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Greenpeace untersuchte den Pestizideinsatz auf deutschen Apfelplantagen

16. Oktober 2015

Das Ergebnis: Kurz vor der Ernte spritzen Bauern weniger, dennoch ist die Umweltbelastung durch die Gifte hoch, schreibt Greenpeace.

Apfel

Äpfel sind das beliebteste Obst in Deutschland. Und gleichzeitig auch das meist gespritzte. Die Früchte im Supermarktregal überschreiten zwar nur selten den gesetzlich festgelegten Grenzwert für Pestizidrückstände. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückgegangen ist. Die Landwirte hören nur früher mit dem Spritzen auf, damit die Äpfel zur Erntezeit möglichst wenig belastet sind. Das zeigen die 24 Proben von Blättern, Blüten und heranwachsenden Äpfeln, die Greenpeace zwischen Mai und September dieses Jahres an zwei Standorten im Alten Land bei Hamburg genommen hat, einem der größten Apfel-Anbaugebiete Deutschlands.

Sieben wahrscheinlich krebserregende Stoffe zeigte die Analyse, darunter das Antipilzmittel Captan, das dem Schutz vor Apfelschorf dient. Zudem ergaben die Greenpeace-Tests, dass an den beiden Standorten insgesamt 17 verschiedene Pestizide verwendet wurden. Obstbauern spritzen Äpfel im Durchschnitt 21 Mal pro Jahr, oft mit mehreren Mitteln gleichzeitig.

Von der Blüte im Mai bis kurz vor der Ernte Ende September 2015 nahm Greenpeace insgesamt 24 Stichproben an zwei Standorten im Obstanbaugebiet Altes Land bei Hamburg, einem der größten deutschen Anbaugebiete für Äpfel. Jeweils sechs Proben für Blätter und Blüten sowie Äpfel ließ die unabhängige Umweltorganisation auf Rückstände von Pestiziden untersuchen. Insgesamt fand das Labor 17 verschiedene Wirkstoffe. In einer Blattprobe betrug die Menge des wahrscheinlich krebserregenden Antipilzmittel Captan, das bis zum Jahr 2001 verboten war und im Apfelanbau gegen Schorf angewendet wird, 193 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) Blätter. Für Äpfel im Verkauf liegt der gesetzliche Grenzwert bei 3 mg/kg. Auf einer Blütenprobe fand sich das bienengefährdende Neonicotinoid Imidacloprid, das eigentlich erst nach der Blüte gespritzt werden darf. Obstbauern spritzen Äpfel im Durchschnitt 21 Mal pro Jahr, häufig mit mehreren Wirkstoffen gleichzeitig.

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Quelle: Greenpeace

 

Veröffentlichungsdatum: 16.10.2015

Schlagwörter

Greenpeace, Pestizidtest, Einsatz, Blüte, Apfel, Landwirte, Spritzen, Saisonende, Gift