Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 26 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

02. Juli 2015

Spargel: Zum traditionellen Saisonende am 24.06. schrumpften die Anlieferungen mit violetten und weißen Chargen merklich. Allen voran die inländischen Offerten verloren deutlich an Präsenz, doch auch die niederländischen und polnischen Partien gab es nur in einem eingeschränkten Rahmen. Zwar verringerte sich parallel dazu die Nachfrage, dennoch konnte diese nicht komplett befriedigt werden. Daher kam es immer wieder zu sukzessiven Verteuerungen, die mitunter recht kräftig waren. Zum Wochenschluss ließen sich selbst qualitativ mangelhafte Stangen an den Mann bringen. In der Regel gelang eine Leerung der Läger problemlos. Im Segment des Grünspargels verkleinerten sich die Abladungen ebenfalls. Deutschland beherrschte hier vor Peru, Ungarn und Polen das Geschehen. In diesem Bereich stiegen die Notierungen bisweilen erheblich an; speziell die der osteuropäischen Importe explodierten geradezu.

Äpfel
Das Geschäft war fest in neuseeländischer Hand: Neben Braeburn und Royal Gala trafen unter anderem Pink Lady und Jazz ein. Aus Chile stammten vorrangig Cripps Pink und Granny Smith, die in vielen Größen angeboten wurden. Südafrika beteiligte sich mit Braeburn und Granny Smith. Argentinien und Brasilien schickten hauptsächlich Royal Gala und Pink Lady. Das Interesse war nicht besonders stark ausgeprägt und konnte mit Leichtigkeit gestillt werden. Die Kurse veränderten sich häufig nicht wesentlich. In Hamburg vergünstigten sich chilenische Cripps Pink ein wenig. In Berlin mussten fast sämtliche Früchte aus der südlichen Hemisphäre Verbilligungen hinnehmen. Bei den alterntigen europäischen Produkten dominierte Deutschland mit Jonagold und Elstar vor Italien mit Golden Delicious und Granny Smith. Frankreich und die Niederlande rundeten die Warenpalette ab. Die Versorgung begrenzte sich naturgemäß, was sich aber nicht durchschlagend auf die Bewertungen auswirkte.

Birnen
Die Zufuhren aus Südafrika, Argentinien und Chile dehnten sich summa summarum etwas aus. Packham`s Triumph, Abate Fetel und Forelle bestimmten die Vermarktung. Bei einer an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierten Verfügbarkeit bewegten sich die Notierungen in der Regel nicht gravierend. In Frankfurt verteuerten sich südafrikanische Packham`s Triumph auf bis zu 20,- € je 12,5-kg- Karton. In Berlin senkten die Verkäufer die Forderungen generell minimal ab, um den Absatz zu beleben, was jedoch nicht immer funktionierte. Italienische Sommerbirnen traten mittlerweile auch in Köln in Erscheinung; sie generierten indes nur zurückhaltenden Zuspruch.

Tafeltrauben
Die Präsenz europäischer Partien wuchs kontinuierlich an. Aus Italien kamen in zunehmendem Maß Victoria und Black Magic. Erste Sugraone tauchten in München auf. Die spanische Saison startete mit Sugraone, die in Frankfurt zwischen 17,- und 20,- € je 5-kg-Karton kosteten. Ägypten beteiligte sich unter anderem mit Flame Seedless und Prime Seedless. Marokko schickte wie Israel vorrangig Early Sweet. Die Versorgung weitete sich aus und überragte die stete Nachfrage. Daher konnten mengenbedingte Vergünstigungen kaum vermieden werden. In Frankfurt waren hiervon speziell die marokkanischen, in München insbesondere die italienischen Abladungen betroffen. In Berlin gelang es trotz der Verbilligungen nicht, das Geschäft zu beschleunigen; die Beachtung blieb gedämpft. In Köln griffen die Kunden erst ab Donnerstag vermehrt zu, nachdem sie zunächst eher zaghaft zu Werke gingen.

Erdbeeren
Deutschland dominierte mit gewaltigem Vorsprung. Lediglich in Frankfurt traten spärliche Anlieferungen aus Belgien und den Niederlanden in Erscheinung. Die Früchte wiesen eine uneinheitliche Qualität in punkto Größe, Ausfärbung und Kondition auf, was sich in einer sehr breiten Preisspanne widerspiegelte. Da das Interesse anfangs noch recht gebremst war, bildeten sich Bestände, die sich selbst mit gesenkten Forderungen nicht abbauen ließen. Mit den höheren Temperaturen verbesserten sich ab der Wochenmitte die Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die Kurse, zumindest für Chargen mit exklusiver Güte, wieder anstiegen. Mangelfreie Offerten waren ab Donnerstag mancherorts rar; der Bedarf konnte nicht komplett gedeckt werden. In diesen Fällen wurden die Bewertungen deutlich heraufgesetzt.

Aprikosen
Die Versorgung wuchs stark an. Frankreich prägte mit Orange Red, Bergeval und Bergarouge vor Spanien das Geschehen. Die Türkei und Italien rundeten mit ausgedehnten Abladungen das Angebot ab. Erste ungarische Pink Cot eröffneten in München ihre diesjährige Kampagne. Die inländische Saison startete ebenso: In Frankfurt kosteten einheimische Early Blush 3,50 € je kg. Eine Leerung der Läger gelang nicht immer. Vergünstigungen, zum Teil ziemlich erhebliche, waren kaum zu vermeiden, da einzelne Partien weder hinsichtlich ihrer organoleptischen Eigenschaften noch bezüglich ihrer Haltbarkeit überzeugten. Zudem kam die Nachfrage bei schlechter Witterung nicht richtig in Schwung. Selbst in München, wo die Beachtung durchaus freundlich war, bröckelten die Notierungen ab. Die Aufrufe für türkische Sekerpare veränderten sich trotz einer ausgeweiteten Bereitstellung nicht wesentlich.

Kirschen
Die Wichtigkeit der türkischen, einheimischen, französischen und griechischen Ware nahm kontinuierlich zu. Dagegen schwächten sich die spanischen Anlieferungen etwas ab. In Hamburg ergänzten ungarische Zufuhren zu 1,25 bis 1,50 € je 500-g-Schale das Sortiment. Generell war eine Vielzahl an Varietäten verfügbar, so stammten aus dem Inland beispielsweise unter anderem Hedelfinger, Samba und Summit und aus Italien Regina, Duroni und More. Das Interesse richtete sich auf große Offerten aus, weshalb man gerne bei französischen und türkischen Chargen zugriff. Die einheimischen Früchte waren, wie ab und an auch die italienischen, meist zu klein und generierten daher nur gedämpften Zuspruch. Die Qualität ließ manchmal zu wünschen übrig. In Anbetracht der gewaltigen Produktpalette waren sinkende Preise in der Regel unumgänglich. Belge aus Frankreich wurden in Frankfurt indes zu 6,50 € je kg problemlos an den Mann gebracht.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanien dominierte vor Italien das Geschehen. Frankreich komplettierte wie Griechenland, dessen Saison langsam begann. Die italienischen Importe waren mittlerweile in einlagiger und doppellagiger Aufmachung vorrätig. Die Versorgung wuchs kräftig an und überragte die Nachfrage. Die Forderungen mussten deswegen auf breiter Front reduziert werden, wenn man Bestände vermeiden wollte. Insbesondere Erzeugnisse mit geringerem Durchmesser vergünstigten sich. In Köln kam das Geschäft erst zum Wochenende hin in Schwung, was sich aber nicht auf die Notierungen auswirkte. In München konnten die Bewertungen  für Nektarinen stabil gehalten werden, da in diesem Segment das Angebot hinreichend mit demBedarf übereinstimmte.

Kiwis
Neuseeland beherrschte den Handel; Chile und Italien ergänzten hier und da die Warenpalette. Die Kurse veränderten sich in der Regel nicht wesentlich, da sich die Bereitstellung häufig am Interesse orientierte.

Zitronen
Spanien prägte mit weitem Abstand vor Argentinien die Vermarktung. Die Preise blieben für gewöhnlich auf ihrem bisherigem Niveau, da die Verfügbarkeit mit dem Zugriff seitens der Kunden harmonierte. Lediglich in Berlin verringerten sich die Aufrufe mengeninduziert.

Bananen
Die Versorgung wurde genügend auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt. Das Interesse befriedigte nicht durchgängig. Bezüglich der Notierungen waren jedoch keine gravierenden Bewegungen auszumachen. In München hob man die Bewertungen für das gesamte Sortiment etwas an, während sie sich in Frankfurt für alle Marken abschwächten.

Blumenkohl
Wie zuvor dominierten inländische Anlieferungen; belgische traten nur in Köln in Erscheinung. Es gelang, den kontinuierlichen Bedarf mühelos zu decken. Durch die niedrigen Temperaturen hatte sich die Qualität der Offerten merklich verbessert. Dennoch war die Nachfrage zu begrenzt, um eine Leerung der Läger komplett zu erreichen. In diesen Fällen mussten die Forderungen ein wenig gesenkt werden. Einzig in Hamburg etablierten sich zum Wochenende hin leichte Verteuerungen.

Salat
Eissalat stammte vorrangig aus Deutschland. Die Niederlande rundeten die Produktpalette ab, manchmal in einem Rahmen, der das Interesse überstieg. Die Kurse gaben nach zum einen infolge der üppigen Bereitstellung und zum anderen aufgrund der anfangs witterungsinduziert eingeschränkten Vertriebsmöglichkeiten. Bei Kopfsalat zeigte sich ein ähnliches Bild. Teilweise genügte der Zuspruch, um für die erheblichen Mengen weitgehend stabile Preise zu sichern. Oft war der Zufluss jedoch so immens, dass Verbilligungen die Umschlagsgeschwindigkeit erhöhen sollten. Bunte Salate, monopolartig aus Deutschland zugeführt, trafen fortlaufend in zu massiver Fülle ein. Die Bewertungen verharrten andauernd auf einem dezimierten Niveau oder bröckelten zudem wiederholt ab. Zuweilen vergrößerten sich zum Freitag hin die Absatzchancen für sämtliche Kultivare, ohne dass die Kunden stärker zur Kasse gebeten wurden.

Gurken
Einheimische Erzeugnisse dominierten bei Schlangengurken eindeutig vor niederländischen Importen. Belgische Abladungen ergänzten. Die deutschen Angebote präsentierten sich in einer ausgedehnten Bandbreite von Aufmachungen. Die beträchtliche Versorgung verhinderte eine glatte Räumung. Die Notierungen blieben anhaltend im Keller oder bewegten sich sogar nach unten: ein Plus für die Verkaufszahlen, die dadurch gelegentlich forciert wurden. In Köln befestigten sich letztendlich die Forderungen wegen einer vorsichtigen Disponierung und in Hamburg dank des Wechsels auf vorwiegend regionale Herkünfte. Minigurken kamen vor allem aus Deutschland und den Niederlanden sowie punktuell und spärlich aus der Türkei. Sie erfreuten sich zwar meist einer kontinuierlichen Abnahme, verteuerten sich aber dessen ungeachtet äußerst sporadisch. Näherte sich das Stückgewicht der 200-g-Grenze, so verlangsamte sich die Order.

Tomaten
Der Markt geriet zusehends unter Druck. Enorme Anlieferungen aus den Niederlanden und Belgien wurden von anwachsenden Zufuhren aus dem Inland komplettiert. Zum Start der Woche war die Nachfrage vielfach ziemlich ruhig. Es bildeten sich unweigerlich Überhänge. Entsprechende Vergünstigungen vermochten die Situation kaum zu retten. Nur selten wurde von unwesentlichen Veränderungen der Kurse berichtet. Zum Freitag hin verbesserten sich häufig die Vertriebsmöglichkeiten. Die Einstände belgischer Partien zogen hin und wieder etwas an, was die Unterbringung jedoch nicht negativ beeinflusste. Lose gelbe Kirschtomaten aus dem Rheinland wurden rege geordert und kosteten 17,- € je 5-kg-Steige.

Gemüsepaprika
Das Geschäft war fest in der Hand niederländischer Erzeugnisse. Türkische und belgische Produkte ergänzten, deutsche und spanische rundeten ab. Wie gewohnt prägten uneinheitliche Preisbewegungen das Sortiment. Als Grundtendenz verzeichnete man Verbilligungen, insbesondere bei den niederländischen Chargen. Oft betrafen diese lediglich rote und gelbe Früchte, manchmal auch sämtliche Farbgruppen. Zum Teil war diese Entwicklung an den Typ gebunden: in Frankfurt z. B. an abgeplattete stumpfe California Wonder. Türkische Angebote folgten einerseits diesem Trend oder ihre Notierungen verharrten andererseits auf relativ stabilem Niveau. Verteuerungen basierten ausschließlich auf einem Wechsel der Anbaugebiete. Violette Varietäten aus den Niederlanden vertrieb man zu 2,20 € je kg. Für spärliche inländische Mengen bezahlten die Kunden durchschnittlich bis zu 2,70 € je kg.

Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln war Spanien nahezu alleiniger Zubringer, von ein paar Abladungen aus Chile, Neuseeland und der Türkei abgesehen. Wegen der hinlänglichen Versorgung und zuweilen dank gesenkter Einstände hatten sich überwiegend Vergünstigungen etabliert. Bei Haushaltsware herrschte Neuseeland vor. Je nach Platz komplettierte Australien und Italien. Generell sackten die Kurse in diesem Sektor leicht ab. Deutsche Zufuhren, einzig in Frankfurt vor Ort, waren inzwischen ausgereifter und verfügten über bessere Kondition, weshalb sie gleich etwas mehr kosteten als bisher.


Weitere Informationen

Frankfurt
Ab Donnerstag vermarktete ein italienischer Händler Pflaumen: Ruth Gerstetter zu 15,- € je 8-kg-Karton. Einheimische Partien sollen ab der 27. KW vorrätig sein. Ansonsten gab es eine breite Palette aus Italien und Spanien, die man kontinuierlich veräußerte. Die Notierungen für inländische Beeren fielen. Ab Dienstag trafen polnische Himbeeren zu 2,50 € je 250-g-Schale ein. Wassermelonen taten sich bei der kühlen Wetterlage sehr schwer. Die Ernte von Rhabarber wurde eigentlich zum 24. Juni eingestellt, doch die deutschen und niederländischen Produkte blieben umfangreich. Das Erscheinungsbild der einheimischen Buschbohnen zeigte sich uneinheitlich, daher war die Preisspanne mit 12,- bis 16,80 € je 4-kg- Gebinde recht weit. Wegen billiger Stangenbohnen aus Marokko und Belgien mussten die Forderungen für inländische und spanische Chargen nach unten revidiert werden. Für erste deutsche Dicke Bohnen in 4-kg- bzw. 5-kg-Steigen sollte man 1,80 bis 2,- € je kg zahlen. Auberginen jeglicher Provenienz verteuerten sich. Die Bewertungen für einheimischen Frühkohl bröckelten ab. Für bulgarische und türkische Pfifferlinge wurden die Aufrufe deutlich reduziert. Knappe Sommer-Steinpilze setzte man zu 18,- bis 20,- je kg um. Inländischer Portulak in verstärkten Mengen konnte zu 7,- bis 7,50 € je 10er-Bund flott untergebracht werden.

Hamburg
Die ersten einheimischen Pflaumen, Ruth Gerstetter, wurden am Platz zu 23,- € je 10-kg-Karton umgeschlagen. Durch ein großes Angebot waren bei Himbeeren Vergünstigungen unumgänglich. Diesjährige Möhren aus dem regionalen Anbau kosteten 0,80 € je kg. Beim inländischen Brokkoli kam es zu Kursverlusten. Am Freitag fanden sich norddeutsche Buschbohnen zu 3,90 € je kg ein.

Köln
Wassermelonen verbilligten sich infolge einer angewachsenen Versorgung. Die einheimische Produktpalette bei Beeren erweiterte sich quantitativ in allen Bereichen. Aus Polen trafen erste nennenswerte Waldbeeren ein. Rhabarber aus dem Rheinland wurde zum Ende der Saison fest gefordert. Neuerntige Petersilienwurzeln präsentierten sich mitunter kleinfallend. Der Anteil an deutschen Buschbohnen und Stangenbohnen dehnte sich langsam aus. Mit maschinell gepflückten Offerten wird in der 28. KW gerechnet. Der Absatz von Lauch gestaltete sich recht schleppend. Steinpilze waren rar. Bei Pfifferlingen wurde insbesondere die küchenfertige Aufbereitung geschätzt.

München
Bei Stangenbohnen und Buschbohnen bestand das Angebot nach Ausbleiben spanischer und italienischer Ware lediglich aus leicht zunehmenden inländischen Mengen. Bei Weißkohl und Rotkohl machten sich schon Frühsorten mit verstärkten Ankünften bemerkbar. Forcierte Zuläufe vom Balkan führten bei Pfifferlingen und Steinpilzen zu deutlich sinkenden Notierungen.

Berlin
Artischocken aus Frankreich waren vermehrt verfügbar, sodass die Preise der 25. KW nicht gehalten werden konnten. Am Freitag brauchte man daher nur noch ca. 14,50 € je 15- bis 24-Stück-Steige zahlen. Erste einheimische Stangenbohnen kosteten etwa 3,60 bis 3,90 € je kg.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 02.07.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin