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Alternativen zu Kupfer im Bio-Kartoffelanbau

22. September 2015

Mittel wie Chitosan, Schachtelhalm- und Knöterichpräparate könnten in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur weiteren Reduzierung der Kupferaufwandmengen im ökologischen Kartoffelanbau leisten. Das ist das Ergebnis einer 4-jährigen Studie der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert wurde.
 

Foto BLE Bio-Kartoffelanbau
Kartoffelblüte. Foto © BLE

Die Wissenschaftler prüften dabei über 20 alternative Präparate auf ihre Wirkung gegen Phytophthorabefall. Infektionen mit dem Phytophthorapilz führen im ökologischen Kartoffelanbau regelmäßig zu größeren Ertragseinbußen und können zurzeit nur mit Kupferpräparaten wirksam kontrolliert werden. Unter Laborbedingungen mit künstlich infizierten Blättern zeigten Chitosan, Präparate aus Knöterich, Süßholz, Schachtelhalm und Zitrus sowie ein kommerzieller Blattdünger mit geringen Kupferanteilen eine ähnlich hohe Wirkung wie Kupferpräparate. Auch in Feldversuchen bestätigte sich eine gewisse Wirkung gegen den Pilz. Als optimal könnte sich zukünftig eine Kombination aus alternativen Mitteln mit reduzierten Aufwandmengen an Kupferpräparaten erwiesen. In der Studie erreichten die Forscher mit einer solchen Kombination eine ähnlich hohe Befallsreduktion wie mit einer Standardkupferbehandlung.

Auch eine Beizung der Pflanzkartoffeln mit den Alternativpräparaten und eine Warmwasserbehandlung erwiesen sich als wirksam und führten unter Laborbedingungen zu einer höheren Überlebensrate der Pflanzen. Zudem ging der Anteil fauler Knollen im Lager durch die Anwendung zurück. Die beste Wirkung als Beizmittel zeigten Phosphonate, Chitosan und ein Hefe-Präparat. In Feldversuchen konnte die Wirksamkeit dieser Mittel auf den Primärbefall jedoch noch nicht eindeutig bestätigt werden. Allerdings wurden in Einzeljahren nachweislich geringere Befallsraten und ein besseres Auflaufen der Pflanzen erreicht.

Insgesamt sehen die Forscher durchaus Potenzial für den Einsatz alternativer Mittel im Kartoffelanbau, vor allem in Kombination mit verringerten Aufwandmengen von Kupferpräparaten. Bis zur Praxisreife seien aber noch weitere Versuche bei unterschiedlichem Befallsdruck und eine Optimierung der Regen- und UV-Stabilität der Mittel notwendig.

Zur vollständigen Studie: Kupferminimierungs- und Vermeidungsstrategien für den ökologischen Kartoffelbau

Quelle: BLE

Veröffentlichungsdatum: 22.09.2015

Schlagwörter

Alternativen, Kupfer, Bio-Kartoffelanbau, Anbau, Kartoffeln, Bio