Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 31 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

06. August 2015

Äpfel: Die Früchte der neuen inländischen Saison drängten immer zügiger auf den Markt. Lose und gelegte Galmac waren eine Alternative zu Collina und Discovery. Delbarestivale folgten zu maximal 1,80 € je kg. Dazu kamen Sommerregent. Frankreich lieferte neben Delbarestivale inzwischen Primerouge. Italien präsentierte erste Gravensteiner. Vielfach waren die Offerten nicht genügend und optimal ausgereift. Dem Interesse fehlte es daher an Schwung. Die Forderungen mussten reduziert werden. Gleichwohl prägten weiterhin die Abladungen aus Neuseeland, Chile und Südafrika den Handel: allen voran Braeburn, Pink Lady, Gripps Pink und Royal Gala. Dem ruhigen Bedarf gerecht werdend vorrätig notierten sie aufgrund attraktiver Güte vorrangig konstant. Die wenigen vorjährigen Partien aus Europa veränderten sich hinsichtlich der Bewertungen ebenso nur unwesentlich, da sie ausreichend räumten.

Apfel

Birnen
Dr. Jules Guyot aus Spanien und Frankreich beherrschten das Geschäft. In loser Aufmachung wurden sie nicht so intensiv beachtet, so fielen die Kurse überwiegend, während die der übrigen Angebote meist stabil blieben. Italienische Santa Maria erhielten Unterstützung von türkischen, die noch sehr hart und grün waren. Die Unterbringung ging langsam vonstatten. Farblich ansprechende Carmen aus Italien generierten flotte Order. Stark rückläufige Erzeugnisse aus der südlichen Hemisphäre wie Forelle oder Packham`s Triumph aus Südafrika wurden in der Regel zu kaum modifizierten Preisen stetig aufgenommen. Es sei denn, Konditionsschwächen bremsten den Vertrieb, was automatisch zu Verbilligungen führte.

Tafeltrauben
Die südeuropäischen Importe preschten mit einer enormen Vielfalt auf den Markt. Neben den probaten Sorten gab es weniger gebräuchliche helle Arra 11, rote Supernova sowie rotblaue Magenta und dunkle Vitroblack oder Summer Royal, um hier einige zu nennen. Griechenland startete mit Superior Seedless, Festival Seedless und frühen Flame Seedless. Neuerdings steuerte Portugal Sugraone dazu. Die ersten Offerten mit Muskataroma, italienische Italia, wurden umgeschlagen. Im Allgemeinen glichen sich Umfang von Bereitstellung und Bedarf. Bei hinlänglichem Warenfluss konnten sich die bisherigen Bewertungen häufig behaupten, oftmals bröckelten sie jedoch auch sukzessive ab. Mit fortschreitender Kampagne hatte sich die Beerengröße erhöht, sodass sich darauf basierend gelegentlich Verteuerungen etablierten.

Aprikosen
Die Saison neigte sich erkennbar ihrem Ende entgegen. Die Anlieferungen schränkten sich zusehends ein, egal ob vorherrschend aus Frankreich sowie ergänzend aus der Türkei oder Ungarn. Italien und Österreich spielten nur am Rande eine Rolle. Das Interesse begrenzte sich offensichtlich. Weil sich parallel dazu in einem ähnlichen Maß die Abladungen verringert hatten, entstand kein Druck, die Preise wesentlich zu verändern. Spärlich vorrätige Partien aus dem Inland punkteten teils mit gefälliger Qualität zu 17,- € je 5 kg, verbuchten aber in Frankfurt Notierungen bis zu 19,- € je 5-kg-Steige; da das Fruchtfleisch hier eindeutig zu trocken war, vom Kunden als inakzeptabel erachtet.

Kirschen
Der Zenit des Verkaufes schien überschritten zu sein, das Sortiment signifikant an Relevanz verloren zu haben. Die Güte der dominierenden inländischen Offerten fächerte sich sukzessive auf: zweifelhafte Kondition, uneinheitliche Kaliber und mangelnder Geschmack auf der einen Seite sowie exzellente organoleptische Merkmale auf der anderen. Entsprechend flexibel mussten die Vertreiber beim Konzipieren ihrer Forderungen vorgehen, sollte der Warenfluss nicht ins Stocken geraten. Die Vorgaben der Vorwoche konnten oft nicht bestätigt werden. Herausragende Chargen wie z. B. die aus überdachtem Anbau vermochten streckenweise bis zu 7,- € je kg zu erzielen, sonstige exklusive Erzeugnisse immerhin bis zu 5,- € je kg. Zum Freitag hin entwickelte sich bei den Kursen ein ansteigender Trend.

Pfirsiche und Nektarinen
Das Angebot bestand überwiegend aus italienischen und rückläufigen spanischen Früchten, französische ergänzten. Die Vermarktung gestaltete sich eher schwierig. Die Nachfrage reichte nicht vollends aus, um Überhänge durchweg zu vermeiden. Minimale Verbilligungen sollten mehr Schwung ins Geschäft bringen. Seltener war der Handel befriedigend, sodass man die Bewertungen unangetastet auf bisherigem Niveau belassen konnte. Die Beachtung von türkischen Partien erfolgte bloß in begrenztem Umfang. Griechische Abladungen punkteten durchaus mit Konformität, Aroma und festem Fleisch. Spärliche deutsche Produkte tauchten lediglich in Frankfurt auf.

Pflaumen
Die Versorgung hatte sich merklich ausgedehnt. In enormer Bandbreite trafen die Varietäten ein. Katinka und Cacaks Schöne herrschten vor. Neu in den Verkauf kamen unter anderem Bühler Frühzwetschge, Hanka, Tophit Plus, Topfive und Tegera. Neben Zulieferungen vom Balkan in differenzierten Reifegraden komplettierten wenige europäische Formen aus Italien. Das Interesse zeigte sich oft relativ freundlich, manchmal etwas ruhig. Die Forderungen konnten vielfach stabil gehalten werden, mussten vorrangig in Hamburg jedoch mengeninduziert herabgesetzt werden. Die Preisspanne vergrößerte sich dabei qualitätsbedingt. Susinen aus dem Süden Europas überzeugten und wurden gerne geordert. Die Bereitstellung von Mirabellen fand in einem knappen Rahmen statt, weshalb sie zuweilen bis zu 3,20 je kg kosteten.

Kiwis
Neuseeländische Abladungen dominierten das Geschäft. Zudem gab es, Köln ausgenommen, in kleinem Umfang chilenische Offerten. Die Zuführungen orientierten sich überwiegend am Bedarf. Die Kurse blieben somit mehrheitlich konstant. Einzig in Berlin schwankten sie, da es dort nicht immer gelang, Angebot und Nachfrage genügend auszubalancieren.

Zitronen
Die Versorgung fiel nicht sehr üppig aus. Spanische Importe wurden hauptsächlich durch argentinische ergänzt; uruguayische und südafrikanische komplettierten. Dank der äußerst knappen Zuflüsse notierten die Erzeugnisse größtenteils auf gewohnt hohem Niveau. Während in Frankfurt für alle Herkünfte Verteuerungen veranschlagt wurden, etablierten sich in Hamburg wegen angewachsener Anlieferungen aus Argentinien und infolge einer schleppenden Räumung Verbilligungen.

Bananen
Die Händler hatten die Bereitstellung weitgehend auf den Bedarf abgestimmt. Bei einer konstanten, wenn auch meistens unaufgeregten Nachfrage neigten die Bewertungen in der Regel zu einer gewissen Stabilität. Jedoch machte sich in München der Ferienstart stärker bemerkbar als erwartet. Somit mussten die Forderungen hier wiederholt reduziert werden.

Blumenkohl
Die vorherrschenden inländischen Offerten wurden punktuell durch polnische oder belgische Zufuhren komplettiert. Das herbstlich anmutende Wetter schränkte zum einen infolge der verlangsamten Ernte die Anlieferungen ein, zum anderen verbesserte es sukzessive die Abnahme. In den überwiegenden Fällen setzten sich spätestens ab Mittwoch moderate Verteuerungen durch. Die Kursspanne fächerte sich zuweilen in Abhängigkeit von Sortierung, Gleichmäßigkeit und optischer Qualität auf.

Salat
Eissalat stammte hauptsächlich aus Deutschland. Niederländische Abladungen rundeten die Produktpalette ab. Für gewöhnlich hatte man Angebot und Nachfrage hinlänglich synchronisiert. Die Forderungen verharrten vielfach auf bisherigem Niveau, schwankten lediglich in Köln in enger Anbindung an Frische und Kondition der Ware. Die Bewertungen von Kopfsalat blieben normalerweise stabil, da die Verfügbarkeit den Unterbringungsmöglichkeiten entsprach; einzig in Frankfurt fluktuierten sie beeinflusst von Kopfgewicht und Bereitstellung. Da bei den belgischen Erzeugnissen die Mengen angewachsen waren, ergaben sich häufiger Verbilligungen, dank derer sich der Zugriff oftmals verstärkte. Bunte Salate räumten mehrheitlich  relativ zügig. Die Notierungen der Vorwoche konnten gemeinhin gehalten werden. Manchmal verlief der Verkauf etwas stockender ab. Mit Vergünstigungen versuchten die Händler dagegen zu steuern. Die Preise von belgischem Feldsalat gestalteten sich sehr uneinheitlich.

Gurken
Deutsche Schlangengurken bestimmten vor niederländischen und belgischen das Marktgeschehen. Vorrangig die Zufuhren aus dem Inland begrenzten sich zusehends. Da gleichzeitig das Interesse kontinuierlich freundlich ausfiel, etablierten sich ansteigende Kurse. Zudem trafen auch die niederländischen und belgischen Chargen in einem äußerst überschaubaren Maß ein, was deren Einstände allmählich nach oben trieb. Punktuell angelieferte spanische Partien wurden in Sonderaktionen zu 3,- € je 12er-Karton geradezu verschleudert. Minigurken trafen reichlich ein, generierten jedoch meistens genügend Beachtung. In München wurden sie ziemlich teuer umgeschlagen, was sich bremsend auf den Absatz auswirkte. Und in Hamburg waren sie über Bedarf vor Ort, weshalb die Kunden weniger zu bezahlen brauchten.

Tomaten
Die enorme Verfügbarkeit entsprach nicht einmal annähernd dem Umfang der Nachfrage. Rispentomaten und Runde Tomaten drängten in ungebrochener Präsenz ins Geschäft, obwohl bei den Runden nicht ganz so fatal ausgeprägt. Belgische und niederländische Abladungen verursachten im Verbund mit angewachsenen einheimischen Zuflüssen eine regelrechte Schwemme. Parallel dazu kühlte der Zugriff wie das Wetter merklich ab. Die Bewertungen sanken fortlaufend. Vielerorts bauten sich belastende Überhänge auf. Einzig exklusive Qualität entging diesem negativem Szenario. Fleischtomaten waren in einem konfliktfreierem Rahmen vorrätig. Deshalb konnte man hier häufig die Forderungen fast konstant halten. Die Abgabe von Kirschtomaten, ob mit oder ohne Rispen, zeigte sich ebenso störungsärmer. Die Preise verharrten oft auf unverändertem Niveau.

Gemüsepaprika
Die niederländischen Angebote beherrschten klar erkennbar den Vertrieb und mussten sich im Wesentlichen einer türkischen und belgischen Konkurrenz stellen. Ungarische Partien rundeten ab. Deutsche Produkte waren zwar eine Randerscheinung, gewannen aber langsam an Relevanz. Die gewohnten Schwankungen der Kurse in Bezug zu Menge, Form und Farbe konnten auch diese Woche beobachtet werden, nur fielen sie nicht so stark aus wie bisher. Der prinzipielle Tenor lässt sich so beschreiben: Grüne Kultivare wurden am teuersten verkauft; dahinter reihten sich dann die gelben und zum Schluss die roten Varietäten ein. Türkische Erzeugnisse blieben von dem unruhigen Trend meist verschont und notierten wie ungarische gelbe und rote Spitzpaprika vornehmlich stabil.

Zwiebeln
Inländische Haushaltsware gab es inzwischen auf allen Märkten. Aufgrund der ausgedehnten Verfügbarkeit konnten Vergünstigungen nicht vermieden werden. Ergänzende Anlieferungen aus Neuseeland sowie vereinzelte Zuflüsse aus Italien und Österreich machten zuweilen eine ähnliche Entwicklung durch. Überseeimporte verloren an Boden, zum einen wegen verringerter Abladungen, zum anderen infolge zu hoher Notierungen. Gemüsezwiebeln wurden exklusiv aus Spanien zugeführt. Mit der stufenweise ausgeweiteten Versorgung schlichen sich immer mehr Vergünstigungen ins Handelsgeschehen ein.


Weitere Informationen

Frankfurt
Das Angebot an einheimischen Himbeeren war sehr knapp. Die Kurse explodierten auf bis zu 14,40 € je kg, wie bei den alternativ disponierbaren belgischen, portugiesischen, polnischen oder niederländischen Chargen. Mit den ansteigenden Ankünften aus Norddeutschland mussten die Forderungen für Heidelbeeren zurückgenommen werden. Der Anteil an 500-g-Schalen wuchs sukzessive an. Mandarinen der Varietät Nadorcott aus Südafrika brachten in 1x-Sortierung stolze 26,- bis 27,- € je 10-kg Kartons. Grüne Feigen aus Italien sowie blaue  aus Spanien standen in kleinem Umfang bereit und wurden mit bis zu 4,- € je kg konstant aufgerufen. Grüne Buschbohnen und Stangenbohnen waren rar und so kletterten die Preise bis zum Wochenschluss kontinuierlich höher. Spinat wurde nur in spärlichen Mengen offeriert und verteuerte sich. Der Eingang bei Sommersteinpilzen blieb dosiert. Pfifferlinge trafen ausreichend ein und generierten je nach Klaiber zu 6,50 bis 9,- € günstig einen flotten Zugriff.

Hamburg
Verhaltenes Interesse gab es für Melonen aus dem Mittelmeerraum. Lediglich lagerfähige Partien notierten stabil. Vor dem Saisonende verbuchte Chicorée aus den Niederlanden hinsichtlich der Bewertungen einen abrupten Aufwärtstrend. Imposanter Lauch aus der Region konnte den Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern aus Belgien und den Niederlanden vergrößern.

München
Die Kampagne für kleinfruchtige Zitrusfrüchte wurde mit argentinischen Clementinen und südafrikanischen Nadorcott eröffnet. Wie zu erwarten war, hielt sich die Nachfrage in engen Grenzen und beschränkte sich lediglich auf den Spezialhandel. Nach italienischen Frischfeigen trafen ab Mittwoch auch türkische ein. Das breite Angebot an Beerenobst aus Süddeutschland begann langsam geringer zu werden, da vielerorts der Zenit der Ernte überschritten wurde. Bei reichlichen inländischen Zucchini standen die Bewertungen unter Druck. Zudem wurden Importe aus der Türkei zugeführt. Eher knappe Buschbohnen und Stangenbohnen aus einheimischer Produktion pendelten sich auf einem höheren Preisniveau ein. Pfifferlinge stammten vorwiegend aus Russland und Belarus, aber auch aus Österreich. Sie verbilligten sich versorgungsbedingt. Rare Steinpilze wurden zu anziehenden Forderungen meist frühzeitig untergebracht.

Berlin
Die Bereitstellung von Frischfeigen aus Italien stieg im Wochenverlauf an. Sie kosteten zwischen 2,50 und 3,50 € je kg, je nach Qualität und Kaliber. Artischocken wurden in marginalem Umfang aus Frankreich angeliefert. Sie erzielten maximal 18,50 € je 24- Stück-Steige.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 06.08.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin