delicious kosteten mancherorts mehr als zuvor. Bloß Köln berichtete von einem sehr schleppenden Absatz; speziell in Großkisten oder Beuteln verpackte Partien konnten dort schwerlich untergebracht werden.

Birnen
Italien dominierte mit Abate Fetel, Santa Maria, Williams Christ und Boscs Flaschenbirne die Vermarktung. Deutschland beteiligte sich unter anderem mit reduzierten Anlieferungen von Alexander Lucas. In Frankfurt verabschiedeten sich einheimische Köstliche von Charneux ab Dienstag aus dem Sortiment; dagegen weiteten Conference ihre Präsenz kontinuierlich aus. Die Niederlande und Belgien stellten hauptsächlich Conference bereit. Türkische Santa Maria trafen mit Ausnahme von Köln überall ein und hatten generell ergänzenden Charakter. Insgesamt begrenzte sich die Verfügbarkeit etwas. Da sich jedoch das Interesse parallel dazu recht gedämpft zeigte, veränderten sich die Kurse in der Regel nicht merklich. Ab und an bröckelten sie sogar leicht ab. Der Zugriff bei niederländischen und inländischen Gute Luise war in Berlin schwach, da diese zu klein ausfielen und bezüglich ihrer Kondition Mängel aufwiesen. In Frankfurt konnten italienische Red Bartlett im Kaliber 65/70 mm zu 1,10 bis 1,20 € je kg flott umgeschlagen werden.

Tafeltrauben
Peru und Brasilien bestimmten mittlerweile den Handel und führten vorrangig Thompson Seedless, Crimson Seedless und Sugraone zu. Die Bedeutung der Importe aus Übersee verstärkte sich immens, so traten in Hamburg inzwischen brasilianische Italia in Erscheinung, die zu 12,50 € je 4,5-kg-Karton verkauft wurden. Sweet Globe gleichen Ursprungs generierten in Frankfurt nur eingeschränkten Zuspruch und vergünstigten sich daher. Die europäischen Abladungen verloren an Wichtigkeit: Italien prägte mit Italia, Crimson Seedless und Red Globe dieses Segment. Spanische Früchte komplettierten ebenso wie griechische. Türkische Thompson Seedless hatten mancherorts Schwierigkeiten hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, weshalb sie sich verbilligten. Die Notierungen der italienischen Partien kletterten ab und an infolge der verringerten Mengen aufwärts, meist bewegten sie sich aber nicht wesentlich. Mit dem für die 49. KW erwarteten Start der südafrikanischen Saison wird die Relevanz der europäischen Chargen wohl auch künftig schwinden.

Kiwis
Das Sortiment setzte sich aus griechischen, italienischen, französischen und neuseeländischen Offerten zusammen, wobei letztgenannte am teuersten waren. Die Verfügbarkeit orientierte sich für gewöhnlich an den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die bisherigen Forderungen in der Regel bestätigt werden konnten. Hier und da senkte man die Bewertungen leicht ab, um das Geschäft zu beleben, was häufig sogar klappte.

Orangen
Die Anlieferungen von Navelina nahmen kontinuierlich zu. Sie stammten aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. In München kamen mittlerweile türkische Navel an, deren Präsenz in den folgenden Wochen steigen wird. Mit ersten italienischen Moro wird in den nächsten Tagen gerechnet. Der Beginn der Adventszeit sorgte für ein verbessertes Interesse, sodass der Verkauf, zumindest ab Donnerstag, flüssiger verlief als zuvor. In Hamburg fielen die Zufuhren jedoch zu umfangreich aus, sodass die Händler gezwungen waren, die Preise zu reduzieren. Spanische Salustiana hatten, dem Saisonstand entsprechend, bislang bloß einen abrundenden Charakter. Nur noch sporadisch auf den Märkten vertretene Ergänzungen aus Südafrika stießen kaum auf Beachtung.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Sinkende Temperaturen brachten Schwung in das Geschäft, sodass die Absatzzahlen generell befriedigten. Bei den Clementinen bestimmte Spanien das Geschehen; Italien komplettierte. Die marokkanischen Importe gewannen enorm an Wichtigkeit, trafen aber ausschließlich in Hamburg ein, wo sie zu 12,- bis 13,- € je 10-kg-Holzkiste abgewickelt wurden. Bei den Satsumas dominierte die Türkei vor Spanien und Italien. Hinsichtlich ihrer Güte überzeugten fast alle Offerten, lediglich in Berlin bemängelte man ab und an den Geschmack. Insgesamt war die Bereitstellung zu üppig, sodass die Forderungen trotz einer ausgeweiteten Nachfrage verringert werden mussten.

Bananen
Die Bereitstellung hatte man in der Regel wohlweislich auf den ruhigen, aber kontinuierlichen Warenabfluss abgestimmt. Änderungen der bisherigen Aufrufe waren daher selten nötig. Einzig in München mussten marginale Abstriche gemacht werden, da dort die Mengen, die aus den Reifereien zugingen, stärker anstiegen als die Nachfrage. Sonderposten an Drittmarken drängten sich in Frankfurt nur am Donnerstag ins Geschäft. In Köln fiel der Anteil wenig bekannter Drittmarken ins Auge.

Salat
Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien und in Berlin spärlich aus Deutschland. Er traf in einem breiten Qualitätsspektrum ein. Dementsprechend fächerten sich die Spannen der Kurse auf, zumal das Interesse nicht immer ausreichte, um die Erzeugnisse umfassend aufzunehmen. Die Händler mussten Kompromissfähigkeit zeigen. Dennoch tendierten Partien erstklassiger Kondition zuweilen nach oben. Kopfsalat wurde hinlänglich und vorrangig aus Belgien angeliefert. Beständig angebotene italienische Importe hatten es schwer, Kunden zu finden. Frankreich komplettierte. Die Bedeutung inländischer Chargen verminderte sich merklich. Hervorragende Produkte notierten überwiegend stabil, die übrigen manchmal etwas niedriger als zuvor. Die Abladungen von Bunten Salaten traten örtlich in sichtlich differierendem Umfang auf. Zum einen bewegten sich die Preise wegen massiver, kaum unterzubringender Zufuhren nach unten, zum anderen konnten sie sich aufgrund der abklingenden inländischen Kampagne geringfügig befestigen. Bei dosierter Versorgung gewannen Endivien, hauptsächlich aus Italien, zusehends an Beachtung. Dies sicherte diesen meistens konstante Bewertungen. Üppig vorrätiger Feldsalat blieb häufig günstig. Dank intensivierten Vertriebes verteuerte er sich jedoch gelegentlich.

Gurken
Spanien baute seine Vormachtstellung bei Schlangengurken weiter aus. Griechenland ergänzte in München und Berlin. Niederländische und belgische Zuflüsse schränkten sich fortwährend ein. In Köln und München gestaltete sich die Vermarktung nicht sehr leichtläufig. Verbilligungen, insbesondere bei spanischen Offerten, sollten den Absatz beschleunigen, was selten von Erfolg gekrönt war. Nach zunächst verhaltenem Zugriff verbesserten sich in Frankfurt und Hamburg zum Freitag hin die Verkaufszahlen. Es eröffneten sich Möglichkeiten, die Forderungen anzuheben. Die Präsenz spanischer Minigurken wuchs an, die der türkischen und niederländischen dezimierte sich. Eine durchgängige Order war oftmals Basis für unveränderte Aufrufe. Kraft ihrer ausgezeichneten Güte sollten niederländische Früchte wesentlich mehr als ihre Konkurrenz kosten; aber die Distanz zu den Mitstreitern reduzierte sich für gewöhnlich, je näher das Wochenende rückte.

Tomaten
Im Sektor der Runden Tomaten und der losen Ware büßten die mitteleuropäischen Erzeugerregionen sukzessive an Wichtigkeit ein. Parallel dazu dehnten sich die Anlieferungen aus Spanien aus. Da sich die Nachfrage kontinuierlich auf einem unaufgeregten Level bewegte, ergab sich ungeachtet der wenig üppigen Versorgung kaum Spielraum, die Preise nach und nach anziehen zu lassen. Bloß vereinzelt, vornehmlich zum Schluss der KW, etablierten sich Verteuerungen. Die regelrechte Flaute bei Fleischtomaten, die vorrangig aus Belgien und Spanien stammten, hatte an Aktualität nichts verloren. Andauernde Vergünstigungen waren ein Hinweis auf die missliche Lage. Kirschtomaten generierten überwiegend einen freundlichen Zuspruch. Sie gelangten in marginal modifiziertem Umfang hauptsächlich aus Italien und den Niederlanden in den Handel. Für Raritäten musste der Kunde schon etwas aufwenden: flache Marinda aus Italien erzielten 33,- € je 8,5 kg, Rebellion aus Spanien 9,50 € je 6 kg und einheimische Coeur du Boeuf 8,- € je 3 kg.

Gemüsepaprika
Mit dem Ende der niederländischen und belgischen Kampagne beherrschten die spanischen Zufuhren den Markt. Bei einem eher zähflüssigen Vertrieb blieben die Notierungen zum einen auf Vorwochenniveau. Zum anderen kletterten sie kraft der begrenzten Verfügbarkeit häufig aufwärts, seltener wegen eines intensivierten Zugriffs. Geschuldet uneinheitlichen Sortierungen, mussten die Forderungen manchmal in breiter Spanne benannt werden. Mängel hinsichtlich der Form erschwerten den Absatz marokkanischer Abladungen. In Berlin folgten den ausgelaufenen niederländischen Chargen umgehend polnische Partien, die mit Qualität zu punkten wussten. Trotzdem wurden sie billiger als ihr spanische Konkurrenz umgeschlagen. Türkische Offerten komplettierten überall den Verkauf, griechische lediglich in München. Bei beiden Angebotsgruppen verharrten die Kurse für gewöhnlich auf einem unveränderten Level.

Zwiebeln
Ausschließlich aus Spanien trafen Gemüsezwiebeln ein. Die überwiegend gute Nachfrage sicherte meist ein befriedigendes Geschäft. Die Bewertungen bewegten sich oftmals nach oben, da das Problem mit dem fehlenden Frachtraum weiterhin eine reibungslose Versorgung verhinderte. Bis Weihnachten werden die LKW-Kontingente wohl bevorzugt für Agrumi geblockt. Einheimische Haushaltsware fand in München Ergänzung durch österreichische und in Köln marginal durch niederländische Produkte. Ein ruhiger Bedarfshandel bildete die Basis für konstante Preise, die sich zum Freitag hin gelegentlich befestigten. Rote Zwiebeln aus Deutschland, Italien und den Niederlanden generierten bisweilen eine freundliche Order, was zum Teil Aufrufe bis zu 9,- € je 10-kg-Sack ermöglichte.


Weitere Informationen
Frankfurt
Bei inländischen und niederländischen Erdbeeren war die sukzessive Umstellung von 500-g- auf 250-g-Schalen in vollem Gange. Spanische Früchte kosteten ab Dienstag 1,60 bis 1,80 € je 250 g. Italienische Partien kamen am Mittwoch an. Neben argentinischen Heidelbeeren gab es inzwischen Chargen aus Uruguay. Für frische australische Aprikosen mussten 32,- € je 3 kg und für Nektarinen 75,- € je 10-kg-Karton gezahlt werden. Chilenische Süßkirschen wurden zu 125,- € je 5 kg abgesetzt. Zucchini verteuerten sich ab der Wochenmitte infolge gestiegener Einstandsforderungen deutlich auf bis zu 2,- € je kg. Auch bei Auberginen kletterten die Notierungen aufgrund eingeschränkter Abladungen aufwärts. Stangenbohnen und Buschbohnen aus Marokko vergünstigten sich mengeninduziert. Die ersten ägyptischen Lauchzwiebeln im 14er-Karton konnten zu maximal 6,50 € ab Donnerstag erworben werden. Einheimische Artischocken in grün und violett veräußerte man ab 0,63 € je Stück. Steinpilze wurden zu 28,- bis 30,- € je kg schnell verkauft. Schwarze Trüffel sollten mindestens 450,- € je kg einbringen, Alba-Trüffel sogar 3.000,- € je kg.
Hamburg
Optisch ansprechende chilenische Kirschen in der Größe 28 bis 30 mm+ eröffneten zu 15,50 € je kg die Saison. Erste Litschis in Kaliber L aus Südafrika trafen per Luftfracht ein und wurden zu 16,- € je 2,4-kg-Karton umgeschlagen. Wegen eines enormen Nachschubs mussten Ananas aus Übersee merklich billiger vermarktet werden. Spanische Artischocken begannen ihre Kampagne: Sie wurden in 5-kg-Kolli mit 18 Stück und in 6-kg-Kartons mit 24 Stück zu jeweils 16,- € angeboten.
Köln
Pfirsiche, Nektarinen sowie Aprikosen aus Südafrika waren in einem überschaubaren Rahmen vertreten. Der Zugriff seitens der Kunden hielt sich in Grenzen. Erdbeeren wurden nur marginal nachgefragt: Da die Abladungen aus dem Inland, den Niederlanden und Belgien sehr übersichtlich ausfielen, kletterten die Kurse trotzdem auf bis zu schwindelerregende 6,- € je 500 g. Das übrige Beerenobst hatte seinen Ursprung zum Teil in Europa; Himbeeren und Brombeeren aus Südamerika kosteten bis zu 17,60 € je kg. Für südamerikanische Mangos wurden bis zu 41,- € je 6 kg aufgerufen. Mittlerweile erreichten israelische und brasilianische Feigen den Handel. Ananas aus Costa Rica standen wieder vermehrt bereit. Portugiesischer Spitzkohl ergänzte den noch verfügbaren einheimischen. Die Preise für an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierten Zufuhren von Rosenkohl aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden veränderten sich kaum. Inländische und niederländische Steckrüben wurden stetig abgesetzt.
München
Das Interesse an Kakis und Mangos war freundlich. Himbeeren und Kulturheidelbeeren aus Mittel- und Südamerika trafen in dosierten Mengen ein; die Forderungen zogen anfangs an und blieben anschließend konstant. Das südafrikanische Steinobstsortiment wurde um erste Aprikosen erweitert. Das Angebot an Radicchio kam komplett aus Italien. Mit den niedrigen Temperaturen war eine etwas größere Kaufneigung für Rosenkohl zu spüren. Den Bedarf an Brokkoli deckten überwiegend spanische Chargen. Zucchini und Auberginen verteuerten sich. Grünkohl war ein Randartikel.
Berlin
In breitem Maße wurden qualitativ exklusive brasilianische Mangos, meist Tommy Atkins, Kent und Haden sowie peruanische Kent importiert. Es mussten je nach Kaliber, Marke und Güte zwischen 18,- und 25,- je 4,5-kg-Karton bzw. 40,- € je 6-kg-Karton gezahlt werden.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 48 / 15
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Veröffentlichungsdatum: 03.12.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin, Zitronen