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Österreich: Versorgung des Erdäpfel-Marktes trotz extremer Trockenheit möglich

07. September 2015

Beim Erdäpfel-Erntegespräch am 2. September im niederösterreichischen Stetteldorf stand die Marktentwicklung in Österreich und International im Mittelpunkt. Ausgehend von einer geringeren Anbaufläche bringt vor allem die extreme Trockenheit Probleme für den Markt. In der sehr repräsentativen Runde wurde betont, dass der Erdäpfelanbau besonders in diesem Jahr auch Profis vor große Herausforderungen stellt, so der Agrarmarkt Austria. Stand im Vorjahr die politische Diskussion über Pflanzenschutzmittel im Mittelpunkt, war durch die Notfallzulassung im heurigen Jahr  zumindest die Drahtwurmproblematik im konventionellen Anbau nicht gegeben. Diesbezüglich bestehen aber große Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung.

Kartoffelfeld


Ernteeinbußen aufgrund der extremen Trockenheit

Das beherrschende Thema  des in diesem Jahr zum 2. Mal abgehaltenen Erdäpfel-Erntegespräches war die extreme Trockenheit.  Bedingungen von  35 Grad am 1. September übersteigen bei weitem das bisher Gewohnte. Entsprechend geringere Erträge werden erwartet. Die Schätzungen der Einbußen liegen regional teilweise sogar bei minus 40 Prozent.

Dennoch gehen die Branchenexperten davon aus, dass die Versorgung des inländischen Marktes gesichert  sein sollte. Ebenso sollten über Bewässerung ausreichend große Knollen zur Verfügung stehen und die Versorgung der Verarbeitungsbetriebe gegeben sein. Lediglich für Exporte wird wahrscheinlich nicht genügend Ware zur Verfügung stehen.

Hier auszugsweise einige Aussagen zu den Regionen:

Im Marchfeld konnten durch die Beregnungsmöglichkeiten größere Ertragseinbußen verhindert werden. Dennoch entstanden vor allem durch die sehr hohen Nachttemperaturen Probleme. Im Waldviertel ist man mit der Qualität der geernteten Erdäpfel sehr zufrieden. Der spät einsetzende Regen dürfte jedoch nur mehr in geringem Umfang Nutzen bringen. Zu weit fortgeschritten ist die Vegetationsperiode.  Der Ertrag wird voraussichtlich deutlich geringer ausfallen.  Im Gesamten gesehen sind Prognosen allerdings noch etwas verfrüht. Die Qualität für die Verarbeitungsindustrie ist bei geringem Schmutzanteil gut, mit der  zu erwartenden Ernte liegt man allerdings deutlich unter der Kontrahierungsmenge.   Vor großen Herausforderungen stehen die Produzenten von Stärkekartoffeln. Hier werden Einbußen von 40 Prozent und das schlechteste Ertragsjahr seit Bestehen erwartet.  Aufgrund niedriger Vertragspreise erscheint es schwierig, dass die Produktionskosten gedeckt werden können. Der Biobereich kämpft ebenfalls mit Ertragsproblemen, wobei die Ernte der Frühsorten durchaus zufriedenstellend verlaufen ist. Dennoch führt ein erwarteter Durchschnittsertrag  von 15 Tonnen/ha für die Spätsorten zu einem erheblichen finanziellen Druck auf die Produzenten.

Internationaler Markt

Auf den internationalen Märkten ist die Trockenheit ebenfalls ein dominierendes Thema. Wobei aufgrund der europaweit sehr großen Ernte  2014 die Produzenten mit Anbaueinschränkungen reagiert haben. Die Anbauflächen sind um 3-5 Prozent gesunken.  Für das heurige Jahr bringt ein verspäteter Vegetationsbeginn und die lang anhaltende Trockenheit regional vielfach enttäuschende Ernten. Mit den einsetzenden Niederschlägen ist allerdings wieder etwas Optimismus bei den Markteilnehmern zurückgekehrt. Es ist dennoch ein durch hohe Beregnungskosten und gesunkene Erträge belastetes Ergebnis wahrscheinlich.

In Deutschland, kommt es regional zu sehr starken Unterschieden. Die Ernteschätzungen liegen niedriger, bei 10-10,5 Mio. Tonnen. In den gut versorgten und beregneten Gebieten bestehen Aussichten auf gute Vermarktungserfolge, auch im Export. Österreich Importe kommen in erster Linie aus Deutschland. Die Niederlande startete die Kampagne in AVEBE um eine Woche verspätet. Dennoch bleiben die Vermarkter bezüglich Preisentwicklung und Vermarktungsmöglichkeiten positiv gestimmt. In Belgien liegen die Proberodungen  um 15 Prozent unter den Vorjahresergebnissen. In Spanien kommen in Kastilien-Leon die Erdäpfel um eine Woche früher auf den Markt. Aufgrund größerer Flächenreduzierungen und guten Ernteaussichten sind die spanischen Marktteilnehmer zuversichtlich für das laufende Jahr. Im Süden der USA sind die Ernteaussichten vielversprechend und die Qualitätserwartungen zufriedenstellend. 

Quelle: AMA-Marktinformation Obst und Gemüse

Veröffentlichungsdatum: 07.09.2015

Schlagwörter

Versorgung, Erdäpfel, Markt, extrem, Trockenheit, Kartoffeln