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Rheinland-Pfalz: Höfken protestiert gegen Überlegungen zur Abschaffung des Schulobstprogramms

06. Mai 2015

Anlässlich der heutigen Landtagsdebatte zur rheinland-pfälzischen Ernährungspolitik hat Ernährungsministerin Ulrike Höfken die Bedeutung unserer Ernährungsweise  hervorgehoben: „Ernährung ist ein zentrales Zukunftsthema, dem wir uns stellen müssen. Was wir täglich essen, wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus, sondern auch auf die Umwelt und das Klima weltweit“, sagte Höfken und verwies auf die morgen in Mailand beginnende Weltausstellung Expo, die sich dem Thema Welternährung widme. Mit Nachdruck wies die Ministerin die ihrem Ministerium bekannt gewordenen Überlegungen der EU-Kommission zur Abschaffung der erfolgreichen Schulobst- und Schulmilchprogramme zurück: „Diese Pläne sprechen unserem gesellschaftlichen Auftrag zum Ausbau der Ernährungsbildung Hohn“, so Höfken. Vom Schulobstprogramm profitierten aktuell allein in Rheinland-Pfalz rund 260.000 Schul- und Kitakinder.

Das Schulobst- und das Schulmilchprogramm seien wichtige Bausteine der vor zwei Jahren gestarteten Initiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ zum Ausbau der Ernährungsbildung im Land, die inzwischen mehr als 20 Projekte mit hunderttausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern umfasse. Höfken begrüßte den Rückhalt des Landtags für ihre Ernährungspolitik und verwies auf CSU-Bundesminister Schmidt, der im November eine Qualitätsoffensive für gesundes Schulessen auf Grundlage verbindlicher Standards angekündigt habe: „Wir sind uns mit dem Bund einig darin, dass gutes Essen und Ernährungsbildung eine entscheidende Voraussetzung sind für ein gesundes Leben in einer intakten Umwelt.“ Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) seien dafür die beste Grundlage, sagte Höfken und forderte den Bund auf, konkrete Taten folgen zu lassen. „Eine Schlüsselfunktion nehmen in diesem Prozess die  Vernetzungsstellen Schulverpflegung ein, die der Bund unbedingt erhalten muss“, so die Ministerin. Sie unterstrich zudem die Forderung des Landtags nach mehr Wahlfreiheit in öffentlichen Kantinen und kündigte an, sich im Sinne des heutigen Landtagsbeschluss auf Bundesebene weiterhin für eine verbindliche Kennzeichnung von Lebensmitteln nach Tierschutz- und Umweltkriterien einzusetzen.  

„Das Wissen über Ernährung, Lebensmittel und Hauswirtschaft geht verloren. In Deutschland landen jedes Jahr mehr als elf Millionen Tonnen Essen im Müll. Ernährungsbedingte Krankheiten wie Schlaganfälle belasten unser Gesundheitssystem zunehmend. Aus diesen Gründen setzen wir in Rheinland-Pfalz auf den Ausbau der Ernährungsbildung“, erklärte Höfken. Insbesondere verwies sie auf das Engagement der Landfrauen, die diesen gesellschaftlichen Prozess tatkräftig unterstützten. Die Landesregierung habe in den vergangenen Jahren das Schulobst-Programm und das Beratungsangebot der Vernetzungsstelle Schulverpflegung auf Kitas ausgeweitet sowie ein Coaching-Projekt für Kitas mit dem Schwerpunkt Ernährung auf den Weg gebracht. Zudem wurden die Projekte „Kochschule vor Ort“ und „Was ist unser Essen wert?“ gestartet. Der Kochbus des Ernährungsministeriums mache auf jährlich rund 60 Vor-Ort-Terminen ernährungspolitische Themen konkret. Für kommende Woche kündigte Höfken die Vorstellung einer neuen Broschüre zur nachhaltigen Ernährung an.


Quelle: mulewf rlp

Veröffentlichungsdatum: 06.05.2015

Schlagwörter

Rheinland-Pfalz, Höfken, EU, Abschaffung, Schulobstprogramm