Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 36 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

10. September 2015

Äpfel: Die Abladungen stiegen an, wobei Deutschland mit Elstar, Delbarestivale und Braeburn dominierte und Italien mit Tenroy und Golden Delicious komplettierte. Die Zufuhren von inländischen Gravensteiner und Boskoop sowie von Granny Smith aus Italien, Spanien und Frankreich nahmen kraftvoll zu.

Apfel

Die Angebotsbreite weitete sich aus; zur Produktpalette hinzu stießen einheimische Pinova, französische gelegte Red Chief und Golden Delicious sowie italienische Red Delicious und niederländische Boskoop. Erste einheimische Jonagold aus diesjähriger Saison gesellten sich zu der noch vorhandenen Lagerware. Die Unterbringungsmöglichkeiten waren für die vergrößerte Versorgung zu klein, sodass sich, ungeachtet der ansprechenden Qualitäten, vielerorts Vergünstigungen etablierten. Bei den Importen aus Übersee beherrschte Neuseeland mit Braeburn und Jazz die Vermarktung. Die Wichtigkeit südafrikanischer Cripps Pink und Granny Smith erhöhte sich leicht. Argentinien sendete erste Pink Lady und Cripps Pink. Der Bedarf war gering, was die Verkäufer oftmals zwang, die Preise zu senken.

Birnen
Italien bestimmte mit Santa Maria und Williams Christ das Geschehen. Das Inland beteiligte sich mit Williams Christ und Clapps Liebling am Geschäft. Die Bedeutung von spanischen Williams Christ verstärkte sich. Italienische Abate Fetel waren inzwischen auf allen Plätzen zu finden; in Berlin kosteten sie am Mittwoch 2,35 € je kg und am Freitag ca. 1,70 € je kg. Neu zum Sortiment hinzu kamen einheimische Gellert und Gute Luise, italienische Rote Williams Christ und Boscs Flaschenbirne sowie niederländische Conference und spanische Abate Fetel in 80/85 mm. Die Verfügbarkeit hatte sich insgesamt ausgedehnt, weshalb fallende Notierungen häufig an der Tagesordnung waren. In München und Hamburg reduzierte man die Bereitstellung etwas, was sich stabilisierend auf die Bewertungen auswirkte. Türkische Santa Maria verbilligten sich meist und passten sich so dem Niveau der europäischen Chargen an. Ab und an wiesen sie hinsichtlich ihrer Güte Schwächen auf, was postwendend negativen Einfluss auf die Nachfrage hatte.

Tafeltrauben
Die Versorgung mit türkischen Sultana und griechischen Thompson Seedless stieg sprunghaft an. Crimson Seedless aus Italien und Spanien sowie italienische Italia gewannen ebenso massiv an Wichtigkeit. Dagegen gab es Black Magic und Sugraone aus Italien seltener als zuvor. Auf erste spanische Thompson Seedless konnte in Hamburg zugegriffen werden. Frankreich rundete mit Alphonse Lavallée, Portugal mit Sugraone das Angebot ab. Das Interesse präsentierte sich weitgehend freundlich, mancherorts eher gedämpft. Kernlose Früchte standen im Mittelpunkt der Vermarktung. Die Qualität der Produkte war recht uneinheitlich, sodass eine breite Preisspanne vorherrschte. Dies betraf insbesondere türkische Sultana, die sich mengenbedingt vergünstigten. Doch auch generell mussten die bisherigen Forderungen gesenkt werden, wenn eine Räumung gelingen sollte.

Erdbeeren
Deutschland dominierte, die Niederlande und Belgien ergänzten das Sortiment. Die Verfügbarkeit hatte sich ein wenig eingeschränkt, genügte aber, um die Nachfrage ohne Schwierigkeiten zu befriedigen. Die Unterbringungsmöglichkeiten begrenzten sich witterungsinduziert. Die differenzierte Güte der Erzeugnisse wirkte sich auf die Bewertungen aus: Unterschiedliche Größen, Art des Anbaus sowie Ausfärbung führten zu einer sich in beide Richtungen öffnenden Kursschere. So waren Notierungen von ca. 1,30 € bis zu 2,50 € je 500-g-Schale zu sehen. Insgesamt verbilligten sich die meisten Chargen.

Pfirsiche und Nektarinen
Italien und Spanien prägten das Geschehen, welches von Frankreich komplettiert wurde. Das Interesse ging merklich zurück und konnte problemlos gestillt werden. Die Haltbarkeit der Früchte ließ inzwischen mancherorts nach. Summa summarum tendierten die Preise bei einer ausgedehnten Versorgung abwärts. Lediglich in München und Köln stiegen sie zum Wochenende hin wieder etwas an. In Frankfurt konnten die Forderungen für französische Partien bestätigt werden.

Kiwis
Wie zuvor bestimmten neuseeländische Produkte vor chilenischen Offerten das Geschäft. Die Verfügbarkeit weitete sich leicht aus. Die Nachfrage wurde ohne Schwierigkeiten gedeckt. Hinsichtlich der Notierungen waren keine wesentlichen Veränderungen auszumachen. Nur in Frankfurt verteuerten sich die Erzeugnisse aus Neuseeland einstandsbedingt. Hier fand man ab Mittwoch auch die ersten italienischen Mini-Kiwi in 125-g-Schalen.

Zitronen
Spanien prägte vor Argentinien die Vermarktung; Südafrika, Uruguay und Chile rundeten sie ab. Die Anlieferungen genügten nicht, um den Bedarf komplett zu befriedigen, sodass die Kurse mehrheitlich nach oben kletterten. In Hamburg verbilligten sich indes südafrikanische Importe ein wenig.

Bananen
In der Regel wurde die Bereitstellung an die Unterbringungsmöglichkeiten angepasst. Die Forderungen modifizierte man nur selten. In München zogen die Bewertungen zunächst etwas an, sanken zum Ende der Woche aber wieder ab. In Frankfurt vergünstigten sich manche Drittmarken leicht. In Köln verstärkte sich die Nachfrage, sodass die Notierungen aufwärts tendierten. In Hamburg konnten dagegen Verteuerungen, die infolge eines freundlichen Interesses anvisiert wurden, nicht realisiert werden.

Blumenkohl
Deutsche Offerten beherrschten den Handel. Partiell ergänzten Belgien, Polen und in spärlichem Umfang die Niederlande. Zu Beginn war die Versorgung durchgängig relativ knapp. Zudem hatte sich die Qualität der Anlieferungen verbessert. Beides sicherte anhaltend hohe Preise. Spätestens ab Mittwoch wuchs die Verfügbarkeit häufig an, was dann zu Verbilligungen führte. Öfters verzeichnete man auch niedrigere Einstände, wovon die Kunden ebenfalls profitierten. Zuweilen sollten Sonderangebote den Verkauf beschleunigen, da nicht überall die Absatzzahlen zufrieden stimmten.

Salat
Das Geschäft mit Eissalat wurde vorrangig mit einheimischen Erzeugnissen betrieben. Komplettierende Zuflüsse aus den Niederlanden fehlten in München und Hamburg. Die Notierungen bewegten sich überwiegend gütebedingt nach oben, in Köln jedoch wegen zu schwacher Nachfrage nach unten. In München blieben sie kraft einer hinlänglichen Räumung konstant. Kopfsalat stammte zumeist aus Deutschland, unterstützt durch belgische Importe. Die Bewertungen neigten zum einen zu einer gewissen Stabilität, zum anderen tendierten sie zum Wochenende hin explizit bei den belgischen Abladungen aufwärts. In Köln sackten sie aufgrund ungenügender Abnahme etwas ab. Bei den Bunten Salaten bewirkten überschaubare Mengen aus einheimischer Ernte vielfach anziehende Forderungen, wenngleich diese in Köln in Anbetracht mangelnden Zuspruchs abgesenkt wurden. Feldsalat hatte seinen Ursprung in deutschem und belgischem Anbau. Nach vereinzelten Vergünstigungen verteuerte er sich dank verstärkter Order in der Regel bis zum Freitag; manchmal in einem offensichtlichen Maß.

Gurken
Die Versorgung mit Schlangengurken war weiterhin nicht sehr üppig, sie stieg aber öfters allmählich an. Deutsche Produkte dominierten. Niederländische und belgische Chargen wurden ebenso vermarktet wie ergänzende französische Zufuhren. Die andauernd hohen Kurse hatten das Interesse merklich gebremst. Dem stagnierenden Absatz begegneten die Händler kompromissbereit mit einem Reduzieren der Preise, zumindest an deren unteren Spannengrenzen. Dieser Lösungsweg wurde für gewöhnlich von Erfolg gekrönt: Der Zugriff seitens der Kunden intensivierte sich sukzessive. Minigurken zu ähnlichen Anteilen aus dem Inland und den Niederlanden sowie in München spärlich aus der Türkei konnten häufig relativ lebhaft verkauft werden. Zudem gingen zuweilen die Einstände nach oben. Daher wurden die Aufrufe immer wieder mal angehoben.

Tomaten
Der Zenit der Kampagne mitteleuropäischer Erzeugnisse schien überschritten. Die Verfügbarkeit von Rispentomaten und Runden Tomaten aus den Niederlanden und Belgien schränkte sich etwas ein. Der Umfang der deutschen Anlieferungen veränderte sich indes kaum. Wegen der Überschaubarkeit des Angebotes kletterten die Notierungen manchmal mehr als deutlich nach oben. Einzig in Berlin verharrten sie bei reichlichem Aufkommen auf einem konstanten Niveau. Polnische Alternativen waren verschiedentlich lediglich schwach ausgefärbt und wurden somit eher selten geordert. Unzulängliche Importe trieben bei Fleischtomaten, vorrangig aus Belgien und ausschließlich in Hamburg auch aus den Niederlanden, die Bewertungen überwiegend nach oben. Kirschtomaten trafen vorherrschend aus den Niederlanden und Italien ein. Sie verteuerten sich trotz wenig modifizierter Mengen wie das übrige Sortiment.

Gemüsepaprika
Die Bereitstellung fiel permanent relativ übersehbar aus. Niederländische Offerten dominierten. Die Kurse hatten sich auf einem recht hohen Level geradezu festgefressen, was einer schnellen Unterbringung abträglich war. Die Preiskurve machte vielfach heftige Sprünge, vor allem bei den grünen Kultivaren, die meistens die Obergrenze der Spannen besetzten. Später wurde diese Spitzenposition häufiger von den roten und gelben Varietäten eingenommen. Bei den türkischen Partien verliefen die Geschäfte wesentlich unaufgeregter. Daher blieben die Forderungen in diesem Sektor von den immensen Schwankungen der niederländischen Konkurrenz weitgehend verschont. Dennoch gab es Sonderaktionen, die Flowpacks mit 400 g zu 0,49 € bewarben. Deutsche Anbauer führten kontinuierlich in geringem Maße rote und gelbe Californian Wonder zu. Polnische Abladungen deckten hingegen mit verstärkter Präsenz die gesamte Produktpalette ab.

Zwiebeln
Der Verkauf von Haushaltsware wurde hauptsächlich mit inländischen Erzeugnissen getätigt. Lediglich in München ergänzten österreichische, italienische und wie in Köln niederländische Importe, die jedoch überwiegend in sehr großen Kalibern zuflossen. Bei dosierter Versorgung veränderten sich die bisherigen Aufrufe marginal, bei angewachsener Verfügbarkeit mussten sie unterdessen nach unten angepasst werden, die der ausschließlich vorrätigen spanischen Gemüsezwiebeln zogen indes merklich an. So sollte man am Freitag für diese bis zu 16,- € je 25-kg-Sack bezahlen, mit offensichtlicher Tendenz nach oben.


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Frankfurt
Beerenobst verteuerte sich deutlich. So wurden Himbeeren zu 1,90 € je 125 g und Brombeeren zu maximal 1,50 € je 125 g abgesetzt. Heidelbeeren interessierten infolge schwacher Qualitäten kaum. Polnische Preiselbeeren in 500-g-Schalen oder in 1-kg-Körben gingen vor allem an den Facheinzelhandel. Die Notierungen für Auberginen stiegen tageweise auf bis zu 16,- € je 5-kg-Karton, zum Wochenausklang verlangte man bloß noch moderate 10,- bis 13,- € je 5 kg. Polnische Partien wurden zu 10,- € je 5 kg abgewickelt. Deutsche Artischocken konnten ab Mittwoch zu 0,80 € je Stück geordert werden. Hokkaidokürbisse räumten ab 0,95 € je kg flott. Die türkischen Gemüseofferten Kelek und Acur gab es in beträchtlichen Mengen und trafen auf einen aufnahmefähigen Markt. Die Anlieferungen von Pfifferlingen genügten nicht, um den Bedarf zu decken, daher kletterten die Bewertungen aufwärts. Auch für die 37. KW wird mit nur spärlichen Zufuhren gerechnet. Die Forderungen für Steinpilze musste man hingegen angebotsinduziert senken.

Hamburg
Wegen des Volksfestes „Alstervergnügen“ wurden üppige Abladungen von Limetten schnell untergebracht, was abfallende Preise verhinderte. Der Verkauf von Orangen aus Übersee gestaltete sich stetig, wenn Schalenfestigkeit und Saftgehalt ansprachen. Früchte mit unterschiedlicher Farbintensität und eingeschränkter Kondition kosteten weniger als zuvor. Für niederländischen Rosenkohl musste man 6,50 € je 5-kg-Sack und für ansehnliche süddeutsche Artischocken 14,50 € je 5,7-kg-Holzkiste zahlen. Niederländische Auberginen wurden zu 18,- € je 5-kg-Verpackung von den Kunden gemieden; 11,- € je 5 kg akzeptierten sie derweil.

München
Die Hitzephase wirkte sich insbesondere bei regionalen Himbeeren und Heidelbeeren in Form von nachgelassener Qualität, verringerter Erntemenge und angestiegener Aufrufe aus. Orangen kamen ausschließlich Ware aus der südlichen Hemisphäre. Für südafrikanische Navel neigte sich die Saison ihrem Ende entgegen. Neben Valencia Late lieferte man inzwischen Cara Cara, die allerdings nicht im erhofften Ausmaß beachtet wurden und daher günstig waren. Aus Spanien trafen erste Granatäpfel ein. Aufgrund der diesjährigen relativen Trockenheit in Mittelamerika bzw. in der Karibik reduzierte sich kurzfristig das Angebot an großkalibrigen Ananas. Durch das Sommerwetter beschleunigte sich der Absatz von Melonen; nach der Witterungsabkühlung waren die Händler bei Wassermelonen aber zu Verbilligungen gezwungen. Hohe Forderungen galten für inländischen Spinat sowie für knappen Radicchio. Hinsichtlich ihrer Güte einwandfreie Buschbohnen und Stangenbohnen, vorwiegend aus der Pfalz, notierten stabil. Steinpilze aus Rumänien und Bayern waren begrenzt. Auch Pfifferlinge gab es nicht zu reichlich, weshalb die Kurse anzogen.

Berlin
An vereinzelten Ständen offerierte Mandarinen, Ellendales aus Peru, fanden zu 17,50 € je 10 kg nur ungenügendes Interesse. Das Sortiment an kleinen und mittleren Orangen, Valencia und Midknight aus Südafrika und Simbabwe, weitete sich aus; die Früchte präsentierten sich recht ordentlich und schalenrein. Die Bewertungen lagen bei 15,- bis 16,- € je 15-kg-Karton, jedoch blieb die Nachfrage der Jahreszeit entsprechend schwach.
 

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 10.09.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin