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Kein Angebotsdruck am Kartoffelmarkt in Sicht

06. Juli 2015

Die Prognosen für die Vermarktung deutscher Frühkartoffeln in 2015 sind seit dem Frühling von Optimismus geprägt. Zum Monatswechsel Juni/Juli hat nun hiesige Ware endlich in vielen Geschäften das Importangebot abgelöst. Mengenmäßig war der Einstieg in die Vermarktung festschaliger Frühkartoffeln über den LEH nicht so gut wie erwartet. Die Zuversicht auf weiterhin viel höhere Preise als 2014 bleibt aber bestehen.

Frühkartoffeln aus Importen waren 2015 knapper und viel teurer als sonst. Das erlaubte den Erzeugern in Deutschland vergleichsweise hochpreisig in die Frühkartoffelsaison 2015 einzusteigen. Hohe Preise und die Aussicht auf ein eher knapp bedarfsdeckendes Angebot aus dem deutschen Anbau führten in der zweiten Junihälfte aber dazu, dass der Fachhandel noch weitere Mengen aus dem Ausland orderte. Vor allem aus Spanien und Portugal trafen bis zuletzt LKW-Ladungen mit Frühkartoffeln ein. Deren bevorzugter Verkauf hat in dieser Woche die Vermarktung deutscher Ware noch etwas verzögert. Angebotsdruck kommt aber nicht auf.

Im Gegensatz zum Vorjahr befinden sich die Kartoffelfelder in sehr unterschiedlichem Entwicklungszustand. Nicht alles ist jetzt schon zur gleichen Zeit reif. Insbesondere Frühkartoffeln, die ohne Vlies bzw. Folie kultiviert wurden, waren deutlich zurück und ohne Vorkeimung dauert es noch länger, bis überall festschalige Kartoffeln angeboten werden können. Die Erträge sind bisher durchschnittlich, in Baden-Württemberg auch unterdurchschnittlich. Gegenüber dem Ertragsrekord in 2014 ist das für die Vermarktung ein weiterer Vorteil. 

Wermutstropfen Konsumentwicklung

Mit dem Einzug von deutschen Frühkartoffeln in den Lebensmitteleinzelhandel haben im bevölkerungsstarken Bundesland NRW die Schulferien begonnen. Das ist in ruhigerer Nachfrage für die derzeit am Markt führenden Anbieter in der Pfalz zu spüren. Einzelhändler im Norden Deutschlands lassen schon früh aus der eigenen Region liefern, was dort sehr positiv ankommt, aber im Vergleich zu früher wiederum Absatzverluste für den Südwesten bedeutet. Ein besonderer Wermutstropfen für den Frühkartoffelmarkt 2015 dürfte aber die Hitzewelle sein. Sehr hohe Temperaturen wirken sich in der Regel negativ auf den Verbrauch aus. Sie stellen zudem für den Handel besondere Herausforderungen. Die noch empfindlichen Frühkartoffeln müssen schonend behandelt und flott abverkauft werden. Es wird vorsichtig disponiert und nach den stabilsten Ladungen Ausschau gehalten. Nicht alle Anbieter können da mithalten, was wieder eher ein Argument für bedarfsgerechtes Angebot ohne Druck ist. 

Perspektiven stützen den aktuellen Markt

Für die Haupternte lassen sich einige Argumente für deutlich höhere Preise als in 2014 anführen. Das kommt dem Frühkartoffelmarkt zu Gute. Wenn im Spätsommer und Herbst mittelfrühe Sorten eher für die Vermarktung im Herbst und Winter zurückgehalten werden, haben nicht lagerfähige frühe und sehr frühe Sorten ein gut ausreichendes Zeitfenster für die Vermarktung. Der Anbau in Deutschland und in Europa ist etwas reduziert worden. Fast überall hat ein kühles Frühjahr die Anfangsentwicklung der Kartoffelpflanzen gebremst, was genau so Ertrag kostet, wie der auch trockenheitsbedingt nun eher kleine Blattapparat. Die Hitzewelle wird vielen Kartoffelkulturen arg zusetzen. Ein Stocken des Wachstums ist da noch das geringste Übel. Ohne Beregnung werden sich manche Bestände nicht am Leben erhalten lassen. Wie hausseträchtig der künftige Markt derzeit eingeschätzt wird, zeigt der Terminhandel mit Frittenrohstoff. An der EEX in Leipzig schnellte der April-Termin des Kartoffelfutures innerhalb einer Woche um rund 8,00 EUR/dt auf über 25,00 EUR/dt empor. 




Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 01.07.2015)

Veröffentlichungsdatum: 06.07.2015

Schlagwörter

Angebotsdruck, Angebot, Kartoffeln, Markt