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Dänischer Biosektor nimmt weiter an Fahrt auf

20. Mai 2015

Dänemark will seine bereits gut etablierte Biobranche noch weiter ausbauen. Mit einem nationalen Aktionsplan im Ausmaß von umgerechnet rund 55 Mio. Euro will die dänische Regierung die biologische Anbaufläche bis 2020 auf etwa 15% verdoppeln. Der Bio-Marktanteil von 7,6% im Einzelhandel war 2014 in dem Königreich im nördlichen Europa weltweit der höchste, wie aus Daten des dänischen Nationalen Statistikamtes hervorgeht, heißt es in einer Meldung von aiz.info, das Agrarisches Informationszentrum.
 

Bio Gemuese


Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bioessen lag in dem Land 2014 mit rund 200 Euro an zweiter Stelle der weltweiten Rangliste. Über 1.000 dänische Kantinen und Restaurants (Großküchen) tragen bereits das "Eating-out"-Label, was bedeutet, dass mehr als 30% der Lebensmittel in Bioqualität verarbeitet werden. Der Regierungsplan strebt bis 2020 eine Steigerung auf 60% in öffentlichen Einrichtungen an. "Der Umsatz mit Biolebensmitteln hat im vergangenen Jahrzehnt jedes Jahr zugelegt. 2014 betrug die Wachstumsrate im Einzelhandel etwa 10%", erklärte Kirsten Lund Jensen, Leiterin der Bio-Abteilung des Dachverbandes der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F), schreibt aiz.info.

2014 wurden in Dänemark 182.000 ha nach den Kriterien des Biolandbaus bewirtschaftet, das sind 6,9% der Gesamtanbaufläche. 2.600 Betriebe oder 7,9% haben inzwischen die Bio-Zulassung. Jedes fünfte verkaufte Gemüse kam aus biologischer Produktion.

65% der Exporte von dänischen Biowaren gingen 2013 in erster Linie nach Deutschland, gefolgt von Schweden, Frankreich und Großbritannien. Der Anteil nach Asien lag bei 6%. Exportiert werden vor allem Milchprodukte, Schweinefleisch, Getreide und Tierfutter. Bei den Importen spielten 2013 Deutschland und die Niederlande mit insgesamt 39% die Hauptrolle. Aus Asien stammten 12% Bioprodukte. Die Importe umfassen biologisches Obst und Gemüse, Getreide und Futtermittel. Trotz zunehmender Ausfuhren ist Dänemark nach wie vor Nettoimporteur von Bioprodukten, so der Bericht.

Gemüseproduktion im großen Stil

Axel Mansson hat sich auf die Produktion von Gemüse und Bioeiern spezialisiert. Auf 800 ha pflanzt er Eisbergsalat, Zwiebel, Kochsalat, Brokkoli, Chinakohl, Spitzkohl farbigen Karfiol, Petersilie und Fenchel. Dieses Sortiment wird noch mit zahlreichen Gemüsearten in Bioqualität ergänzt. Das Hauptprodukt ist Eisbergsalat, von dem jährlich rund 25 Mio. Pflanzen angebaut werden und Mansson in Dänemark 90% Marktanteil hat. "Wir produzieren auch sehr viel Eisbergsalat für den italienischen Markt", erklärte Axel, der sich seit 1983 mit der Gemüseproduktion beschäftigt. Sein Ziel ist 100% Bio - damit begonnen hat er im Jahr 1998 und seither versucht er, die Sparte laufend auszubauen.

Zuvor wurde in dieser Region kein Gemüse kultiviert. "Ich bin sowas wie ein Gambler und habe darauf gesetzt, dass man bei Gemüse nach einem Jahr sieht, ob es mit der Produktion funktioniert oder nicht." Und die Rechnung ist aufgegangen. Mittlerweile sind bei Mansson 30 Mitarbeiter fix angestellt. Da gibt es etwa leitende Angestellte wie Produktionsmanager für Gemüse, Bioeier und Mitarbeiter sowie einen übergeordneten Produkt- und Logistikmanager wie auch verantwortliche Personen für IT und die Finanzen. Jedes Jahr wird aufs Neue ein Finanzplan für den Betrieb erstellt, der einmal in der Woche geprüft wird, um zu sehen, "dass auch nichts aus dem Ruder läuft". In den Sommermonaten sind rund 200 Personen für die Gemüseproduktion beschäftigt, und für das Unkrautjäten im Frühjahr bei den Biokulturen engagiert Axel über eine Agentur Arbeiter, die auf einer Art "Gurkerlflieger" das Feld jäten.

Axel nimmt auch regelmäßig Beraterdienste in Anspruch - so kommt etwa zwei bis drei Tage pro Woche ein Experte für Eisbergsalat auf den Betrieb, jeweils ein Beratertag pro Woche sind es bei Zwiebel sowie für die allgemeine Betriebsausrichtung.

Von der Produktion bis zur Verpackung wird alles von Mansson abgewickelt - so auch bei den Bioeiern. Derzeit hält er rund 81.000 Hühner, die er in Häusern zu je 30.000 Tieren für die Bio-Eierproduktion untergebracht hat. Auf einem weitläufigen Freigelände von 12 ha können die 30.000 Tiere zwischen Pappeln und Weiden Schutz vor Sonne und Raubvögeln finden. Die Gebäude mit je 6 m2 für jede Henne sind in Stockwerken aufgebaut - mit der unteren Etage für die Futteraufnahme, in der Mitte für das Eierlegen und ganz oben zum Schlafen. Vermarktet werden die Bioeier in Dänemark und Deutschland. "Man muss ein Gespür für Trends haben", sagte Axel, als er seine künftigen Projekte vorstellte - nämlich die Errichtung eines weiteren Hühnerstalls für wiederum 30.000 Hühner und den Bau einer neuen Biogasanlage, an der er mit 51% beteiligt ist.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

Quelle/Autor: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 20.05.2015

Schlagwörter

Dänemark, Biosektor, Bio, Konsum, Produktion