Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 17 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

30. April 2015

Orangen: Navelate und Lane Late aus Spanien beherrschten den Handel mit Blondorangen. Valencia Late aus Ägypten, Spanien und Marokko komplettierten das Geschäft neben wenigen Washington Navel aus der Türkei. In der Sparte der Blutorangen präsentierten sich italienische Tarocco und Moro sowie in merklich vermindertem Umfang Sanguinelli aus Italien und Spanien. Die Saison näherte sich mit großen Schritten ihrem Ende. Zwar waren die vorrätigen Mengen noch gar nicht so unbedeutend, aber das Interesse erlahmte geradezu. Kleine Kaliber, häufig zum Saftpressen bevorzugt, vermochten an den wärmeren Tagen etwas besseren Zugriff zu generieren. Die Kurse verharrten überwiegend auf ihrem bisherigen Niveau, von dem sie manchmal auf verschiedenen Märkten kurzfristige Ausreißer nach oben vollzogen. Aufgelaufene Überhänge mit zunehmenden Konditionsschwächen konnten nur mittels flexibler Preisgestaltung einigermaßen abgebaut werden.

Äpfel
Jonagold, Elstar und Braburn aus Deutschland sowie Golden Delicious und Granny Smith aus Italien dominierten. Die inländische Erzeugung war kontinuierlich sehr reichlich verfügbar. Beständige Qualität zeichnete sie aus, sodass der Kunde ohne viel zu zögern gerne orderte. Trotzdem hätte der Verkauf intensiver ausfallen können. Ohne wesentliche Veränderungen verblieben die Notierungen auf gewohnt niedrigem Level. Doch das war genau der ausschlaggebende Vorteil, den die deutschen Offerten gegenüber der Konkurrenz aus dem restlichen Europa hatten. Die Relevanz chilenischer und neuseeländischer Royal Gala wuchs sprunghaft an. Elstar aus Chile erweiterten die Produktpalette aus der südlichen Hemisphäre. Zudem wussten Cox Orange aus Neuseeland von der Optik her zu punkten. Diesen Angeboten war eines gemeinsam: Sie wurden augenscheinlich teurer veräußert als die Mitstreiter aus Europa, weshalb sie auch keinen weltbewegenden Absatz bewirkten. Brasilianische Royal Gala stellten dabei schon eine Anomalie dar, da sie lediglich 21,- € je 18-kg-Karton kosteten.

Birnen
Das Sortiment aus Übersee dehnte sich sukzessive aus. Insbesondere die Zuflüsse aus Südafrika und Argentinien verbreiterten sich. Packham`s Triumph und Abate Fetel herrschten vor. Bei Forelle hatte man die Importe sogar verdoppelt. Obwohl sich die Nachfrage eher unaufgeregt zeigte, konnten die meisten Bewertungen auf der Basis der Vorwoche gehalten werden. Das schien daran zu liegen, dass die Versorgung den Bedarf nicht ungebührend überstieg. Die europäischen Anlieferungen büßten zusehends an Wichtigkeit ein. Prägend in diesem Sektor waren natürlich die knapper werdenden italienischen Abate Fetel, die abschwächend von Conference aus den Niederlanden und Boscs Flaschenbirnen aus Italien unterstützt wurden. Auch in dieser Sparte wurden die Forderungen kaum modifiziert.

Tafeltrauben
Die Saison der südlichen Hemisphäre neigte sich allmählich ihrem Ende entgegen. Das war leicht zu erkennen an den eingeschränkten Mengen. Vorrangig die kernlosen Varietäten aus Südafrika wie Crimson Seedless verloren an Bedeutung. Indische Zufuhren konnten die sich langsam aufreißende Angebotslücke nicht völlig schließen. Gleichzeitig entwickelte sich auch das Interesse stufenweise zurück. Lediglich ansprechende Offerten verbuchten in Verbindung mit Großfruchtigkeit zum Freitag hin vermehrt aufwärtsstrebende Preise, während man die übrigen Erzeugnisse für gewöhnlich zu konstanten Aufrufen umschlug. Kultivare mit Kernen generierten häufig zufriedenstellenden Absatz, da sie relativ günstig vertrieben wurden.

Erdbeeren
Spanien beherrschte fortlaufend das Geschäft, hatte seinen Zenit dabei schon überschritten. Bei erweiterten italienischen Abladungen gewannen die aus dem Norden zunehmend an Wichtigkeit, machten denen aus dem Süden Marktanteile streitig. Die Präsenz deutscher Chargen wuchs etwas stärker an als die der niederländischen. Eine verlockende Ausfärbung vermochte selten über das oft spärliche Aroma hinwegzutäuschen. Die umfangreiche Versorgung bewirkte bis zur Wochenmitte vielfach Verbilligungen. Mangelnde Kondition bei spanischer Ware, insbesondere bei in Folie verpackten Schälchen, verbreiterte die Kursspanne enorm. Einige Partien mussten sogar vernichtet werden. Ab Donnerstag änderte sich die Situation. Das warme Wetter ließ die Verfügbarkeit zwar anschwellen, doch parallel dazu auch die Nachfrage offensichtlich expandieren. Zum Schluss konnten zuweilen die Forderungen angehoben werden.

Kiwis
Der Handel war bestens versorgt. Französische Erzeugnisse dominierten, italienische ergänzten die überwiegend starre Produktpalette. Auf manchen Plätzen komplettierten griechische Importe. Bei wohlüberlegter, am ruhigen Bedarf orientierter Bereitstellung wurden die Bewertungen kaum modifiziert. Einzig in Hamburg zwang ein verlangsamtes Absatztempo bei ausgedehnten Abladungen von 3-kg-Steigen französischer und italienischer Herkunft zu moderaten Vergünstigungen.

Zitronen
Marktbedeutende Mengen lieferte ausschließlich Spanien. Die zur Zeit noch vorherrschenden Primofiori präsentierten sich in der Regel durchgängig in attraktiver Qualität. Trotz des nahen Kampagnenendes wurden die Offerten daher gerne und reichlich geordert. Die Preise verharrten somit auf bisherigem Niveau. Bei ausgesprochener Warenknappheit tendierten sie jedoch insbesondre zum Beginn der Woche häufiger leicht nach oben. Die Sorte Verna befindet sich in den Startlöchern, wurde teilweise schon parallel angeboten.

Bananen
Die Versorgung erfolgte bedarfsgerecht. Die Früchte generierten meist fortlaufend eine hinlängliche Beachtung. Zum Wochenende hin verbesserten sich manchmal die Verkaufszahlen. Die Forderungen veränderten sich nur wenig. Versuche, sie in Berlin anzuheben, scheiterten wegen fehlender Akzeptanz beim Kunden und genügender Vorräte. Verteuerungen etablierten sich in München vielmehr dank dosierter Zufuhren als aufgrund lebhaften Zugriffs.

Blumenkohl
Die ansteigenden Temperaturen machten einem flotten Handel einen Strich durch die Rechnung: Obwohl die Abnahme relativ stetig vonstattenging, ermüdete saisonbedingt langsam das Interesse. Vorrangig die dominierenden französischen Produkte glänzten durchweg mit ansprechender Güte. Die italienischen Importe wiesen häufiger Mängel wie lose stehende Blume oder welkendes Laub auf. Die Kurse bewegten sich generell sukzessive, bei den schadhaften Partien eher sprunghaft nach unten. Einzig in Hamburg verzeichnete man eine schnellere Abnahme, die allerdings erst am Freitag die Bewertungen etwas nach oben trieb.

Salat
Ausschließlich vorrätiger spanischer Eissalat wurde anhaltend teuer umgeschlagen. Das bremste die Nachfrage gehörig aus. Oft sollten reduzierte Aufrufe die Unterbringung forcieren. Dennoch entwickelten sich gelegentlich Überhänge mit rasant anwachsenden Konditionsschwierigkeiten. Die ausgedehnte Verfügbarkeit einheimischen und belgischen Kopfsalats setzte den Markt, der aus Italien komplettiert wurde, unter Druck. Da die Offerten von der Qualität her durchaus vergleichbar waren, ergaben sich für alle Beteiligten infolge des unzureichenden Bedarfs Verbilligungen. Bei den Bunten Salaten näherten sich Frankreich und Italien dem Ende der Kampagne. Somit herrschten Deutschland und Belgien mit ausgeweiteten Zufuhren vor. Trotz hoher Kopfgewichte und konstanten Zugriffs fielen die Preise stufenweise ab.

Gurken
Die Versorgung mit Schlangengurken expandierte. Mitteleuropa prägte das Geschehen: vorrangig mit Deutschland und den Niederlanden, ergänzend und etwas limitiert mit Belgien. Im Fokus des Geschäfts befanden sich Kaliber ab 400 g. Kleinere Sortierungen wurden merklich weniger verkauft. Anfängliche Vergünstigungen sollten die Räumung beschleunigen. Dies gelang auch, sodass sich die Kurse zum Wochenende hin stabilisierten. Vereinzelte Nachläufer griechischer und spanischer Herkunft sowie Gewichtsgurken vermochten über Verbilligungen Interesse zu initiieren. Im Sektor von Minigurken präsentierten sich hauptsächlich niederländische und deutsche Partien. Sie wurden zu ähnlichen Forderungen veräußert. Allein in Hamburg musste man für die spärlich vorhandenen niederländischen Importe fast das doppelte bezahlen.

Tomaten
Spanien hatte seine Spitzenposition an die Niederlande und Belgien abgeben müssen, die annähernd dieselbe Relevanz verzeichneten. Marokko rundete ab. Die Nachfrage zeigte zwar eine gewisse Kontinuität, reichte in der Regel aber nicht aus, um die angewachsenen Mengen befriedigend abzusetzen. Selbst zum Freitag hin gestaltete sich die Abnahme eher zögerlich. Oftmals bewegten sich die Preise daher auf bisherigem niedrigem Niveau, schwankten durchgängig oder sanken leicht ab. Überhänge verloren schnell an Kondition und mussten dann unter Notiz veräußert werden. Die inländische Kampagne gewann nur langsam an Schwung. Besondere Beachtung erzielten dabei Lycopin-Tomaten und bei den Kirschtomaten ansprechende Rote Perle.

Gemüsepaprika
Die Verfügbarkeit spanischer Offerten hatte sich deutlich reduziert. Die niederländischen Zufuhren waren parallel dazu sehr übersichtlich, sodass die Produktpalette insgesamt mager ausfiel. Das Interesse konnte nicht hinlänglich gestillt werden. Die Forderungen stiegen, fast durchweg, sukzessive an, manchmal von kurzen Einbrüchen in der Mitte der Woche begleitet. Türkische Abladungen waren genügend vorrätig, weshalb sie zu Vergünstigungen neigten. Gleichzeitig gerieten sie verschiedentlich mit marokkanischen Angeboten in einen Konkurrenzkampf, mit Verlieren auf beiden Seiten. Vereinzelte rote und gelbe Partien eröffneten die deutsche Saison. 5-kg-Abpackungen kosteten bis zu 18,- €.

Spargel
Das Frühlingswetter brachte Schwung in den Handel. Zunächst drängten anfangs die ausgedehnten Erntemengen auf den Markt ohne einen adäquaten Käuferkreis zu erreichen. Es bildeten sich oftmals Überhänge. Verbilligungen etablierten sich durchweg, zum Teil beträchtliche. Ab Mittwoch wendete sich das Blatt. Der Bedarf wuchs erkennbar an, konnte indes den ausgeweiteten Anlieferungen nur selten gerecht werden. Ein Anheben der Bewertungen gelang bloß sporadisch. Der frühere Standardkaliber 16 mm+ schien nicht mehr so im Brennpunkt zu sein. Größere Sortierungen waren gefragter, obwohl Jumbo-Aufmachungen auch nicht immer völlig räumten. Regionale Erzeugnisse generierten ausnahmslos die meiste Beachtung, während griechische Importe an Zuspruch einbüßten.

Zwiebeln
Das Geschäft mit der inländischen Haushaltsware wurde vorwiegend in ruhiger Atmosphäre abgewickelt. Die Notierungen veränderten sich nicht wesentlich. Gelegentlich schreckten Partien mit nachlassender Qualität die Kunden ab. Diese richteten daraufhin das Interesse häufig auf die Alternativen aus Übersee, doch in diesem Sektor dämpften dann die eklatanten Preise den Zugriff. Spanische Gemüsezwiebeln, inzwischen fast gänzlich aus Kühlhäusern stammend, verzeichneten in der Regel einstandsbedingte Verteuerungen. Konditionsstabile Grano realisierten bis zu 14,- € je 25-kg-Sack. Spring erwartet man für die 18. KW. Die Präsenz der chilenischen Mitstreiter hatte sich ein wenig verdichtet.


Weitere Informationen

Frankfurt
Erste spanische Pfirsiche und Nektarinen in 26er- und 32er-Aufbereitungen konnten ab Mittwoch geordert werden. Sehr kleine lose Nektarinen aus italienischer Ernte folgten am Donnerstag. Optimal ausgefärbte und großbeerige Himbeeren aus den Niederlanden wurden problemlos zu 2,70 bis 3,20 € je 125-g-Schale abverkauft. Spanien begann zur Wochenmitte mit dem Export von Wassermelonen der Sorte Fashion in Kartons mit 4 oder 5 Stück. Der Zugang von Limetten hatte sich begrenzt und so konnten höhere Kurse durchgesetzt werden. Pfifferlinge aus Portugal sollten im 1-kg-Karton zwischen 55,- und 60,- € kosten, da waren die südafrikanischen Steinpilze zu 26,- bis 29,- € je kg geradezu ein Schnäppchen. Deutsche Lauchzwiebeln und Radieschen vergünstigten sich im Laufe der Tage bei zufriedenstellender Unterbringung. Die enorm ansteigenden Zufuhren von Rhabarber konnten nur zu reduzierten Forderungen platziert werden. Neben Marokko lieferte Spanien wieder Buschbohnen und Stangenbohnen. Roter Feldsalat wurde zu 9,- € je 1-kg-Kiste schnell aufgenommen.

Hamburg
Bei den frühlingshaften Temperaturen generierten Melonen aus Übersee einen stetigen Bedarf. Die üppige Versorgung ließ keine Verteuerung zu. Satsumas aus Südafrika mit Kaliber 1x starteten zu 16,- € je 10-kg-Kollo. Ansprechende Möhren verschiedener Provenienz in 9-kg-Holzkisten verbuchten Gewinne. Die Abladungen von europäischem Lauch und Radieschen befanden sich nicht im Einklang mit der Nachfrage. Zur Optimierung der Bestände wurden die Bewertungen zurückgestuft.

Köln
Obwohl sich die Notierungen schon unterhalb von 1,- € je kg bewegten, gestaltete sich der Vertrieb von Rhabarber immer noch relativ ruhig. Brokkoli aus Spanien war knapp und die Kurse damit etwas fester als gewohnt. Ungeachtet ihrer völlig überzeugenden Qualität konnte man Bohnen aus dem Senegal nur schwer vermarkten.

München
Himbeeren und Kulturheidelbeeren in praktischen 125-g-Schälchen rückten zunehmend in den Fokus des ambulanten Handels. Erste spanische Nektarinen eröffneten das europäische Angebot. Chile und Südafrika waren zur auslaufenden Saison mit Steinobst eingeschränkt präsent. Die Bewertungen von brasilianischen Limetten stiegen zum Wochenausklang nachfrageinduziert wieder an. Tageweise kamen aus Zypern marginale Mengen an Mandora, die sich aber aufgrund von augenfälligen Schalenfehlern bei ohnehin zäher Order von Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten nicht unterbringen ließen. Spanien startete mit kernarmen Sorten in die europäische Kampagne von Wassermelonen. Bei Radieschen waren die italienischen Herkünfte weitgehend verdrängt, nachdem bereits in vielen süddeutschen Anbauregionen gerodet wurde. Dadurch gaben die Preise nach. Die Forderungen für mitteleuropäische Lagermöhren zogen an, die für die aus neuer sizilianischer Ernte stammende Gewichtsware rangierten sogar darüber. Dominierende süddeutsche Bundzwiebeln verbilligten sich. Aus dem Inland traf neuerdings sogenannter Frühlingsknoblauch ein. Neben spanischem Chinakohl machte sich bei vergleichbaren Erlösen ungarischer stärker bemerkbar. Von der iberischen Halbinsel standen diesjähriger Wirsing und Spitzkohl zur Verfügung.

Berlin
Erste spanische Pfirsiche und Nektarinen wurden probeweise am Markt verkauft. Sie konnten geschmacklich nicht überzeugen, da sie noch sehr hartreif waren. Pfirsiche kosteten etwa 4,- bis 4,50 je kg und Nektarinen ca. 6,- bis 6,50 € je kg. Daher hielt sich das Interesse in Grenzen.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 30.04.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin