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Europagespräche der AöL: Prozessgedanke statt Grenzwerte

18. August 2015

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AöL hat in einem Gespräch mit dem Europaabgeordneten Albert Deß (EVP) ihre Forderung unterstrichen, im Zuge der Revision der EU-Öko-Verordnung möglichen Kontaminationen von Biolebensmitteln mit Pestizid-Rückständen keinen Sonderstatus einzuräumen.

In einem Forderungskatalog, den AöL-Vorstand Susanne Horn an Deß jetzt übergab, unterstützt die AöL hingegen die von verschiedenen Abgeordneten verlangte Korrektur des ursprünglichen Vorschlags der EU-Kommission. Sie plädieren dafür,  statt gesonderte Grenzwerte einzuführen,  den Prozessgedanken des Biolandbaus zu stützen. 

"Nach dem leider in vielerlei Hinsicht untauglichen Vorschlag des EU-Agrarministerrats zur Neufassung der EU-Öko-Verordnung vom 16. Juni, ist jetzt das EU-Parlament gefordert", sagte AöL-Vorstand Horn, die Generalbevollmächtigte der Neumarkter Lammsbräu ist. "Das Parlament muss jetzt auf Basis seines schon am 7. Mai vorgelegten Berichts einen gangbaren Weg finden, der der Öko-Branche in Bayern und ganz Europa nützt, anstatt sie unnötig auszubremsen", meinte Horn.  Auch Deß, der  agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion ist, sprach sich in dem Gespräch für Veränderungen des Kommissionsvorschlags aus. "Der Vorschlag der Kommission ist von Anfang an in die falsche Richtung gegangen. Ich teile hier die Besorgnis der Öko-Branche. Eine Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung muss das Ziel haben den Ökolandbau auch für die Zukunft auf eine stabile Basis zu stellen und für mehr Ökolandbau und nicht für weniger zu sorgen." Der Europaabgeordnete sagte deshalb zu, sich in Brüssel und Straßburg für eine praxisgerechte Neufassung der EU-Öko-Verordnung einzusetzen und dabei den Forderungen der Öko-Branche das nötige Gehör zu verschaffen. 

Hintergrund

Im März 2014 hat die EU-Kommission eine umstrittene Vorlage für ein neues Bio-Recht vorgelegt. Der EU-Agrarrat stimmte seine Position dazu im Juni 2015 ab. Im Herbst starten EU-Agrarrat und -Parlament den von der EU-Kommission moderierten Trilog-Prozess, um das neue EU-Öko-Recht final auszuhandeln. Die AöL führt deshalb im Vorfeld des Trilogs Konsulationen mit Abgeordneten des Europa-Parlaments. So hatten AöL-Vorstand und AöL-Geschäftsführung Mitte Juli zunächst mit dem Europa-Abgeordeneten der Grünen, Martin Häusling,  ein Gespräch geführt. Häusling ist Berichterstatter des EU-Parlaments für die Revision der Öko-Verordnung. Weitere Gespräche sind unter anderem mit der SPD-Abgeordneten Maria Noichl und der Abgeordneten der Freien Wähler, Ulrike Müller, geplant.  

Quelle: Pressemitteilung des Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V.

Veröffentlichungsdatum: 18.08.2015

Schlagwörter

Europa, AöL, Prozessgedanke, Grenzwerte