Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Spanischer Eissalat: Kurse oftmals im freien Fall

26. November 2015

Eissalat wurde ausschließlich aus Spanien zugeführt. Die vorrätigen Mengen überragten den Bedarf erheblich. Darüber hinaus irritierte das Fehlen einer durchgängig akzeptablen Qualität. Es entwickelte sich ein massiver Abgabedruck. Die Kurse befanden sich daher oftmals geradezu im freien Fall. 
 

Quelle: BLE
Quelle: BLE

Bei Kopfsalat konnten die wenigen Partien aus einheimischem ungeschütztem Anbau kaum noch überzeugen. Der Nachschub aus Unterglaskultur intensivierte sich. Belgien dominierte den Handel, der in ansteigendem Umfang von Italien komplettiert wurde. Die Forderungen für die rückläufigen deutschen Chargen erhöhten sich, die der belgischen verringerten sich zuweilen. Bei einer hinlänglichen Räumung verharrten sie aber auf einem unveränderten Niveau. 

Bei den Bunten Salaten verabschiedete sich Deutschland rapide aus dem Geschäft. Im Gegenzug flossen neben belgischen progressiv italienische und französische Produkte zu. Die Preise tendierten bei einheimischen Anlieferungen zu einer Aufwärtsbewegung, ansonsten eher zu einer gewissen Stabilität. Endivien stammten hauptsächlich aus Italien, sortimentsabrundend aus dem Inland. 

Bei Feldsalat reichte die schwunglose Nachfrage bei weitem nicht an die üppige Bereitstellung heran. Auf dieser Basis konnten Verbilligungen nur schwerlich vermieden werden.

Salat
 

Äpfel
Deutschland dominierte mit Elstar, Braeburn und Jonagold und rundete mit Gloster und Idared die Warenpalette ab. Italien und Frankreich lieferten speziell Golden Delicious und Granny Smith; verstärkt abgeladene und für die Adventsdekoration benötigte Red Chief und Red Delicious generierten nicht überall genügend Zuspruch. Belgische und niederländische Zufuhren komplettierten mit wenigen Mengen. Die Verfügbarkeit schränkte sich generell etwas ein, erste Sorten wie zum Beispiel einheimische Rubinette verschwanden aus dem Angebot oder standen nicht mehr täglich bereit. Dennoch gelang es, das kontinuierliche, mitunter eher ruhige Interesse zu stillen, weshalb die Notierungen selten in Bewegung gerieten. Offerten mit zu geringem Durchmesser verbilligten sich ab und an. Lediglich in München reduzierte man zu Wochenbeginn die Preise für die inländischen Produkte.

Tafeltrauben
Italien prägte mit zahlreichen Varietäten, vorrangig Italia, Crimson Seedless und Red Globe das Geschehen. Griechische Thompson Seedless trafen fast ausschließlich in München ein, wo sie dank ihrer einwandfreien Güte stetig geordert wurden. Rege nachgefragte türkische Sultana verkaufte man im Winterpack, weshalb sie sich leicht verteuerten. Die Versorgung mit europäischen Früchten begrenzte sich, daher zogen die Kurse mancherorts an. Partien mit qualitativen Schwächen, wie sie in Hamburg vereinzelt in Erscheinung traten, mussten selbstredend günstiger abgegeben werden. Die Präsenz von Importen aus Übersee wuchs sprunghaft an: Brasilianische und peruanische Thompson Seedless, Sugraone und Crimson Seedless gewannen merklich an Wichtigkeit. Erste Sweet Globe und Sweet Jubilee ergänzten den Handel. Trotz einer ausgeweiteten Disposition konnten die Forderungen heraufgesetzt werden.

Kiwis
Normalerweise dominierte Italien die Vermarktung; allein in Hamburg schob sich Griechenland dank immens angestiegener Abladungen an die Spitze des Sortimentes. Verstärkt zugeführte französische Anlieferungen komplettierten dem Saisonzeitpunkt entsprechend. Neuseeländische Offerten verloren erkennbar an Einfluss, überzeugten aber mit ihren organoleptischen Eigenschaften und wurden deswegen recht flott abgewickelt. Infolge der kräftig ausgedehnten Verfügbarkeit konnten Verbilligungen nicht durchgängig vermieden werden. Exklusive französische Chargen waren hiervon oftmals ausgenommen.

Orangen
Spanien prägte mit Navelina den Handel und weitete die Anlieferungen noch einmal aus. Auch aus Italien und der Türkei wurde diese Varietät bereitgestellt. Ungewöhnlich früh in der Kampagne trafen in Frankfurt schon spanische Salustiana ein. Die Nachfrage hielt zunächst mit der Versorgung nicht Schritt; erst ab Donnerstag vergrößerten sich die Unterbringungsmöglichkeiten, was sich jedoch nicht entscheidend auf die Preise auswirkte. Produkte in Netzen ließen sich nur schwerlich und mit Vergünstigungen veräußern. Importe aus Südafrika, wie Valencia Late, Midknight und Delta Seedless, büßten an Wichtigkeit ein und verabschiedeten sich mancherorts aus dem Geschehen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Zum Anfang der Woche hatte das milde Wetter die Aussicht auf einen erfreulichen Absatz verhindert. Die Bewertungen brachen fast durchweg ein. Aufmachungen in Netzen räumten selbst zu Sonderangeboten viel zu langsam. In Anbetracht des prognostizierten Temperaturumschwungs beschleunigte sich später der Vertrieb erkennbar. Dominierende spanische Clementinen verzeichneten die höchsten Verkaufszahlen. Türkische Satsumas verbuchten dank intensivierter organoleptischer Merkmale und verbesserter Schälbarkeit mehr Beachtung als die spanische Konkurrenz. Beide notierten bei leicht angewachsener Präsenz relativ konstant.

Zitronen
Primofiori aus Spanien bestimmten das Geschäft, türkische Enterdonato ergänzten es. Ausschließlich in Frankfurt trafen griechischen Offerten mit dem Größencode 4 ein. Nicht zu reichliche Anlieferungen hatten zu Beginn eine Stabilisierung der Preise bewirkt. Mit kontinuierlich zunehmenden Mengen aus spanischer Produktion bröckelten diese zusehends ab. Zum Teil verringerten sich wegen der verstärkten Verfügbarkeit auch die Einstände.

Bananen
Die Nachfrage zeigte sich zum Start der Woche aufgrund der warmen Witterung äußerst maßvoll. Später, unter Ankündigung der abfallenden Temperaturen, verbesserte sich der Handel. Die Versorgung entsprach währenddessen weitgehend den Unterbringungsmöglichkeiten. Die Kurse unterlagen daher meistens keinen wesentlichen Veränderungen. In Hamburg war das Angebot allerdings zu groß, sodass die Forderungen reduziert werden mussten. Dank einer stetigen Beachtung befestigten sich die Notierungen auf dem Kölner Markt für sämtliche Marken.

Blumenkohl
Die beherrschenden Offerten aus dem Inland verloren zusehends an Wichtigkeit. Parallel dazu wuchsen die Importe aus Mitteleuropa an. Dabei spielte Frankreich zunehmend eine tragende Rolle. Ergänzungen aus Belgien und den Niederlanden dehnten sich aus. Örtlich traf auch spanische und italienische Ware vermehrt ein. Die Kaufneigung hielt sich in engen Grenzen. Um den Absatz zu forcieren, waren Vergünstigungen das Mittel der Wahl. Die Bewertungen der einzelnen Herkünfte glichen sich häufig einander an. Der vorhergesagte Wetterwechsel verstärkte jedoch manchmal zum Freitag hin schon den Zugriff.

Gurken
Die Abladungen mit Schlangengurken bestanden überwiegend aus spanischen Früchten; belgische und niederländische ergänzten in einem sich vermindernden Rahmen und speziell im Sektor kleiner Kaliber. Es herrschte überall ein unaufgeregtes Interesse vor. Vergünstigungen sollten mehr Kunden anlocken, vermochten die Unterbringung jedoch nicht wirklich zu beschleunigen. Es bildeten sich häufiger Überhänge, die schnell an Konditionsschwächen litten. Minigurken trafen vorrangig aus den Niederlanden und der Türkei ein, in Frankfurt und Hamburg zudem marginal aus Spanien. Sie verbuchten meist eine bessere Beachtung als bisher. Bei genügender Verfügbarkeit variierten die Notierungen bloß unwesentlich. Neben 4- und 5-kg-Aufmachungen wurden Snackgurken in 250- und 500-g-Packungen vertrieben.

Tomaten
Der Umfang der Zufuhren aus den Niederlanden und Belgien hatte sich kaum verändert. Die Importe aus Spanien wuchsen hingegen kontinuierlich an, die aus Marokko fluktuierten marginal. Deutschland beteiligte sich mit abnehmender Bedeutung am Absatz. Die angespannte Situation einer Überversorgung blieb fortwährend erhalten. Die Preise bröckelten ab, trotzdem war man von einer daraus resultierenden Belebung des Marktes weit entfernt. Lose Offerten ließen sich noch schwerer verkaufen als Rispenware. Einzig hervorragende Qualität verzeichnete manchmal hinlänglichen Zuspruch. Wohlschmeckende, intensiv ausgefärbte Erzeugnisse hatten dann leichtes Spiel. Aus diesem Grund konnten sich diverse Chargen von Kirschtomaten und Rispentomaten zuweilen Verbilligungen entziehen. Lycopin-Tomaten aus den Niederlanden generierten erstaunlicherweise selbst zu Kursen von bis zu 14,- € je 5-kg-Steige eine befriedigende Order.

Gemüsepaprika
Das üppige spanische Angebot wurde stetig in reichlichem, wenn auch verringertem Maß von niederländischen Zuflüssen ergänzt. Die Türkei komplettierte. Örtlich rundeten Griechenland, Marokko und Belgien ab. Das Interesse erfüllte nicht die Erwartungen, denn die Unterbringung ging viel zu schleppend vonstatten. Es entwickelten sich drängende Überhänge. Die Forderungen mussten im gesamten Sortiment reduziert werden. Dabei fehlten keineswegs die üblichen, fast täglichen Schwankungen.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln wurden ausschließlich aus Spanien angeliefert. Zum Anfang der KW hatten sie sich meistens etwas verteuert. Dies sah man häufig in Bezug zu dem erhöhten Frachtraumbedarf der Agrumen. Also kletterten in der Folge die Importpreise für die Zwiebeln nach oben. Die Nachfrage schien sich dadurch aber nicht wesentlich zu verändern. Die österreichischen Abladungen in München vernachlässigend, wurden im Sektor der Haushaltsware alleinig Erzeugnisse aus Deutschland vermarktet. Die Versorgung hatte man vorausschauend auf den eher schleppenden Vertrieb abgestimmt. Dies ermöglichte ein Geschäft zu überwiegend relativ stabilen Bewertungen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Es trafen kontinuierlich einheimische und niederländische Erdbeeren ein. Tageweise belasteten Früchte der Klasse II den ruhigen Handel. Auf deutsche Himbeeren in 250-g-Schalen konnte noch zugegriffen werden, trotzdem stiegen die Zuflüsse aus Portugal, Spanien und Mexiko merklich an. Die türkischen Granatäpfel litten unter starken Qualitätsschwankungen. Erste brasilianische Feigen ohne Puder wurden zu 15,- € je 24 Stück offeriert. Chilenische Süßkirschen in der Größe 30 mm+ kosteten 150,- € je 5-kg- Karton und generierten nur wenig Interesse. Das Angebot an Zucchini musste Kursabschläge verkraften. Standardaufmachungen waren ab 6,50 € je 5-kg-Gebinde zu haben. Neben der losen Präsentation gab es inzwischen 5x1-kg-Päckchen an inländischem Grünkohl. Zu dem schon etablierten belgischen und niederländischen Rosenkohl gesellte sich erst in dieser Woche deutscher. Der Abverkauf von Schwarzwurzeln und Pastinaken kam langsam in Schwung. Da die Produktion bei inländischem Wirsing zunehmend mit Befall von weißer Fliege zu tun hatte, stellten Belgien und Italien saubere Ergänzungen. Die kalte Jahreszeit brachte deutliche Umsatzzuwächse bei Rotkohl und Maronen. Auch Beifuß war recht beliebt.
Hamburg
Heidelbeeren aus Argentinien feierten ihre Premiere zu 1,75 € je 125-g-Schale. Guaven aus Ägypten wurden zu 8,- € je 3-kg-Steige abgewickelt. Neue Aprikosen aus Südafrika in Kaliber L starteten zu 32,- € je 4,85-kg-Packstück. Ab der 48. KW sollen Erdbeeren aus Spanien erhältlich sein. Für frische Artischocken aus Italien musste man 21,- € je 6,5-kg-Kiste mit 18 Stück zahlen. Lauchzwiebeln aus Ägypten eröffneten zu 5,50 € je 3,5-kg-Karton.
Köln
Erdbeeren aus den Niederlanden und dem Inland verknappten sich zum Wochenende hin, da die Nachfrage größer war als gedacht. Am Mittwoch trafen erste Himbeeren aus Mexiko ein: Zu 2,40 € je 125-g-Schale stießen sie jedoch auf begrenztes Interesse. Dagegen wurden türkische Quitten dank ihrer ausgezeichneten Qualität schon mehr beachtet. Das Geschäft mit Kakis konnte befriedigen. Türkische Granatäpfeln handelte man flott. Ab Donnerstag gab es grüne italienische Oliven; zu 2,60 € je kg war der Zugriff gering. Bei Buschbohnen und Stangenbohnen, gleich welcher Herkunft, enttäuschten die Umsätze.
München
Die verstärkten Anlieferungen von Ananas führten zu deutlich nachlassenden Notierungen. Die Abladungen spanischer und italienischer Kakis verkleinerten sich. Sowohl von der Kondition her als auch optisch entsprachen sie aber weiter den Vorstellungen der Käufer, sodass die Kurse anzogen. Himbeeren und Kulturheidelbeeren aus Mexiko, Argentinien und Chile waren bedarfsgerecht verfügbar und blieben anhaltend hoch bewertet. Die Saison von Steinobst aus Übersee startete mit ersten Pfirsichen, Nektarinen und Nectacot. Zucchini sowie belgischer Chicorée vergünstigten sich etwas. Neu im Angebot waren ägyptische Buschbohnen. Hinsichtlich der Menge sehr eingeschränkte Steinpilze brachte man trotz merklichen Verteuerungen schnell unter. Aus den USA standen wenige Pfifferlinge bereit, die ebenfalls fest gefordert wurden.
Berlin
Französische Artischocken kosteten 19,50 € und italienische 6,50 € je 8-kg-Steige. Bei einer schwachen Nachfrage senkte man die Preise sukzessive. Die Versorgung mit Zucchini aus Spanien und Italien dehnte sich aus, sodass die bisherigen Aufrufe nicht bestätigt werden konnten.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 47/15
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 26.11.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin, fruchthandel