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Agroscope: Gemüse im Gewächshaus - neue Lösungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

22. Mai 2015

Agroscope erarbeitet im Rahmen seiner Forschungsarbeiten einfache, praxisorientierte Lösungen, die es erlauben, die Effizienz von Pflanzenschutzanwendungen in vertikal wachsenden Gemüsekulturen zu steigern. Entwickelt wurden ein Methode zur Kalibrierung der Spritzgeräte und ein neues Berechnungsmodell zur Anpassung der Brühemenge an die Laubwandfläche. Den Produzenten stehen zwei neue Merkblätter zur Verfügung.
 

Foto: Vertikal wachsende Tomatenkulturen (Foto : J. Rüegg, Agroscope)Nachhaltige Pflanzenschutzstrategien setzen einen wirtschaftlichen und effizienten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln voraus. Dies gilt für alle Kulturen. Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen sind die wichtigsten vertikal wachsenden Kulturen in der Schweiz. Bei diesen wie auch bei anderen Kulturen berücksichtigen die Anwendungsvorschriften der Pflanzenschutzmittel den Wirkstoff (konventionell oder biologisch), die Konzentration der Brühemenge und den Behandlungszeitpunkt. Die Kalibrierung der Spritzgeräte und die eingesetzte Brühemenge wurden bisher wenig berücksichtigt. Diese beiden Parameter bilden jedoch die Grundlage für die Optimierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. Deren Berücksichtigung erlaubt es, die Spritzmittelmenge zu reduzieren, die Effizienz zu steigern und die mit dem Pflanzenschutz verbundenen Kosten zu reduzieren.
Foto: Vertikal wachsende Tomatenkulturen (Foto : J. Rüegg, Agroscope)

Die Kalibrierung der Spritzgeräte ist entscheidend

Ein einwandfrei funktionierendes und korrekt kalibriertes Spritzgerät ist die Voraussetzung für eine effiziente und angepasste Anwendung der Pflanzenschutzmittel. Am Anfang der Saison muss der Produzent das Spritzgerät kalibrieren, um sicherzustellen, dass es ordnungsgemäss funktioniert. Danach muss er mit wassersensitivem Papier periodisch prüfen, ob die Anwendungsqualität stimmt. Diese einfache und schnell durchgeführte Qualitätskontrolle ist wichtig, um Probleme beim Spritzen zu entdecken und um die notwendigen Gegenmassnahmen an den Spritzgeräten vornehmen zu können.

Laubwandmodell zur Verbesserung der Effizienz der Behandlungen

Die Kalibrierung der Spritzgeräte spielt eine wichtige Rolle. Die Benetzung der Zielfläche hängt jedoch gleichzeitig von der eingesetzten Brühemenge ab. In den Anwendungsvorschriften der heute in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmittel für hochwachsende Gemüsekulturen im Gewächshaus wird nur angegeben, für welchen Schaderreger und in welcher Konzentration das Produkt eingesetzt werden darf. Die erlassenen Bewilligungen enthalten keine näheren Angaben, in welcher Menge bzw. mit welcher Konzentration ein bestimmtes Produkt in den unterschiedlichen Wachstumsstadien dieser Kulturen anzuwenden ist. Das von Agroscope entwickelte Modell basiert auf der Tatsache, dass die Zunahme der zu behandelnden Zielfläche dem Wachstum der Laubwand entspricht. Das benötigte einfach konzentrierte Brühevolumen hängt von der Fläche der Laubwand ab und nimmt daher mit zunehmendem Wachstum der Pflanze zu. Die Fläche der Laubwand pro Hektare lässt sich einfach aus ihrer Höhe und dem Reihenabstand berechnen.

Zwei technische Merkblätter für die Produzenten

Die Versuche von Agroscope zur Validierung des Laubwandmodells haben gezeigt, dass die Effizienz der Behandlungen gesteigert werden kann. Zudem ist es sehr wichtig, dass ein funktionelles, korrekt kalibriertes und an die Laubwand angepasstes Spritzgerät eingesetzt wird. Zur Unterstützung der Produzenten wurden zwei technische Merkblätter erstellt. Diese tragen wesentlich zu einem effizienten und wirtschaftlichen Einsatz der Pflanzenschutzmittel in vertikal wachsenden Kulturen im Gewächshaus bei.

Weitere Informationen:

- Agroscope, Merkblatt N°15/2015 « Leitlinie zur Anpassung der Produktedosierung an
vertikal wachsende Gemüsekulturen »

- Agroscope, Merkblatt N°3/2014 « Kalibration von vertikalen Spritzbalken für
hochwachsende Gewächshauskulturen »

www.agroscope.ch

 

Quelle: Agroscope

Veröffentlichungsdatum: 22.05.2015

Schlagwörter

Agroscope, gemüse, Gewächshaus, Lösungen, Einsatz, Pflanzenschutzmitteln