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Gurken: Anstieg der Zufuhren aus Spanien setzte die Notierungen unter Druck

22. Oktober 2015

Die deutsche Saison von Schlangengurken rückte zwar beharrlich ihrem Ende entgegen, dennoch intensivierte sich manchmal aufgrund fehlender weiterer Absatzwege die Bereitstellung an den Märkten. Generell war bei den mitteleuropäischen Offerten aber eine eingeschränkte Versorgung zu erkennen. Diese sicherte mindestens unveränderte Kurse oder bewirkte, freilich öfters, Verteuerungen. 


Gurken


Durch den anschwellenden Zustrom von der iberischen Halbinsel sahen sich die Händler bald darauf verschärft dazu gezwungen, bei einheimischen, niederländischen und belgischen Angeboten Vergünstigungen zu gewähren, um so mit den spanischen konkurrieren zu können. Daneben trafen neuerdings griechische Importe ein, die wie üblich etwas niedriger als die spanischen aufgerufen wurden. Bei Minigurken mussten die Forderungen für die dominierenden niederländischen Früchte vermehrt reduziert werden, damit sie im Wettbewerb den türkischen gewachsen waren.

Äpfel
Deutsche Chargen dominierten: Elstar, Royal Gala, Boskoop und Cox Orange prägten die Warenpalette. Gloster, Granny Smith und Idared verbreiterten in Frankfurt deren Spektrum. Aus Italien stammten hauptsächlich Granny Smith, Golden Delicious und Royal Gala. Französische Partien gewannen an Wichtigkeit; erste Pink Lady und Jazz gesellten sich zu den schon etablierten Granny Smith, Honeycrunch und Braeburn. Die Güte ließ für gewöhnlich keine Wünsche offen. Die Versorgung wuchs an, weshalb ab und an die Bewertungen gesenkt werden mussten, um Überhänge zu vermeiden. Meist waren aber trotz einer gedämpften Nachfragesituation stabile Kurse zu beobachten. In Köln konnte man die Aufrufe für manche Produkte sogar ein wenig erhöhen. Abladungen aus der südlichen Hemisphäre hatten kaum Bedeutung: Pink Lady aus Neuseeland, Südafrika und Chile sowie neuseeländische Jazz und chilenische Cripps Pink waren nur sporadisch vertreten.

Birnen
Italien beherrschte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ das Geschäft. Einheimische Alexander Lucas, Conference und Williams Christ befanden sich an der zweiten Position. Die Türkei schickte vorrangig Santa Maria und Deveci. Niederländische und belgische Anlieferungen komplettierten das Sortiment. Spanische Santa Maria, zu 2,- € je kg recht teuer, rundeten das Geschehen ab. Insgesamt verlief der Handel kontinuierlich und ruhig; das Interesse wurde ohne Probleme gestillt. Obwohl sich die Zufuhren verstärkten, konnten die bisherigen Forderungen in der Regel bestätigt werden. In Hamburg hob man die Preise für türkische Santa Maria und französische Williams Christ infolge deren verbesserten Qualität leicht an.

Pflaumen
Zum Saisonabschluss stand lediglich wenig Ware bereit. Inländische Presenta, Hauszwetschge, Top und Elena sowie Presenta und Hauszwetschge aus Polen wurden bloß spärlich abgeladen. Runde Pflaumen aus Italien und Spanien ergänzten das Angebot, welches sich stetig einschränkte. Die Nachfrage war durchaus freundlich; aufgrund der begrenzten Produktpalette konnte sie jedoch nicht immer befriedigt werden. Hier und da wurden die Bewertungen noch einmal heraufgesetzt. In München musste man sie indes senken, da die Offerten hinsichtlich ihrer Kondition nicht mehr den Erwartungen der Kunden entsprachen.

Kiwis
Normalerweise bestimmte Neuseeland vor Italien die Vermarktung; in München beherrschten allerdings italienische Erzeugnisse das Geschehen. Griechische Früchte trafen mittlerweile auch in Hamburg ein, nachdem sie zuletzt nur in München vorrätig waren. Insgesamt genügten die verstärkten Anlieferungen, um den Bedarf zu decken. Die Notierungen gerieten bei einem gedämpften Interesse kaum in Bewegung.

Zitronen
Während sich die Präsenz südafrikanischer und argentinischer Importe einschränkte und die Produkte im Wochenverlauf mancherorts nicht mehr disponiert wurden, weitete sich die Wichtigkeit der türkischen und spanischen Offerten aus. Dennoch gelang es nicht durchgängig, die Nachfrage komplett zu befriedigen, weshalb die Kurse hier und da merklich anstiegen. In Frankfurt kosteten türkische Enterdonato zunächst bis zu 26,- € je 13-kg-Karton, sie verbilligten sich dann aber sukzessive. In Hamburg mussten die Händler die Forderungen für türkische Partien aufgrund eines zu geringen Saftgehaltes senken.

Bananen
Da die Anlieferungen hinreichend auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt waren, veränderten sich die Preise in der Regel nicht wesentlich. Lediglich in München konnten die Bewertungen für einzelne Chargen etwas angehoben werden.

Blumenkohl
Die dominierenden, aber insgesamt erkennbar rückläufigen einheimischen Offerten wurden in offensichtlich ansteigendem Maß durch belgische und französische Importe ergänzt. In Frankfurt und Berlin fiel die Versorgung dennoch zu knapp aus, um den Bedarf vollends zu decken. Es etablierten sich leichte Verteuerungen. Ansonsten bewegten sich die Kurse eher abwärts: in Hamburg kraft ausgedehnter Konkurrenz aus Frankreich sowie in München und Köln wegen nachfrage-inkompatibler Zufuhren aus inländischen Kulturen. Dabei bauten sich qualitätsbedingt breitere Spannen auf.

Salat
Die deutsche Produktion von Kopfsalat verlangsamte sich. Das war jedoch kein Problem, da genügend Aufmachungen mit schweren Köpfen aus Belgien und den Niederlanden zuflossen. Dank dieses Vorteils gerieten jene schnell in den Fokus der Kunden. Auch vom Preis her gaben sie den Ton an; die inländischen Partien mussten sich an diesen vielfach anpassen oder blieben zuweilen stabil. Schwankungen wurden insbesondere durch wechselhafte Einstände verursacht. Eissalat stammte vorrangig aus Deutschland. Kontinuierlich ansehnliche Eigenschaften ermöglichten häufig konstante Bewertungen. Diese sackten zur Mitte der Woche lediglich kurzfristig ab infolge der allmählich vergrößerten Anlieferungen aus Spanien. Zum Schluss kostete die 10er-Steige wieder bis zu 8,- €; ähnlich wie die übrigen Mitstreiter. Niederländische Chargen wurden ebenso verstärkt abgeladen. Die Verfügbarkeit von Bunten Salaten schrumpfte schrittweise. Vorherrschende inländische Erzeugung komplettierte man vereinzelt durch belgische. Basierend auf den begrenzten Mengen tendierten die Notierungen vornehmlich nach oben. In Anbetracht nässegeschädigter Blätter konnten Verbilligungen nicht immer abgewendet werden. Bei Endivien rundete erste belgische Ware in kleinem Umfang die einheimische ab. Wie bei Feldsalat verbesserte sich hier der Zugriff sukzessive.

Tomaten
Die Anlieferungen von Runden Tomaten und Rispentomaten aus Mitteleuropa verringerten sich allmählich. Dabei herrschten fortlaufend die Niederlande und Belgien vor. Gelegentlich wurden derweil einzelne ausscheidende Herkünfte durch andere substituiert: z. B. deutsche Partien durch polnische. Ungeachtet des vielfach unaufgeregten Vertriebes konnten sich in dieser Produktgruppe die Bewertungen auf bisherigem Niveau behaupten oder zeigten sogar eine leicht festere Tendenz; selbst bei punktuell auftretenden Überhängen blieben sie, sofern die Qualität hier akzeptabel, unangetastet. Es ergänzten ab Donnerstag erste Zufuhren aus der Türkei und Marokko in 6-kg-Kartons. Spanien war zunächst nur in spärlichem Umfang am Geschäft beteiligt; die organoleptischen Merkmale dieser Erzeugnisse ließen Wünsche offen. Fleischtomaten stammten vorwiegend aus Belgien, örtlich auch aus den Niederlanden oder Polen. Infolge genügenden Zuspruchs notierten sie in den meisten Fällen konstant oder mit einem ansteigenden Trend. Bei Kirschtomaten fluktuierten die Preise angesichts ihrer kontinuierlichen Knappheit für gewöhnlich andauernd auf einem hohen Level.

Zwiebeln
Ausschließlich aus Spanien zufließende Gemüsezwiebeln wurden gemeinhin zu wenig modifizierten Forderungen umgeschlagen; manchmal mussten diese jedoch trotz freundlicher Aufnahme gesenkt werden, da die Abladungen zu üppig eintrafen. Der Handel mit Haushaltsware fand in einem ruhigen Rahmen statt. Aufgrund der eingeschränkten diesjährigen Ernte hatten sich keine Engpässe bei den Lagerkapazitäten ergeben. Somit baute sich am Platz kein übermäßiger Druck auf. Bei einem steten Abverkauf wurden die Aufrufe der Vorwoche selten überarbeitet. Große Kaliber aus den Niederlanden waren als Ersatz für Gemüsezwiebeln aus Spanien nicht mehr so interessant, da jene reichlicher bereitgestellt werden konnten.

Weitere Informationen
Frankfurt
Das kleiner werdende deutsche Angebot bei Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren genügte, um den nachlassenden Bedarf zu decken. Lediglich bei Heidelbeeren mussten italienische, polnische und argentinische Früchte ergänzen. Kakis aus Spanien und Italien verbilligten sich deutlich. Italien lieferte erste Sharon für 5,50 bis 6,- € je 2,5 kg. Am Dienstag kamen kroatische Satsumas im Kaliber 1x und 1xx an: Je 9-kg-Kiste musste man 11,- € zahlen. Während sich die Kurse bei Buschbohnen kaum veränderten, stiegen sie bei den Stangenbohnen merklich. Spanische Stangenbohnen kosteten 11,- bis 14,- € je 4 kg. Inländischer Dill wurde nicht mehr disponiert, sodass man bei italienischen Produkten zugriff. Die Preise für russische Pfifferlinge und Steinpilze aus Ungarn und Rumänien bewegten sich zunächst nicht wesentlich. Ab Donnerstag hingegen verstärkten sich die ungarischen Zufuhren und die Notierungen bröckelten ab. Trompetenpilze stießen zu 10,- € je kg auf eine konstante Nachfrage.
Hamburg
Bei Kleinfrüchtigen Zirusfrüchten aus Spanien nahmen Clemenrubi das Heft in die Hand. Je nach Marke und ob mit oder ohne Blatt drifteten die Bewertungen auseinander. Neue Oronules begannen zu 22,- € je 10-kg-Holzkiste. Marisol im Standardsegment und säuerlich schmeckende Okitsu generierten selten Zuspruch und vergünstigten sich daher. Grapefruits aus dem Mittelmeerraum und Mexiko waren nicht vollständig gereift. Nur qualitativ einwandfreie Partien verteuerten sich. Frischer einheimischer Grünkohl wurde zu 1,50 € je kg veräußert. Wegen begrenzter Unterbringungsmöglichkeiten von französischen Zucchini waren die Eingangsforderungen von 6,50 € je 5-kg-Packstück nicht zu halten. Walnüsse aus Frankreich in der Größe 34 mm+ starteten zu 4,70 € je kg in die Saison.
Köln
Wetterinduziert verbesserte sich die Abwicklung von Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten zumindest ab Donnerstag. Allerdings ist die Kampagne ja noch jung und das Sortiment überschaubar. Die Notierungen blieben fast unverändert. Mit Orangen war der Markt gut versorgt. Bezüglich der Kurse ergaben sich bei einer stabilen Nachfrage keine gravierenden Bewegungen. Das Angebot an Granatäpfeln dehnte sich zusehends aus; der Verkauf gestaltete sich recht freundlich. Es trafen kleinere Chargen von spanischen Himbeeren ein, der Absatz war aber eingeschränkt. Trotz kühler Witterung kam das Geschäft mit schönem Rosenkohl nicht richtig in Schwung. Pfifferlinge verknappten sich ab Mittwoch ziemlich.
München
Das Interesse für nur wenig vorrätige einheimische und belgische Erdbeeren aus dem Glashaus, polnische Kulturheidelbeeren und Himbeeren sowie inländische Brombeeren war sehr begrenzt. Der Handel mit spanischen und italienischen Pfirsichen und Nektarinen verlief ruhig. Ananas und Mangos verteuerten sich, da die niedrigeren Temperaturen zu einem lebhaften Umschlag führten. Bei Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten startete die Saison; neben spanischen und einigen italienischen Zugängen werden in den nächsten Tagen schon erste türkische erwartet. Bei Brokkoli schoben sich die spanischen Anlieferungen vor die italienischen. Inländische Produkte standen weiter im Mittelpunkt, wobei hier die Aufrufe wegen einer uneinheitlichen Güte gesenkt wurden. Sowohl bei Grünkohl als auch bei Rosenkohl machten sich inzwischen einheimische Partien bemerkbar. Zu ansprechenden süddeutschen Buschbohnen gesellten sich mittlerweile marokkanische Erzeugnisse. Hochpreisige italienische Ware generierte kaum Beachtung. Qualitativ nicht immer mangelfreie süddeutsche Stangenbohnen wurden zunehmend durch spanische und marokkanische Offerten ergänzt; die Gesamtmenge fiel nicht zu reichlich aus, sodass für die Importe etwas mehr verlangt werden konnte. Aus Italien traten erstmals Mangold und Hybridrettiche in Erscheinung. Einheimischer Dill war aufgrund der günstigeren italienischen Konkurrenz schwer zu platzieren. Die Abladungen von Pfifferlingen aus Russland und Weißrussland schwächten sich stark ab, daher schnellten die Forderungen nach oben. Indes verbilligten sich Steinpilze aus dem Inland, Rumänien und dem Balkan.
Berlin
Türkische Aprikosen wurden bloß noch im kleinen Rahmen bereitgestellt; die organoleptischen Eigenschaften ließen Wünsche offen. Exklusive Chargen brachten 3,- bis 3,50 € je kg. Die Verfügbarkeit von einheimischem und belgischem Lauch wuchs an, weshalb die Notierungen auf ca. 0,85 € je kg abbröckelten. Niederländische Angebote kosteten hingegen so viel wie zuvor.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 42 / 15
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Veröffentlichungsdatum: 22.10.2015

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Gurken, Zufuhren, Spanien, Notierungen, BLE, Marktbericht, fruchthandel