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Tagung und Workshops: Deutsche Obstsortenvielfalt – Neue Wege für Erhaltung und Nutzung

24. Juli 2015

Viele alte Obstsorten sind bereits verschollen oder drohen zu verschwinden. Deshalb sollen in der Tagung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Julius-Kühn-Instituts (JKI) am 22. und 23. September 2015 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden verschiedene Erhaltungsstrategien im deutschsprachigen Raum und Nutzungsmöglichkeiten für alte Obstsorten vorgestellt und diskutiert werden. Außerdem finden drei Workshops zu den Themen Sortenechtheitserhebungen, Vertriebsfähigkeit und Vernetzung sowie eine Exkursion zur Deutschen Genbank Obst am JKI in Dresden-Pillnitz statt.

Apfelbaum

Mit dieser Tagung möchten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Julius-Kühn-Institut (JKI) neue Wege für Erhaltung und Nutzung alter Obstsorten aufzeigen und Handlungsbedarfe formulieren. In drei Workshops sollen zusätzlich die Themen Sortenechtheit, Vertriebsfähigkeit und Vernetzung vertieft behandelt werden.

Deutschland ist ein traditionelles Obst-Land. Zu den historisch gewachsenen, als harmonisch empfundenen Kulturlandschaften Deutschlands gehören als besondere Schätze die in die Landschaft eingestreuten Bäume regional entstandener Obstsorten – die deutsche Obstsortenvielfalt. Deutschland hat sich mit dem Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zum Erhalt seiner Obstsortenvielfalt verpflichtet. Die Tagung soll zeigen, was das Genbanknetzwerk Deutsche Genbank Obst erreicht hat und wie es weitergehen soll. Das Ziel, der weitgehende Erhalt und die Dokumentation der deutschen obstgenetischen Vielfalt in der Deutschen Genbank Obst für zukünftige Generationen, ist noch lange nicht erreicht und erfordert weitere intensive Aufbauarbeit, bessere Vernetzung der Akteure, eine bessere Dokumentation der Sortenvielfalt sowie Erhebungen zur Sortenechtheit durch Pomologie und Molekulargenetik. Das soll die Tagung voranbringen, weil die Verluste alter Obstsorten, die noch gar nicht gefunden und gesichert sind, durch den rasanten Schwund des Streuobstes durch Überalterung der Bäume oder Aufgabe der Nutzung weiter zunimmt und wahrscheinlich nur noch ein Zeitfenster von wenigen Jahren zur Sortensicherung verbleibt.

Neben der Grundsicherung in einer Genbank für zukünftige Generationen ist die Nutzung der Obstsorten durch den Anbau, die Züchtung, die Forschung und Ausbildung ein weiterer wichtiger Schritt zu ihrem dauerhaften Erhalt. Jede Sorte hat neben ihrem genetischen auch immer einen kulturellen Fingerabdruck. Das ist das traditionelle Wissen um ihre besonderen Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten. Darin liegt heute wieder die Chance für besondere Produkte mit Sorten- und Regionalbezug. Zukunftsfähige Konzepte sind notwendig, damit die extensive Obsterzeugung mit hochstämmigen Obstbäumen und alten Sorten als traditionelle Wirtschaftsweise erhalten bleibt. Sie sind herzlich eingeladen.

Ort: Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden
Dauer: 22.09.15 - 23.09.15

Anmeldung zur Tagung: https://service.bmel.de
Weitere Informationen: https://www.bmel.de


 

Quelle: BMEL

Veröffentlichungsdatum: 24.07.2015

Schlagwörter

Tagung, Workshops, Deutschland, Obst, Sortenvielfalt, Erhaltung, Nutzung