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EU-Apfelernte wird in diesem Jahr um 5% kleiner ausfallen

11. August 2015

In der EU wird in diesem Jahr eine Tafelapfelernte von 11,97 Mio. t erwartet, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 5%. Diese Schätzung präsentierte die WAPA (World Apple and Pear Association) Ende vergangener Woche beim Prognosfruit-Kongress in Meran. Die europäische Birnenproduktion wird sich den Angaben zufolge voraussichtlich um 4% auf 2,34 Mio. t verringern. Generell wird in diesem Jahr mit einer guten Fruchtqualität gerechnet.

Aepfel im Baum

Die von der WAPA veröffentlichte Prognose für die österreichische Apfelernte beläuft sich auf 179.000 t (-5% gegenüber 2014), wobei sich dieser Wert offensichtlich nur auf die steirische Menge bezieht. Die Statistik Austria wird noch diese Woche ihre jüngste Schätzung für die heimische Winterapfelernte 2015 publizieren. Im vergangenen Jahr belief sich die Menge in der Alpenrepublik auf 226.400 t, davon wurden 81% in den Erwerbsobstanlagen der Steiermark gepflückt. Die Niederschläge, die in den kommenden Wochen bis zur Ernte fallen, können den Ertrag aber noch verändern.

Deutliche Einbußen in Deutschland

Der größte Teil der EU-Apfelernte kommt auch in diesem Jahr mit 3,75 Mio. t aus Polen. Die Menge liegt damit unverändert auf dem Vorjahresniveau und entspricht 31% der EU-Gesamternte. An zweiter Stelle folgt Italien mit 2,33 Mio. t, der erwartete Rückgang um 5% entspricht exakt dem EU-Trend. Frankreichs Obstbauern werden voraussichtlich 1,59 Mio. t pflücken, um 10% mehr als im vergangenen Jahr. In Deutschland gehen die Experten von einem deutlichen Mengenrückgang gegenüber 2014 um 21% auf 885.000 t aus, allerdings wurde im vergangenen Jahr eine Rekordernte verzeichnet.

"Die EU-Apfelernte sinkt zwar um 5%, sie liegt aber noch über dem Schnitt der vergangenen drei Jahre. 2014 war sie mit 12,57 Mio. t sogar um 15% größer als im Jahr davor. Dennoch - und trotz des russischen Importstopps - konnten die EU-Länder diese große Ernte früher als geplant vermarkten. Das von Moskau verhängte Embargo hat jedoch die Obstproduzenten stark betroffen und zu einer durchschnittlichen Reduzierung der Erlöse für die Erzeuger um 20% geführt", berichtete Hans van Es, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Obst und Gemüse im EU-Bauern- und Genossenschaftsverband COPA/COGECA, beim Kongress in Meran. Ohne die Hilfsmaßnahmen der EU, in deren Rahmen Äpfel und Birnen durch vorzeitiges Ernten, Kompostieren oder Verschenken an karitative Organisationen vom Markt genommen wurden, wären die Verluste noch höher ausgefallen. Die Verarbeiter begrüßten daher die vor wenigen Tagen beschlossene Verlängerung der EU-Maßnahmen, so der Vorsitzende.

"Die Aussichten für die kommende Saison sind besser als im vergangenen Jahr. Die Apfel- und Birnenernte ist etwas geringer und die europäischen Lagerbestände sind derzeit gering. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es auf der südlichen Hemisphäre zu Überschüssen kommt, und durch den günstigen Wechselkurs konnten die Übersee-Exporte deutlich ausgebaut werden", berichtete WAPA-Präsident Daniel Sauvaitre. Auch er wies auf die Einkommensrückgänge der Produzenten hin. Positiv sei aber auch, dass die meisten Länder von einem steigenden Konsum berichten. Dieser Trend beruhe wohl auch auf der steigenden Qualität der Früchte und der daraus erzeugten Produkte, so der Präsident. 

Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 11.08.2015

Schlagwörter

EU, Apfelernte, Birnen, WAPA, Prognosfruit