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Ökolandbau aus hessischen Regionen - für hessische Regionen: Mangel an Bio-Obst und Gemüse

02. Dezember 2015

„Ein Ziel unseres Ökoaktionsplans ist es, die Produktion und die Vermarktung ökologischer und regionaler Lebensmittel aus Hessen zu stärken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher fragen solche Lebensmittel verstärkt nach, aber wir können diese Nachfrage leider nicht mit hessischen Produkten decken“, erklärte die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz anlässlich des Hochschultages des Fachbereichs Ökologische Agrarwirtschaft an der Universität Kassel in Witzenhausen.

Gemüse

Hessens Ökolandbau hat seit dem vergangenen Jahr einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Es werden inzwischen 88.000 ha, das sind etwa 12 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von ebenfalls knapp 12 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ökologisch bewirtschaftet. Gleichzeitig ist die hessische Bevölkerung besonders nachfragestark, wenn es um Biolebensmittel geht. Es mangelt aber z.B. an Bio-Obst und Gemüse, sowie Bio-Fleisch aus hessischer Produktion.

Ministerin Hinz bei Tagung zu Ökolandbau-Modellregionen an der Universität Kassel

Die Hochschultage finden seit 2007 in Kooperation mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen statt.

„Für eine erfolgreiche Arbeit in unseren Ökomodellregionen ist die wissenschaftliche Begleitung der Hochschule Witzenhausen ein unverzichtbarer Mehrwert“, so Ministerin Hinz. Zu den drei neuen Ökomodellregionen in Hessen gehören auch die Landkreise Kassel und Werra-Meißner.

Mit dabei sind außerdem die Kreise Wetterau und Fulda. In diesen Regionen sollen in den kommenden Jahren bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit landwirtschaftliche Betriebe auf eine ökologische Bewirtschaftung umstellen können. Darüber hinaus werden auch Strukturen zur Verarbeitung und der Vermarktung von Bio-Lebensmitteln etabliert oder ausgeweitet.

„Die Landwirte in Hessen können und sollen von der starken Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Biolebensmitteln profitieren. Wir wollen das eigene hessische Potential ausnutzen, statt so viele Bioprodukte zu importieren“, betonte Hinz. „Hier auf dem Hochschultag haben nun die drei Modellregionen die Möglichkeit sich selbst und ihr ersten Ideen zu präsentieren. Das Land unterstützt die Ökomodellregionen mit einem Personalkostenzuschuss bis zu 100.000 Euro“, so die Ministerin.

Auch über die Ökomodellregionen hinaus unterstützt die Landesregierung eine effektivere Vermarktung von regionalen landwirtschaftlichen Produkten. Dafür hat das hessische Landwirtschaftsministerium einen Beratungsauftrag an die Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“, die Regio.Marketing GmbH, die Vereinigung Ökologischer Landbau (VÖL) und an die Vereinigung Hessischer Direktvermarkter (VHD) erteilt. Das Projekt steht unter dem Motto „Erhöhung des Absatzes von in Hessen erzeugten Lebensmitteln“.

„Die Stärkung von regionalen Wertschöpfungsketten ist hierbei das Ziel. Die hessischen landwirtschaftlichen Produkte sollten nach Möglichkeit auch regional verarbeitet und regional vermarktet werden. Das gilt für Obst, das zu Marmelade wird, oder für Milch, die zu Käse oder Quark verarbeitet wird, für Getreide, dass  bei uns in Hessen zu Mehl gemahlen und zu Brot gebacken wird und natürlich auch für Fleisch, dass hier geschlachtet, verarbeitet und verkauft wird“, machte Priska Hinz deutlich. Auch bei diesem Teil des Ökoaktionsplanes werden die drei Ökomodellregionen von Anfang an mit eingebunden. Ihre Erfahrungen sollen landesweit als Vorbild dienen.

Abschließend rief die Ministerin auch alle anderen hessischen Regionen dazu auf, mit den drei Modellregionen in den Dialog zu treten und sich Anregungen geben zu lassen. „Regional erzeugte Bio-Produkte haben auch den Vorteil, dass mehr Wertschöpfung in unserer Landwirtschaft und im Ernährungshandwerk ankommt und Arbeitsplätze und Grundversorgung im ländlichen Raum erhalten werden“, machte Hinz deutlich.

Quelle: umwelt-hessen

Veröffentlichungsdatum: 02.12.2015

Schlagwörter

Ökolandbau, Hessen, Regionen, Regional, ökologisch, Bio