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Schweizer Pilze halten sich gut im Markt

14. September 2015

Im Tagungssaal des Restaurants Löwen in Jegenstorf fanden sich die Mitglieder des Verbandes Schweizerische Pilzproduzenten (VSP) zu ihrer jährlichen Sommertagung ein. Der VSP will nicht nur den inländischen Pilzverbrauch ausbauen, sondern auch Massnahmen ergreifen, wie der  Preisdifferenz von der Schweiz zu den Importgebieten reduziert werden kann. Dies ergänzend zu den bestehenden Zusammenarbeiten mit den Abnehmern und den Absatzfördernden Massnahmen und der Medienarbeit. 

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Foto 27: Plenum Sommertagung VSP

Die Tagung zeigte, dass die Herausforderungen in der Zukunft für die Verbandsmitglieder nicht kleiner werden. Der Verband will sich diesen mit Abnehmern, Lieferanten und Partnern stellen. Insgesamt will der Verband mit einem ganzen Bündel an Massnahmen in die Offensive gehen. Er ist sich mit Michael Künzler, Einakufspool Früchte und Gemüse bei Coop, einig, dass die Produkte einwandfrei sein müssen, die Infrastruktur zeitgenmäss und die Beschaffungskette transparent sein müssen, um das Vertrauen der Kunden nachhaltig zu gewinnen. 

Auf der Tagung wurde die an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) erarbeite Bachelorarbeit präsentiert, die im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem VSP erarbeitet wurde. Ziel war die Erarbeitung einer  Schweizer Erzeugerorganisation für Pilze und ein Massnahmenprogramm.  Basierend auf Analysen und Kontakten mit Erzeugerorganisationen in der EU hat der VSP ein Grobkonzept als Ausgangslage entwickelt, das die Schweizer Umstände berücksichtigt und auf die Bedürfnisse der Pilzproduzenten und Abnehmer eingeht. 
 

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Foto 43: die Referenten an der VSP Sommertagung: Fritz Burkhalter, VSP, Matthias Engimann HAFL, Pierre Schauenberg, BLW, Sandra Schweizer HAFL, Patrick Romanense Fine Funghi AG, Michael Künzler Coop, Daniel Suter, Präsident VSP, Stefan Spahr TrüffelGarten. VSP

it der Studie wurde aufgezeigt, welche Wirkung Subventionen in der Schweiz haben könnten. Ergebnis: die Produktionskosten werden durch die Subventionen verringert, was zu  tieferen Preisen führt und den Absatz fördert. Damit man den Staat allerdings zu Subventionen gewinnen kann,  muss eine ökonomische, soziale, und ökologische Nachhaltigkeit gegeben sein. Die Frage, die Fritz Burkhalter, Sekräetär  in den Raum stellt ist berechtigt: Wollen wir den heutigen erfolgreichen Weg verlassen und die Abhängigkeit vom Staat in Kauf nehmen? Die Antwort gibt er gleich selbst: „nein, doch müssen wir Vorkehrungen treffen, wenn sich die Preisdifferenz zu Importpilzen weiter erhöht und die Differenz nicht mehr über Leistung und Herkunft wettgemacht werden kann“. 
 
Mehrere Fachbeiträge machten deutlich: Mit dem Pilz müssen soziale und ökologische Werte verkauft werden, damit der Konsument eine Treue zum Produkt entwickelt kann und bereit ist, die Preisdifferenz zwischen den europäischen und schweizerischen Produkten zu  zahlen.

Auf die Frage, ob und wie in der Schweiz eine Organisation gemäss dem Modell einer europäischen Erzeugerorganisation aufgebaut werden soll, kamen die Studie zu einer klaren Erkenntnis: nicht die Vermarktungsbündelung steht im Vordergrund sondern die Realisierung des Programms mit strukturverbessernden Massnahmen. Für die Umsetzungsform bestehen Ansätze. 

Unbestritten ist die Vermarktung der Schweizer Pilze unter der Gemeinschaftsmarke Champignons Suisses, welche durch den Verband gemeinsam beworben wird. Diesen Kurs wollen die Mitglieder weiter ausbauen. 

Die Tagung machte klar: Reichen wird dies nicht. Eine paritätische Unterstützung durch den Staat wie in der EU wird längerfristig für eine Produktion ohne Grenzschutz unumgänglich sein.  Der Markt wird die notwendige Preisdifferenz aufgrund des Import- und Konkurrenzdrucks auf längere Sicht nicht vollumfänglich tragen. Der VSP fordert daher die gleichen  wirtschaftlichere Rahmenbedingungen wie im Ausland.

In einem Fachbeitrag wurde Einblick gewährt über den aktuellen Stand der Trüffelproduktion in der Schweiz. Sie steht noch ganz am Anfang. Von Spezialisten wird diesem Markt jedoch ein grosses Potential attestiert. Bislang wurden 14 Plantagen-Projekte mit ca. 6 Hektaren realisiert. Spezialisten halten vom Markbedarf in der Schweiz jedoch 50 Hektaren für realistisch. 
 

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Fritz Burkhalter VSP; Matthias Engimann HAFL; Pierre Schauenberg BLW; diskutieren die Umsetzung einer EO in der Schweiz. VSP

Dem Verband ist es  ein Anliegen, die gesamte Pilzproduktion zu bündeln. So hat der Vorstand des VSP beschlossen, die  Schweizer Trüffelproduktion in die Gesamtstruktur des Verbandes zu integrieren. Der VSP kann in diesem Kontext einen veritablen Coup verkünden: Coop hat gegenüber dem Verband eine Abnehmergarantie bis 2019 gegeben. Damit ist eine Grundlage vorhanden,  diesen Markt solide aufzubauen. Für den VSP ist diese lukrativ, weil er sich mit seinem Label „Champignon Suisse“ mit Spezialitätenprodukten profilieren kann, was das Gesamtangebot belebt.


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Dass Süssspeisen mit Pilzen bestens harmonieren können, wurde an der Tagung mit dem brandneuen Buch „Amour fou – Pilze zum Dessert“ dargelegt. Studierende an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule haben für das Kochbuch zahlreiche, geschmacklich überzeugende Desserts aus Schwämmen kreiert. Das  Buch trägt somit auf seine Weise zu neuen Innovationen in der Schweizer Pilzbranche bei. (Vera Rüttimann)

Quelle: Verband Schweizer Pilzproduzenten VSP

Veröffentlichungsdatum: 14.09.2015

Schlagwörter

Schweiz, Pilze, Marktanteil, Markt