Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Die Präsenz spanischer Navelina verstärkte sich erheblich und überforderte die aufnehmende Hand

12. November 2015

Valencia Late aus Südafrika, Uruguay und Brasilien komplettierten die Vermarktung. In Frankfurt traten erste italienische und in München türkische Navelina in Erscheinung. Der Geschmack der Produkte hatte sich verbessert. Da im Normalfall die Unterbringungsmöglichkeiten witterungsbedingt recht eingeschränkt waren und sich die Verfügbarkeit generell ausdehnte, konnten sinkende Kurse nicht vermieden werden. Nur in Berlin verharrten die Preise auf dem Niveau der 44. KW, da sich hier der Kundenzuspruch freundlicher gestaltete.

Orangen

Äpfel
Deutschland prägte mit vielen Varietäten, hauptsächlich Elstar, Braeburn und Boskoop das Geschehen. Neue, optisch recht ansprechende Pink Lady ergänzten in Hamburg zu 1,10 € je kg. Aus Italien stammten vorrangig Golden Delicious und Royal Gala. Frankreich beteiligte sich unter anderem mit Granny Smith und Jazz und erweiterte das Sortiment mit ersten Red Delicious. Französische Braeburn und Golden Delicious wurden verstärkt disponiert. Belgien, Spanien und die Niederlande rundeten ab. Summa summarum verharrten die Aufrufe auf dem Niveau der Vorwoche, da sich die Anlieferungen am Bedarf orientierten. Einzig in Hamburg vergünstigten sich manche Früchte, vor allem die lose aufgemachten, da die Bereitstellung zu üppig war. Doch auch bei den italienischen Importen konnten Verbilligungen nicht immer vermieden werden.

Birnen
Italienische Partien wie Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ bestimmten das Geschäft. Erste Red Bartlett kosteten in Hamburg 1,60 € je kg. Aus dem Inland kamen insbesondere Alexander Lucas und Conference. Williams Christ verloren kontinuierlich an Bedeutung und verabschiedeten sich hier und da aus dem Handel. Die Niederlande und Belgien schickten Conference, deren Präsenz merklich zugenommen hatte. Türkische Santa Maria waren ab und an schon zu reif; ihre Saison endet langsam. Generell konnte die Qualität für gewöhnlich überzeugen. Da sich die Zufuhren den Unterbringungsmöglichkeiten anpassten, veränderten sich die Notierungen eher selten.

Tafeltrauben
Türkische Sultana, italienische Italia und brasilianische Thompson Seedless standen an der Spitze einer breiten Warenpalette. Italien lieferte daneben noch zahlreiche Varietäten, wie zum Beispiel Crimson Seedless, Michele Palieri und Red Globe. Griechische Thompson Seedless wurden weniger abgeladen und büßten somit an Wichtigkeit ein. Spanien und Frankreich rundeten das Angebot ebenso ab wie Portugal, das sich bloß mit sehr geringen Mengen am Geschehen beteiligte. Aus Peru stammten Red Globe sowie erste Thompson Seedless, die man in Frankfurt zu 23,- bis 24,- € je 8,2-kg-Karton absetzte. Die brasilianischen Importe ließen hinsichtlich Geschmack und Ausfärbung Wünsche offen, weshalb sich der Zuspruch in Grenzen hielt. In Berlin griffen die Kunden lieber bei europäischen Chargen zu, da diese günstiger als die Offerten aus Übersee waren.

Kiwis
Neuseeland dominierte vor Italien und Griechenland. Die Bereitstellung orientierte sich für gewöhnlich an der Nachfrage, sodass es bezüglich der Bewertungen zu keinen wesentlichen Veränderungen kam. In Berlin klappte es nicht, dem gestiegenen Interesse Rechnung zu tragen, was zu leichten Verteuerungen führte. In München trafen aus Italien mittlerweile Hayward ein, die langsam aber sicher die Frühsorte Greenlight ablösten.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Clementinen wurden vorrangig aus Spanien und abrundend aus Italien zugeführt. Niedrige Temperaturen kurbelten bisweilen den Umsatz an, sodass die Notierungen, ungeachtet der kraftvoll angestiegenen Versorgung, ihr bisheriges Level halten konnten oder bloß leicht abbröckelten. Bei Satsumas prägte Spanien das Geschehen. Die Türkei, Italien und Kroatien ergänzten. Die ruhige Nachfrage wurde problemlos gedeckt. Die Aufrufe musste man oftmals reduzieren. Nachdem in der Vorwoche noch einige Mandarinen aus Südafrika, Peru und Spanien vorrätig waren, verschwanden diese inzwischen aus dem Sortiment.

Zitronen
Die vorherrschenden spanischen Chargen wurden durchweg von türkischen Importen komplettiert. Die Qualität genügte meist den Ansprüchen der Kunden. Eine zufriedenstellende, manchmal etwas flottere Aufnahme sicherte somit eine zeitnahe Räumung und infolge dessen vermehrt konstante Bewertungen. Gelegentlich verbilligten sich die spanischen Produkte und rissen dabei auch die türkischen mit nach unten. Sizilianische Bio-Ware in Aufmachung mit Blatt gewann trotz gefälliger Präsentation keine größere Bedeutung. Griechische Anlieferungen trafen in geringem Umfang einzig in Frankfurt ein.

Bananen
Das Marktgeschehen zeigte sich sehr uneinheitlich. Zwar reichte die Versorgung fast durchgängig aus und orientierte sich für gewöhnlich an den Unterbringungsmöglichkeiten, doch stabile Forderungen konnten nur partiell durchgesetzt werden. Die Nachfrage enttäuschte häufiger, zum Teil wegen der Herbstferien. Mit Vergünstigungen versuchte man den Vertrieb anzukurbeln. In Köln und Frankfurt galt dies für den Sektor der Erstmarke, in München hingegen für alle Offerten. Ausschließlich in Berlin konnte das Interesse nicht hinlänglich gestillt werden. Daraufhin verteuerten sich dort leicht die Zweit- und Drittmarken.

Blumenkohl
Die beherrschenden inländischen Chargen waren in der Regel üppig vorrätig. Belgien und Frankreich komplettierten das Sortiment zumeist in einem wohldosierten Rahmen. Während die französischen Mengen massiv zuflossen, wurden sie in München am Platz vorbei direkt in den LEH geleitet. Der Bedarf hielt sich in Grenzen, woran die milde Witterung nicht ganz unschuldig war. Drohende Überhänge konnten normalerweise anhand von Verbilligungen vermieden werden. Ab 5,- € verkaufte man die 6er-Steigen. Erste italienische Abladungen wurden so hoch aufgerufen, dass die Kunden sich verweigerten. Bunte Varianten aus Frankreich erzielten bis zu 20,- € je 8er-Abpackung. Der grüne Romanesco versprach da zu maximal 12,- € je 8er-Karton einträglichere Geschäfte.

Gurken
Die spanischen Schlangengurken hatten ihre Position an der Spitze des Angebotes ausgebaut, dessen ungeachtet reichte die Verfügbarkeit nicht aus. Die mitteleuropäischen Erzeugerregionen verloren zusehends an Bedeutung. Oft konnten von dort nur noch kleinere Kaliber angeliefert werden. Es tat sich eine Lücke auf, die eine Basis für Preisanhebungen war. Diese fielen insbesondere bei den relativ knappen spanischen Partien ziemlich beträchtlich aus, sodass diese fast genau so viel kosteten wie ihre Konkurrenz aus Deutschland, Belgien oder den Niederlanden. Vor allem qualitätssichere Offerten von den Kanarischen Inseln konnten davon profitieren. Spanien schickte inzwischen schon 600/750-g-Früchte. Minigurken kamen in marginal verstärktem Umfang aus den Niederlanden, der Türkei und aus dem Inland. Zum einen sanken die Kurse mengenbedingt, zum anderen stiegen sie zum Wochenende hin merklich an. Durch Transport hervorgerufene Reibeschäden verhinderten einen glatten Saisonstart bei jordanischer Ware. Sie brachte generell bis zu 20,- € je 7-kg-Gebinde.

Tomaten
Während die mitteleuropäischen Abladungen unwesentlich an Präsenz einbüßten, schoben sich die vom Mittelmeer immer weiter in den Vordergrund, obgleich die aus Spanien eher in begrenztem Maß erfolgten. Die Zufuhren aus der Türkei wurden zum Teil gestoppt, da die Erlöse, die sie erzielten nicht zufriedenstellten. Deutschland und Polen waren rückläufig vertreten, Frankreich in geringem Rahmen wie bisher. Wegen vorwiegend schwacher, ungenügender Vermarktung brachen die Bewertungen durchweg ein. Vorrangig betraf dies die lose aufgemachten Runden Tomaten. Zu dürftige Ausfärbung zwang zur Veräußerung ab 4,- € je 6-kg-Steige. Die Schnittfestigkeit marokkanischer Chargen vermochte auch diese nicht wirklich zu retten. Die Verbilligungen durchsetzten das gesamte Sortiment: Die dominierende Rispentomaten aus den Niederlanden und Belgien blieben ebenso wenig verschont wie die den Vertrieb bestimmenden Kirschtomaten aus Belgien oder den Niederlanden. Ausnahmen gab es kaum. Selbst Fleischtomaten konnten sich diesem Prozess schwerlich entziehen. Die Forderungen ließen sich bloß selten stabil halten, sackten häufiger sukzessive ab.

Gemüsepaprika
Das Geschäft war solide in der Hand der spanischen Erzeugnisse, einzig in Köln herrschten noch niederländische vor. Die permanente Nachfrage konnte dank einer hinlänglichen Versorgung mühelos gedeckt werden. Unveränderte Preise basierten zumeist auf eingeschränkten Anlieferungen wie z. B. bei marokkanischen und türkischen Partien. Vergünstigungen hingegen beruhten auf ausgedehnten Mengen oder abgesenkten Einständen. Um die Order nicht zu beinträchtigen, musste man öfters die teurer verkauften Früchte nach unten anpassen. Dadurch harmonisierte sich, von gewissen Schwankungen abgesehen, das Kursbild. Gelegentlich drängten Konditionsunsicherheiten zu einer Abwicklung unter Notiz. Neu gestartete griechische Ergänzungen wurden lediglich in München umgeschlagen. Da sie nur in 500-g-Abpackungen vorrätig waren, weckten sie nicht viel Interesse.

Zwiebeln
Kontinuierlich überschaubare Abladungen von Gemüsezwiebeln stammten ausschließlich aus Spanien. Höhere Forderungen konnten sich schwerlich behaupten, deshalb ließ man von Modifikationen in der Regel ab. Ebenso übersichtlich und am unaufgeregten Bedarf orientiert floss inländische Haushaltsware zu, die bloß in München in kleinem Umfang durch österreichische Chargen komplettiert wurde. Bei einer stetigen Aufnahme verharrten die Bewertungen vorwiegend auf einem stabilen Niveau. Alleinig in Frankfurt waren sie zu Beginn der Woche abrupt und merklich angestiegen.

Weitere Informationen

Frankfurt
Ananas, zu 5 bis 7 Stück aufgemacht, verteuerten sich. Südafrika begann am Freitag die neue Saison für Steinfrüchte: Es standen Aprikosen, weiße Pfirsiche und gelbfleischige Nektarinen zur Disposition. Die Präsenz von glatter und krauser Petersilie, Kohlrabi, Radicchio und Fenchel aus Italien dehnte sich aus. Die Preise für grüne Zucchini aus Italien, Spanien und Marokko sprangen nach oben, für Spitzenofferten mussten bis 15,- € je 5 kg ausgegeben werden. Türkischer Weißkohl in 10- bis 11-kg-Säcken traf ab Montag ein. Deutsches Wintergemüse wie Pastinaken, Grünkohl, Steckrüben und Schwarzwurzeln generierten nur wenig Interesse. Steinpilze wurden bei geringen Umsätzen zu 24,- bis 26,- € je kg verkauft.

Hamburg
Ab der 46. KW soll das Geschäft mit südafrikanischen Nektarinen und Pfirsichen starten. Die Bewertungen für begrenzte Avocados kletterten aufwärts, während die für israelische Grapefruits abbröckelten. Mit dem sich nähernden Ende ihrer Kampagne wurden französische Artischocken zu 25,- € je 8-kg-Kollo mit 18 Stück untergebracht; für kleine Produkte musste man 25,- € je 5,2-kg-Karton mit 54 Stück zahlen. Einheimischer Brokkoli zeigte häufiger Konditionsschwächen. Wegen eines Pilzbefalls auf verschiedenen spanischen Plantagen kam es bei Zucchini zu einem Engpass, weshalb auch die marokkanischen Importe mehr als zuvor kosteten.

München
Temperaturbedingt verstärkte sich die Nachfrage nach Ananas und Mangos wieder, sodass die Forderungen anstiegen. Die Abladungen von Grapefruits aus dem Mittelmeerraum nahmen zu und verzeichneten einen befriedigenden Verkauf. Bis auf wenige spanische Lieferungen stammten Himbeeren und Kulturheidelbeeren ausschließlich aus Mittel- und Südamerika. Bei Zucchini und Auberginen zogen die Kurse infolge übersichtlicher Mengen kontinuierlich und spürbar an. Durch das reduzierte regionale Angebot an Rucola tendierten die Preise für das gesamte Sortiment fester. Kohlrabi, Hybridrettiche und Radieschen aus Italien konnten sich in einem noch mit inländischer Ware hinlänglich versorgten Markt selten durchsetzen. Süddeutscher Wurzelspinat und Blattspinat deckten den ruhigen Bedarf; die Chancen für italienische Ergänzungen blieben eingeschränkt. Die Zufuhren von italienischem Radicchio wuchsen an und vergünstigten sich aufgrund niedrigerer Einstände. Erste Bundzwiebeln aus Italien generierten kaum Beachtung. Neben sich stetig verteuernden rumänischen Steinpilzen waren erste südafrikanische verfügbar. Die Notierungen für Pfifferlinge aus den USA verharrten auf hohem Niveau. Die Aufrufe für Weiße Trüffel aus Italien lagen im unteren bis mittleren vierstelligen Eurobereich je kg.

Berlin
Runde Pflaumen aus Italien und Spanien wurden im Wochenverlauf weiter flott untergebracht. Da das Interesse nicht komplett gestillt werden konnte, kletterten die Bewertungen leicht nach oben. Sporadisch gab es italienische Artischocken: Die 20er–Steige kostete etwa 15,50 bis 16,- €.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: Quelle: BLE-Marktbericht KW 45/15
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Veröffentlichungsdatum: 12.11.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin