Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Deutsche Tomaten eine Erfolgsgeschichte

26. Mai 2015

Kein Gemüse wird in Deutschland in größeren Mengen gekauft als Tomaten. Allerdings stagnieren die Einkaufsmengen seit mehreren Jahren. Ungeachtet dessen schreiben deutsche Tomaten eine Erfolgsgeschichte. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen.

Tomaten

Tomaten sind in Deutschland das Gemüse, das mit weitem Abstand am häufigsten eingekauft wird. Nahezu alle Haushalte kaufen mindestens einmal im Jahr Tomaten ein. Von einer Selbstversorgung ist Deutschland noch weit entfernt, auch wenn in den vergangenen Jahren die Inlandsproduktion deutlich ausgeweitet wurde. Erfolge dieser Bemühungen sind auf vielen Ebenen zu sehen. Inlandsproduktion und Absatz über die Erzeugermärkte steigen, und damit auch der Selbstversorgungsgrad. Im LEH nehmen deutsche Tomaten größeren Raum in den Angebotsaktionen ein, und auch die privaten Verbraucher kaufen immer mehr deutsche Tomaten. 

Das Angebot an deutschen Tomaten steigt von Jahr zu Jahr. Nach 2 Jahren mit kleineren Erntemengen ist die Entwicklung 2014 wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Im deutschen Unterglasanbau wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 84.496 t Tomaten geerntet. Das waren 22 % mehr als im Jahr davor. Seit 1992 ist die Tomatenernte um durchschnittlich 11 % pro Jahr gestiegen. 

Unterglasfläche wächst weiter 

Das ist vor allem auf eine Ausweitung der Anbauflächen unter Glas zurückzuführen. Diese stieg zwischen 1997 und 2014 um insgesamt 22 % und erreichte zuletzt 330 ha. Damit entfielen rund 26 % der gesamten Gemüsefläche unter Glas auf Tomaten. Produktionsschwerpunkte liegen in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Diese 3 Bundesländer machen zusammen rund 51 % der gesamtdeutschen Fläche aus. Dahinter folgen mit Thüringen, Brandenburg und Schleswig-Holstein weitere Bundesländer, in denen die Anbaufläche jeweils mehr als 20 ha beträgt. 

Noch viel Luft bei der Selbstversorgung 

Oftmals ist es so, dass eine steigende Inlandserzeugung Importe aus dem Markt drängt. Bei Tomaten sind jedoch auch die Importe in den vergangenen Jahren gestiegen. Zwischen 1994 und 2014 legten die Einfuhren an Tomaten um insgesamt fast 17 % zu. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2014 rund 740.000 t Tomaten nach Deutschland eingeführt. Das soll an dieser Stelle jedoch nicht das Thema sein. In einer Bilanzierungsrechnung lässt sich ein theoretischer Inlandsverbrauch berechnen. Durch die Zuwächse bei Importen und Inlandsproduktion ist er 2014 auf den bislang höchsten Wert von 694.000 t gestiegen. 

Das wirft die Frage auf, wie der Inlandsverbrauch geringer sein kann als alleine schon die Menge an importierten Tomaten. Die Antwort ist einfach: Die Summe aus Importen und Inlandsproduktion wird um die Exporte und um gewisse Anteile für Verluste bei Lagerung, Aufbereitung und Transport vermindert. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch an frischen Tomaten stieg 2014 auf 8,6 kg. Das sind fast 23 % mehr als vor 20 Jahren. Auch wenn die Importe mit gestiegen sind, wirkt doch das Plus bei der Inlandsproduktion stärker, und so ist der rechnerische Selbstversorgungsgrad inzwischen auf fast 10 % gestiegen.

 

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 22.05.2015)

Veröffentlichungsdatum: 26.05.2015

Schlagwörter

Spur, Deutsche, Tomaten, fruchthandel, Einkauf, Angebot